Hecke kürzen, roden und in Form bringen – die rechtliche Grundlage

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Wann ist es erlaubt, verboten oder sogar verpflichtend?

Hecken finden sich in Parks, öffentlichen und privaten Gärten. Sie werden als gestalterische Elemente eingesetzt, besonders häufig auch zur Eingrenzung eines Geländes, also als lebendige Einfriedung anstelle eines Zauns. Wie für fast jeden Lebensbereich gibt es in Deutschland auch zum Thema Hecken zahlreiche Vorschriften: Diese betreffen die Fragen, ob und wo eine Hecke gepflanzt werden darf, wie hoch sie wachsen darf, wann und wie sie geschnitten werden muss oder darf und wann sie auf keinen Fall geschnitten werden darf. Viele der Regelungen erscheinen auf den ersten Blick widersprüchlich. Hinzu kommt, dass einige der Fragen nicht bundeseinheitlich gleich geregelt sind, sondern in den unterschiedlichen Bundesländern verschiedene Regelungen zu finden sind. Daher gibt es um die Frage, wann darf oder muss eine Hecke wie geschnitten werden, oft Streit – unter Nachbarn und mit den Behörden.

Verkehrssicherheit geht vor: Auch in der Sommerzeit darf die Hecke zurückgeschnitten werden, wenn der Gehweg nicht mehr passierbar ist © Marco2811, stock.adobe.com
Verkehrssicherheit geht vor: Auch in der Sommerzeit darf die Hecke zurückgeschnitten werden, wenn der Gehweg nicht mehr passierbar ist © Marco2811, stock.adobe.com

In diesem Artikel erhalten Sie die wichtigsten Informationen zu folgenden Punkten:

  • Grundlegende Informationen zum Thema Hecke pflanzen und Heckenhöhe
  • Überblick über die rechtliche Situation, wann der Rückschnitt einer Hecke verboten ist
  • Erklärung, welche Ausnahmen es von dem Verbot des Heckenschnitts gibt
  • Rat, wie der ideale Rhythmus für einen Heckenschnitt aussieht  

Hintergrund: Welche Regeln gibt es zum Thema Hecken pflanzen und Heckenhöhe?

Ob, wann und wie eine Hecke geschnitten werden darf, kann oder sogar muss, hängt auch davon ab, wo diese auf einem Grundstück gepflanzt wurde und in welchem Bundesland beziehungsweise in welcher Kommune. In Deutschland gibt es, zumindest wenn eine Hecke nicht mitten auf einem Grundstück gepflanzt wird, strenge Regeln, die die maximale Heckenhöhe, den Mindestabstand zur Nachbargrundstücksgrenze und zum Teil auch die Pflanzenart betreffen. Diese Regeln sind zudem nicht bundeseinheitlich identisch, sondern in den 17 Bundesländern zum Teil sehr unterschiedlich ausgestaltet. Und auch auf kommunaler Ebene sowie in Hausordnungen bei Gemeinschaftsgärten können sich spezifische Regeln finden. Bei diesen Regeln geht es insbesondere um folgende Aspekte:

  • Nachbarrechte
  • Verkehrssicherheit
  • Sicherstellung, dass genug Licht auf das Nachbargrundstück fällt

Daraus wiederum ergibt sich, dass eine nahe der Grundstücksgrenze gepflanzte Hecke regelmäßig in der Höhe und von beiden Seiten geschnitten werden muss. Zudem kann es sein, dass ein Nachbar das Recht hat, die komplette Beseitigung einer Hecke zu fordern, wenn diese zu nah oder direkt auf der Grundstücksgrenze angepflanzt wurde. Daher stellt sich für viele Heckenbesitzer die Frage: Darf der Heckenschnitt jederzeit im Jahresverlauf erfolgen?

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Heckenschnitt: Ist der Rückschnitt im Sommer verboten?

Viele Gartenbesitzer kennen die pauschale Aussage: „Im Sommer darf eine Hecke nicht geschnitten werden!“ Die Frage ist aber: Stimmt das so pauschal? Und: Wo finden sich die Regeln zum Thema Heckenschnitt?

Das Bundesnaturschutzgesetz dient mit seiner Regelung zum Heckenschnitt im Frühjahr und Sommer vorrangig dem Schutz brütender Vögel © ufotopixl10, stock.adobe.com
Das Bundesnaturschutzgesetz dient mit seiner Regelung zum Heckenschnitt im Frühjahr und Sommer vorrangig dem Schutz brütender Vögel © ufotopixl10, stock.adobe.com

Vorweg sei an dieser Stelle schon einmal klargestellt: Es gibt kein generelles Heckenschnittverbot im Sommer, auch wenn diese Aussage in ihren Grundsätzen stimmt. Die Ausnahmen von dieser Regel stellen wir weiter unten dar. Hier geht es zunächst um die rechtliche Grundlage für das Thema Heckenrückschnitt.

Geregelt ist das Thema Heckenschneiden im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Die konkrete Regelung findet sich in § 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG. Dort heißt es:

„Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“

Zahlreiche Vogelarten brüten gerne in Hecken. Zu ihrem Schutz ist der Heckenschnitt im Sommer gesetzlich reglementiert © Torsten, stock.adobe.com
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Diese Regel gilt sowohl für private Gartenbesitzer als auch für Städte und Kommunen. Konkret bedeutet diese gesetzliche Regelung folgende Verbote in Bezug auf den Heckenschnitt:

  • Hecken abschneiden: Damit ist ein radikaler Rückschnitt gemeint.
  • Auf Stock setzen: Darunter ist das Zurückschneiden gemeint, bei dem das Gewächs knapp über dem Boden gekappt wird.
  • Beseitigung: Das bedeutet die Beseitigung mit Wurzelwerk, sodass ein Nachwachsen unmöglich ist.
Im Bundesnaturschutzgesetz ist geregelt, welche Heckenschnittarbeiten in der Schonzeit zwischen März und September erlaubt sind © lhphotos, stock.adobe.com
Im Bundesnaturschutzgesetz ist geregelt, welche Heckenschnittarbeiten in der Schonzeit zwischen März und September erlaubt sind © lhphotos, stock.adobe.com

Mit der gesetzlichen Regelung werden vor allem zwei Dinge geschützt: Tiere und die Pflanzen selbst. Denn in den Sommermonaten werden Hecken und die anderen in § 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG aufgeführten Gewächse von Tieren als Wohn- und Brutstätte genutzt. Insbesondere Vögel bauen ihre Nester zum Eierlegen und zur Brutpflege gerne in dichten Hecken. Hier sind die Jungen ausreichend weit vom Boden entfernt, das Nest ist von außen nicht leicht zu sehen und größere Tiere können meist nicht über die filigranen Ästchen einer Hecke laufen oder das Dickicht durchdringen. Daher ist der Nachwuchs in einem Nest in einer Hecke gut vor Feinden geschützt. Gleichzeitig ist das Nest so niedrig, dass die Vogelkinder bei den ersten missglückten Startversuchen nicht zwangsläufig verunglücken.

Vor jedem Heckenschnitt gilt: Es muss geprüft werden, ob sich in der Hecke ein Vogelnest befindet © d_e_r_i_c, stock.adobe.com
Vor jedem Heckenschnitt gilt: Es muss geprüft werden, ob sich in der Hecke ein Vogelnest befindet © d_e_r_i_c, stock.adobe.com

Ein radikaler Rückschnitt von Hecken und Co. würde zudem in das ökologische Pflanzensystem eingreifen. Denn die Früchte, die sich im Sommer noch entwickeln müssen, werden dann auch abgeschnitten. Diese dienen jedoch einerseits Tieren als Nahrung und andererseits dem Fortbestand der Pflanze.

Radikale Heckenschnitte sind nur bis Ende Februar oder ab Anfang Oktober zulässig © VRD, stock.adobe.com
Radikale Heckenschnitte sind nur bis Ende Februar oder ab Anfang Oktober zulässig © VRD, stock.adobe.com

Ausnahmen von der Regel: Welche Schnittarbeiten an der Hecke sind auch im Sommer erlaubt oder sogar Pflicht?

Die gesetzliche Regelung kennt jedoch auch Ausnahmen von diesem Heckenschnittverbot beziehungsweise im Gesetz wird klar definiert, welche Arten von Heckenschnitten in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September eines jeden Jahres verboten sind:

Achten Sie beim Heckenschnitt auf gesetzliche Beschränkungen und Einschränkungen
Achten Sie beim Heckenschnitt auf gesetzliche Beschränkungen und Einschränkungen

Alle Heckenschnitte, die nicht einen Radikalrückschnitt, ein auf Stock setzen oder ein Entfernen der Hecke bedeuten, sind erlaubt. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind daher das ganze Jahr über, auch während der Phase vom 1. März bis zum 30. September, erlaubt. Allerdings müssen Gartenbesitzer auch vor einem solchen behutsamem Schnitt prüfen, ob sich Vögel oder andere unter Schutz stehende Tier in der Hecke zur Brutaufzucht eingenistet haben.

Eine Pflicht zum Schneiden der Hecke besteht – auch im Sommer – sobald die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn:

  • die Hecke so weit auf den Gehweg wächst, dass Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen den Gehweg nicht mehr nutzen können oder
  • eine Hecke, insbesondere an einer Straßeneinmündung, die Sicht von Autofahrern behindert, sodass das Unfallrisiko erhöht wird oder
  • wenn eine Hecke vor Straßenschilder, Ampeln oder Laternen wächst.
Verkehrssicherheit geht vor: Wenn Hecken, Straßenschilder oder Straße zuwuchern, müssen diese immer zurückgeschnitten werden © Michael, stock.adobe.com
Verkehrssicherheit geht vor: Wenn Hecken, Straßenschilder oder Straße zuwuchern, müssen diese immer zurückgeschnitten werden © Michael, stock.adobe.com

Praxistipp: Wann sollte der Heckenrückschnitt idealerweise durchgeführt werden?

Idealerweise planen Gartenbesitzer zwei Heckenschnitte pro Jahr ein: Im Frühjahr, noch vor März, sollte der erste Rückschnitt erfolgen. In der Zeit zwischen Mitte und Ende Februar ist der ideale Zeitpunkt für umfangreiche Rückschnitte. Zum Sommerbeginn kann dann ein zweiter, deutlich behutsamer Rückschnitt erfolgen. Je nach Art und Menge von Sonnentagen und Niederschlag kann es erforderlich sein, im Herbst, also ab Oktober, einen erneuten Rückschnitt vorzunehmen. Oft ist dies aber nicht erforderlich.

Fazit

„Im Frühjahr und Sommer darf man die Hecke nicht schneiden“ – glauben viele Menschen. Doch so pauschal stimmt das nicht. Im Bundesnaturschutzgesetz ist genau geregelt, welche Heckenschnitte in der Zeit von Anfang März bis Ende September verboten und welche erlaubt sind. Achtung: Sobald eine Hecke die Verkehrssicherheit gefährdet, muss sie immer zurückgeschnitten werden.

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