Fertighaus oder Massivhaus?

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Die Vorzüge und Nachteile im Vergleich

Eine lange Lebensdauer und ein guter Werterhalt zeichnen das Massivhaus neben anderen Eigenschaften aus. Doch auch das Fertighaus kann eine Alternative für den Hausbau sein, dies insbesondere dann, wenn es um kurze Bauzeiten und günstige Preise geht. Lesen Sie jetzt, welche Unterschiede die beiden Haustypen aufweisen und mit welchen Vor- und Nachteilen Sie rechnen können.

Was zeichnet ein klassisches Fertighaus aus?
Was zeichnet ein klassisches Fertighaus aus?

Das Fertighaus

Fertighäuser werden bei Bauherren zunehmend beliebter, der Anteil an Fertighäusern für Neubauprojekte liegt bei großen regionalen Unterschieden deutschlandweit bei etwa 20 %. Allen Fertighäusern gemeinsam ist die Vorfertigung einzelner Hauselemente beim Hersteller. Auf der Baustelle werden diese Elemente dann in wenigen Tagen zum Haus zusammenmontiert. Ein Großteil der Fertighäuser wird in Holzbauweise errichtet, weiterhin gibt es Fertighäuser als Massivhaus in Leichtbeton- oder Ziegelverbundbauweise.

Fertighausmontage auf der Baustelle © benik.at, stock.adobe.com
Fertighausmontage auf der Baustelle © benik.at, stock.adobe.com

Fertighaus in Holzbauweise

Bei den Holzbauweisen unterscheidet man zwischen Holzständer- und Holztafelbauweise. Die Konstruktion ist vergleichbar, die beiden Bauweisen unterscheiden sich vorwiegend im Grad der Vorfertigung. Während sich dieser beim Holzständerbau auf den Abbund der Hölzer beschränkt, kommen beim Holztafelbau voll- oder teilvorgefertigte Wandelemente auf die Baustelle.

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Grundsätzlich handelt es sich bei beiden Bauweisen um Skelettbauweisen. Ein im Raster angeordnetes Traggerüst aus Konstruktionsvollholz sorgt für die statische Belastbarkeit des Hauses, die Felder werden mit Wärmedämmung gefüllt und mit einem festen Belag, zum Beispiel Gipskarton oder Holzfaserplatten ausgesteift.

Fertighaus aus Leichtbeton oder im Ziegelverbund

Bei Fertighäusern aus Leichtbeton werden die kompletten Wandelemente im Werk aus bewehrtem Leichtbeton vergossen und nach der vollständigen Aushärtung auf die Baustelle transportiert und dort montiert. Bei der Ziegelverbundbauweise werden komplette Mauertafeln als Wandelemente gefertigt, auch hier erfolgt die Montage auf der Baustelle.

Fertighaus aus Leichtbetonelementen im Rohbau © PixelboxStockFootage, stock.adobe.com
Fertighaus aus Leichtbetonelementen im Rohbau © PixelboxStockFootage, stock.adobe.com

Tipp: Während bei Fertighäusern in Holzbauweise spätere Grundrissänderungen möglich sind, legen Sie sich bei massiven Fertighäusern langfristig fest: Grundrissänderungen sind nur schwierig und mit großem Aufwand umsetzbar.

Das Massivhaus

Massivhäuser werden in der Regel Stein auf Stein auf der Baustelle errichtet, ebenfalls zum Massivhaus gehört jedoch auch das Fertighaus aus Leichtbeton oder als Ziegelverbund Entscheiden Sie sich für die Stein-auf-Stein-Variante, stehen Ihnen verschiedene Materialien zur Auswahl:

Das Massivhaus: die typischen Merkmale
Das Massivhaus: die typischen Merkmale

Ziegelmauerwerk/ Poroton

Für Häuser aus Ziegelsteinen werden im Neubau heute in der Regel hochwärmedämmende Porotonziegel verwendet. Die gebrannten Ziegel verfügen über Hohlräume, die mit Luft oder Dämmmaterial gefüllt sind und einen zusätzlichen Wärmeschutz der Außenwände überflüssig machen.

Kalksandstein

Kalksandsteine bestehen aus Kalk, Sand und Wasser, die vermischt, in Form gepresst und unter Dampf gehärtet werden. Kalksandstein wirkt aufgrund seiner Dichte gut schalldämmend, für den erforderlichen Wärmeschutz sorgt eine zusätzliche Dämmebene als Vorhangfassade oder im Wärmedämmverbundsystem (WDVS).

Kalksandstein bietet durch die große Dichte optimalen Schallschutz © Gundolf Renze, stock.adobe.com
Kalksandstein bietet durch die große Dichte optimalen Schallschutz © Gundolf Renze, stock.adobe.com

Porenbeton

Porenbeton, früher besser als Gasbeton bekannt, besteht aus geblähtem Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtel bilden. Die im Stein enthaltenen Luftporen (Porenanteil bis 90 %) sorgen für eine sehr gute Wärmedämmung sowie ein geringes Gewicht, eine zusätzliche Dämmebene ist bei einer Außenwand aus Porenbeton auch bei Energiesparhäusern in der Regel nicht notwendig.

Tipp: Massivhäuser sind häufig Architektenhäuser und werden individuell geplant, sodass die Bauherrenwünsche genau umgesetzt werden. Weitere Baupartner für ein Massivhaus sind Bauträger oder Massivhausanbieter.

Die Bauzeichnungen für den Bauantrag erstellt der Architekt im Rahmen seiner Genehmigungsplanung © DragonImages, stock.adobe.com
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Fertighaus oder Massivhaus – Vorzüge und Nachteile im Überblick

BauweiseVorteileNachteile
Fertighauskurze Bauzeit (Rohbau) wetterunabhängige Herstellung niedrigere Baukosten technische Ausstattung Musterhäuser vorhanden alles aus einer Hand (Fertighausanbieter) wenige Gewerkegeringere Wertstabilität kürzere Lebensdauer (90 Jahre) Probleme durch Luftdichtigkeit geringerer Schallschutz als beim Massivhaus weniger Gestaltungsspielraum für Grundriss und Form
Massivhausfreier Gestaltungsspielraum für Grundriss und Form hohe Wertstabilität lange Lebensdauer (120 Jahre) guter Schallschutz gutes Wohnklima viel Eigenleistung möglichlange Bauzeiten Neubaufeuchte hohe Kosten viele verschiedene Gewerke
Massivhäuser werden im Vergleich zum Fertighaus als wertstabiler eingesetzt und erzielen höhere Verkaufspreise © Eisenhans, stock.adobe.com
Massivhäuser werden im Vergleich zum Fertighaus als wertstabiler eingesetzt und erzielen höhere Verkaufspreise © Eisenhans, stock.adobe.com

Tipp: Bei der Entscheidung für oder gegen einen der Haustypen sollten Sie vorab abwägen, welche Nachteile Sie eventuell in Kauf nehmen könnten und was Ihnen bei Ihrem neuen Eigenheim auf alle Fälle wichtig ist.

Die größten Vor- und Nachteile im direkten Vergleich: Fertighaus oder doch Massivhaus?
Die größten Vor- und Nachteile im direkten Vergleich: Fertighaus oder doch Massivhaus?

Kostenvergleich Fertighaus und Massivhaus

Generell gilt, dass Fertighäuser günstiger als ein Massivhaus zu haben sind. Durch die jeweiligen Anbieter, aber auch durch verschiedene Ausbaustufen und Ausstattungsstandards variieren die Preise stark. Als grobe Richtschnur können Sie davon ausgehen, dass im direkten Vergleich ein Fertighaus bis zu 20 % günstiger sein kann als ein annähernd baugleiches Massivhaus.

Tipp: Gerade beim Fertighaus ist ein Preisvergleich sowie die Wahl eines seriösen Fertighausanbieters wichtig. Baufehler können sich später gravierend auswirken und viel Ärger und Kosten bereiten.

Was Ihr neues Eigenheim kostet, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab © marcus_hofmann, stock.adobe.com
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