Haustechnik für den Neubau

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Moderne Neubauten verfügen heute über verschiedene technische Anlagen. Dies ist zum einen die Heizungsanlage, ebenso gehören alle sonstigen festen Installationen zur Haustechnik wie Lüftungstechnik, Stromleitungen, die Beleuchtung oder Elemente der Hausautomation sowie die sanitären Anlagen. Die Auswahl der einzelnen Komponenten findet in der Planungsphase statt, die wichtigsten Auswahlkriterien sind Funktion und Komfort, Energiebedarf sowie die gewünschte Energieeffizienz und natürlich wieder einmal das Budget, das Ihnen für Ihr Eigenheim zur Verfügung steht.

Die Haustechnik eines Gebäudes umfasst alle fest installierten technischen Anlagen © ronstik, stock.adobe.com
Die Haustechnik eines Gebäudes umfasst alle fest installierten technischen Anlagen © ronstik, stock.adobe.com

Was gehört zur Haustechnik?

Die DIN 276 „Kosten im Bauwesen“ in der aktuellen Fassung von 2018 ist nach Kostengruppen gegliedert. Die KG 400 mit ihren Untergruppen umfasst alle technischen Anlagen in einem Gebäude:

  • Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen
  • Wärmeversorgungsanlagen
  • Raumlufttechnische Anlagen
  • Elektrische Anlagen
  • Kommunikations-, sicherheits- und informationstechnische Anlagen
  • Förderanlagen
  • Nutzungsspezifische und verfahrenstechnische Anlagen
  • Gebäude- und Anlagenautomation
  • Sonstige Maßnahmen für technische Anlagen
DIN 276 „Kosten im Bauwesen“: Anlagen der Haustechnik
DIN 276 „Kosten im Bauwesen“: Anlagen der Haustechnik

Diese Kostengruppen bilden die Grundlage der Kalkulation für die Gesamtkosten der Haustechnik. Am Anfang der Planungsphase werden die Kosten nur überschlägig berechnet und dienen als Basis für die Gesamtkostenberechnung des Hauses für die Finanzierung. Mit der Zeit wird diese Berechnung jedoch immer detaillierter. Spätestens bei der Bemusterung und mit der genauen Dimensionierung der Anlage stehen dann die endgültigen Kosten fest.

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Tipp: Es empfiehlt sich, gerade die Haustechnik eher großzügig bei der Finanzierung mit einzuplanen, um später auftretende Sonderwünsche abdecken zu können.

Abwasser und Wasser

Dieser Bereich umfasst alle Installationen der Wasser- und Abwasserversorgung. Dazu gehören mindestens alle Wasser- und Abwasserleitungen im Gebäude, sowie die Dachentwässerung, aber auch eventuelle Entsorgungsanlagen wie eine Kleinklär- oder Pflanzenkläranlage sowie notwendige Zusatzeinrichtungen wie Abwasserhebeanlagen im Keller.

Speziell im Sanitärbereich fließen laut DIN 276, Kostengruppe 412 auch die Sanitärobjekte in die Planung und Kalkulation mit ein.

Wasser- und Abwasserleitungen sind wichtiger Bestandteil der Haustechnik © maho, stock.adobe.com
Wasser- und Abwasserleitungen sind wichtiger Bestandteil der Haustechnik © maho, stock.adobe.com

Heizung und Lüftung

Hinsichtlich der Heiztechnik spielt der Dämmstandard des Hauses eine wichtige Rolle sowie die vorhandenen Umgebungsbedingungen: Steht ein Gasanschluss für eine Gas-Brennwertheizung zur Verfügung? Gibt das Grundstück die Möglichkeit her, das Gebäude mit Erdwärme zu beheizen? Ist ausreichend Platz vorhanden, um die Pellets für eine zentrale Pelletheizung zu lagern? Wie viel Platz steht im Haus für die Heizungsanlage zur Verfügung? Diese und viele weitere Fragen müssen Sie und Ihr Planer sich vor der Entscheidung beantworten.

Wärmepumpen als Heizungsanlage werden zunehmend beliebter © WoGi, stock.adobe.com
Wärmepumpen als Heizungsanlage werden zunehmend beliebter © WoGi, stock.adobe.com

Heizung

Eine Heizungsanlage besteht grundsätzlich aus drei Komponenten:

  • Wärmeerzeuger (Heizkessel mit allen zugehörigen Komponenten, Wärmepumpe usw.)
  • Wärmeverteiler (Heizleitungen zwischen Wärmeerzeuger und -verbraucher)
  • Wärmeverbraucher (Heizkörper, Fußbodenheizung, Wandheizung)

Zu den Klassikern unter den Wärmeerzeugern gehören nach wie vor Heizkessel, die mit fossilen oder nachwachsenden Brennstoffe betrieben werden. Immer mehr geht der Trend jedoch hin zu Wärmepumpen, die Erd-, Umgebungs- oder Abluftwärme als Energieträger verwenden. In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung durch die Nutzung der Sonnenenergie, entstehen umweltfreundliche Konzepte, die vom Staat mit attraktiven Förderungen bezuschusst werden.

Prinzip und Aufbau einer herkömmlichen Zentralheizung
Prinzip und Aufbau einer herkömmlichen Zentralheizung

Die Wärmeübertragung erfolgt bei den meisten zentralen Systemen über das Heizwasser, das durch ein Leitungsnetz von der Heizungsanlage zum Verbraucher geführt wird. Die Heizungsrohre bestehen aus Stahl oder Kupfer, in Flächenheizungen kommen auch Kunststoffrohre zum Einsatz. Um Wärmeverluste auf den Leitungswegen zu vermeiden, müssen diese ausreichend gedämmt sein. Die Verteilung des Heizwassers erfolgt über eine Umwälzpumpe, die das Wasser automatisch und bedarfsgerecht im Heizkreislauf verteilt.

Wärmeverbraucher sind je nach Anlagentechnik Flachheizkörper oder unsichtbar in Wand oder Fußboden (seltener in der Decke) verlegte Heizschlangen. Entscheidend ist, dass die Heizungsanlage auf die Verbraucher abgestimmt ist. So arbeiten Flächenheizungen mit niedrigeren Vorlauftemperaturen als Heizkörper.

Lüftung

Lüftungsanlagen optimieren den Luftaustausch innerhalb eines Hauses und minimieren die Energieverluste. Die technischen Einrichtungen versorgen die Innenräume automatisch mit Frischluft, über eine Wärmerückgewinnung bleibt die vorhandene Wärme mit bis zu 95 % erhalten, die verbrauchte Innenluft wird abgeführt. Der Gesetzgeber fordert in der DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept für Neubauten, das von einem Fachmann für Lüftungstechnik erstellt wird.

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Funktionsprinzip im Überblick
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Funktionsprinzip im Überblick

Elektroinstallation

Für die Elektroinstallation können verschiedene Ausstattungsstandards gewählt werden. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Anzahl der Stromkreise, der Schalter und Steckdosen sowie der Anschlüsse für Elektrogeräte und die Gebäudekommunikation, bzw. -automation. Die Werte orientieren sich an den Mindestanforderungen der DIN 18015-2 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden, Art und Umfang der Mindestausstattung“. Definiert sind diese Standards von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA). Für Einfamilienhäuser wird mindestens der Standard *2plus empfohlen.

Für die Elektroinstallation stehen verschiedene Ausstattungsstandards zur Auswahl © bildergala, stock.adobe.com
Für die Elektroinstallation stehen verschiedene Ausstattungsstandards zur Auswahl © bildergala, stock.adobe.com

Smart Home

Der Trend geht im Neubau zunehmend hin zur Hausautomation. Diese bietet die Möglichkeit, eine Vielzahl der elektrischen Anlagen ganz oder teilweise automatisch zu steuern, bzw. zu vernetzen. Grundsätzliche Komponenten im Smart Home sind:

  • Steuerbare Steckdosen und Schalter
  • Sensoren zur Licht- und Wärmeerfassung
  • Zentrale Steuerung per Software
  • Verbindung zum Steuergerät per WLAN oder Mobil
Steuerbare Haustechnik wird mehr und mehr zum Standard in Neubauten © HQUALITY, stock.adobe.com
Steuerbare Haustechnik wird mehr und mehr zum Standard in Neubauten © HQUALITY, stock.adobe.com

Neben der direkten Steuerung von technischen Funktionen durch das zentrale Steuergerät oder miteinander vernetzte Sensoren können auch Zeitsteuerungen eingesetzt werden und zum Beispiel das Herunterfahren der Rollläden bei Sonnenuntergang oder das automatische Hochfahren der Heizung am Morgen programmiert werden. Wird die Hausautomation in die Hausplanung integriert, erfolgt die Vernetzung der einzelnen Komponenten meist kabelgebunden. Aber auch Nachrüsten ist möglich. Die Hersteller bieten heute für nahezu alle Elemente auch funkgesteuerte Produkte an.

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Auswahlkriterien für die Haustechnik

Für Laien ist es gar nicht so leicht, die richtige Haustechnik auszuwählen, gibt es doch eine Vielzahl von Möglichkeiten, die sich in Funktion, Energieeffizienz und in den Kosten unterscheiden. Auf jeden Fall sollte bei diesen Entscheidungen ein Fachmann zur Seite stehen, der alle Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten mit Ihnen zusammen beleuchtet. Weiterhin sollten Sie selbst sich folgende Fragen beantworten:

Welche Funktionen sind Ihnen im Bereich der Haustechnik besonders wichtig?

Diese Frage umfasst alle Komponenten und muss für jede einzelne möglichst genau beantwortet werden. Die vom Gesetzgeber verlangten Standards für Neubauten treffen insbesondere für die Heizungs- und Lüftungstechnik bereits Vorgaben, die einen hohen Funktionsumfang beinhalten, an erster Stelle steht hier die Energieeffizienz. Für Sie persönlich kann der Grad der Automatisierung und Steuerung wichtig sein, aber auch, ob Sie in Ihrem neuen Haus Heizkörper, Fußbodenheizung oder Wandheizungen bevorzugen.

Welches Budget steht für die Haustechnik zur Verfügung?

Heizung, Sanitäranlagen und die Kosten für die Elektroinstallation machen im Durchschnitt etwa 15 % der Gesamtkosten für Ihr Haus aus. Entscheiden Sie sich für die Hausautomation, kommen je nach Umfang noch einmal 2 bis 5 % hinzu. Generell können Sie also grob mit 20 % Kostenanteil für die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) rechnen.

Welchen Anspruch haben Sie an die Energieeffizienz Ihres Hauses?

Bei dieser Frage geht es zum einen darum, wie umweltfreundlich und klimaschonend Sie wohnen möchten, aber auch um die Kosten im laufenden Betrieb. Durch die Einbindung erneuerbarer Energien in Verbindung mit einer hohen Wärmedämmung können Sie die Umwelt schonen und Betriebskosten einsparen. Der Einsatz dieser Technologien erhöhen die Gesamtkosten, allerdings können Sie auch von höheren Fördersummen profitieren und damit die Mehrkosten zumindest teilweise wieder ausgleichen. In diesem Zusammenhang spielt die Amortisationszeit eine wichtige Rolle. Lassen Sie sich auch hierzu ausführlich von einem Fachmann beraten.

Tipp: Für die Entscheidung zur technischen Ausstattung Ihres Eigenheims sollten Sie sich viel Zeit lassen und alle Möglichkeiten genau prüfen.

Klären Sie diese Fragen vor Anschaffung der Haustechnik
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