Wohnfläche: Bedarf und Größe abstimmen

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Bei den ersten Planungsüberlegungen für das neue Eigenheim stellt sich früh die Frage nach der richtigen Größe. Dies betrifft die Anzahl der Zimmer generell, aber auch, welche Räume überhaupt nötig sind und wie groß diese sein sollten. Für die Zimmergrößen gibt es Richtwerte, die die klassische Einrichtung der einzelnen Zimmerarten berücksichtigen. Ihr persönlicher Platzbedarf, die zur Verfügung stehende Baufläche, die Anzahl der Bewohner und natürlich auch das Budget sind weitere Faktoren, die für die endgültige Wohnfläche des Hauses eine Rolle spielen.

Die Wahl der Raumgrößen eines Hauses hängt von verschiedenen Gesichtspunkten ab © Thomas Reimer, stock.adobe.com
Die Wahl der Raumgrößen eines Hauses hängt von verschiedenen Gesichtspunkten ab © Thomas Reimer, stock.adobe.com

Ideale Raumgrößen

Einige Räume wie Flur, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad sind für ein Wohnhaus obligatorisch, andere Räume können optional vorgesehen werden. Für die Planung von Größe, Lage, bzw. Ausrichtung und auch für die Raumgeometrie gibt es praxisbezogene Faustregeln:

Richtwerte: Ideale Raumgrößen eines durchschnittlichen Wohnhauses
Richtwerte: Ideale Raumgrößen eines durchschnittlichen Wohnhauses

Der Eingangsbereich

Als erster Bereich, der nach dem Zugang zum Haus betreten wird, stellt der Eingangsbereich eine Art Schleuse dar und erfüllt unterschiedliche Funktionen. Er „begrüßt“ Bewohner wie Besucher, dient zur Ablage von Jacken, Schuhen und Regenschirmen und wird in der Planung oft zu klein angelegt. Sie sollten beachten, dass der Flur zum einen Stauraum bieten muss und zum anderen genug Platz, um sich komfortabel zu bewegen. Als Mindestfläche für den Flur sollten Sie 5 m² einplanen.

Großzügige Flure wirken einladend und bieten viel Bewegungsfläche und Stauraum © Ursula Page, stock.adobe.com
Großzügige Flure wirken einladend und bieten viel Bewegungsfläche und Stauraum © Ursula Page, stock.adobe.com

Das Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist zentraler Treffpunkt und häufig genutzter Aufenthaltsraum für alle Hausbewohner. Deshalb sollte dieser Raum entsprechend groß gewählt werden. Damit Sie im Wohnzimmer Platz für eine ausreichend große Polstergarnitur, den Wohnzimmerschrank und weitere Möbel haben und sich außerdem noch frei bewegen können, ist eine Wohnfläche ab 30 m² empfehlenswert. Planen Sie die Integration eines Essbereichs, sollten Sie noch 7 bis 12 m² aufschlagen.

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Die Küche

Für die Küchengröße spielt die Nutzung eine wichtige Rolle. Während eine reine Funktionsküche bereits mit 10 m² auskommt, benötigen Sie dann, wenn Sie sich dort auch mit mehreren Personen aufhalten möchten oder eine Wohnküche planen, deutlich mehr Platz. Auch wenn Sie eine Kochinsel integrieren, ist zusätzliche Fläche nötig: Sie sollten in diesem Fall 5 bis 10 m² aufschlagen.

Planen Sie eine Kochinsel, muss die Küche ausreichend groß sein © oliver-marc steffen, stock.adobe.com
Planen Sie eine Kochinsel, muss die Küche ausreichend groß sein © oliver-marc steffen, stock.adobe.com

Bad und WC

Hier haben Sie die Wahl zwischen einem Bad mit integriertem WC oder zwei getrennten Räumen. Häufig wird die Variante gewählt, dass Bad und WC zusammengelegt sind und eine extra Gäste-Toilette vorhanden ist. Ein Funktionsbadezimmer muss mindestens 8 m² groß sein, um modernen Komfort zu bieten. Für eine Wellness-Oase sollten Sie je nach Ausstattung 12 oder mehr m² einplanen. Die Gäste-Toilette kann klein sein: Je nach Geometrie sind 1,5 bis 2 m² ausreichend.

Das Schlafzimmer

Ein Schlafzimmer muss mindestens Platz für ein ausreichend großes Bett und einen großen Kleiderschrank bieten. Daraus ergibt sich eine Raumgröße von 16 bis 20 m². Bei der Planung spielt hier auch die Anordnung von Fenstern und Türen eine wichtige Rolle. Sie benötigen zwei freie Wandflächen, damit sich Schrank und Bett gut aufstellen lassen. Für eine separate Ankleide oder einen begehbaren Kleiderschrank sind 6 bis 8 m² nötig, dafür kann das Schlafzimmer an sich dann etwas kleiner gewählt werden.

Das Kinderzimmer

Ebenso wie beim Eingangsbereich sollte auch beim Kinderzimmer nicht an Platz gespart werden. Dies auch im Hinblick darauf, dass dieses Zimmer mit dem Kind mitwächst. Während Kleinkinder noch verhältnismäßig wenig Platz benötigen, um sich entfalten zu können und auch die Einrichtung eher sparsam ist, sieht das bei Jugendlichen anders aus. Damit genug Raum vorhanden ist, um später auch einmal ein Sofa aufzustellen und Spielraum für eine individuelle Einrichtung zu lassen, benötigt das Kinderzimmer eine Wohnfläche von mindestens 15 m².

Das Arbeitszimmer

Ein Arbeitszimmer oder auch ein Mehrzweckraum zum Bügeln oder Basteln kann hinsichtlich der Größe individuell gewählt werden. Auch hier gilt oft: Je mehr Platz, umso besser, grundsätzlich reichen jedoch 10 m² für ein reines Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Stauraum für Dokumente und Unterlagen aus.

Das Gästezimmer

Auch hier können Sie etwas an Platz sparen. Ein Gästezimmer sollte Platz für ein Bett, einen Schrank und eventuell eine Sitzgelegenheit bieten. Dies lässt sich mit einer Fläche ab 10 m² gut realisieren.

Vorratsräume und Hauswirtschaftsräume

Diese Räume sind optional, aber dennoch sehr vorteilhaft, um den Wohnkomfort sowie die Funktionalität des Hauses zu verbessern. Für Hauswirtschaftsraum, Speisekammer oder Bügel-, bzw. Wäschezimmer reichen 3 m² aus, größere Räume bieten vor allem den Vorteil, dass dann mehr Stauraum vorhanden ist.

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Platz für die Haustechnik

Moderne Haustechnik benötigt heute nicht mehr allzu viel Platz. Je nachdem, für welche Heizungsanlage Sie sich entscheiden und benötigen Sie einen entsprechend großen Raum für die Anlage. Die erforderliche Größe sollten Sie mit Ihrem Heizungsbauer absprechen.

Die Größe des Haustechnikraumes hängt vorwiegend von der gewählten Heizungsanlage ab © visiopix_de, stock.adobe.com
Die Größe des Haustechnikraumes hängt vorwiegend von der gewählten Heizungsanlage ab © visiopix_de, stock.adobe.com

Tipp: Berücksichtigen Sie schon bei der Planung eventuell spätere Umnutzungen, zum Beispiel vom Kinderzimmer zum Büro oder zum Hobbyraum und passen Sie Größe und Ausstattungsstandard bereits an mögliche spätere Nutzungen an.

Mehrbedarf für Barrierefreiheit

Ein Argument dafür, bereits von Anfang an größer zu planen, ist sicherlich die Barrierefreiheit eines Hauses. Damit Sie auch im Alter alle Räume noch komfortabel und ohne Einschränkungen benutzen können, empfiehlt es sich, mindestens Bad, Küche und WC so groß zu planen, dass auch bei körperlichen Beeinträchtigungen ausreichend Bewegungsraum vorhanden ist. Denken Sie dabei auch an die Türbreiten und wählen Sie diese lieber etwas breiter als zu schmal.

Ausreichend Platz und zusätzliche Installationen ermöglichen beeinträchtigten Menschen die komfortable Nutzung aller Anlagen im Haus © auremar, stock.adobe.com
Barrierefreies Eigenheim planen

Die barrierefreie Planung eines Hauses ist nicht nur dann sinnvoll, wenn bereits ein körperlich beeinträchtigter Mensch mit im Haushalt lebt.… weiterlesen

Planen Sie Barrierefreiheit und altersgerechte Wohnräume von Anfang an ein
Planen Sie Barrierefreiheit und altersgerechte Wohnräume von Anfang an ein

Tipp: Wie viel Platz für das barrierefreie Wohnen eingeplant werden muss und welche Einrichtungsvorgaben zu beachten sind, gibt die DIN 18040 „Barrierefreies Bauen“ als Grundnorm vor.

Funktionsbereiche und Raumprogramm

Jedes Haus untergliedert sich durch seine Nutzung in verschiedene Funktionsbereiche, die innerhalb des Grundrisses sinnvoll angeordnet werden. Man unterscheidet hier verschiedene Zonen:

  • Wohn- oder Kommunikationsbereich mit Wohn- und Esszimmer und eventuell einer Wohnküche
  • Schlaf- oder Individualbereich mit Schlafzimmer und Kinderzimmer
  • Arbeitsbereich mit Küche, Hauswirtschaftsraum und Arbeitszimmer
Individuell nach Bedarf: Aufteilung des Grundrisses in unterschiedliche Funktionsbereiche
Individuell nach Bedarf: Aufteilung des Grundrisses in unterschiedliche Funktionsbereiche

Aktuell geht der Trend hin zu einer Verschmelzung der Bereiche, zum Beispiel durch kombinierte Wohn- und Esszimmer, offene Küchen, die mit dem Wohnbereich verbunden sind oder auch Wohnküchen. Wenn Sie sich für einen offenen Grundriss entscheiden, sollten Sie dennoch darauf achten, dass die Individualbereiche davon klar abgegrenzt sind und die gewünschte Privatsphäre bieten.

Um alle Bewohnerbedürfnisse möglichst gut zu erfüllen und eine funktionale Nutzung der Räume zu ermöglichen, erstellt der Architekt ein Raumprogramm. Dieses Programm enthält alle gewünschten Räume mit der gewünschten Größe und weiteren Hinweisen, zum Beispiel zur Lage im Haus und zu gewünschten Verbindungen mit anderen Räumen und Funktionsbereichen. Dieses Raumprogramm bildet in Verbindung mit der Festlegung der Funktionsbereiche die Grundlage für die konkrete Grundrissplanung.

Anhand der Funktionsbereiche lässt sich der Grundriss optimal planen © Vasily Merkushev, stock.adobe.com
Anhand der Funktionsbereiche lässt sich der Grundriss optimal planen © Vasily Merkushev, stock.adobe.com

Zuschnitt vor Raumgröße

Die Größe eines Raumes sagt noch nicht unbedingt etwas über seine komfortable Nutzung aus. So kann ein Raum eine große Fläche besitzen und sich durch eine ungünstige Form dennoch nur schlecht einrichten lassen. Auch die Anordnung der Fenster und Türen spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Denn fehlen freie Wandflächen, wird es häufig schwer, den 5 Meter langen Schlafzimmerschrank, die XXL-Polstergarnitur oder das große Doppelbett aufzustellen.

Wenn Sie die Zuschnitte Ihrer Räume planen, können Sie den verfügbaren Platz ideal ausnutzen
Wenn Sie die Zuschnitte Ihrer Räume planen, können Sie den verfügbaren Platz ideal ausnutzen

Oft lassen sich mit einer geschickten Anordnung sowie der richtigen Geometrie Quadratmeter einsparen. Grundsätzlich sollten Räume ein ausgewogenes Längen- und Breitenverhältnis besitzen, schlauchartige Geometrien sind zu vermeiden. Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Hausflur: Ist dieser sehr lang und schmal, bietet er trotz vielleicht großer Grundfläche nur wenig gut nutzbaren Stauraum und Platz zum An- und Ausziehen.

Ebenfalls ungünstig für die Einrichtung und Nutzung sind schräg angeordnete Wände oder viele Nischen und Versätze im Raum. Letztere können einen Raum allerdings durchaus auch aufwerten, da eine Wandnische die Möglichkeit zu einer attraktiven Zonierung innerhalb des Raumes bietet.

Ist ein Raum ungünstig geschnitten, kann es trotz genug Grundfläche Platzprobleme geben © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Ist ein Raum ungünstig geschnitten, kann es trotz genug Grundfläche Platzprobleme geben © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Eingeschossig oder mehrgeschossig?

Die Entscheidung, ob Sie ein- oder mehrgeschossig bauen, hat Einfluss auf die Funktion des Grundrisses, die Anordnung der Räume und auch die Kosten. Im Hinblick auf eine spätere Barrierefreiheit ist die eingeschossige Bauweise die beste Wahl, geht es allerdings um die Abgrenzung der Zonen, zeigt sich häufig die mehrgeschossige Bauweise günstiger. Dann können zum Beispiel die Individualräume im Obergeschoss untergebracht werden, während sich Kommunikations- und Arbeitsbereich im Erdgeschoss befinden. In diesem Zusammenhang sind auch die Vorgaben aus dem Bebauungsplan zur Grund- bzw. Geschossflächenzahl sowie die Grundstücksgröße wichtige Kriterien.

Unser Tipp: Im Artikel über Geschosse erfahren Sie mehr über die Vorzüge und Nachteile von ein- und mehrgeschossiger Bauweise.

Beim Staffelgeschoss springt das oberste Geschoss auf mindestens 1 Seite gegenüber dem darunterliegenden Geschoss zurück © Vector Tradition, stock.adobe.com
Anzahl der Geschosse im Eigenheim wählen

Ein entscheidender Faktor beim Bau eines Hauses ist die Wahl der Geschossigkeit. Ob eine ein- oder mehrgeschossige Bauweise die richtige… weiterlesen

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