Holz- oder Massivbauweise für Ihr Fertighaus

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Neben dem Material Holz verwenden einige Fertighaushersteller auch massive Baustoffe für die Herstellung der Wandelemente wie Leichtbeton, Blähton oder Ziegelverbund. Im folgenden Artikel finden Sie einen Vergleich der einzelnen Bauweisen mit Ihren Eigenschaften, Vorzügen und Nachteilen.

Steht das Fertighaus, ist von außen oft nicht mehr zu sehen, welche Konstruktionsweise verwendet wurde. Dabei gibt es neben der bekannten Holzbauweise noch andere Möglichkeiten aus dem Massivbau © KB3, stock.adobe.com
Steht das Fertighaus, ist von außen oft nicht mehr zu sehen, welche Konstruktionsweise verwendet wurde. Dabei gibt es neben der bekannten Holzbauweise noch andere Möglichkeiten aus dem Massivbau © KB3, stock.adobe.com

Fertighäuser in Holzbauweise

Fertighäuser aus Holz bestehen aus einem tragenden Gerüst aus Holzbalken, das mit Platten ausgesteift ist. Der Hohlraum zwischen der Beplankung, die aus Holzwerkstoffen oder mineralischen Platten besteht, wird mit Dämmmaterial ausgefüllt. Die Wände werden je nach Bauweise in verschiedenen Stufen vorgefertigt und auf der Baustelle zum Haus zusammengefügt. Für die Fassade von Fertighäusern aus Holz können unterschiedliche Varianten gewählt werden. Putzfassaden sind ebenso möglich wie vorgehängte oder Klinkerfassaden.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und macht das Bauen nachhaltig und energiesparend © oka, stock.adobe.com
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und macht das Bauen nachhaltig und energiesparend © oka, stock.adobe.com
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Nachwachsender Rohstoff Holz

Der Werkstoff Holz bringt als nachwachsender Rohstoff eine gute Ökobilanz mit, für die Produktion der Fertighauselemente muss nur wenig Energie aufgebracht werden. Die Herstellung erfolgt witterungsunabhängig im Produktionswerk, dies sichert die gleichbleibende Qualität der Bauteile und eine stabile Kostenkalkulation. Das Holzfertighaus wird als Trockenbau errichtet. Damit entsteht im Neubau keine Baufeuchte, die technisch herausgetrocknet werden muss und sich negativ auf das Raumklima auswirken und den Einzug verzögern kann. Durch den Wandaufbau und den hohen Holzanteil bringt die Holzfertigbauweise gute Dämmwerte mit, sodass ein förderfähiger Effizienzhaus-Standard vergleichsweise leicht zu erreichen ist.

Beispiele für verfügbare Effizienzhaus-Förderungen
Beispiele für verfügbare Effizienzhaus-Förderungen

Ein Problem der Holzbauweise kann eine unbefriedigende Schallisolation sein. Im Vergleich zu Massivbauten sind Fertighäuser aus Holz hellhöriger und schirmen weniger gut gegen Außenlärm ab. Besonders an lauten Standorten kann dies die Wohnqualität beeinträchtigen. Durch den mehrschichtigen Aufbau der Wände ist eine sorgfältige und fachgerechte Fertigung und Montage besonders wichtig. Kommt es hier zu Fehlern, kann dies den Wärmeschutz und die Dichtheit des Hauses beeinträchtigen, gelangt Feuchtigkeit in die Wandkonstruktion, führt dies zu schwerwiegenden Schäden an der Bausubstanz.

Was kostet ein Fertighaus in Holzbauweise?

Grob geschätzt liegen die Quadratmeterpreise für ein Fertighaus aus Holz mit durchschnittlicher Ausstattung zwischen 1.800 und 2.500 EUR für die schlüsselfertige Ausführung. Als schlüsselfertig gilt dabei bei vielen Herstellern der geschlossene (= abschließbare) Rohbau, ob der Innenausbau bereits komplett fertiggestellt ist, ist vom Hersteller abhängig. Bei den meisten Herstellern sind auch Keller oder Bodenplatte nicht im Hauspreis enthalten, die Kosten müssen entsprechend aufaddiert werden.

Entscheiden Sie sich für Sonderelemente oder eine gehobene Ausstattung, kann der Quadratmeterpreis leicht auf 3.000 EUR oder mehr ansteigen. Weitere Faktoren, die den Preis beeinflussen, sind der gewählte Hersteller, aber auch die Region, in der Sie bauen möchten. Dabei herrscht ein Preisgefälle von Nord nach Süd, am teuersten ist das Bauen (ob Fertighaus oder Massivhaus) in Bayern und Baden-Württemberg.

Dass Fertighäuser auch aus massiven Bauteilen errichtet werden können, ist noch gar nicht so bekannt. Infrage kommen Leichtbeton oder Blähton, aber auch die Ziegelverbundbauweise © simon colbing/EyeEm, stock.adobe.com
Dass Fertighäuser auch aus massiven Bauteilen errichtet werden können, ist noch gar nicht so bekannt. Infrage kommen Leichtbeton oder Blähton, aber auch die Ziegelverbundbauweise © simon colbing/EyeEm, stock.adobe.com

Fertighäuser in Massivbauweise

Für die Massivbauweise gibt es zwei Möglichkeiten: Die Wandelemente werden als bewehrte Leichtbetonwände vorgefertigt oder in Ziegelverbundbauweise hergestellt. Dazu wird ein Grundziegel auf Trägernetze oder -gitter aus Stahl aufgebracht, anschließend wird die Wand im Ganzen gebrannt. Wie bei der Variante aus Holz erfolgt der Transport der massiven Elemente zur Baustelle und eine Montage vor Ort.

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Leichtbeton und Ziegelverbund – Massive Wandelemente fürs Fertighaus

Leichtbeton ist Beton, der durch bestimmte Zusatzstoffe nicht nur leichter wird, sondern auch bessere Dämmwerte erzielt. Die Hersteller werben hier oft mit einer ökologischen Bauweise, da zum Beispiel Blähton, das sind aufgeblähte Tonperlen, verwendet werden. Die Wandelemente werden im Werk als Fertigteil inklusive aller Aussparungen, Durchbrüche und statischen Elemente produziert, auf die Baustelle geliefert und dort durch kraftschlüssige Befestigungsmethoden miteinander verbunden. Durch die Zusammensetzung des Wandmaterials herrscht auch im Fertighaus in Massivbauweise ein gutes Raumklima, die Vorfertigung reduziert die im konventionellen Massivbau entstehende Neubaufeuchte deutlich. Massive Wände bieten einen guten Schallschutz, auch die Wärmedämmwerte können sich sehen lassen und erreichen moderne Effizienzstandards, eventuell mit einer zusätzlichen Dämmebene, zum Beispiel als Wärmedämmverbundsystem (WDVS).

Steht die Planung und sind die Wände erst einmal vorproduziert, sind Änderungen am Grundriss oder im Verlauf der Installationen nahezu unmöglich, bzw. ausgesprochen aufwendig. Dies gilt ebenso für die Gestaltung der Fassade.

Was kostet ein Fertighaus in Massivbauweise?

Der Preisvorteil, den die Vorfertigung des massiven Fertighauses liefert und es gegenüber einem Massivhaus Stein auf Stein günstiger macht, werden meist durch die hohen Transportkosten wieder aufgewogen. Daher entspricht der Preis für diesen Haustyp in etwa dem eines Massivhauses, allerdings mit kürzeren Bauzeiten und mehr Planungssicherheit, was wiederum die Nebenkosten – zum Beispiel die Mietkosten für eine Wohnung – reduzieren kann. Langfristig kann auch der höhere Wiederkaufswert sowie die Langlebigkeit der Bauweise zu insgesamt geringeren Kosten führen. Im Einkauf kostet das massive Fertighaus zwischen 1.800 und 2.500 EUR pro Quadratmeter in der schlüsselfertigen Version, abhängig von Hersteller, Ausstattung und Region können die Preise von diesem Durchschnittswert deutlich abweichen.

Holzbau- und Massivbauweise für Fertighäuser im Überblick

Haustyp
Fertighaus
HolzbauweiseMassivbauweise
Eigenschaftenvorgefertigte Wandbauteile in Holzständer-, Holzrahmen- oder HolztafelbauweiseMehrschichtige Wandaufbautenverschiedene Fassadenvariantengutes Raumklimagute Ökobilanz durch nachwachsende Rohstoffevorgefertigte Wandbauteile aus Leichtbeton oder in ZiegelverbundbauweiseEinschichtige Wandaufbautenverschiedene Fassadenvariantengutes Raumklima
Vorteilekurze Bauzeitkeine Neubaufeuchtenachträgliche Grundrissänderungen möglichEffizienzhaus-Standardzahlreiche Gestaltungsmöglichkeitenkurze Bauzeitnur wenig Neubaufeuchtestabile und wartungsarme KonstruktionEffizienzhaus-StandardLange Lebensdauer und Werterhalt
Nachteilegeringere Schallschutzwerteschadensanfällig bei Baufehlerngeringer Wiederverkaufswertkaum Änderungen im Nachhinein möglichhoher Transportaufwandeingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten durch wenige Hersteller
Preis pro m² (mittlere Ausstattung)  1.800 bis 2.500 EUR exklusive Keller/ Bodenplatte

Die bessere Bauweise gibt es nicht. Ob Sie sich für ein Fertighaus als Holzhaus oder Massivhaus entscheiden, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber auch der vorhandenen Möglichkeiten. Auch die eigenen Vorstellungen hinsichtlich des Baustils, der Gestaltung und der Ausstattung spielen eine Rolle und stehen noch vor der Entscheidung für eine bestimmte Bauweise. Für viele Bauherrn ist es außerdem komfortabler und angenehmer, sich für einen Anbieter aus der Region zu entscheiden. Legen Sie ebenso hierauf Ihre Prioritäten, kann dies die Entscheidung beeinflussen.

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