Eine neue Küchenarbeitsplatte selbst montieren

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An die Platte, fertig, los!

Heiße Töpfe, Fettspritzer, scharfe Messer – die Küchenarbeitsplatte muss so einiges aushalten. Ist Ihre Arbeitsplatte in der Küche mittlerweile unansehnlich, lässt sie sich mit etwas handwerklichem Geschick einfach austauschen.

Die Auswahl an Farbe, Muster und Material für Arbeitsplatten ist riesig © Michal Ludwiczak, stock.adobe.com
Die Auswahl an Farbe, Muster und Material für Arbeitsplatten ist riesig © Michal Ludwiczak, stock.adobe.com

Robust, hitzebeständig und resistent gegen Wasser soll sie sein; praktisch, pflegeleicht, aber auch schön – denn sie bestimmt den ästhetischen Look Ihrer Küche maßgeblich mit: die Arbeitsplatte. Daher gilt vor einem Austausch die erste Überlegung dem Material: Hier ist die Auswahl an Farben, Mustern und Materialien riesig, sodass sich der Besuch von mehreren Baumärkten oder Fachhändlern lohnt.

Aus beschichtetem Holzwerkstoff

Holzwerkstoffplatten zählen zu den beliebtesten Arbeitsplatten: Eine Holzwerkstoffplatte bildet das Trägermaterial, durch eine Beschichtung mit speziellen Dekorpapieren hat man die Wahl zwischen unzähligen Dekoren wie Holz-, Beton- oder Steinoptik. Außerdem gibt es die Holzwerkstoffplatten in nahezu allen Farben, teilweise sogar mit besonderer Haptik. Spezielle Oberflächenprägungen wie das trendige „sägerau“ können sehr gut nachgebildet werden. Die Arbeitsplatte ist im Vergleich zu Naturstein viel leichter und dennoch stabil.

Arbeitsflächen müssen viel aushalten. Aus diesem Grund sollten sie schlag- und kratzfest, wasserresistent und leicht zu reinigen sein © Drobot Dean, stock.adobe.com
Arbeitsflächen müssen viel aushalten. Aus diesem Grund sollten sie schlag- und kratzfest, wasserresistent und leicht zu reinigen sein © Drobot Dean, stock.adobe.com
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Wohlfühl-Look mit Holz

Mit Holz – egal ob Eiche, Buche oder Nussbaum – zieht Gemütlichkeit in Ihre Küche ein. Das Naturmaterial trotzt Keimen und Bakterien. Neben der warmen Anmutung überzeugen Holzarbeitsplatten mit besonderer Haptik und Maserung. Wichtig zu wissen: Bei Vollholz handelt es sich um echtes, reines Holz, das aber nicht in einem Stück aus dem Stamm geschnitten wurde. Mehrere Stücke gleicher Größe werden hier miteinander verbunden. Oft werden diese Platten auch als Massivholz bezeichnet. Das ist allerdings nicht ganz richtig: bei Massivholz handelt es sich um Holz, das an einem Stück aus einem Stamm gesägt und weiterverarbeitet wird. Das ist aufwendig und deswegen vergleichsweise teuer. Echtholz hingegen klingt zunächst zwar vielversprechend, allerdings ist beim Echtholz meist nur ein dünnes Holzfurnier auf einen Holzwerkstoff wie Spanplatten oder Sperrholz aufgeklebt.

Behandelt man Holzoberflächen mit einem natürlichen Holzöl, kommen Schönheit und Struktur des Holzes zur Geltung. Möchten Sie die Platte selbst austauschen, kommen eigentlich nur Schichtstoff- oder Holzplatten infrage, da sie sich gut bearbeiten lassen. Außerdem gibt es noch Arbeitsplatten aus Naturstein (z. B. Granit oder Schiefer), Mineralwerkstoff (z. B. Corian oder Staron), Keramik (z. B. Dekton), Quarzkomposit (z. B. Silestone) oder Glas. Diese Materialien sollten Sie von einem Profi einbauen lassen. Hierfür benötigt man spezielle Werkzeuge und einiges an Sachverstand, damit ein perfektes Ergebnis entsteht.

Tipps & Tricks: Gestaltungsideen
Vielleicht passt ja eine Theke oder Bar aus demselben Material in Ihre Küche? Oder ein Tisch passend zur Arbeitsplatte? Oder wie wäre eine Küchenrückwand in Arbeitsplattenoptik? Lassen Sie Ihre Fantasie spielen und entdecken Sie, dass Sie durch das Aufgreifen des Arbeitsplattendesigns Ihre Küche ganz neu gestalten können.

Zuerst messen: Die Größe der Arbeitsfläche lässt sich nur dann exakt vermessen, wenn die Küchenschränke genau ausgerichtet sind © zephyr_p, stock.adobe.com
Zuerst messen: Die Größe der Arbeitsfläche lässt sich nur dann exakt vermessen, wenn die Küchenschränke genau ausgerichtet sind © zephyr_p, stock.adobe.com

Vorbereitung: Maße bestimmen

Zuerst messen Sie die noch angebrachte Arbeitsplatte der Küchenzeile und – falls vorhanden – Kücheninsel genau aus. Die Größe der Arbeitsfläche lässt sich nur dann exakt vermessen, wenn die Küchenschränke genau ausgerichtet sind. Kleinste Maßverschiebungen könnten Spannungen zwischen Küche und Arbeitsplatte zur Folge haben. Vermerken Sie Längen-, Breiten- und Tiefenmaße der Küchenschränke auf einer Skizze. Für das endgültige Maß der neuen Platte einen etwa zwei Zentimeter breiten Überstand einkalkulieren.

Als Nächstes bauen Sie die alte Arbeitsplatte aus: Wenn ein Kochfeld eingebaut ist, wird dieses abmontiert (Wichtig: Vorab Sicherung Küche ausschalten!). Auch die Spüle wird ausgebaut: Siphon abnehmen, Eckventil zudrehen und den Wasseranschluss abdrehen. Die alte Platte von der Wand lösen und abbauen.

Bei der Montage einer Küche ist es sinnvoll, strukturiert vorzugehen © New Africa, stock.adobe.com
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Die neue Arbeitsplatte zuschneiden

In den meisten Baumärkten können Sie eine neue Platte auf die richtige Größe zuschneiden lassen. Oft bietet der Zuschnittservice dort auch die Option, die Öffnungen für Spüle und Herd mit aussägen zu lassen. Das setzt jedoch voraus, dass äußerst sorgfältig ausgemessen wurde.

Passt die Platte? Schiefe Wände oder Mauervorsprünge lassen sich mit Stichsäge, Elektrohobel oder Bandschleifer ausgleichen. Sind die Wände schief? Mithilfe eines Holzklötzchens lässt sich der Wandverlauf exakt auf der Platte markieren. Dafür Platte auf Unterschränke auflegen, Holzklötzchen an Wand entlang schieben, Verlauf mit Bleistift markieren, Platte entlang der Linie absägen. Fertig.

Wenn eine neue Arbeitsplatte eingebaut wird, lohnt es sich auch in eine neue Spüle zu investieren – der Ausschnitt muss ohnehin neu geschnitten werden © Putra, stock.adobe.com
Wenn eine neue Arbeitsplatte eingebaut wird, lohnt es sich auch in eine neue Spüle zu investieren – der Ausschnitt muss ohnehin neu geschnitten werden © Putra, stock.adobe.com

Aussparung für die Spüle sägen

Um die Ausschnitte für Spüle und Kochfeld zu markieren, legt man beides umgedreht auf die Arbeitsplatte, zeichnet die Konturen auf und versetzt die Linie etwa einen Zentimeter nach innen. Wenn die Platte ersetzt wird, ist die Gelegenheit günstig, auch die Spüle zu erneuern – der Ausschnitt muss ohnehin neu geschnitten werden.

Die Spülenumrisse rundum mit Kreppbandabkleben. So vermeiden Sie Kratzer durch die vibrierende Stichsägenauflage. Außerdem wird so ein Ausfransen auf der Oberseite verhindert. Ganz vermeiden lässt sich das Ausfransen bei Stichsägen fast nie; durch den Rand des Spülbeckens oder Kochfelds werden leichte Absplitterungen jedoch verdeckt. Zunächst in den Ecken Löcher in die Arbeitsplatte bohren. Die Stichsäge in die vorgebohrten Löcher führen und entlang der Ausschnittlinie von Loch zu Loch schneiden. Wenn die Spüle passt, das Kreppband entfernen. Die Kreppband-Methode lässt sich ebenso bei dem Ausschnitt des Kochfeldes anwenden. Manchmal liegen Spüle und Herd auch Schablonen bei, die das Anzeichnen erleichtern. Alternativ kann auch die ausgebaute alte Arbeitsplatte als Schablone benutzt werden.

Sind Spüle und Herd neu, liegen wahrscheinlich Schablonen dabei, die das Anzeichnen erleichtern © Joshua Rainey, stock.adobe.com
Sind Spüle und Herd neu, liegen wahrscheinlich Schablonen dabei, die das Anzeichnen erleichtern © Joshua Rainey, stock.adobe.com

Wichtig: Die Schnittkanten müssen gegen Feuchtigkeit versiegelt werden. Dazu trägt man hitzebeständiges Silikon auf die Kanten auf und verteilt es mit einem Spachtel. Das Ganze gemäß Herstellerangaben trocknen lassen. Ebenfalls vor der Montage sollte man unbehandelte Holzplatten ölen: Das Ölen der Arbeitsplatte bewahrt die ursprüngliche Optik des Holzes und bietet der geölten Oberfläche einen Schutz vor Flüssigkeiten und Schmutz.

Zum Schutz vor Feuchtigkeit die inneren Schnittkanten mit hitzebeständigem Silikon versiegeln. Silikon auftragen und anschließend mit einem Spachtel verteilen © Sergey Yarochkin, stock.adobe.com
Zum Schutz vor Feuchtigkeit die inneren Schnittkanten mit hitzebeständigem Silikon versiegeln. Silikon auftragen und anschließend mit einem Spachtel verteilen © Sergey Yarochkin, stock.adobe.com

Tipps & Tricks: Ölen der Arbeitsplatte
Hierfür eignen sich oxidativ trocknenden Ölen wie Hartöl, Leinöl, Tungöl, Walnuss-Öl oder Calendula-Öl. Leinöl trocknet schnell und dringt gut in das Holz ein. Bei Hartöl handelt es sich um ein speziell hergestelltes Leinöl, das für eine besonders harte und glänzende Oberfläche sorgt. Das Öl lässt sich mit einem Pinsel, einem einfachen Schwamm, ein Lappen oder Tuch auftragen. Nicht trocknende Öle wie Olivenöl oder Soja-Öl eignen sich nicht, da diese keine Beständigkeit haben.

Kochfeld und Spüle aussägen: Dafür an jeder Ecke innerhalb der Markierung mit der Bohrmaschine jeweils ein Loch bohren, Stichsäge einführen und entlang der Markierung den Ausschnitt für die Spüle und das Kochfeld aussägen © Sergey Yarochkin, stock.adobe.com
Kochfeld und Spüle aussägen: Dafür an jeder Ecke innerhalb der Markierung mit der Bohrmaschine jeweils ein Loch bohren, Stichsäge einführen und entlang der Markierung den Ausschnitt für die Spüle und das Kochfeld aussägen © Sergey Yarochkin, stock.adobe.com

Das Kochfeld aussägen

Dafür die Breite des Kochfeldes messen und mithilfe eines Winkels auf die Arbeitsplatte übertragen. Das Kochfeld dann umgekehrt auf die Arbeitsplatte legen und den Umriss anzeichnen. Wie beim Kochfeld müssen die Maße der Spüle auch hier verkleinert werden. Dafür etwa 1 cm abziehen. Anschließend an jeweils einer Ecke eines Ausschnittes mit der Bohrmaschine ein Loch zu bohren. Damit Sie das Sägeblatt einführen und die Säge an den Ecken wenden können. DasLoch nicht direkt auf der Schnittlinie bohren, sondern innerhalb des Ausschnittes, dann mit der Säge zur Schnittlinie hinarbeiten. Auf diese Weise ist auch die Richtung des Bohrens egal (also ob von oben oder von unten), da eventuelle Ausfransungen ohnehin in dem Stück entstehen, das später als Abfall anfällt.

Tipps & Tricks

  • Den Schlitten der Stichsäge mit Kreppband abkleben. Das schützt die Oberfläche der Arbeitsplatte beim Sägen.
  • Alternativ kann man, wie oben beschrieben, auch an der Schnittkante Kreppband auf die Plattenoberfläche kleben und diese dadurch schützen. Die Schnittlinie muss dann auf das Kreppband aufgezeichnet werden.
  • Bei Massivholzplatten die Schnittkante vorher mit einem Cuttermesser anritzen, das gibt eine saubere Schnittkante.

TIPP

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Montage der neuen Arbeitsplatte

Nachdem die Unterschränke genau ausgerichtet und mit Schrauben miteinander verbunden sind, kann die Platte aufgelegt und von unten mit den Schränken verschraubt bzw. befestigt werden. Damit nichts verrutscht, während der Montage die Platte mit Schraubzwingen fixieren. Verschraubt werden Korpus und Platte mit Winkeln aus Metall oder besser noch mit speziellen, zweiteiligen Korpus-Verbindern an den Unterschränken. Spüle und Kochfeld in den Aussparungen montieren. Armaturen und Spülmaschine wieder anschließen. Das Kochfeld muss von einem Elektriker angeschlossen werden.

Tipps & Tricks: Höhe der Arbeitsfläche
Eine Arbeitsplattenhöhe gilt als komfortabel, wenn ihr Abstand zum Ellenbogen etwa 10 bis 15 cm beträgt. Ob die Arbeitsplattenhöhe zu niedrig oder zu hoch ist, merkt man außerdem, wenn man sich beim Vorbereiten, Kochen oder Spülen nach vorn neigen oder die Arme anheben muss. Als Maßstab nimmt man die Höhe des angewinkelten Ellenbogens. Die wichtigsten Maße auf einen Blick:

  • Die optimale Höhe für die Arbeitsfläche in der Küche beträgt 10 bis 15 cm zum abgewinkelten Arm des Hauptnutzers.
  • Das Kochfeld kann sich 10 bis 15 cm tiefer als die Arbeitsfläche befinden.
  • Die Spüle kann 10 bis 15 cm höher als die Arbeitsfläche eingeplant werden.
Mit einem Plattenverbinder, per Gehrungsschnitt oder einem Konturfrässchnitt lassen sich die Platten über Eck verbinden © sweetlaniko, stock.adobe.com
Mit einem Plattenverbinder, per Gehrungsschnitt oder einem Konturfrässchnitt lassen sich die Platten über Eck verbinden © sweetlaniko, stock.adobe.com

Zwei Arbeitsplatten verbinden

Haben Sie eine L-förmige oder u-förmige Küche, müssen zwei Arbeitsplatten über Eck eingebaut werden. Damit an den Verbindungsstellen kein Spalt entsteht, gibt es drei Möglichkeiten, die Platten zu verbinden:

  • Mit einem Plattenverbinder legt man die Platten auf Stoß aneinander und verbindet diese mit einer Schiene.
  • Beim Gehrungsschnitt, mit einer Tischkreissäge oder einer Handkreissäge werden die Platten mit einem 45° Winkel verbunden.
  • Die dritte Option ist der Konturfrässchnitt, bei dem ein diagonaler Schnitt von ein paar Zentimetern auf einer Platte und das Gegenstück auf der anderen Platte erfolgt. Wer kein passendes Spezialwerkzeug hat, überlässt diese Arbeiten besser dem Baumarkt oder Schreiner. Nachdem beide Platten verbunden sind, die Verbindungsstelle versiegeln.

Kanten schützen, Leisten anbringen

Die seitlichen Schnittkanten versiegelt man mit Kantenumleimern, die es passend zu den Arbeitsplatten gibt. Den Kantenumleimer dafür auf die Fläche drücken und mit einem heißen Bügeleisen ankleben. Danach mit einem Holzblock fest andrücken und Überstände sorgfältig mit einem Stecheisen abtrennen.

Im letzten Schritt werden die Übergänge zwischen Platte und Wand verfugt oder mit Abschlussleisten verkleidet. Die Leisten lassen sich mit einem Inneneckverbinder über Eck montieren. Dafür die entsprechende Länge messen und die Leiste mithilfe einer Gehrungslade und einer Metallsäge kürzen. Da beim Kochen immer mal etwas auslaufen oder überkochen kann, müssen die Leisten exakt sitzen.

Die optimale Arbeitshöhe in der Küche ist je nach Körpergröße für jeden unterschiedlich © Prostock-studio, stock.adobe.com
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