Ein Haus zu bauen ist teuer, die finanzielle Belastung ist über Jahre hinweg hoch. Deshalb ist es sinnvoll, jede Möglichkeit zu nutzen, diese zu reduzieren. Grundsätzlich zählen die Baukosten zu den Privatausgaben, die keine steuerliche Berücksichtigung finden. Wann Baumaßnahmen doch steuerlich abgesetzt werden können, erfahren Sie in diesem Artikel.
Außergewöhnliche Belastungen
Einige Handwerkerleistungen beim privaten Hausbau werden vom Finanzamt als außergewöhnliche Belastung akzeptiert. Dies gilt zum Beispiel für die Kosten beim barrierefreien Bauen sowie für die Entsorgung von asbesthaltigen Materialien oder die Beseitigung von Brand- oder Sturmschäden. Ob im konkreten Fall eine Berücksichtigung möglich ist, sollte vorab mit dem Finanzamt geklärt werden.
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Eine wichtige Regel bei dieser Position: Außergewöhnliche Belastungen müssen in dem Jahr in die Steuererklärung, in dem die Leistungen ausgeführt wurden. Aus diesem Grund darf eine Gesamtmaßnahme auch nicht auf mehrere Jahre aufgeteilt werden. Den Grenzwert für die absetzbare Summe legt das Finanzamt fest, berücksichtigt werden dabei Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder.
Lohnkosten vom Handwerker absetzen – erst nach dem Einzug möglich
Pro Jahr können 1.200 EUR an Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Beim Hausbau ist der entscheidende Posten die Handwerkerrechnungen. Sollen diese steuerlich berücksichtigt werden, gelten verschiedene Regeln:
- Handwerkerkosten sind nur von der Steuer absetzbar, wenn Sie bereits in Ihrem neuen Haus wohnen.
- Berücksichtigt werden dürfen Arbeitslohn, Fahrt- und Maschinenkosten, Material- und andere Kosten sind von dieser Regelung ausgeschlossen.
- Es muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen, in der die absetzbaren Positionen klar erkennbar sind. Die Bezahlung darf nicht in bar getätigt werden, sondern per Überweisung.
Für die Anrechnung als Werbungskosten gilt ein Satz von 20 %. Das heißt, von den angefallenen Lohnkosten dürfen 20 % bis maximal 1.200 EUR im Jahr von der Steuer abgesetzt werden. Die ideale Ausschöpfung wird erreicht, wenn die entsprechenden Rechnungen auf zwei Kalenderjahre aufgeteilt werden können. So kann ein Teil der Handwerkerrechnung zum Ende des einen und der andere Teil zum Anfang des folgenden Kalenderjahres gestellt werden.
Haushaltsnahe Dienstleistungen – Umzug, Gärtner, Schornsteinfeger
Durch die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen können ebenfalls Steuern gespart und die Kosten beim Hausbau gesenkt werden. In diese Kategorie fallen zum Beispiel der Umzug, Reinigungskräfte, Gärtner, Schornsteinfeger oder auch der Winterdienst. Die maximalen Einsparungen liegen bei 20 % der Kosten bis 4.000 EUR pro Kalenderjahr. Auch hier kann durch die richtige Planung das Optimum herausgeholt werden. Hilfreich ist in diesem Fall die Regelung, dass das Zahlungsdatum für die Steuererklärung maßgeblich ist. So macht es Sinn, Leistungen aus dem aktuellen Jahr erst im folgenden Jahr zu bezahlen – natürlich nach Absprache mit dem Handwerksunternehmen oder Dienstleister.
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Tipp: Haushaltsnahe Dienstleistungen können auch von Haushaltsmitgliedern durchgeführt werden. Das unterscheidet diesen Posten von den Möglichkeiten, die die Werbungskosten bieten.
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Eigenleistungen und Steuer
Die sogenannte Muskelhypothek ist beim privaten, selbstgenutzten Hausbau von einer steuerlichen Berücksichtigung ausgeschlossen. Wird das Haus allerdings ganz oder teilweise vermietet, können Eigenleistungen als Werbungskosten versteuert werden. Dies gilt allerdings nur für Material-, Fahrt- oder Entsorgungskosten, nicht für die Arbeitsleistung an sich.
Steuern sparen bei Sanierung
Wird im Eigenheim eine Sanierung fällig, gibt es auch hier Steuersparmöglichkeiten. Wer bereits mindestens 10 Jahre dort wohnt, kann über drei Jahre 20 % der Sanierungskosten in der Steuererklärung gelten machen. Obergrenze für die Förderung sind 200.000 EUR. So ergibt sich ein Steuervorteil für maximal 40.000 EUR, die aus dem zu versteuernden Einkommen herausgerechnet werden.
Tipp: Alternativ zur Steuereinsparung kann eine Förderung bei der KfW beantragt werden. In diesem Fall entfällt die Möglichkeit, den Steuervorteil zu nutzen.
Steuern sparen beim Grundstückskauf
Eine etwas anders gelagerte Einsparmöglichkeit, kann sich eventuell beim Grundstückskauf ergeben. Grundsätzlich wird für den Kauf eines Grundstückes Grunderwerbssteuer fällig, die Prozentsätze liegen je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 %. Für Grundstücke, die maximal 2.500 EUR kosten oder für geschenkte Grundstücke entfällt diese Steuer ans Finanzamt. Ebenfalls muss keine Grunderwerbssteuer gezahlt werden, wenn der Verkauf innerhalb des ersten Verwandtschaftsgrades erfolgt (Eltern/ Kind).
Tipp: Die Maklerkosten sind ebenfalls absetzbar, und zwar als Werbungskosten.
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