Wohnriester – Sparen und Darlehen tilgen kombinieren

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Wohnriester bietet als staatliche Förderung die Möglichkeit, regelmäßiges Sparen und ein Darlehen tilgen miteinander zu kombinieren

Die Baufinanzierung ist für die meisten Kreditnehmer mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Daher ist jeder zusätzliche Euro willkommen, der zum Beispiel in die Tilgung des Immobiliendarlehens fließen kann. Eine Möglichkeit dazu bietet das sogenannte Wohnriester, welches eine spezielle Form der bekannten Riester-Rente darstellt.

Wohnriester auf unterschiedliche Arten verwenden © Stockwerk-Fotodesign, stock.adobe.com
Wohnriester auf unterschiedliche Arten verwenden © Stockwerk-Fotodesign, stock.adobe.com

Riester-Rente als staatliche Förderung

Die Riester-Rente existiert in Deutschland mittlerweile bereits seit mehr als 20 Jahren. Die staatliche Förderung wurde geschaffen, um deutlich mehr Bürgern einen Anreiz zu geben, privat für ihre spätere Rente vorzusorgen. Dazu muss lediglich ein Riestervertrag abgeschlossen werden, in den Sie monatliche Einzahlungen vornehmen. Als Belohnung erhalten Sie auf jeden Fall eine Grundzulage. Sind zusätzlich minderjährige Kinder im Haus, kommt noch eine Kinderzulage hinzu. Eine beispielsweise vierköpfige Familie würde auf diese Weise im Idealfall Jahr für Jahr 950 Euro erhalten.

Es gibt einige förderfähige Sparformen, bei der die Riester-Zulagen in den Vertrag fließen können. Dabei handelt es sich insbesondere um die folgenden Varianten:

  • Banksparplan
  • Bausparvertrag
  • Private Rentenversicherung (klassisch und fondsgebunden)
  • Fondssparplan
  • ETF-Sparplan

Nicht riesterfähig sind allerdings Kapitallebensversicherungen und Aktiensparpläne, genauso wie Edelmetallsperrpläne. Eine besondere Form der Riester-Förderung bzw. der Möglichkeit, die Zulagen zu verwenden, ist das sogenannte Wohnriester.

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Worum handelt es sich beim Wohnriester?

Wohnriester ist im Prinzip nur eine spezielle Bezeichnung dafür, wie die Riester-Förderung verwenden werden kann. Allerdings gibt es mehrere Varianten, wie zum Beispiel einen Riester-Bausparvertrag oder ein spezielles Riester-Darlehen. Alle Wohnriester-Varianten haben jedoch gemeinsam, dass Sie einerseits sparen oder / und zum anderen die Zulagen in die Tilgung eines Darlehens fließen lassen können. Allerdings können Sie Wohnriester nur unter der Voraussetzung nutzen, dass Sie zum einen grundsätzlich förderberechtigt sind und zum anderen eine eigene Immobilie haben.

Welche Optionen bietet Wohnriester?

Beim Wohnriester haben Sie mehrere Möglichkeiten, wie Sie die entsprechenden Mittel verwenden können. Unterschieden werden insbesondere die folgenden Varianten:

  • Riester-Bausparvertrag
  • Riester-Darlehen
  • Riestervertrag auflösen und zur Tilgung eines Immobilienkredites nutzen

Ein Riester-Bausparvertrag bietet sich vor allem an, wenn Sie noch keine eigene Immobilie besitzen, sondern erst einmal Kapital ansammeln möchten. In dem Fall treten Sie zunächst in die Sparphase ein und können die Riester-Zulagen selbstverständlich in den Riester-Bausparvertrag einfließen lassen. Ist der Vertrag dann zuteilungsreif, erhalten Sie ein zinsgünstiges Bauspardarlehen und können das angesparte Bausparguthaben in die Tilgung des Immobilienkredites fließen lassen.

Bei einem Riester-Darlehen gibt es diesen „Umweg“ nicht. In dem Fall nehmen Sie den Riester-Kredit auf und lassen einfach die jährlichen Zulagen (Grund- und eventuell Kinderzulage) in Form einer zusätzlichen Tilgung in das Immobiliendarlehen einfließen. In dem Fall muss vorher auch kein Geld angespart werden, sondern stattdessen fließen ausschließlich die Zulagen als Tilgung in das Riester-Darlehen ein.

Eine weniger bekannte Möglichkeit, wie Sie Wohnriester nutzen können, ist das Auflösen eines bereits angesparten und „gewöhnlichen“ Riestervertrages. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Riesterfonds-Sparplan handeln. Durch die Auflösung wird das Guthaben frei und Sie können dieses prämienunschädlich verwenden, indem Sie es in die Tilgung eines Immobiliendarlehens fließen lassen. Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Auflösung müssen Sie dann auch nicht die bereits erhaltenen Zulagen zurückzahlen.

Hinweis: Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie Wohnriester nutzen können. Beliebt ist insbesondere die Option, ein Riester-Darlehen abzuschließen und die jährlichen Zulagen als Tilgung in den Riester-Kredit einfließen zu lassen.

Für wen ist Wohnriester sinnvoll?

Wohnriester ist natürlich nicht für alle Immobilienkäufer oder Bauherren sinnvoll, sondern es müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst einmal sollten Sie förderberechtigt sein, denn ansonsten können Sie den entsprechenden Riestervertrag ohnehin nicht nutzen. Darüber hinaus ist es lohnenswert, über Wohnriester nachzudenken, falls die folgenden Punkte zutreffen:

  • Sie möchten eine selbst genutzte Immobilie kaufen oder bauen
  • Neben einem angesparten Riestervertrag haben Sie sonst kaum oder gar kein Eigenkapital
  • Sie haben geplant, sehr lange in der Immobilie zu wohnen
  • Sie planen, die Riester-Zulagen für die Tilgung Ihres Immobiliendarlehens zu nutzen

Unter diesen Voraussetzungen ist es in den meisten Fällen sehr sinnvoll, dass Sie sich nicht für einen gewöhnlichen Riestervertrag entscheiden bzw. einen anderen Riestervertrag nutzen, um in Form des Wohnriesters Kapital in die Tilgung eines Immobilienkredites fließen zu lassen.

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Bei Wohnriester gibt es Anforderungen an Ihr Haus © js-photo, stock.adobe.com
Bei Wohnriester gibt es Anforderungen an Ihr Haus © js-photo, stock.adobe.com

Welche Voraussetzungen muss die Immobilie erfüllen?

Neben den persönlichen Voraussetzungen, die Sie für die Nutzung von Wohnriester erfüllen müssen, werden an die zu finanzierende Immobilien ebenfalls einige Bedingungen gestellt. So muss das Objekt vor allem die folgenden Voraussetzungen erfüllen, damit Sie Ihre Riester-Zulagen in Form des Wohnriesters nutzen und die Tilgung einfließen lassen können:

  • Sie sind Eigentümer der Immobilie, mindestens als Miteigentümer oder Alleineigentümer
  • Sie müssen selbst in der Immobilie wohnen und dort Ihren Hauptwohnsitz haben
  • Die Immobilie darf ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken in Anspruch genommen werden
  • Das Haus bzw. die Eigentumswohnung muss sich zwingend in einem Staat befinden, der entweder zur EU oder zum EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) gehört

Gefördert durch das Wohnriester werden übrigens nicht nur der Kauf oder der Bau von Immobilien bzw. die anschließende Tilgung des Immobiliendarlehens, sondern für einige weitere Vorhaben können Sie ebenfalls Wohnriester erhalten. Dazu zählen beispielsweise der Kauf von Pflichtanteilen einer Berufsgenossenschaft, der Erwerb eines besonderen Dauerwohnrechts oder auch der Umbau einer Immobilie im Bereich der Reduzierung von Barrieren.

Tipp: Wenn Sie Immobilieneigentum haben oder in naher Zukunft Immobilieneigentum erwerben möchten, ist Wohnriester sicherlich eine gute Alternative zu einem gewöhnlichen Riestervertrag. Sie erhalten zwar beim Wohnriester nicht mehr Zulagen oder eine anderweitige staatliche Förderung als bei gewöhnlichen Riesterverträgen, können die Grund- und eventuelle Kinderzulage allerdings zur Tilgung eines Kredites verwenden.

Beantragen Sie einen Immobilienkredit am besten zu zweit © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
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