Was tun bei Liquiditätsproblemen und Zahlungsschwierigkeiten?

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Kreditnehmer sollten rechtzeitig mit ihrer Bank sprechen

In den meisten Fällen wird der aufgenommene Immobilienkredit ordnungsgemäß in Form der monatlichen Darlehensraten zurückgezahlt. Bei einer kleineren Gruppe von Kreditnehmern kommt es allerdings während der Laufzeit zu finanziellen Problemen, die sich negativ auf die Liquidität auswirken können. Dann kann es sogar passieren, dass der Darlehensnehmer die vereinbarten Kreditraten nicht zahlen kann. In dem Fall sollten Sie im ersten Schritt möglichst rechtzeitig mit Ihrer Bank Kontakt aufnehmen.

Lassen Sie sich finanzielle Probleme nicht über den Kopf wachsen © Soranat, stock.adobe.com
Lassen Sie sich finanzielle Probleme nicht über den Kopf wachsen © Soranat, stock.adobe.com

Wie kann es zu Liquiditätsproblemen und Zahlungsschwierigkeiten kommen?

Die Gründe sind vielfältig, warum es während der Rückzahlung eines Immobiliendarlehens aufseiten des Kreditnehmers zu Liquiditätsproblemen und Zahlungsschwierigkeiten kommen kann. Meistens sind es persönliche Ereignisse, die sich negativ auf das Einkommen oder das Vermögen des Kunden auswirken. Zu den häufigsten Gründen dafür, dass so große Zahlungsschwierigkeiten entstehen, sodass die Darlehensraten – zumindest vorübergehend – nicht mehr gezahlt werden können, zählen unter anderem:

  • Tod des Ehepartners
  • Scheidung
  • Berufsunfähigkeit
  • Längere Arbeitsunfähigkeit
  • Arbeitslosigkeit
  • Berufswechsel mit geringerem Einkommen
  • Unvorhergesehene und größere finanzielle Ausgaben

An den meisten Ereignissen kann der Kreditnehmer leider nichts ändern, sodass viele Darlehensnehmer mitunter unverschuldet in eine bedrohliche Situation kommen. In dem Fall ist es wichtig, dass Sie möglichst offen und frühzeitig mit der kreditgebenden Bank in Kontakt treten.

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Gespräch mit dem Kreditgeber ist oberstes Gebot

Sobald Sie feststellen, dass Sie Liquiditätsprobleme haben und somit die Zahlung Ihrer Darlehensraten gefährdet sein könnte, sollten Sie offen und ehrlich mit der Bank sprechen. Das bedeutet auch, dass Sie nicht erst warten, bis Sie die ersten Kreditraten nicht mehr zahlen können oder gar das Zahlen der Darlehensraten einfach kommentarlos aussetzen. In vielen Fällen gibt es eine Möglichkeit, wie Sie sich mit der Bank einigen, sodass eventuelle rechtliche Maßnahmen seitens des Kreditgebers nicht notwendig sind.

Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es bei Zahlungsschwierigkeiten?

Gemeinsam mit Ihnen wird die Bank für gewöhnlich Lösungsmöglichkeiten erörtern, falls Sie entweder von Liquiditätsproblemen bedroht sind oder bereits Zahlungsschwierigkeiten aufgetreten sein sollten. Wichtig ist, dass Sie zunächst identifizieren, woran es liegt, dass Sie Ihre Darlehensraten bereits jetzt oder in naher Zukunft nicht mehr zahlen können. Zum einen kann es an der Einnahmensituation liegen, weil Sie zum Beispiel längere Zeit krank waren und daher nur Krankengeld bezogen haben oder nach einem Jobwechsel weniger verdienen.

Meistens ist allerdings die Ausgabenseite das Problem, wenn Sie also zu hohe Aufwendungen haben. Manchmal lässt sich dieses Problem leicht lösen, indem Sie unnötige Aufwendungen reduzieren. Nicht immer gelingt das bzw. es gibt andere Ursachen, denen Sie allerdings unbedingt auf den Grund gehen sollten. Das Erkennen des eigentlichen Problems und Auslösers für die Liquiditätsschwierigkeiten ist grundlegend dafür, dass Sie anschließend mit der Bank nach Lösungen suchen können.

Im Allgemeinen kommen – je nach Situation und Grund für die Zahlungsprobleme – die folgenden Lösungen bezüglich der ausstehenden Kreditraten fürs Immobiliendarlehen infrage:

  • Tilgung vorübergehend aussetzen
  • Darlehensraten vorübergehend aussetzen
  • Tilgungsanteil reduzieren
  • Teilerlass der Schulden

Mit diesen vier möglichen Optionen möchten wir uns in den folgenden Abschnitten noch etwas näher beschäftigen.

Aussetzen der Tilgung als Option © Eigens, stock.adobe.com
Aussetzen der Tilgung als Option © Eigens, stock.adobe.com

Aussetzen der Tilgung: Manchmal eine bereits ausreichende Maßnahme

In vielen Fällen ist der Kreditnehmer nicht grundsätzlich, sondern nur vorübergehend von Liquiditätsproblemen betroffen. In diesem Fall reicht es häufig bereits aus, wenn die Tilgung für einen gewissen Zeitraum ausgesetzt wird. Viele Banken sind bereit dazu, dies zumindest für einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten zu tun. Auf diese Weise lässt sich die monatliche Rate und somit die Belastung senken, sodass der Kreditnehmer anschließend seinen Verpflichtungen vielleicht wieder ordnungsgemäß nachkommen kann.

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Aussetzen der Gesamtrate als weitere Option

Eine noch etwas massivere Maßnahme besteht darin, nicht nur die Tilgung, sondern die gesamte Darlehensrate für einen gewissen Zeitraum auszusetzen. Auch hier ist es Voraussetzung, dass es sich eher um vorübergehende Liquiditätsengpässe handelt und der Kreditnehmer vielleicht in sechs oder spätestens zwölf Monaten wieder seinen Ratenzahlungen nachkommen kann. Sollte es allerdings gravierendere Probleme geben, die vermuten lassen, dass der Darlehensnehmer seine Raten grundsätzlich und auf Dauer nicht mehr zahlen kann, muss eine andere Lösung gesucht werden.

Tilgungsanteil reduzieren und damit Laufzeit verlängern

Eine ebenfalls mögliche Maßnahme kann darin bestehen, den Tilgungsanteil zu senken. Beträgt die aktuelle Tilgung beispielsweise 5 %, könnte man diese auf 2,5 % reduzieren. Dadurch wiederum würde sich die monatliche Darlehensrate verringern und der Kreditnehmer hätte einen größeren finanziellen Spielraum.

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Teilschuld wird von der Bank erlassen

Eine nicht besonders häufige Maßnahme, die aber dazu beitragen kann, dass eine noch schlimmere Situation abgewendet werden kann, ist der Teilschuldenerlass. Manche Kreditinstitute sind bereit dazu, einen Teil der Restschuld zu erlassen. Dies ist vor allem denkbar, wenn die Alternative im Grunde nur noch die Privatinsolvenz des Kreditnehmers wäre.

Dann jedoch müsste die Bank die Immobilie zwangsversteigern lassen. Allerdings würde der Versteigerungserlös vermutlich deutlich geringer als die offene Forderung sein, sodass dem Kreditgeber dort größere Verluste entstehen können, als wenn ein Teil der Schulden erlassen wird. Zudem hat die Bank bei einem Schuldenerlass die Möglichkeit, diese Verluste abzuschreiben.

Hinweis: Es gibt tatsächlich mehrere Optionen, die Sie im Gespräch mit der Bank erörtern können, wenn Sie Zahlungsschwierigkeiten bzw. Liquiditätsprobleme haben. Ein offenes Gespräch mit dem Kreditgeber ist stets die beste Lösung, um einen Ausweg zu finden.

Schuldenberatung als mögliche Option

Sollten Sie als Kreditnehmer mit Ihrer finanziell schlechten Lage nicht allein zurechtkommen und auch ein Gespräch mit der Bank nicht fruchten, bietet es sich an, über die Inanspruchnahme einer Schuldnerberatung nachzudenken. Es gibt diverse Institutionen und Verbände in Deutschland, die eine solche Schuldnerberatung sogar kostenlos anbieten, wie zum Beispiel:

  • Caritas
  • Diakonie
  • Schuldnerberatung von Städten und Gemeinden
Schuldnerberatung kann bei finanziellen Problemen helfen © Janina Dierks, stock.adobe.com
Schuldnerberatung kann bei finanziellen Problemen helfen © Janina Dierks, stock.adobe.com

Im Grunde sind es lediglich private Schuldenberater, die für ihre Dienste ein Honorar veranschlagen. Dies ist allerdings kontraproduktiv, da Sie als Schuldner ohnehin finanzielle Probleme haben und dann nicht auch noch zusätzlich Ausgaben in Form des Honorars gebrauchen können. Die Schuldnerberatung kann allerdings eine sehr gute Lösung sein. In der Regel nimmt der Schuldenberater auch Kontakt mit den Gläubigern auf und versucht, eine Einigung zu erzielen. Dies hat durchaus noch einmal eine größere Wirkung, als wenn Sie diese Gespräche selbst übernehmen.

Tipp: Sollten Sie für Ihren Liquiditätsengpass und Zahlungsschwierigkeiten selbst keine Lösung finden, ist es sinnvoll, eine – möglichst kostenlose – Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Untersuchungen belegen eindeutig, dass die Chance mit der Hilfe eines Schuldnerberaters deutlich höher ist, große Probleme wie eine Privatinsolvenz zu vermeiden.

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