Mediterranen Lavendel im Garten pflanzen

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In Töpfen und Beeten lässt sich der vielseitige Lavendel pflanzen

Lavendel ist für Viele der Inbegriff des Sommers. Er blüht, sobald es richtig schön warm wird und duftet besonders bei Kontakt einfach herrlich aromatisch. Der bei Bienen und Schmetterlingen gleichermaßen beliebte Kleinstrauch ist auch für Gartenanfänger gut geeignet. Um jahrelange Freude an der Pflanze zu haben, gilt es nur ein paar Punkte zu beachten.

Lavendel lässt sich stets toll in die Beetgestaltung integrieren © Christine Bird, stock.adobe.com
Lavendel lässt sich stets toll in die Beetgestaltung integrieren © Christine Bird, stock.adobe.com

Seit Jahrzehnten erfreut sich Lavendel aus der Mittelmeerregion in Gärten, auf Balkonen und der Terrasse größter Beliebtheit. Zwar gibt es mehrere Sorten Lavendel und zahlreiche Züchtungen daraus, doch die überwiegende Mehrheit der Pflanzen ist der Echte Lavendel, botanisch Lavandula angustifolia.

Ein Duftkraut mit Geschichte

Der Begriff „Lavandula“ stammt aus dem Lateinischen und ist vermutlich auf das Wort „lavare“ für waschen zurückzuführen. Man nimmt an, dass die Römer die duftenden Lavendelblüten zum Waschen ihrer Kleidung nutzten, genauso, wie zu einem duftenden und beruhigenden Bad. Noch frühere Funde belegen, dass die Ägypter vor über 2.500 Jahren Parfüm aus Lavendel herstellten und ihn bei der Mumifizierung einsetzten.

Bereits die Römer verwendeten Lavendel für die Körperpflege © adobedesigner, stock.adobe.com
Bereits die Römer verwendeten Lavendel für die Körperpflege © adobedesigner, stock.adobe.com

Benediktiner-Mönche sollen die beliebte Gewürz- und Heilpflanze mit desinfizierender Wirkung im Mittelalter in die Länder nördlich der Alpen gebracht haben. Daraufhin folgte der Siegeszug in der englischen Gartenkultur.

Aus der Wildform des Echten Lavendels entstanden zahlreiche Züchtungen, von denen der etwa 50 cm hohe „Hidcote Blue“ mit kräftig lilafarbener Blüte wohl die im Handel am häufigsten erhältliche Variante ist. Interessant sind auch die weißblütigen Züchtungen und „Miss Katherine“, eine recht neue Züchtung mit rosafarbenen Blüten.

Typischer Anblick von Feldern mit Provence Lavendel © ronnybas, stock.adobe.com
Typischer Anblick von Feldern mit Provence Lavendel © ronnybas, stock.adobe.com

Daneben gibt es noch den typischen Provence Lavendel (Lavandula intermedia), der die Felder in der gleichnamigen Region Frankreichs prägt und mit etwa einem Meter deutlich höher und breiter wächst als der übliche Gartenlavendel. Der Provence Lavendel ist eine Hybridzüchtung, die für die Parfümindustrie gezüchtet wurde, sich aber auch im Garten gut macht. Leider ist Lavandula intermedia im Handel nur selten erhältlich. 

Tipp: 2, 3 Exemplare des Provence Lavendel machen sich gut in einem sonnigen, pflegeleichten Vorgarten. Einmal eingewachsen, benötigt er kaum Wasser, deckt aber leicht mehr als einen Quadratmeter Fläche ab. Wichtig allerdings: Sorgen Sie bei schweren Böden für eine gute Drainage, denn Staunässe mag er nicht. Hierzu können Sie großzügig Sand in den Aushub mischen.

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Standort und Boden für Gartenlavendel

Je sonniger der Standort ist, desto besser. Nur am möglichst sonnigen Standort gedeiht er optimal und bildet besonders viel seiner typischen Duftstoffe.

Lavendel kommt mit kargen Böden und Trockenheit gut zurecht © hcast, stock.adobe.com
Lavendel kommt mit kargen Böden und Trockenheit gut zurecht © hcast, stock.adobe.com

An den Boden stellt der Echte Lavendel keine besonderen Ansprüche. Dieser sollte eher durchlässig sein und nicht zu nährstoffreich. Trockenheit verträgt er zudem besser als zu viel Feuchtigkeit. Er wächst besser im Gartenboden, ist aber auch für die Topfkultur bestens geeignet.

Pflege von Lavendel

Eingewachsen, benötigt Lavendel im Beet nicht sonderlich viel und oft Wasser, da er absolut trockenheitsverträglich ist. Im Topf ist mehr Wasser nötig. Sie können ihn bei der täglichen Gießroutine an heißen Tagen aber ruhig auch mal auslassen.

Die wichtigste Pflegemaßnahme: Schneiden © Christine, stock.adobe.com
Die wichtigste Pflegemaßnahme: Schneiden © Christine, stock.adobe.com

Lavendel muss nicht gedüngt werden, im Topf und in sehr rauen Lagen ist vielleicht ein Winterschutz mit Reisig nötig. Wenn Sie getopften Echten Lavendel im Winter etwas geschützt aufstellen, sollte dies auch ausreichen.

Die wichtigste Pflegemaßnahme ist der Schnitt. Und dabei hat man fast die einzige Möglichkeit, mit der Lavendelpflege etwas falsch zu machen. Wie bei einer Thujahecke so darf man auch beim Lavendel nur einjähriges Grün schneiden und nie in die verholzten Triebe. Denn daraus treibt der Lavendel sehr schlecht oder gar nicht mehr aus. Um generell ein Verholzen so lange wie möglich zurückzudrängen, haben sich zwei Schnitttermine etabliert.

Je nach Region und Frostgefahr wird Lavendel Ende März bis Anfang April geschnitten und solange noch kein merklicher Neuaustrieb entsteht. Dann wird als Faustregel etwa ein Drittel zurückgeschnitten und hier vor allem die Blütentriebe des vergangenen Jahres, die vielleicht im Spätsommer als zweite Blüte kamen. Danach bildet er alsbald und bei steigenden Temperaturen neue Triebe und blüht im Juni/Juli.

Nach der Sommerblüte gibt es den 2. Schnitt. Hierbei werden die Blütentriebe entfernt. Haben Sie nur ein, zwei Lavendel, dann entfernen Sie diese mit einer scharfen Schere bis zum nächsten Austrieb. Bei größeren Lavendelmengen nehmen Geübte entweder eine Hand-Heckenschere oder eine elektrische Gras- und Strauchschere. Mit etwas Glück und gutem Spätsommerwetter kommt es zur 2. Blüte. Der neue Wuchs bleibt dann bis März, April stehen und es beginnt von vorn. Nach der 2. Blüte auf einen erneuten Schnitt zu verzichten, erhöht die Winterhärte. Ein weiterer Grund: Vögel wie Spatzen holen sich im Winter gerne die Lavendelsamen.

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Lavendelblüten ernten

Lavendel duftet einfach herrlich und nicht wenige Lavendelbesitzer holen sich gerne einen Strauß davon ins Haus, trocknen ihn, hängen ihn auf, geben ihn in einem Säckchen in den Kleiderschrank zur Mottenabwehr oder machen ein Potpourri daraus.

Lavendel wird in kleinen Bündeln getrocknet und dann zum Beispiel in Säckchen abgefüllt © chamillew, stock.adobe.com
Lavendel wird in kleinen Bündeln getrocknet und dann zum Beispiel in Säckchen abgefüllt © chamillew, stock.adobe.com

Für die Ernte von Lavendelblüten, die man trocknen möchte, wartet man ab, bis sich die Rispen halb geöffnet haben. Dann schneiden Sie etwa 10 cm lange Blütenstängel. Zudem sollte dies an einem sonnigen Tag geschehen, am besten zur Mittagszeit, da dann die Konzentration an ätherischen Ölen am höchsten ist.

Die Blütenstiele werden zu kleinen Bündeln gebunden und kopfüber in einem trockenen Raum aufgehängt. Und dies fernab der Sonne, denn durch Sonnenstrahlen werden sich die ätherischen Öle schnell verflüchtigen.

Für einen frischen Strauß lässt man den Lavendel auch möglichst nicht ganz aufblühen. Dann sollten Sie länger etwas von seiner Blütenpracht haben.

Sollten Sie Lavendelblätter als Gewürz verwenden wollen, dann einfach einzelne Blüten abschneiden.

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Empfindliche Besonderheit: Schopflavendel

Eine weitere Besonderheit, neben dem Provence Lavendel, ist der Schopflavendel, auch Schmetterlingslavendel genannt, botanisch „Lavandula stoechas“. Dieser Lavendel ist zwar mit dem üblichen Gartenlavendel verwandt und genauso mehrjährig, doch er verträgt keinen Frost. Dies ist mit seiner Herkunft zu erklären, die von Madeira über die Kanarischen Inseln, die ganze Mittelmeerregion bis nach Nordafrika reicht. Schopflavendel wird daher in Mitteleuropa meist einjährig kultiviert.

Schopflavendel ist ein insektenfreundlicher Dauerblüher © Katarzyna, stock.adobe.com
Schopflavendel ist ein insektenfreundlicher Dauerblüher © Katarzyna, stock.adobe.com

Wie bleibt der Strauch dennoch mehrjährig? Wer lange Freude an seinem Schopflavendel haben möchte, muss ihn vor den ersten Frösten an einen 5 – 10 Grad ins Haus holen und an einen kühlen Ort stellen. Das kann ein Gewächshaus mit Frostschutz, ein Wintergarten oder ein kühler, heller Raum sein, der nicht beheizt wird. Im Frühjahr kann er dann wieder nach den letzten Frösten ins Freie. Am sichersten sind Sie da nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Info: Viele Gartencenter bieten Schopflavendel bereits ab März oder April an. Sollten Sie die Pflanzen so früh kaufen, dann müssen Sie immer damit rechnen, ihn vor Frost zu schützen. Platzieren Sie die gekaufte Pflanze bis Mitte Mai (Eisheilige) möglichst hell und frostfrei irgendwo im Haus, Wintergarten oder Gewächshaus. Kälte- und Frostschäden sind sonst sehr gut möglich.

Gewusst? Die deutschen Namen Schopf- und Schmetterlingslavendel basieren auf den abstehenden Blütenblättern, die wie ein Schopf nach oben stehen und an einen Schmetterling erinnern.

Schopflavendel pflanzen Sie am besten in Töpfen, denn hierin können Sie ihm die idealen Bodenverhältnisse schaffen, denn Schmetterlingslavendel mag durchlässige, sandige und nicht zu nährstoffreiche Erde. Hierzu mischen Sie entweder Pflanzerde mit Sand im Verhältnis 1:1 oder verwenden spezielle Kräutererde.

Wird Verblühtes regelmäßig entfernt, schiebt der Sommerblüher von Juni bis September stetig neue Blüten nach. Außer regelmäßigen Wassergaben bei anhaltender Trockenheit sind keine weiteren Pflegemaßnahmen nötig.

Fazit: Lavendel im Garten oder auf dem Balkon zu haben, ist einfach traumhaft und der wohltuende Duft lädt uns zu einer kleinen Auszeit ein. Das wirklich Wichtige ist der Schnitt, der allerdings kein Hexenwerk ist.

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