Bohnenkraut: Unterschätztes Gewürz und gut gegen Schädlinge

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Bohnenkraut kennen Sie? Richtig. Bereits für Oma war es eine Pflichtzutat, wenn sie Bohnen einkochte oder frisch aus dem Garten zubereitete. Doch nicht nur für Bohnen ist es eine würzige Zutat. Es verfeinert viele Gerichte, macht sie leichter verdaulich, schützt Bohnenpflanzen und sogar Rosen vor Schädlingen und Krankheiten. Nicht zuletzt fliegen Bienen auch noch darauf. So bauen Sie die ein- und mehrjährigen Varianten an.

Bohnenkraut, hier genauer, Bergbohnenkraut schmeckt nicht nur. Es bietet auch Nahrung für Bienen © Amalia Gruber, stock.adobe.com
Bohnenkraut, hier genauer, Bergbohnenkraut schmeckt nicht nur. Es bietet auch Nahrung für Bienen © Amalia Gruber, stock.adobe.com

Wissenswertes zum Bohnenkraut

Das einjährige Sommer-Bohnenkraut

Das gängige Bohnenkraut wird auch Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) oder Garten-Bohnenkraut genannt und findet nicht nur bei Bohnenliebhabern einen Platz direkt bei den Bohnen selbst. Schließlich würzt das einjährige Kraut nicht nur, sondern hält Schädlinge wie den Samenkäfer von den Bohnen fern dank seines kräftigen Duftes. Bohnenkraut ist übrigens nicht nur für Bohnen geeignet. Auch andere Hülsenfrüchte können Sie damit würzen und diese, wie der Beifuß im Gänsebratenfond, damit bekömmlicher machen. Auch Eierspeisen, Pilze oder Fisch, deftige Eintöpfe, Geflügel und generell Fleischgerichte werden insbesondere in der mediterranen und südosteuropäischen Küche damit verfeinert.

Gewusst? Zusammen mit Thymian, Rosmarin, Oregano und Basilikum wird Bohnenkraut zu bekannten „Kräuter der Provence“-Mischung.

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Das mehrjährige Berg-Bohnenkraut

Und dann gibt es noch das mehrjährige Bohnenkraut (Satureja montana), das Winter-Bohnenkraut oder Berg-Bohnenkraut genannt wird. Eine mildere Variante ist das Zitronen-Bergbohnenkraut, das deutliche Zitrusaromen riechen und schmecken lässt, kaum den typisch kräftigen Bohnenkraut-Geschmack aufweist und gut für die Zubereitung eines Tees oder für Marinaden für Fleisch und Gemüse geeignet ist. Beide Varianten des mehrjährigen Gewürzes sind immergrün.

Bergbohnenkraut wurde bereits im antiken Italien als Würzkraut geschätzt. Und als es im Mittelalter den deutschsprachigen Raum eroberte, wurde es gerne als günstiger Pfefferersatz dank seines würzig-pfeffrigen Aromas verwendet.

Gleich, welche Sorte, der immergrüne Halbstrauch wird etwa 40 cm groß und blüht den ganzen Sommer. Aufgrund seiner schönen Blüte wird Berg-Bohnenkraut gerne in Stein- oder Kiesgärten gepflanzt, wo er Wild- und Honigbienen sowie Schmetterlinge anlockt. Auch das mehrjährige Kraut hält bohnenfressende Käfer ab und in Kombination mit Rosen gepflanzt, werden Blattläuse abgeschreckt und Mehltaubefall minimiert. Schließlich hält es an allen Kohlarten die Kohlfliege ab. Einfach eine Reihe dazwischen säen oder ein paar Pflanzen zum Kohl pflanzen.

Tipp: Wer ganzjährig Bohnenkraut ernten möchte, sollte beide Sorten anbauen.

Standort für Bohnenkraut

Beide Varianten schätzen sonnige Standorte, kommen aber auch mit schattigeren Bereichen zurecht. Tipp: Je sonniger Bohnenkraut angepflanzt ist, desto intensiver ist sein Geschmack. In Sachen Boden oder Erde ist das Kraut nicht sonderlich anspruchsvoll. Im Topf reicht normale Pflanzerde aus und sehr sandiges oder hart-lehmiges Erdreich kann mit etwas Pflanzerde oder Kompost angereichert werden.

Eine junge Bergbohnenkraut-Pflanze, bereit, zum Einpflanzen © ExQuisine, stock.adobe.com
Eine junge Bergbohnenkraut-Pflanze, bereit, zum Einpflanzen © ExQuisine, stock.adobe.com

Einjähriges Bohnenkraut aussäen

Da Bohnen bekanntlich erst so richtig in der zweiten Hälfte der Gartensaison geerntet werden, reicht es aus, bei wärmeren Temperaturen ab Anfang Mai das Garten-Bohnenkraut direkt zu säen. Bohnenkraut ist ein Lichtkeimer, den Sie allenfalls hauchdünn mit Pflanzerde oder – noch besser, weil eine gute Markierung – mit etwas Sand abdecken. Dies dürfen nur wenige Millimeter sein. Anschließend fest andrücken und angießen. Sollten Sie die Samen nicht abdecken, dann die Erde vor der Aussaat wässern. So schwimmen die Samen nicht auf.

Auch wenn es nicht nötig ist und sicherlich andere Jungpflanzen wie Tomaten oder Paprika bereits ihre Fensterbank bevölkern: Alternativ kann man einjähriges Bohnenkraut ab April bei 20 bis 25 Grad an einem hellen Ort im Haus vorziehen. Hierzu geeignete Gefäße mit nährstoffarmer Anzuchterde befüllen, angießen und die Samen mit 2, 3 cm Abstand verteilen. Nach dem Keimen und der Ausbildung von mindestens einem echten Blattpaar in kleine Töpfe vereinzeln. Nach den Eisheiligen Mitte Mai ist die Pflanzung möglich. Am besten dort, wo Sie auch Bohnen anbauen möchten.

Die Keimdauer beträgt 7 – 14 Tage. Bis zur Keimung stets feuchthalten.

Der spätere Pflanzabstand sollte mindestens 15 cm zur Nachbarpflanze sein.

Tipp: Lassen Sie Bohnenkraut ruhig auch blühen. Das freut nicht nur Bienen und Schmetterlinge. Denn das einjährige Bohnenkraut sät sich zuverlässig aus, wenn Sie die Samenbildung erlauben.

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Mehrjähriges Bergbohnenkraut aus Samen ziehen

Wenn Sie keine Pflanzen im gut sortierten Pflanzenhandel kaufen möchten: Auch Bergbohnenkraut können Sie aus Samen ziehen. Dies geschieht entweder wie zuvor beschrieben oder Sie machen ab Mitte April eine Voranzucht auf der Fensterbank.

Hierzu lohnt es sich auch hier, Anzuchterde zu verwenden, da diese die Wurzelbildung fördert, was später kräftigere Pflanzen zur Folge hat. Gepflanzt wird das mehrjährige Kraut ebenfalls ab Mitte Mai.

Pflege von Bohnenkraut, Ernte und Lagerung

Dem mehrjährigen Bergbohnenkraut können Sie einmalig im Frühjahr mit einem Kräuterdünger etwas Kraft geben oder es mit einer Handvoll Kompost je Pflanze stärken. Ansonsten gibt es nicht viel zu beachten und Sie müssen etablierte Pflanzen auch nur gelegentlich gießen und Wildwuchs gelegentlich entfernen.

Zur ganzjährigen Verwendung, Bohnenkraut trocknen. Pur oder als Mischung mit anderen Kräutern aufbewahren © HandmadePictures, stock.adobe.com
Zur ganzjährigen Verwendung, Bohnenkraut trocknen. Pur oder als Mischung mit anderen Kräutern aufbewahren © HandmadePictures, stock.adobe.com

Geerntet werden die Spitzen und viel ist dann auch gar nicht nötig, da das Kraut wirklich sehr intensiv würzt. Wahlweise ernten Sie einzelne Stängel und lassen andere unberührt. Letztere können dann einen blühenden Mehrwert für die Nektarsammler bieten.

Wenn Sie lediglich das Einjährige anbauen, dann lohnt sich im Herbst die Trocknung. Einfach die gewünschte Menge vor dem Laubfall im Herbst ernten, auf ein Backblech legen und an einem warmen Platz in der Wohnung trocknen lassen (mit Geschirrtuch gegen Staub o. Ä. abdecken). Anschließend die Blätter abstreifen und in einem Schraubglas lagern.

Schädlinge und Krankheiten am Bohnenkraut

Spätestens hier gibt es richtig gute Informationen. Aufgrund seiner enthaltenen ätherischen Öle und der harten Blätter ist Bohnenkraut praktisch immun gegen Schädlinge und Krankheiten.

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