Gipskartonplatten für den Trockenbau – die verschiedenen Arten

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Gipskartonplatten heißen heutzutage offiziell nur noch Gipsplatten. Die alte Bezeichnung ist jedoch immer noch geläufig. Ein weiterer Name ist Rigipsplatte. Hierbei handelt es sich um einen Markennamen, der sich wie Tesa oder Tempo im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hat. Genau genommen darf er aber nur für die Platten der Firma Saint-Gobain Rigips verwendet werden.

Gipsplatten sind nur an den Längskanten ummantelt © festfotodesign, stock.adobe.com
Gipsplatten sind nur an den Längskanten ummantelt © festfotodesign, stock.adobe.com

Der Aufbau von Gipsplatten

Gipsplatten besitzen einen Kern aus Gips. In ihm befinden sich gleichmäßig verteilt Papierfasern. Der Kern ist auf beiden Seiten von Kartonagen abgedeckt. Sie erhöhen zusammen mit den Papierfasern im Kern die Steifigkeit und Biegefestigkeit der Platten. Sie ist in Längsrichtung größer als in Querrichtung, denn sowohl die Papierfasern der Kartonagen als auch die Papierfasern im Kern verlaufen in dieser Richtung.

Für viele Vorhaben bestens geeignet: die Gipskarton-Bauplatte

Mit herkömmlichen Gipskarton-Bauplatten (GKB) lassen sich viele Projekte realisieren. Sie eignen sich unter anderem zum Einziehen von Zwischenwänden, zum Abhängen von Decken oder für den Ausbau eines Dachbodens. Verwenden Sie diese jedoch nicht für Feuchträume wie das Bad und werfen Sie auch einen Blick auf die Gipsplatten mit besonderen Eigenschaften. Sie könnten für Ihr Vorhaben eventuell von Vorteil sein.

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Imprägnierte Gipsplatten für Feuchträume

Weil Gipskartonplatten hauptsächlich aus Gips bestehen, reagieren sie empfindlich auf Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Letztere kann eine Schimmelbildung fördern. Herkömmliche Gipskartonplatten sollten Sie deshalb nur im Innenbereich und nicht in Räumen wie dem Badezimmer verbauen. Speziell für Feuchträume gibt es jedoch die mit Kunstharz imprägnierten Gipsplatten, die oft zusätzlich mit einem Fungizid behandelt werden, um eine Ansiedlung von Schimmelpilzen zu verhindern. Sie werden mit dem Kürzel GKBI gekennzeichnet und sind häufig grün gefärbt. Diese Einfärbung verringert vor allem im professionellen Bereich, wo oft gleichzeitig verschiedene Platten verarbeitet werden, die Verwechslungsgefahr und ist für den Heimwerker ebenso hilfreich.

Mit den grünen Gipskartonplatten lässt sich das Bad neu gestalten © photo 5000, stock.adobe.com
Mit den grünen Gipskartonplatten lässt sich das Bad neu gestalten © photo 5000, stock.adobe.com

Wenn Sie imprägnierte Platten verwenden, sollten Sie darauf achten, auch die Fugen mit einem feuchtigkeitsresistenten Material zu verspachteln. Fugenmassen speziell für imprägnierte Platten sind ebenfalls häufig grün eingefärbt.

Hinweis: Selbst imprägnierte Gipsplatten dürfen nicht dauerhaft Wasser ausgesetzt sein.

Brandschutzplatten aus Gipskarton

Gipskartonplatten bieten generell einen gewissen Brandschutz, denn sie enthalten Wasser. Es verdunstet, wenn es in ihrer Nähe zu einem Feuer kommt, und kühlt dadurch die Baumaterialien in der Umgebung. Dadurch verzögert es die Ausbreitung eines Feuers. Auch der Gipskern ist nicht brennbar. Der Brandschutz lässt sich durch die Beifügung von Glasfasern jedoch nochmals verbessern, denn Glasfasern sorgen bei einem Feuer für einen besseren Zusammenhalt der Platte.

Das geringe Gewicht macht die Montage von Gipsplatten einfach © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Das geringe Gewicht macht die Montage von Gipsplatten einfach © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Auf diese Weise entstehen die Gipskartonfeuerschutzplatten (GKF), mit denen Sie Vorhaben bis zur Feuerwiderstandsklasse F90 realisieren. Die Zahl 90 steht für die Anzahl Minuten, die ein Bauteil einem Feuer standhält. Bei den Klassen F30 und F60 ist die Widerstandsfähigkeit daher entsprechend geringer. Eine noch höhere Feuerwiderstandsklasse als F90 ist mit Gipskarton ebenfalls möglich. Sie ist allerdings nur in besonders gefährdeten Bereichen erforderlich und spielt im privaten Umfeld deshalb keine Rolle.

Gipsplatten mit zusätzlichem Schallschutz

Einen guten Schallschutz bieten herkömmliche Gipskartonplatten nicht. Tatsächlich leiten sie den Schall sogar weiter. Dadurch ist zum Beispiel eine Zwischenwand in der Trockenbauweise sehr hellhörig. Möchten Sie von vornherein für mehr Ruhe sorgen, bekommen Sie im Handel Schallschutzplatten sowie Akustikdecken. Eine wichtige Rolle beim Schallschutz spielt aber auch die Unterkonstruktion wie das Ständerwerk einer Zwischenwand. Zudem lässt sich ein besserer Schallschutz auch durch eine Dämmung oder eine Doppelbeplankung realisieren.

Beim Ausbau eines Dachbodens empfiehlt sich eine Dämmung © approbe, stock.adobe.com
Beim Ausbau eines Dachbodens empfiehlt sich eine Dämmung © approbe, stock.adobe.com

Strahlenschutzplatten aus Gips

Die Strahlenschutzplatte mit einer Kaschierung aus Blei kommt im privaten Bereich nicht zum Einsatz, soll aber nicht unerwähnt bleiben. Bei ihr schützt eine eingearbeitete Folie aus Blei vor Röntgenstrahlen. Für den einen oder anderen Heimwerker von Interesse könnte jedoch die Strahlenschutzplatte sein, die eine elektromagnetische Strahlung von Internetroutern und Co. abschirmt. Sie schützt durch eine Metallfolie vor dem sogenannten Elektrosmog.

Eine Gipskartonplatte kann durchaus mehrere der genannten Eigenschaften besitzen. So gibt es zum Beispiel auch Schallschutzplatten für Feuchträume oder wasserabweisende Feuerschutzplatten (GKFI).

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Zum Verputzen: die Gipskarton-Putzträger-Bauplatte

Möchten Sie eine Wand in der Trockenbauweise nach der Fertigstellung verputzen, sind die Gipskarton-Putzträger-Bauplatten (GKP) ideal. Ihre Kartonagen sind stark saugend, sodass der Putz auf diesen Platten besonders gut haftet. Grundsätzlich lassen sich aber auch herkömmliche Gipsplatten verputzen.

Neben Kürzeln wie GKBI unterteilt man Gipsplatten nach der DIN EN 520 in fünf Typen:

Typ AGipsplatten
Typ DFFeuerschutzplatten
Typ H2Imprägnierte Bauplatten
Typ DFH2Imprägnierte Feuerschutzplatten
Typ PPutzträgerplatten

Die Form der Kanten

Gipsplatten unterscheiden sich neben ihren Eigenschaften durch die Form ihrer Längskanten. Sie können rechteckig, gefast, halbrund, rund, abgeflacht oder abgeflacht und halbrund sein. Mit Ausnahme der Gipsplatten mit runden Kanten sind die Ecken an den Rückseiten der Platten immer rechtwinklig. Die Längskanten sind in der Regel mit Karton ummantelt, die kurzen Kanten dagegen nicht.

Gängige Größen und Dicken

Gipskartonplatten bekommen Sie in vielen Größen und Dicken. Einige Maße haben sich im Laufe der Zeit jedoch durchgesetzt. Viele Platten haben deshalb eine Breite von 1250 Millimetern und eine Länge von zwei, zweieinhalb oder drei Metern. Gängige Dicken sind 9,5, 12,5 und 15 Millimeter. Es gibt jedoch auch zahlreiche dünnere und dickere Gipskartonplatten. Für Zwischenwände und viele weitere private Vorhaben eignen sich Platten mit einer Dicke von 12,5 Millimetern oder mehr.

Tipp: Für Heimwerker, die allein arbeiten, produzieren viele Hersteller sogenannte Einmannplatten. Sie lassen sich durch ihre Breite von 60 Zentimetern leichter handhaben.

Extra stabil: Gipsfaserplatten für den Innenausbau © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Gipskartonplatten und Gipsfaserplatten – was ist der Unterschied?

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