Brandschutz im eigenen Haus

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Diese Gefahrenquellen sollten Sie kennen

Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland rund 200.000 Haus- und Wohnungsbrände. Dabei entsteht nicht nur ein enormer Sachschaden, sondern Feuer und Rauchentwicklung kosten auch hunderte von Menschenleben. Viele dieser Brände lassen sich allerdings vermeiden, wenn man die typischen Gefahrenquellen kennt.

Statistiken zeigen, dass die Elektroinstallationen in Häusern die häufigste Brandursache sind. Schon ein beschädigtes Kabel kann einen Kurzschluss verursachen oder bei beschädigter Isolierung durch Überhitzung einen Brand auslösen. Ein Kabelbrand kann sich dabei schnell zu einem großen Brandherd ausweiten, der großen Sachschaden und auch Personenschaden verursachen kann.

Auch die zahlreichen Elektrogeräte im Haus sind große Gefahrenquellen. Ob Fernseher, Waschmaschine, Backofen oder auch die Wallbox in der Garage – überall, wo Strom fließt, kann es bei Defekten oder nicht sachgerechter Installation zu Bränden kommen.

Das Elektroauto sollte nie über eine Mehrfachsteckdose geladen werden. Es besteht erhebliche Brandgefahr © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Das Elektroauto sollte nie über eine Mehrfachsteckdose geladen werden. Es besteht erhebliche Brandgefahr © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Elektroinstallation dem Fachmann überlassen

Deshalb sollten alle Elektroinstallationen im Haus grundsätzlich nur von ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden. Wer meint, sich in diesem Bereich auf seine Heimwerkerqualitäten berufen zu können und sich ein paar Euro zu sparen, riskiert bei einer nicht fachgerechten Installation einen großen Schaden. Wer die Installationen durchgeführt hat, kann im Ernstfall auch für die Haftung und Versicherungsansprüche eine entscheidende Rolle spielen. Hier sollte man also keinesfalls am falschen Ende sparen.

Regelmäßige Wartungen alle Elektroanlagen sind ein weiterer wichtiger Schutz vor Bränden. Teilweise bieten die Hersteller der Produkte eigene Serviceleistungen zu Wartung der Geräte an. Ansonsten ist es auch hier ratsam, sich an einen Fachhandwerker zu wenden. Denn auch eine fachkundige Installation schützt nicht vor Materialermüdung und Defekten. Je länger die Installationen ungeprüft verwendet werden, desto höher ist das Risiko. Das gilt insbesondere für ältere Häuser, deren Ausstattung nicht auf dem neuen Stand der Technik ist.

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Prüfsiegel auf Produkten beachten

Beim Kauf von Elektrogeräten ist es wichtig auf Prüfsiegel zu achten, die nachweisen, dass das Produkt den geltenden Sicherheitsstandards entspricht. Anerkannte Prüforganisationen sind zum Beispiel der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und die von der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik überwachten GS-Stellen. Das GS-Siegel besagt, dass das Gerät den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes entspricht und bei sachgerechter Nutzung keine Gefahr von dem Gerät ausgeht.

Tipp: Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten unbedingt auf die Herstellergarantie

Verpflichtend ist für in Deutschland in Umlauf gebrachte Elektrogeräte zudem die CE-Kennzeichnung, die bestätigt, dass der Hersteller ein Produkt auf den Markt bringt, das den EU-Richtlinien entspricht. Diese Richtlinien bezieht sich unter anderem auf die Produktsicherheit, die elektromagnetische Verträglichkeit und den Verzicht auf bestimmte verbotene Stoffe, die gesundheitsgefährdend sein könnten. Ein Problem bei der CE-Kennzeichnung ist allerdings, dass die Prüfung, ob ein Hersteller das Siegel zu Recht verwendet, nur stichprobenartig durchgeführt wird.

Das CE-Kennzeichen ist in der EU Pflicht, um die Produktsicherheit nachzuweisen © fderib, stock.adobe.com
Das CE-Kennzeichen ist in der EU Pflicht, um die Produktsicherheit nachzuweisen © fderib, stock.adobe.com

Geräte nachts vom Strom nehmen

In der Nacht können Elektrogeräte besonders gefährlich sein. Denn sind die Geräte nicht abgeschaltet und es kommt zu einem Brand, bleibt dieser von den Schlafenden oft längere Zeit unbemerkt und kann sich ungehindert ausbreiten. Dann kann aus einem kleinen Feuer, das mit einem Feuerlöscher schnell hätte gelöscht werden können, ein großer Brandherd werden. Zudem ist die Rauchentwicklung in der Nacht besonders gefährlich, da der Geruchssinn der Schlafenden herabgesetzt ist. Rauchvergiftungen können hier ein größeres Risiko sein als der Brand selbst. Deshalb sollten die gesetzlich ohnehin vorgeschriebenen Rauchmelder auch tatsächlich installiert werden.

Um Gefahren durch Elektrogeräte weiter zu reduzieren, sollten diese in der Nacht am besten abgeschaltet und idealerweise auch vom Strom genommen werden. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern spart zugleich Strom, was mit dem Blick auf die aktuelle Preisentwicklung durchaus eine schöne Ersparnis sein kann. Der Stand-by-Modus ist hier übrigens keine Alternative dazu, auch wenn der Stromverbrauch reduziert wird. Denn so lange das Gerät weiter mit Strom versorgt wird, bleibt es eine potenzielle Gefahrenquelle. Alle Geräte vollständig abzuschalten ist allerdings bei den heute mit viel Elektronik ausgestatteten Häusern relativ aufwendig und wird in der Praxis deshalb häufig aus Bequemlichkeit nicht umgesetzt.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Elektrogeräte immer mit den empfohlenen Sicherheitsabständen zur Umgebung verbaut sind. Denn im Betrieb wärmen sich viele Geräte deutlich auf und können dabei auch im Kontakt mit leicht entflammbaren Gegenständen einen Brand auslösen.

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Mehrfachsteckdosen nicht überfordern

Eine weitere Gefahrenquelle sind Mehrfachsteckdosen. Immer wieder kommt es vor, dass zu viele Geräte auf einmal an der Steckdose angeschlossen werden. Das kann zu einem Überspannungsschaden führen, der zu einem Brand führt. Niemals sollten Mehrfachsteckdosen übrigens im Zusammenhang mit starkelektrischen Geräten wie einem Backofen verwendet werden. Auch ist dringend davon abzuraten, sein Elektroauto über eine Mehrfachsteckdose aufzuladen. Das Risiko einer Überhitzung der Steckdosen ist sehr hoch.

Ganz wichtig ist es auch, alle energietechnischen Anlagen im Gebäude regelmäßig und fachgerecht warten zu lassen. Ob die Gastherme, die Solaranlage oder der Kamin. Hier lauern überall Gefahrenquellen, die große Schäden verursachen können. So können zum Beispiel leichtentzündliche Gase austreten, die im Kontakt mit der Umgebung schnell zu einer Explosion führen.

In der Küche gibt es zahlreiche Gefahrenquellen für Brände © malkovkosta, stock.adobe.com
In der Küche gibt es zahlreiche Gefahrenquellen für Brände © malkovkosta, stock.adobe.com

Achtung: Der Außenbereich gilt als Feuchtraum: Deshalb dürfen hier nur Steckdosen verwendet werden, die mindestens den Standard IP 44 erfüllen und damit vor Fremdkörper mit Durchmesser ab 1,0 mm und allseitiges Spritzwasser schützen.

Viele Gefahren in Küche und Werkstatt

Zu den weiteren typischen Gefahrenquellen im Haus zählt die Küche. Ob ein nicht abgeschalteter Herd oder brennendes Fett, das versucht wird, mit Wasser zu löschen und dabei eine Stichflamme bildet. Brennendes Fett sollte lieber mit einem Deckel oder einer feuerfesten Decke gelöscht werden, aber niemals mit Wasser. Bei allen Arbeiten in der Küche ist Wachsamkeit gefragt und nach dem Kochen sollte überprüft werden, dass alle Geräte abgeschaltet sind und heiße Töpfe und Pfannen nicht mit entflammbaren Gegenständen in Kontakt kommen.

Immer wieder sind Brände zudem auf Heimwerker-Arbeiten zurückzuführen. So schön die eigene Werkstatt im Haus auch ist, ist sie doch zugleich eine Gefahrenquelle. Denn bei der Arbeit mit elektrischen Maschinen und Werkzeugen entstehen sehr hohe Temperaturen. So können die Geräte bei einer Überhitzung zur Gefahr werden. Oder der Funkenflug kann auf brennbaren Gegenständen ein Feuer auslösen. Deshalb sollten die Geräte nur gemäß Anleitung verwendet werden, regelmäßig gewartet werden und sich in der Umgebung der Arbeiten möglichst keine entflammbaren Gegenstände befinden. 

Spraydosen, Farben oder Lösungsmittel sind ebenso brandgefährlich. Sie können auch im unbenutzten Zustand zu einer Explosion führen, wenn sie nicht entsprechend der Herstellerangaben gelagert werden. So sollten diese zum Beispiel nicht auf einem ungedämmten Dachboden aufbewahrt werden, der sich im Sommer stark aufheizen kann. 

Fazit

Die Beispiele zeigen, wie viele Gefahrenquellen für einen Brand sich im Haus befinden, die einem im Alltag vielleicht gar nicht so bewusst sind. Doch wer vorsichtig ist und sich an eine sachgemäße Nutzung hält, kann das Risiko eines Brandes deutlich reduzieren.

Rauchmelder können Schlafende bei einem Brand rechtzeitig wecken © faraktinov, stock.adobe.com
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