Brandschutz im Trockenbau

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Mit diesen Baumaterialien erhöhen Sie die Sicherheit

Ein erhöhter Brandschutz sorgt dafür, dass die entsprechenden Bauteile im Falle eines Feuers für eine bestimmte Zeit stehen bleiben, damit Fluchtwege nicht blockiert werden. Gleichzeitig verhindert er eine schnelle Ausbreitung des Feuers, sodass Sie und die Feuerwehr bei der Bekämpfung des Feuers Zeit gewinnen. Solch eine Verbesserung des Brandschutzes ist beim Trockenbau durch verschiedene Maßnahmen möglich.

Ein guter Brandschutz hemmt die Ausbreitung eines Feuers © Bertold Werkmann, stock.adobe.com
Ein guter Brandschutz hemmt die Ausbreitung eines Feuers © Bertold Werkmann, stock.adobe.com

Gipskartonplatten brennen grundsätzlich nicht

Einen gewissen Brandschutz bieten selbst herkömmliche Gipskartonplatten, denn ihre Kerne bestehen aus Gips, der nicht brennbar ist. Zusätzlich ist in den Kernen Wasser gebunden, das bei einem eventuellen Feuer freigesetzt wird und verdunstet. Der Dampf wirkt ähnlich wie Löschwasser, kühlt die Bauteile in seiner Umgebung ab und hemmt dadurch die Ausbreitung der Flammen. Die Menge gebundenen Wassers ist naturgemäß umso größer, je dicker die Platten sind, denn er liegt bei etwa 20 Prozent. Durch dicke Gipskartonplatten oder eine doppelte Beplankung verbessern Sie daher den Brandschutz. Von Vorteil ist außerdem, dass Gipskarton bei einem Feuer keine gesundheitsschädigenden Gase verströmt.

Aufgrund ihrer Eigenschaften zählen Gipskartonplatten zu den nicht brennbaren Baustoffen und damit gemäß der DIN 4102-1 zur Baustoffklasse A. Alle brennbaren Baustoffe werden der Baustoffklasse B zugeordnet.

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Die Besonderheiten von Feuerschutzplatten für den Trockenbau

Für einen noch besseren Brandschutz bekommen Sie im Handel Feuerschutzplatten aus Gips. Ihre feuerhemmende Eigenschaft erhalten sie durch ganz unterschiedliche Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Oberflächenbeschichtung aus einem feuerfesten Material wie Glasvlies oder die Beimischung von Glasfasern. Glasfasern sind nicht nur feuerfest, sondern erhöhen auch den Zusammenhalt der Platten, sodass es bei einem Feuer länger dauert, bis die Platten zerfallen. Dieser Zerfall würde ohne eine Armierung aus Glas stattfinden, sobald sämtliches Wasser aus den Gipskernen verdunstet ist.

Schön und sicher: der Innenausbau mit Feuerschutzplatten © connected2000, stock.adobe.com
Schön und sicher: der Innenausbau mit Feuerschutzplatten © connected2000, stock.adobe.com

Den Gipskernen von Feuerschutzplatten werden zudem häufig bestimmte Substanzen beigefügt. Sie verringern das Schrumpfen der Platten, wenn das Wasser verdunstet und erhöhen daher ebenfalls die Stabilität. All diese Maßnahmen haben kaum oder keinen Einfluss auf die Optik. Feuerschutzplatten sehen deshalb in den meisten Fällen wie herkömmliche Gipskartonplatten aus. Eindeutig identifizieren lassen sie sich jedoch durch den roten Stempel auf der Rückseite. Feuerschutzplatten bekommen Sie übrigens auch in imprägnierten Ausführungen für Feuchträume wie das Badezimmer. In diesem Fall sind sie wie die imprägnierten Standard-Gipskartonplatten meistens mit einer grünen Kartonummantelung versehen.

Zum Verspachteln von Feuerschutzplatten sind spezielle Spachtelmassen erhältlich. Häufig sollten Sie die Fugen zusätzlich mit Deckstreifen abkleben. Beachten Sie daher die Angaben des Herstellers, damit ein optimaler Brandschutz gewährleistet ist.

Elektroinstallationen sind nicht selten die Brandursache © Parilov, stock.adobe.com
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Die Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen

Wie lange ein Bauteil wie zum Beispiel eine Trennwand aus Gipskartonplatten einem Feuer standhält, ergibt sich durch die Einstufung in eine Feuerwiderstandsklasse. Sie wird mit Kürzeln wie F30 oder F90 angegeben. Die Zahl 30 beziehungsweise 90 steht für die Anzahl Minuten, die ein Bauteil seine ursprüngliche Funktion behält. Eine Trennwand in der Feuerwiderstandsklasse F90 hält einem Feuer also mindestens 90 Minuten stand. Die Einordnung in Feuerwiderstandsklassen erfolgt nach der DIN 4102-2. Sie unterscheidet zwischen:

  • F30 = feuerhemmend
  • F60 = hochfeuerhemmend
  • F90 = feuerbeständig
  • F120 = hochfeuerbeständig
  • F180 = höchstfeuerbeständig

Diese Kürzel werden für Bauteile wie Wände und Decken verwendet. Bei der Klassifizierung anderer Bauteile ersetzt man das F durch einen anderen Buchstaben wie zum Beispiel ein G für Brandschutzverglasungen oder ein L für Lüftungsleitungen.

Ein Grundgerüst aus Metall verleiht Wänden und Decken die nötige Stabilität © sveta, stock.adobe.com
Ein Grundgerüst aus Metall verleiht Wänden und Decken die nötige Stabilität © sveta, stock.adobe.com

Eine Trennwand – um bei unserem Beispiel zu bleiben – besteht aus verschiedenen Baustoffen wie den Gipskartonplatten und dem Ständerwerk, das Sie aus Holz oder aus Metall fertigen. Aus all diesen Baustoffen ergibt sich die Feuerwiderstandsklasse. Sie zu ermitteln, ist für Laien schwierig bis unmöglich. Die Hersteller von Gipskartonplatten, bei denen Sie auch fast sämtliches Zubehör für den Trockenbau bekommen, stellen Ihnen jedoch viele Lösungsvorschläge zur Verfügung. Anhand dieser Vorschläge realisieren Sie jede beliebige Feuerwiderstandsklasse.

Beim Dämmen an den Brandschutz denken

Nicht brennbare Dämmstoffe verbessern den Brandschutz nochmals © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Nicht brennbare Dämmstoffe verbessern den Brandschutz nochmals © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Auch der Dämmstoff, den Sie beim Bau einer Zwischenwand, beim Abhängen einer Decke und bei anderen Arbeiten in der Trockenbauweise verwenden, hat einen Einfluss auf den Brandschutz. Er ist im Idealfall ebenfalls brandhemmend. Eine gute Lösung sind mineralische Dämmmaterialien wie die Glaswolle oder die Steinwolle, die als nicht brennbare Dämmstoffe zur Baustoffklasse A zählen.

Die weiche Mineralwolle lässt sich leicht passgenau zuschneiden © bilanol, stock.adobe.com
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