Gipskartonplatten verspachteln – Anleitung und hilfreiche Tipps

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Die Fugen zwischen den Gipskartonplatten und die Löcher, in denen die Schraubenköpfe stecken, müssen nach der Montage verspachtelt werden, denn sie würden sich beispielsweise nach dem Bekleben mit einer Raufaser abzeichnen. Wie viel Mühe Sie sich hierbei geben sollten, hängt allerdings davon ab, wie Sie die Trockenbauwand oder die abgehängte Decke im Anschluss gestalten möchten. In dieser Hinsicht sind die Qualitätsstufen, die professionelle Trockenbauer in ihren Angeboten oft nennen, hilfreich. Sie unterscheiden zwischen Q1, Q2, Q3 und Q4.

Durch das Verspachteln entsteht eine glatte Oberfläche © mhp, stock.adobe.com
Durch das Verspachteln entsteht eine glatte Oberfläche © mhp, stock.adobe.com

Q1: In der Qualitätsstufe Q1 werden die Fugen und die versenkten Schraubenköpfe mit Spachtelmasse verschlossen. Solch eine Verspachtelung reicht aus, wenn auf den Gipskartonplatten Fliesen verlegt werden sollen, oder eine doppelte Beplankung geplant ist.

Q2: Bei der Qualitätsstufe Q2 werden die Fugen breiter verfugt und geglättet. Auf solch einen Untergrund lassen sich dickere Tapeten wie die Strukturtapeten und Raufasertapeten kleben.

Q3: Bei der Qualitätsstufe Q3 wird die Spachtelmasse so großflächig aufgetragen, dass nach dem Verspachteln nur noch wenig von der Ummantelung der Gipskartonplatten zu sehen ist. Diese Oberfläche ist ideal zum Bekleben mit dünnen und feinen Tapeten. Ebenso gut eignet sie sich für einen anschließenden Anstrich.

Q4: Eine Oberfläche in der Qualitätsstufe Q4 ist perfekt. Sie kann daher auf jede beliebige Weise gestaltet werden.

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Da Sie nun wissen, wie sorgfältig Sie eine Fläche aus Gipskartonplatten verspachteln sollten, können Sie bei der folgenden Anleitung gegebenenfalls einzelne Arbeitsschritte überspringen. Als Werkzeuge und Materialien benötigen Sie:

  • Tiefengrund für die Fugen
  • einen breiten Pinsel
  • Spachtelmasse für Gipskarton
  • eine Glättekelle oder einen breiten Spachtel
  • eine zweite Kelle oder einen zweiten Spachtel, mit dem Sie die Spachtelmasse auf die Kelle beziehungsweise den Spachtel geben und zwischendurch von Rückständen befreien
  • einen Eimer
  • eine Bohrmaschine mit Quirl
  • Gewebeband
  • ein Cuttermesser
  • Handfeger und Besen
  • evtl. Fertigspachtel

Anleitung zum Verspachteln von Gipskartonplatten

1. Damit die Spachtelmasse auf den Gipskartonplatten gut haftet, entfernen Sie mit einem Handfeger sämtlichen Staub von den Oberflächen. Bei dieser Säuberung können Sie gleichzeitig überprüfen, ob alle Schraubenköpfe ausreichend tief versenkt sind. Kontrollieren Sie außerdem, ob Sie alle Schnittkanten mit einer Fase versehen haben. Durch das Abschrägen der Schnittkanten werden die Fugen breiter und die Spachtelmasse findet besseren Halt. Sollten Sie einige Schnittkanten vergessen haben, schrägen Sie diese mit dem Cuttermesser ab. Danach entfernen Sie nochmals den Staub.

2. Die Fugen behandeln Sie mit einem Tiefengrund. Er lässt sich leicht mit einem Pinsel in die Fugen zwischen den Platten streichen und muss vor dem Verspachteln trocknen. Beachten Sie hierbei die Angaben des Herstellers. Einen Tiefengrund sollten Sie stets großzügig auftragen, denn Gipskarton ist sehr saugfähig. Diese Saugfähigkeit wird durch den Anstrich reduziert, damit die Spachtelmasse besser haftet.

3. Nach der Trockenzeit rühren Sie die Spachtelmasse nach der Gebrauchsanweisung des Herstellers an. In der Regel geben Sie das Pulver in kaltes Wasser und rühren die Mischung gut durch. Schütten Sie nicht das Wasser auf das Pulver, denn dann bilden sich Klumpen. Zum Verrühren verwenden Sie am besten eine Bohrmaschine mit Quirl. Denken Sie jedoch daran, dass Sie die Spachtelmasse innerhalb einer bestimmten Zeit verarbeiten müssen und rühren Sie erst einmal eine kleine Menge an, wenn Sie noch nicht zu den Profis im Verspachteln gehören.

Mit dem kleineren Werkzeug geben Sie die Spachtelmasse auf das größere © Pixelot, stock.adobe.com
Mit dem kleineren Werkzeug geben Sie die Spachtelmasse auf das größere © Pixelot, stock.adobe.com

4. Beim Verspachteln beginnen Sie am besten mit den waagerechten Fugen. Danach widmen Sie sich den senkrechten Fugen. Arbeiten Sie hierbei immer von unten nach oben, denn in umgekehrter Richtung fällt leicht Spachtelmasse auf den Boden. Dies verursacht nicht nur zusätzliche Arbeit, sondern erhöht auch den Verbrauch. Damit möglichst viel Spachtelmasse in die Fugen gelangt, bewegen Sie die Kelle beziehungsweise den Spachtel quer oder diagonal zu den Fugen und drücken die Spachtelmasse in die Zwischenräume. Die Spachtelmasse, die auf die Platte gerät, ziehen Sie in Richtung der Fuge ab. Die abgezogene Spachtelmasse können Sie direkt für den weiteren Verlauf der Fuge verwenden. Zum Schluss verspachteln Sie die versenkten Schraubenköpfe kreuzweise.

Hinweis: Die Fugen zu angrenzenden Bauteilen, wie zum Beispiel einer massiven Wand, verspachteln Sie nicht. Diese füllen Sie später mit einem dauerelastischen Material wie Acryl oder Silikon. Die Fugen zum Fußboden sollten offen bleiben, denn sie werden ohnehin mit einer Leiste abgedeckt.

Gewebeband verhindert Risse in den Fugen © Marco Martycz, stock.adobe.com
Gewebeband verhindert Risse in den Fugen © Marco Martycz, stock.adobe.com

5. In die noch feuchte Spachtelmasse legen Sie ein Gewebeband, das Sie im Handel auch unter den Bezeichnungen Glasfaserstreifen, Bewehrungsstreifen und Fugenband finden. Diese Bänder verhindern Risse in den Fugen, die durch eine leichte Bewegung der Gipskartonplatten entstehen können. Solche Risse treten daher oft erst zu einem späteren Zeitpunkt auf. Gewebebänder lassen sich mit dem Cuttermesser auf das benötigte Maß schneiden.

Tipp: Zum Schutz von Kanten, die in den Raum ragen und entsprechend leicht beschädigt werden könnten, bekommen Sie in den Baumärkten Metallleisten und Profile. Solch einen Kantenschutz drücken Sie einfach in die feuchte Spachtelmasse.

6. Nach der Anbringung der Gewebebänder tragen Sie noch einmal etwas Spachtelmasse auf. Dadurch verbinden sich die Bänder auf beiden Seiten mit der Spachtelmasse. Danach machen Sie eine Pause und lassen die Flächen trocknen. Sollte etwas Spachtelmasse aus der Fläche herausstehen, können Sie diese nach etwa 20 Minuten mit einem Spachtel entfernen. Alle anderen Unebenheiten beseitigen Sie später beim Schleifen.

Mit einer breiten Kelle lässt sich die Fugenmasse gleichmäßig verteilen © U. J. Alexander, stock.adobe.com
Mit einer breiten Kelle lässt sich die Fugenmasse gleichmäßig verteilen © U. J. Alexander, stock.adobe.com

7. In den meisten Fällen ist die Oberfläche nach dem ersten Spachteln noch nicht vollständig eben. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Spachtelmasse beim Aushärten ein wenig zusammenzieht. Schauen Sie sich die Fläche deshalb noch einmal an und verschließen Sie noch vorhandene Risse und Löcher mit weiterer Spachtelmasse. Mit ihr verbreitern Sie gleichzeitig die Fugen. Den Spachtelvorgang dürfen Sie übrigens so oft wiederholen, wie Sie möchten. Je glatter die Oberfläche ist, desto besser lassen sich die Gipskartonplatten streichen, tapezieren oder verputzen.

8. Soll die Oberfläche perfekt werden, tragen Sie zum Schluss einen Fertigspachtel auf. Mit ihm können Sie die verspachtelten Fugen nochmals verbreitern oder auch die Platten und Fugen vollständig mit Spachtelmasse bedecken. Gebrauchsfertiger Fugenspachtel eignet sich übrigens auch für die vorangegangenen Arbeiten. Er ist allerdings teurer als ein Pulver und daher nur für das Verspachteln von wenigen Fugen zu empfehlen.

9. Sind Sie schließlich zufrieden, lassen Sie die Flächen nach den Angaben des Herstellers trocknen. Die Werkzeuge sollten Sie möglichst bald nach dem Gebrauch säubern, denn ausgehärtete Spachtelmasse lässt sich nur schwerlich entfernen.

Mit dem Schwingschleifer sind die verspachtelten Fugen schnell glatt © auremar, stock.adobe.com
Verspachtelte Gipskartonplatten schleifen

So wird die Oberfläche richtig glatt Eine glatte und ebene Oberfläche ist eine gute Grundlage für eine Tapete, eine Raufaser,… weiterlesen

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