Decke mit Metallprofilen und Gipskartonplatten abhängen

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Eine hohe Decke abzuhängen, hat viele Vorteile. Eine niedrigere Raumhöhe lässt ein Zimmer meist gemütlicher wirken und auch die Heizkosten reduzieren sich, denn Wärme steigt bekanntlich nach oben. Unter einer abgehängten Decke lassen sich außerdem unschöne Bauteile wie alte Balken verstecken.

Vorgefertigte Metallprofile machen das Abhängen einer Decke relativ einfach © tournee, stock.adobe.com
Vorgefertigte Metallprofile machen das Abhängen einer Decke relativ einfach © tournee, stock.adobe.com

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, ein modernes Beleuchtungssystem mit kleinen Einbaustrahlern in die neue Decke zu integrieren. Solch eine abgehängte Decke lässt sich am einfachsten in der Trockenbauweise mit vorgefertigten Metallprofilen und einer anschließenden Beplankung aus Gipskartonplatten realisieren. Im Handel finden Sie mittlerweile viele Systeme, bei denen die einzelnen Elemente optimal aufeinander abgestimmt sind. Sie eignen sich daher auch bestens für den Heimwerker.

Diese Materialien brauchen Sie für eine abgehängte Decke

Die Grundlattung besteht aus UD- und CD-Profilen © ivallis111, stock.adobe.com
Die Grundlattung besteht aus UD- und CD-Profilen © ivallis111, stock.adobe.com

Eine abgehängte Decke in der Trockenbauweise besteht aus einer Unterkonstruktion und einer Beplankung aus Gipskarton. Für die Unterkonstruktion benötigen Sie UD-Profile, die Sie in der gewünschten Höhe an die Wände schrauben. Sie bilden einen Rahmen, den Sie im Inneren mit CD-Profilen versehen. So entsteht die Grundlattung, auf der Sie eine weitere Lage CD-Profile montieren. An dieser sogenannten Traglattung befestigen Sie zum Schluss die Gipskartonplatten. Sollten die Profile für Ihre Decke nicht lang genug sein, brauchen Sie zusätzlich Längsverbinder oder Deckenprofilverbinder. Sie werden leicht zusammengedrückt und in die Enden der zu verbindenden Profile gesteckt.

Die Gipskartonplatten bringen Sie wahlweise in einer oder zwei Lagen an. Eine doppelte Beplankung verbessert den Schallschutz vor allem im Hinblick auf den Trittschall, der beim Begehen des darüber liegenden Raums entsteht. Zusätzlich können Sie zwischen der alten und der neuen Decke einen Dämmstoff verlegen. Er kann auch als Wärmeschutz dienen. Lassen Sie sich deshalb am besten von einem Fachmann beraten. Der Raum zwischen der alten und der neuen Decke bietet außerdem reichlich Platz für Elektrokabel, die Sie für eine Deckenleuchte oder den Anschluss von Einbaustrahlern benötigen. Mit einigen Einbaustrahlern lässt sich das gesamte Zimmer bis in die Ecken ausleuchten.

Auch eine Unterkonstruktion aus Holz lässt sich an Direktabhängern befestigen © Sauerlandpics, stock.adobe.com
Auch eine Unterkonstruktion aus Holz lässt sich an Direktabhängern befestigen © Sauerlandpics, stock.adobe.com

Das Gewicht der Gipskartonplatten führt vor allem bei einer großen Fläche schnell dazu, dass die neue Decke in der Mitte durchhängt. Um dies zu verhindern, benötigen Sie Direktabhänger oder Schnellabhänger, an denen Sie die C-Profile in der Höhe fixieren. Direkt- und Schnellabhänger sind in zahlreichen Ausführungen erhältlich. Verwenden Sie möglichst Produkte des Herstellers, von dem auch die Metallprofile stammen. Dadurch können Sie sicher sein, dass alle Elemente zueinanderpassen und sich entsprechend leicht miteinander verbinden lassen. Im Allgemeinen gilt, dass Sie Direktabhänger für eine Decke verwenden können, die bis zu 18 Zentimeter abgehängt wird. Für noch größere Zwischenräume benötigen Sie Schnellabhänger.

Der Abstand zwischen den einzelnen Abhängern sollte nicht mehr als 80 oder 90 Zentimeter betragen. Er hängt aber auch vom Gewicht der neuen Decke ab. Die Tragfähigkeit eines Abhängers liegt in der Regel bei rund 25 Kilogramm und wird von den Herstellern angegeben.

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Anleitung zum Abhängen einer Decke

1. Damit die abgehängte Decke absolut waagerecht verläuft, zeichnen Sie an allen Wänden die Höhe an, auf der Sie den Rahmen aus UD-Profilen montieren möchten. Nutzen Sie hierbei unbedingt eine Wasserwaage oder einen Kreuzlinienlaser, denn die alte Decke ist möglicherweise nicht ganz gerade. Denken Sie außerdem daran, dass die neue Decke durch die Gipskartonplatten noch etwas niedriger wird.

2. Die U-Profile wie auch später die C-Profile schneiden Sie mit einer Blechschere auf das benötigte Maß. Hierbei reicht es aus, die beiden Seiten einzuschneiden. Danach lässt sich das Profil umknicken. Beim Zuschnitt der C-Profile empfiehlt es sich, selbst bei vermeintlich rechtwinklig verlaufenden Wänden an mehreren Stellen Maß zu nehmen.

3. Wenn Sie die U-Profile an die Markierungen halten, können Sie durch die vorgebohrten Löcher anzeichnen, an welchen Stellen Sie Dübel in die Wände setzen müssen. Der Abstand zwischen den einzelnen Dübeln sollte nicht mehr als 50 Zentimeter betragen. Die nötigen Löcher bohren Sie bei einer massiven Wand mit einer Schlagbohrmaschine und verwenden beispielsweise Einschlagdübel. Bei der Befestigung in einer Wand in der Trockenbauweise fixieren Sie die U-Profile am Ständerwerk der Wand. Schnellbauschrauben für Metall lassen sich ohne Vorbohren durch den Gipskarton in die Metallprofile des Ständerwerks eindrehen.

Tipp: Metallprofile in einer bereits fertiggestellten Trockenbauwand finden Sie mithilfe eines Magneten wieder.

Bevor Sie die U-Profile mit Dübel und Schrauben an den Wänden fixieren, bekleben Sie die Seiten, die später an der Wand liegen, mit Dichtungsband. Es verhindert, dass Schall von den Wänden auf die neue Decke übertragen wird, und erhöht daher den Schallschutz. Dichtungsbänder sind meist selbstklebend. Sie müssen daher nur zugeschnitten und aufgeklebt werden.

4. Zum Anzeichnen der Linien, auf denen Sie die Direktabhänger montieren, verwenden Sie am besten eine Schlagschnur. Sie hinterlässt beim Loslassen eine durchgehende Linie auf der alten Decke. Die äußeren Linien sollten einen Abstand von 15 bis 20 Zentimeter zur Wand haben. Von diesen Linien ausgehend markieren Sie die weiteren Linien in Abständen von 50 bis 75 Zentimeter. Achten Sie hierbei auf eine gleichmäßige Verteilung.

Eine Dämmung zwischen alter und neuer Decke reduziert die Heizkosten © mhp, stock.adobe.com
Eine Dämmung zwischen alter und neuer Decke reduziert die Heizkosten © mhp, stock.adobe.com

Die Abhänger montieren Sie mit Dübeln und Schrauben an der Decke. Auch eine Befestigung an eventuell vorhandenen Holzbalken ist möglich. Abhänger besitzen oft längliche Löcher. Sie ermöglichen kleine Korrekturen, falls Sie die Löcher für die Dübel nicht ganz exakt gebohrt haben. Die langen seitlichen Streifen aus Metall, die manche Abhänger besitzen, biegen Sie später nach oben, sodass Sie beim Festschrauben der Gipskartonplatten nicht stören. Es gibt aber auch Abhänger mit passenden Gegenstücken, die in die Abkantungen der C-Profile einrasten und im Anschluss aneinander fixiert werden. Lesen Sie sich deshalb die Montageanleitung des Herstellers sorgfältig durch.

5. Die passend zugeschnittenen CD-Profile schieben Sie zwischen die Metallstreifen der Deckenabhänger beziehungsweise mit dem Gegenstück auf die Direktabhänger. Bevor Sie die Profile fixieren, überprüfen Sie mit der Wasserwaage, ob sie absolut waagerecht verlaufen. Für eine eventuell erforderliche Verschraubung verwenden Sie Trockenbauschrauben. Nach der Montage liegen die Profile mit ihren beiden Enden auf dem rundum verlaufenden Rahmen an den Wänden.

6. Quer zu den im letzten Arbeitsschritt montierten CD-Profile befestigen Sie die Traglattung, die ebenfalls aus CD-Profilen besteht. Diese Profile stecken Sie in die UD-Profile, die den Rahmen an der Wand bilden. Danach verbinden Sie die Grund- und die Traglattung mithilfe von passenden Verbindern, die Sie von oben auf die Profile der Grundlattung schieben und in die Profile der Traglattung einrasten lassen. Dies ist am einfachsten, wenn Sie die Kreuzverbinder zunächst schräg halten. Ein sicherer Halt ist durch die kleine Abkantung an den CD-Profilen gewährleistet. Der Abstand zwischen den einzelnen Profilen der Traglattung sollte nicht mehr als 40 bis 50 Zentimeter betragen.

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7. Unterhalb der Traglattung kleben Sie Trennstreifen an die Wände. Sie verhindern, dass die Gipskartonplatten nach dem Verfugen einen direkten Kontakt zu den Wänden haben. Dies könnte schon bei einer leichten Bewegung der Decke zu Rissen in den Fugen führen. Die Trennstreifen auf die nötige Breite zu schneiden, ist nicht erforderlich, denn die herausragenden Teile schneiden Sie nach Fertigstellung der Decke einfach ab, indem Sie mit der Klinge eines Cuttermessers an den Platten entlangfahren.

8. Auf der Traglattung befestigen Sie nun die Gipskartonplatten mithilfe von Trockenbauschrauben, die Sie ohne Vorbohren durch den Gipskarton in die Profile schrauben. Die lange Seite der Platten sollte quer zur Traglattung verlaufen. Beim Verschrauben ist es wichtig, die Schraubenköpfe ein kleines Stück in den Platten zu versenken. Diese Stellen füllen Sie später mit Spachtelmasse, damit eine vollkommen ebene Oberfläche entsteht.

Löcher für Einbaustrahler sind schnell gebohrt © schulzfoto, stock.adobe.com
Löcher für Einbaustrahler sind schnell gebohrt © schulzfoto, stock.adobe.com

Müssen Sie Gipskartonplatten zuschneiden, reichen ein Cuttermesser und eine Metallschiene oder ein anderer Lineal-ähnlicher Gegenstand. Mit dem Cuttermesser durchschneiden Sie nur die Kartonummantelung. Danach legen Sie die Platte an eine Kante und brechen Sie durch. Die Kartonage auf der Rückseite durchtrennen Sie ebenfalls mit dem Cuttermesser. Danach schrägen Sie die Schnittkanten mit einem Kantenhobel oder mit dem Cuttermesser ab. Auf abgeschrägten Kanten findet die Spachtelmasse besseren Halt.

Vermeiden Sie bei der Anbringung der Gipskartonplatten Kreuzfugen, denn sie verringern die Stabilität der Decke. Am einfachsten gelingt Ihnen dies, wenn Sie die Reihen immer abwechselnd mit einer ganzen und einer halben Platte beginnen.

Durch das Verspachteln entsteht eine durchgängig glatte Oberfläche © U. J. Alexander, stock.adobe.com
Durch das Verspachteln entsteht eine durchgängig glatte Oberfläche © U. J. Alexander, stock.adobe.com

10. Sind alle Gipskartonplatten montiert, füllen Sie die Fugen zwischen den Platten sowie die Stellen, an denen Sie die Schraubenköpfe versenkt haben, mit Spachtelmasse. Sie muss eine gewisse Zeit trocknen, bevor sie glatt geschliffen werden kann. Stellen Sie nach dem Trocknen fest, dass die Fugen noch nicht komplett gefüllt sind, dürfen Sie die Spachtelmasse ruhig ein zweites Mal auftragen.

11. Sind Sie nach dem Schleifen Ihrer neuen Decke rundum zufrieden, streichen Sie die Gipskartonplatten zunächst mit einer Grundierung. Im Anschluss können Sie die Decke ganz nach Geschmack streichen, mit einer Raufasertapete bekleben oder verputzen. Wie Sie hierbei am besten vorgehen, erfahren Sie in den jeweiligen Ratgebern.

Auch für den Ausbau des Dachbodens ist Gipskarton bestens geeignet © AVTG, stock.adobe.com
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