Schallschutz im Fertighaus

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Man sagt dem Fertighaus, bzw. der Holzbauweise nach, dass der Schallschutz innerhalb des Hauses sowie gegen Lärm von außen weniger gut bis schlecht ist. Grund dafür ist die leichte Konstruktionsweise und die insgesamt geringe Dichte der Holzbauweise. Allerdings ist der Ruf des Fertighauses in dieser Hinsicht schlechter als nötig. Die Hersteller setzen mittlerweile Methoden und Baustoffaufbauten ein, die den Schallschutz deutlich verbessern.

Für einen guten Schallschutz sind im Fertighaus durch die leichte Bauweise besondere Maßnahmen nötig. Dazu gehören gedämmte Wände und durchdachte Bauteilanschlüsse © photo 5000, stock.adobe.com
Für einen guten Schallschutz sind im Fertighaus durch die leichte Bauweise besondere Maßnahmen nötig. Dazu gehören gedämmte Wände und durchdachte Bauteilanschlüsse © photo 5000, stock.adobe.com

Schallschutz: Das Wichtigste in Kürze

Unter den Begriff Schallschutz fallen alle Maßnahmen, die die Schallübertragung innerhalb des Hauses, aber auch von außen verringern. Das macht gerade im Wohnbereich Sinn, kann ständige Lärmbelastung doch zu Stress oder sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Luft- und Körperschall. Im ersten Fall wandern die von einer Geräuschquelle ausgesandten Schallwellen durch die Luft, im zweiten bringen Sie feste Materialien in Schwingung. Der Körperschall wird innerhalb eines Gebäudes auch als Trittschall bezeichnet: Läuft im Geschoss oberhalb eine Person umher oder rückt einen Stuhl zurecht, hören wir dies im darunterliegenden Raum mehr oder weniger deutlich.

Um das Innere eines Gebäudes vor von außen als Luftschall auftretenden Lärm zu schützen, ist eine entsprechende Dichtheit der Gebäudehülle erforderlich: Durch Fugen, Risse oder Lücken gelangt der Luftschall ungehindert in das Innere. Vor dem Trittschall und der Schallübertragung innerhalb des Hauses schützt eine sogenannte Trittschalldämmung sowie die Schallentkopplung. Diese verhindert, dass Schall durch die einzelnen Bauteile wandert.

Lautstärke wird in Dezibel (dB) gemessen und bestimmt die Intensität eines Geräusches. Diese Messwerte dienen auch der Festlegung von Grenzwerten, wie sie in der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ für den Mindestschallschutz angegeben sind.

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Schallschutzmaßnahmen im Fertighaus

Um die Nachteile der Trockenbauweise im Fertighaus aufzuwiegen, setzen die Hersteller durchdachte Bauteilaufbauten mit hohem Dämpfungsgrad ein, sodass ein Schallschutzmaß erreicht wird, das für eine geringe Lärmbelastung und eine hohe Wohnqualität sorgen.

Außen- und Innenwände

Wände machen einen Großteil der Gebäudehülle eines Hauses aus und trennen im Inneren die einzelnen Räume voneinander. Um hier einen guten Schallschutz zu gewährleisten, werden die einzelnen Wandebenen oder auch Wandschalen beweglich zueinander befestigt. Sogenannte Schallbrücken – die durch starre Verbindungen wie Schrauben und Nägel oder Kanthölzer entstehen – werden möglichst begrenzt, durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien mit verschiedener Steifigkeit und den Einbau von Schalldämmstoffen wie Mineralwolle in den Hohlräumen wird die Schallübertragung zusätzlich reduziert.

Um die Übertragung von Luftschall zu vermeiden, müssen die Wände ohne Fugen oder Lücken ausgeführt sein.

Fenster und Türen

Fenster und Türen sind generell Schwachstellen im Schallschutz. Im Innenbereich sorgt eine gute Abdichtung der Türen zum Boden hin sowie ein hohes Gewicht der Türen für eine Reduzierung der Schallübertragung. Außenfenster und -türen werden durch eine schalldämmende Konstruktion an sich sowie durch einen fachgerechten Einbau (RAL-Montage) zu Bremsen für den Lärm von außen. In Wohngegenden mit hoher Geräuschbelastung, zum Beispiel an stark befahrenen Straßen oder in der Nähe von Industrieanlagen, sorgen speziell verstärkte Schallschutzfenster und -türen für eine Verbesserung des Schallschutzes. In diesem Zusammenhang ist auch darauf zu achten, dass Rollladenkästen schalldämmend ausgeführt sind. 

Trittschallschutzdämmung sorgt dafür, dass Geräusche durch die Decke effektiv gedämpft werden © Anastasiia Babakova, stock.adobe.com
Trittschallschutzdämmung sorgt dafür, dass Geräusche durch die Decke effektiv gedämpft werden © Anastasiia Babakova, stock.adobe.com

Trittschallschutz für Decken und Treppen

Trittschall und Luftschall sind bei den im Fertighausbau verwendeten Holzbalkendecken häufig ein Thema. Für einen guten Schallschutz trotz der leichten Konstruktionen sorgen Trittschalldämmungen, die in Plattenform unter dem Estrich verlegt werden. Der Estrichboden selbst sollte schwimmend, also kontaktlos zur Wand verlegt sein, um eine Flankenübertragung des Schalls auf die Raumwände zu verhindern. Viele Hersteller binden den Schallschutz bereits mit ein und verwenden dazu mit Dämmung gefüllte Holzbalkendecken.

Je nach Treppenkonstruktion werden auch diese mit einer Trittschalldämmung versehen. Noch entscheidender ist die Entkopplung von Wand und Boden. Denn sind die Treppen direkt an der Wand befestigt, dienen sie als Schallbrücke und übertragen den Schall ungebremst. Für die Entkopplung werden elastische und damit dämpfende Treppenlager verwendet.

Wasserleitungen und andere Rohrleitungen müssen ummantelt und entkoppelt werden – sonst hört man die Strömungsgeräusche durchs ganze Fertighaus © schulzfoto, stock.adobe.com
Wasserleitungen und andere Rohrleitungen müssen ummantelt und entkoppelt werden – sonst hört man die Strömungsgeräusche durchs ganze Fertighaus © schulzfoto, stock.adobe.com

Installationen

Rohre und Leitungen werden als Schallüberträger oftmals vernachlässigt. Bleiben diese ungedämmt, überträgt sich der Körperschall, der zum Beispiel bei fließendem Wasser entsteht, über die Wände im ganzen Haus verteilen. Abhilfe schaffen gedämmte Wasser- und Abwasserrohre und Installationswände. Neben einer dämmenden Ummantelung ist auch hier eine Entkopplung von anderen Bauteilen entscheidend, um eine gute Schutzwirkung zu erreichen.

Wie gut die einzelnen Schallschutzmaßnahmen wirken, hängt unter anderem auch von der Grundrissgestaltung ab. So verteilt sich der Schall in offenen Grundrissen deutlich leichter und kann dort auch nur schwer begrenzt werden. Sind Technikräume, zum Beispiel für die Wärmepumpe oder andere Heizungsanlagen, im Haus integriert, sollten diese hinsichtlich des Schallschutzes besonders sorgfältig konstruiert und ausgeführt werden.

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Auch mit der Einrichtung kann ein Beitrag für einen besseren Schallschutz geleistet werden. So absorbieren weiche Materialien und große Möbelstücke den Schall und sorgen für eine bessere Raumakustik.

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Mangelnder Schallschutz kann ein Baumangel sein, dies aber nur, wenn im Bauvertrag Vorgaben zum Mindestschallschutz gemacht wurden. Ansonsten gilt die DIN 4109, deren Festlegungen den Ansprüchen an ein schallgedämmtes Haus oft nicht genügen © N. Theiss, stock.adobe.com

Schallschutz vertraglich festlegen!

Für Einfamilienhäuser gelten die Mindestanforderungen aus der DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“. Diese Anforderungen müssen erfüllt werden und sind auch meist Grundlage des Standard-Angebots der Fertighaushersteller. Möchten Sie einen verbesserten Schallschutz in Ihrem Eigenheim, muss dieser vertraglich vereinbart werden. Eine Grundlage hierfür bietet die VDI 4100 „Schallschutz im Hochbau; Wohnungen; Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz“. Ein Sachverständiger in diesem Bereich kann wichtige Hinweise für sinnvolle Schallschutzwerte liefern und die Vertragsgestaltung mitbetreuen.

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