Schallschutz im Trockenbau – für mehr Ruhe in den Zimmern

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Ein guter Schallschutz lässt sich bei Decken und Wänden in der Trockenbauweise durchaus mit herkömmlichen Gipskartonplatten realisieren. Hierzu geben wir Ihnen in diesem Ratgeber einige Tipps. Noch besser wird der Schallschutz allerdings, wenn Sie Schallschutzplatten verwenden.

Den Schallschutz durch dickere Platten oder eine doppelte Beplankung verbessern

Dichtungsbänder, Dämmung und dicke Beplankungen verbessern den Schallschutz © Marcus Kretschmar, stock.adobe.com
Dichtungsbänder, Dämmung und dicke Beplankungen verbessern den Schallschutz © Marcus Kretschmar, stock.adobe.com

Schon allein durch dickere Gipskartonplatten erhöhen Sie den Schallschutz. Alternativ montieren Sie zwei Lagen Gipskarton. Solch eine doppelte Beplankung hat mit Standardplatten in einer Stärke von 12,5 Millimetern eine Gesamtdicke von 25 Millimetern und eine recht gute schalldämmende Wirkung. Bei einer doppelten Beplankung ist es wichtig, auch die erste Lage Gipskartonplatten zu verspachteln. Sonst würde sich der Schall durch die offenen Fugen ausbreiten. Schon allein aus Gründen der Stabilität, aber auch für einen besseren Schallschutz sollten die Fugen der beiden Plattenlagen außerdem immer versetzt sein.

Das Ständerwerk breit anlegen

Bei einer Zwischenwand spielt im Hinblick auf den Schallschutz auch der Abstand zwischen den beiden Lagen Gipskarton eine Rolle. Je größer er ist, desto schwächer werden die Schallwellen. Steht Ihnen ausreichend Platz zur Verfügung, können Sie das Ständerwerk daher etwas breiter anlegen. Möchten Sie vorgefertigte Metallprofile verwenden, sind Schallschutzprofile eine gute Wahl. Sie eignen sich neben Trockenbauwänden auch für Decken.

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Die Unterkonstruktion mit einem Dämmstoff füllen

Eine Dämmung verhindert bei einer Zwischenwand in der Trockenbauweise, dass der Schall, der auf der einen Seite auf die Gipskartonplatten trifft, an die Beplankung auf der anderen Seite weitergegeben wird. Ohne Dämmung würde er sich über die Luft weiter ausbreiten. Die Verwendung eines Dämmstoffs folgt daher dem Masse-Feder-Prinzip, das die Übertragung von Schallwellen durch eine Federung unterbricht und in vielen Bereichen zum Einsatz kommt. Bei einer Zwischenwand stellen die beiden Lagen Gipskarton die Masse und der Dämmstoff die Federung dar.

Wärme und Schallschutz: eine Dämmung aus Mineralwolle © mhp, stock.adobe.com
Wärme und Schallschutz: eine Dämmung aus Mineralwolle © mhp, stock.adobe.com

Selbst eine schlanke Unterkonstruktion bietet Platz für einen Dämmstoff. Er schluckt besonders viel Schall, wenn er weich ist und eine faserige Struktur besitzt. Gut geeignet sind daher etwa die Steinwolle oder die Glaswolle, die sich zudem gut in den Rahmen stopfen lässt. So verbleiben keine Zwischenräume, durch die der Schall dringen könnte. Den gleichen Vorteil haben Einblasdämmungen. Sie erfordern allerdings spezielle Maschinen und sind daher für die wenigsten Heimwerker interessant. Dämmmaterialien wie die Steinwolle sind auch als Akustikdämmstoffe und in passenden Breiten für Ständerwerke aus den gängigen Metallprofilen erhältlich. Sofern Sie Metallprofile verwenden möchten, sind Akustikdämmstoffe aus Steinwolle daher eine praktische Lösung. Es kommen aber auch viele andere Dämmmaterialien wie zum Beispiel Naturfasern wie Hanf, Jute und Flachs sowie die verschiedenen Schaumstoffe infrage.

Beachten Sie bei der Auswahl den Grundsatz, dass der Schallschutz umso besser ist, je schwerer der Dämmstoff ist. Relativ schwere Schaumstoffe haben daher einen größeren Effekt als leichte.

Den Rahmen schalltechnisch entkoppeln

Über miteinander verbundene Bauteile breitet sich der Schall immer weiter aus. Der Rahmen Ihrer Unterkonstruktion sollte deshalb keinen direkten Kontakt zu einer Wand, dem Fußboden oder der Decke haben. Dies lässt sich durch ein Dichtungsband verhindern, das Sie auf die Seiten der Metallprofile beziehungsweise Holzlatten kleben, die später an der Wand, der Decke oder auf dem Fußboden liegen. Diese Vorgehensweise wird im Fachjargon als schalltechnische Entkoppelung bezeichnet. Den gleichen Zweck wie ein Dichtungsband erfüllt eine flexible Dichtmasse. Ein selbstklebendes Dichtungsband ist jedoch sehr viel einfacher in der Verarbeitung.

Eine Unterkonstruktion aus dicken Kanthölzern ist äußerst stabil © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
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Möchten Sie eine Decke abhängen, müssen Sie die Rahmenelemente mit Abhängern an der vorhandenen Decke fixieren. Diese Abhänger sind auch in akustisch entkoppelten Ausführungen erhältlich. Mit diesem Zubehör verhindern Sie, dass Trittschall und andere Geräusche von der alten Decke an die abgehängte Decke weitergeleitet werden.

Bei der Montage der Gipskartonplatten einen kleinen Abstand lassen

Die Beplankung sollte ebenfalls schalltechnisch entkoppelt sein. Achten Sie bei der Anbringung der Gipskartonplatten deshalb auf einen kleinen Abstand zur Wand, der Decke und dem Fußboden. Diese Fugen füllen Sie später mit Silikon, Acryl oder einem anderen dauerelastischen Dichtstoff. Auch die Hersteller von Gipskartonplatten produzieren geeignete Dichtstoffe. Die Fugen zwischen Beplankung und Fußboden lassen Sie einfach offen, denn sicherlich möchten Sie dort später Fußleisten anbringen.

Auch bei Steckdosen und Lichtschaltern an den Schallschutz denken

Durch Bohrungen dringt der Schall leicht auf die andere Wandseite © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Durch Bohrungen dringt der Schall leicht auf die andere Wandseite © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Durch unsaubere Bohrungen für die Hohlwanddosen für Steckdosen und Lichtschalter dringt Schall bis auf die andere Seite einer Zwischenwand. Bessern Sie diese bei Bedarf deshalb mit Spachtelmasse aus. Sind auf beiden Seiten der Wand Bohrungen erforderlich, sollten Sie diese möglichst versetzt platzieren. Im Idealfall verwenden Sie außerdem Schallschutzdosen.

Schallschutzplatten und Akustikplatten

Schallschutz- und Akustikplatten ähneln sich, denn beide sorgen für mehr Ruhe. Akustikplatten kommen jedoch vor allem dort zum Einsatz, wo die Raumakustik verbessert werden soll. Mit diesen Platten verkleidet man unter anderem die Decken in Großraumbüros, in denen durch die Telefonate, Gespräche und nicht zuletzt die Bewegungen der vielen Mitarbeiter schnell eine unangenehme Geräuschkulisse entsteht.

Schallschutzplatten unterscheiden sich von den Standard-Gipskartonplatten durch ihre höhere Dichte. Je dichter ein Baustoff ist, desto schwerer lässt er sich in Schwingungen versetzen und desto weniger Schall dringt hindurch. Gleichzeitig wird eine Platte immer schwerer, je dichter sie ist. Schallschutzplatten sind deshalb schwerer als herkömmliche Gipskartonplatten. Sie eignen sich gleichermaßen für Wände, Decken, Vorsatzschalen, Vorwandinstallationen und andere Vorhaben in der Trockenbauweise. Mit diesen Platten können Sie darüber hinaus den Schallschutz nachträglich, beispielsweise an einer bereits vorhandenen Trockenbauwand verbessern. Für diesen Zweck bekommen Sie im Handel dünne und sehr dichte Schallschutzplatten, durch die nur wenig Grundfläche verloren geht.

Die Löcher in Akustikdecken schlucken Schall © Bardorf Eduard, stock.adobe.com
Die Löcher in Akustikdecken schlucken Schall © Bardorf Eduard, stock.adobe.com

Akustikplatten für Decken sind in der Regel mit Löchern oder Schlitzen versehen. Dadurch absorbieren sie den Schall und sorgen selbst in Räumen wie Klassenzimmern und Theatern für mehr Ruhe. Auch der Nachhall von Geräuschen lässt sich mit diesen Platten verbessern. Im privaten Umfeld kommen Akustikplatten aber nur selten zum Einsatz.

Die weiche Mineralwolle lässt sich leicht passgenau zuschneiden © bilanol, stock.adobe.com
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