Gartenpflege im Winter: Jetzt auf neues Gartenjahr vorbereiten

Teilen:

Garten im Winter pflegen

Es sich im Haus gemütlich machen und als Hobbygärtner bei einer Tasse Tee die arbeitsfreie Winterzeit genießen? Nicht ganz, denn im Winter gibt es doch noch einige wichtige Arbeiten. So wird beispielsweise das neue Gartenjahr vorbereitet. Den Garten im Winter pflegen, diese Aufgaben stehen an.

In der Winterzeit stehen einige wichtige Gartenarbeiten an © agneskantaruk, stock.adobe.com
In der Winterzeit stehen einige wichtige Gartenarbeiten an © agneskantaruk, stock.adobe.com

Für Meteorologen beginnt der Winter am 1. Dezember und dauert bis zum 28. Februar. Und in diesem Zeitraum gibt es Arbeiten, die vielleicht davor liegengeblieben sind oder einfach wichtig sind, um im Frühjahr bestens mit gesunden Pflanzen durchzustarten.

Zeit zum Aufräumen

Mit dem Winteranfang ist es wichtig, vorhandene Wasserleitungen von innen abzudrehen und den Hahn komplett leerlaufen zu lassen. Was gerne mal vergessen wird, ist dringend angeraten, um ein Einfrieren der Leitung und damit ein mögliches Platzen zu verhindern.

Gleiches gilt für den Gartenschlauch, der an einer geschützten Stelle im Garten, besser noch in der Garage oder im Gartenhaus überwintert. In jedem Fall sollte auch er entleert sein, um den Winter schadlos zu überstehen.

bis zu 30% sparen

Angebote für Gartenarbeiten einholen

  • Bundesweites Netzwerk
  • Qualifizierte Anbieter
  • Unverbindlich
  • Kostenlos

Gartengeräte pflegen

Den Rasenmäher nach dem letzten Mäheinsatz bei der Gartenpflege im Herbst schnell noch in den Geräteschuppen geschoben, weil noch jede Menge andere Pflegeaufgaben auf Sie warteten? An einem milden Wintertag ist es ideal, ihm ein wenig Pflege zu gönnen. Angetrockneter Rasenschnitt wird rund um das Messer abgebürstet, dieses dabei gleich mal genauer inspiziert. Ist es noch scharf genug? Wenn nicht, dann können Sie es mit einer Metall- oder Werkstattfeile oder auch mit einem Schleifstein wieder schärfen. Denn: Stumpfe Messer reißen Halme beim Mähen eher ab, denn dass sie sauber schneiden.

Die Winterzeit ist gut geeignet, um die Gartengeräte für ein langes Leben und optimale Funktion zu pflegen © idambeer, stock.adobe.com
Die Winterzeit ist gut geeignet, um die Gartengeräte für ein langes Leben und optimale Funktion zu pflegen © idambeer, stock.adobe.com

Genauso pfleglich sollten Sie mit Gartengeräten umgehen. Anhaftende Erde wird mit Bürste und Wasser entfernt. Jetzt rücken Sie auch Rost zu Leibe, den man entweder mit einer Drahtbürste oder Hausmitteln wie Natron- oder Backpulver (Paste mit Wasser herstellen), Essig oder verdünnter Zitronensäure und einer Bürste entfernt. Vorteil der Hausmittel: Das Werkzeug ist nicht nur rostfrei, sondern auch noch desinfiziert. Zudem können die Gartenschere und eventuell auch der Spaten einen Schliff vertragen. Auch hierfür sind ein Schleifstein oder eine Werkstattfeile gut geeignet.

Nach Reinigung und Schliff pflegen Sie die Metallteile Ihrer Gartengeräte idealerweise noch mit etwas Öl, auch und gerade die Gartenschere. Hierfür ist beispielsweise Maschinenöl geeignet. Das pflegt alle Metallteile und macht die Schere wieder gangbar, sorgt für Langlebigkeit und ein mögliches Quietschen wird beseitigt. Alternativ gibt es im Handel spezielle Pflegemittel für Metall.

Sich schließlich den Holzgriffen von Gartengärten zu widmen, macht ebenfalls Sinn. Das erhöht deren Langlebigkeit und sorgt für ein besseres Griffgefühl. Hierzu tragen Sie ein Pflegeöl auf ein Poliertuch auf und benetzen damit den kompletten Holzgriff. Nach 15 Minuten Einwirkzeit testen Sie die Oberfläche. Ist diese noch rau, dann wird der Vorgang so lange wiederholt, bis das Holz gesättigt ist und kein Öl mehr aufnimmt. So gepflegt im Winter, sind Werkzeuge mit Holzgriff für die nächste Gartensaison gerüstet.

Vorsicht Frosttrocknis, betreten verboten und Schnee entfernen

Der Wind kann im Winter manchmal unangenehm stark sein und selbst bei Frost scheint gerne mal die Sonne. Beides trocknet insbesondere Topfpflanzen aus. Doch auch bei immergrünen Hecken kann dieses Phänomen auftreten. Diese sogenannte Frosttrocknis, auch Winterdürre genannt, ist einer der Hauptgründe dafür, dass getopfte Pflanzen, selbst wenn sie als besonders frosthart gelten, den Winter nicht überleben. Auch immergrüne Hecken können hierdurch erheblichen Schaden erleiden. Doch, warum ist das so? Feuchtigkeit verdunstet durch Wind oder Sonnenschein und aus der durchgefrorenen Erde kann die Pflanze kein Wasser aufnehmen. Das löst erheblichen Schaden aus.

Gerade immergrüne Topfpflanzen sind im Winter der Gefahr von Frosttrocknis ausgesetzt © Globalflyer, stock.adobe.com
Gerade immergrüne Topfpflanzen sind im Winter der Gefahr von Frosttrocknis ausgesetzt © Globalflyer, stock.adobe.com

Im Topfgarten reduzieren Sie die Gefahr von Schäden, indem Sie Topfpflanzen an frostfreien Tagen auf Feuchtigkeit kontrollieren und diese eventuell moderat gießen. Buchs und andere Immergrüne in Töpfen können Sie zusätzlich mit einem hellen Wintervlies oder Jutesack einpacken. Das reduziert die Verdunstung von Feuchtigkeit über das Laub.

Immergrüne Hecken schützen Sie mit einer Mulchschicht an der Basis. Eine Feuchtigkeitskontrolle nach längerem Frost und gegebenenfalls einer leichten Wassergabe ist auch bei Heckenpflanzen hilfreich.

Zudem sollten Sie Rasen an Frosttagen möglichst nicht betreten. Durchgefrorene Grashalme könnten sonst Schaden nehmen.

Schnee und Eis hinterlassen auf einem Rasen meist Spuren © fotoduets, stock.adobe.com
Schnee und Eis hinterlassen auf einem Rasen meist Spuren © fotoduets, stock.adobe.com

Während Schnee auf den Beeten die Pflanzen eher schützt, ist er auf Immergrünen wie Buchs, Eibe und andere Pflanzen eine sprichwörtliche Last. Gerade große Mengen an nassem Schnee lassen diese Gewächse auseinanderfallen und Äste gar abbrechen. Entfernen Sie diesen daher am besten zeitnah, etwa mit einem Besen.

Empfindliches im Winter mulchen

Neben den immergrünen Hecken profitieren gerade Rosen von einer Mulchschicht über den Winter. Hierfür ist Kompost bestens geeignet, der über der Veredelungsstelle angehäufelt wird. Rosen gelten an sich zwar nicht als besonders frostempfindlich. Die nahe unter der Erde liegende Veredelungsstelle kann dennoch bei Dauerfrost Schaden nehmen. Entfernt wird diese Schicht erst wieder im Frühjahr.

Ratsam ist so eine Mulchschicht auch bei weniger frostfesten Stauden. Zu ihnen gehört beispielsweise der sehr beliebte, dauerblühende Ziersalbei Salvia ‚Amistad‘. Er gilt als frostfest bis etwa – 10 Grad Celsius, ein Wert, der gerade in milden Lagen selten erreicht wird. Eine schützende Abdeckung aus Laub und Reisig erhöht dennoch seine Überlebenschance. Diese wird im Frühjahr zeitig entfernt, da sie für hungrige Schnecken einen idealen Unterschlupf bietet.

Tierischen Gartenbesuchern im Winter helfen

Während viele Tiere, die wir gerne im Garten begrüßen, in den kalten Monaten in Winterruhe verharren, leiden insbesondere Vögel unter den widrigen Umständen. Futter etwa lässt sich vielerorts nur schwer finden. Daher ist die Winterfütterung der heimischen Vogelwelt laut zahlreichen Vogelexperten sinnvoll.

Winterfütterung ist umstritten, vielerorts allerdings sehr wichtig © mikhasik, stock.adobe.com
Winterfütterung ist umstritten, vielerorts allerdings sehr wichtig © mikhasik, stock.adobe.com

Auch Wasser wird in der kalten Jahreszeit rar, spätestens mit einsetzenden Frösten. Täglich heißes Wasser in eine Vogeltränke zu geben kann hier Abhilfe schaffen. So friert sie weniger schnell zu.

Zudem können Sie im Winter Nistkästen aufhängen, sofern noch keine vorhanden sind. Sind bereits welche vorhanden, dann ist der Winter eine gute Zeit, sie zu reinigen. Vor dem Brüten werden Nistkästen gerne von teilweise mehreren Vögeln auf einmal als schützendes Winterlager genutzt.

Wurzelnackte Pflanzen setzen

Oktober bis März ist die Zeit, in der Sie in frostfreien Perioden wurzelnackte Hecken, Sträucher und Rosen kaufen können. Fast immer leider nur im Onlinehandel, dort meist direkt vom Produzenten. Wurzelnackt heißt in diesem Zusammenhang, dass die frisch aus der Erde entnommenen Pflanzen völlig ohne Erde den Kunden erreichen. Was ist der Sinn daran? Diese Pflanzen sind deutlich günstiger als getopfte Vertreter. Ein Hauptgrund für diese Verkaufsform für den Produzenten: Der günstigere Versand.

Hier sieht man gleich büschelweise preisgünstige wurzelnackte Rosen © Paul Maguire, stock.adobe.com
Hier sieht man gleich büschelweise preisgünstige wurzelnackte Rosen © Paul Maguire, stock.adobe.com

Wurzelnackte Pflanzen werden zunächst für ein paar Stunden gewässert. Am einfachsten gelingt dies in einem mit Wasser gefüllten Eimer. Dann werden eventuell schadhafte und sehr lange Wurzeln eingekürzt. Gepflanzt werden sie wie getopfte Ware. Das Pflanzloch muss mindestens der Größe des Wurzelbereichs entsprechen. Veredelungstellen bei Rosen sollten stets 5 cm unter der Erdoberfläche sitzen.

TIPP

Nutzen Sie unseren Service: Kostenlos Angebote für Gartenarbeiten einholen

Mit Winterblühern Farbe ins Grau bringen

Oft sind die Wintertage trist und grau. Schön, wenn man sich ein paar winterblühende Stauden oder Gehölze in das eigene grüne Reich holt. So blüht der Großstrauch Bodnant-Winterschneeball mit seinen rosafarbenen, nach Vanille duftenden Blüten oft ab November und bis in den März hinein. Weitere Winterblüher unter den Gehölzen sind die Zaubernuss, die entweder in gelb, orange oder rot erblüht, sowie die gelbblühende Kornelkirsche.

Christrosen gehören zu den verblüffenden Winterblühern © Maksims, stock.adobe.com
Christrosen gehören zu den verblüffenden Winterblühern © Maksims, stock.adobe.com

Unter den Stauden sind es insbesondere die Lenz- und Christrosen, die mit Winterblüte begeistern. Dazu gesellen sich im Winter blühende Zwiebelblumen wie der Winterling, das Schneeglöckchen und Sternhyazinthen.

Insbesondere für Töpfe und Balkonkästen geeignet ist zudem die Winter- oder Schneeheide ein schöner Winterblüher, der von Januar bis April mit nektarreichen Blüten begeistert.

Ende des Winters: Erste Aussaaten

Weil Pflanzen wie Paprika sehr lange benötigen bis sie Früchte tragen, werden sie früh im Jahr gesät © Petra Schueller, stock.adobe.com
Weil Pflanzen wie Paprika sehr lange benötigen bis sie Früchte tragen, werden sie früh im Jahr gesät © Petra Schueller, stock.adobe.com

Geübte Hobbygärtner säen bereits im Januar einige ihrer Lieblingspflanzen auf einer kühlen, hellen (nach der Keimung) Fensterbank oder unter Wachstumslampen aus. Die Favoriten vieler Gemüsegärtner sind hier:

  • Paprika
  • Chili
  • Auberginen
  • Physalis

Ende Januar können Sie Sommerlauch im Haus vorziehen. Ende März kann er dann in die Beete, da er etwas Frost verträgt. Frühe Kopfsalate werden bei 12 – 15 Grad ebenfalls vorgezogen. Sind die Beete frostfrei, dann können Sie dort im Januar bereits Dicke Bohnen stecken und Spinat säen. Auch gut im Januar im Haus zu säen: Geranien und Löwenmäulchen.

Tipp: Auch Kaltkeimer können nun in die Erde. Kaltkeimer sind Pflanzen, die bei Temperaturen um Null Grad erst richtig erfolgreich keimen. Ein beliebter Klassiker darunter: der Scheinsonnenhut/Echinacea. Säen Sie deren Samen im Januar in Anzuchtschalen aus. Stellen Sie diese für ein paar Wochen ins Freie. Anschließend auf der hellen Fensterbank oder im Gewächshaus keimen lassen.

Aufgelistete Gemüsepflanzen können aber auch noch im Februar gesät werden (Freiland oder Fensterbank wie genannt). Dann können Sie im Haus auch Dill, Petersilie und Schnittlauch vorziehen.

Ende Februar können Sie bei idealen Bedingungen mit der Anzucht von Tomaten im Haus beginnen. Im Gewächshaus oder im abgedeckten Frühbeet gelingen dann bereits viele der weniger empfindlichen Gemüsesorten. Hier dann immer die frühen Sorten von Karotten, Blumenkohl und andere frühe Kohlsorten, Radieschen Rotte Beete oder Erbsen wählen.

Fazit: Die Wintermonate laden Hobbygärtner zum Entspannen ein. Einige kleinere Arbeiten sind dennoch sinnvoll und hilfreich. Ab Januar beginnt so langsam wieder die Aussaatsaison. Mit der eigenen Anzucht kann man jede Menge Geld sparen und bekommt teils sehr ausgefallene Sorten in Saatgutform, die es selten bis gar nicht als Pflanzen zu kaufen gibt.

Weitere Tipps zur Gartenpflege? Kompakt für die jeweilige Saison:

Ein Gewächshaus eignet sich unter bestimmten Bedingungen für die Überwinterung frostempfindlicher Pflanzen © sonne_fleckl, stock.adobe.com
Kälteempfindliche Pflanzen richtig überwintern

So klappt es: Pflanzen überwintern Sie begeistern uns durch die ganze Gartensaison, aber Kälte mögen sie so gar nicht. Die… weiterlesen

bis zu 30% sparen

Angebote für Gartenarbeiten

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Artikel teilen: