Der Garten im Herbst: Pflege und andere Maßnahmen

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Gartenpflege im Herbst: Gut gewappnet in den Winter

Die Herbstsonne wärmt nochmal so richtig schön, die Herbstblüher geben ihr Bestes und auch im Gemüsebeet gibt es noch viele Leckereien. Was im Herbst im Garten zu tun ist, wie Sie ihn optimal auf den Winter vorbereiten und die Grundlagen für die nächste Gartensaison schaffen – ein Überblick.

Der Garten kann im Herbst so schön sein © Nancy J. Ondra, stock.adobe.com
Der Garten kann im Herbst so schön sein © Nancy J. Ondra, stock.adobe.com

Je nachdem, ob man den kalendarischen oder den meterologischen Herbst nimmt, beginnt die Jahreszeit entweder mit dem ersten September oder dem 21. September. Eigentlich noch viel zu früh, um an übliche Herbststürme, nebliges, unangenehmes Wetter und kühle Temperaturen zu denken. Die Temperaturen können nämlich tagsüber noch sehr mild sein in diesem Monat, was zum Genuss des Gartens einlädt, denn: Im September gibt es nicht mehr allzu viel im Gartern zu tun. Die größte Hitze ist meist vergessen, damit fällt die Gießarbeit deutlich geringer aus. Zum Dünger greifen Hobbygärtner nun auch nicht mehr, denn das würde nur schwache Austriebe zur Folge haben, die bei zu erwartenden frostigen Temperaturen leiden würden oder gar absterben.

Dennoch gibt es einiges zu tun. Im Gemüsegarten kann beispielsweise noch gesät werden.

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Der Gemüsegarten im Herbst

Aussaat im September

Tatsächlich stehen im Aussaatkalender für den September so einige Leckereien, die jetzt noch gesät werden. Hierzu zählen:

  • Pflücksalat
  • Radieschen (späte Sorten, siehe Packungsangabe)
  • Rucola/Rauke
  • Tatsoi (ähnelt optisch Mangold)
  • Pak Choi
  • Winterportulak
  • Spinat
  • Feldsalat

Weniger bekannt sind Winterkopfsalate und Senfkohl, auch Asiasalat genannt. Letzterer wird Senfkohl genannt, da er Senfölglycoside enthält. Dies sind sekundäre Pflanzenstoffe, die für die Schärfe etwa von Meerrettich, Senf oder Kresse verantwortlich sind. Roh und pur gegessen schmeckt man diese Würze deutlich. Im Salat – wunderbar als Wintersalat geeignet – mit dem passenden Dressing oder kurz angedünstet verliert sich die Schärfe praktisch komplett.

Im September heißt es: Ernten und säen für gut gefüllte Gemüsebeete © epiximages, stock.adobe.com
Im September heißt es: Ernten und säen für gut gefüllte Gemüsebeete © epiximages, stock.adobe.com

Asiasalat wird idealerweise im September und bis Mitte Oktober gesät. In milderen Lagen ist er noch vor Weihnachten wie Pflücksalat zu beernten. Sein Vorteil ist, dass er frostfest bis – 15 Grad ist und so bis zum Frühjahr geerntet werden kann. Ab Ende April beginnt er zu schießen und bildet Blüten. Die Blüten dieses Kreuzblütlers sind bei Bienen sehr beliebt.

Beliebte Sorten: Mizuna, Red Giant, Feathergreen und Green in the Snow. Red Giant und Green in the Snow sind sehr ertragreich.

Gleichsam wenig bekannt sind die genannten Winterkopfsalate. Sie besitzen teilweise eine Frosttoleranz von -25 Grad. Allerdings wachsen sie langsamer zu dieser Jahreszeit, wodurch sie erst ab etwa April erntereif sind. Bewährte Sorten für die Überwinterung im Beet oder auch im Topfgarten: ‚Merveilles de quattre Saisons‘, ‚Maikönig‘, ‚Maiwunder‘ und Winterkopfsalat ‚Wintersalat‘.

Tipp: Sind die Beete noch gut gefüllt im September, dann können Sie Asiasalate, Pflücksalate, Pakchoi, Tatsoi und Winterkopfsalate auch vorziehen und später an ihren endgültigen Standort setzen.

Auch Frühlingszwiebeln könnten Sie jetzt für das kommende Jahr säen und Knoblauch wird im September oder Oktober gesteckt.

Tipp zum Knoblauch: Die Zehen der Knollen aus dem Supermarkt könnten funktionieren. Nur leider ist das Ergebnis etwas ungewiss. Denn: Es könnte eine mediterrane, frostempfindliche Sorte sein, die unseren Winter nicht überlebt. Im Fachhandel besser eine heimische Sorte zur Anzucht wählen.

Ernten & genießen

Im September haben viele Lieblingsgemüsesorten Hochsaison. Kürbisse werden langsam reif, Zucchini, Tomaten und Gurken bescheren uns eine schmackhafte Ernte.

Der Herbst verwöhnt Hobbygärtner mit reicher Ernte © Viktor Eden, stock.adobe.com
Der Herbst verwöhnt Hobbygärtner mit reicher Ernte © Viktor Eden, stock.adobe.com

Tomaten kappen ist ab Mitte September eine Möglichkeit, um möglichst viele Früchte noch ausreifen zu lassen. Insbesondere bei großfruchtigen Sorten kann dies Sinn machen. Unreife Früchte Können Sie ab Ende des Monats oder Anfang Oktober nachreifen lassen. Eine Kartonunterlage an einem warmen Ort im Haus ist hierzu ideal. Nachgereift schmecken Tomaten roh nicht mehr so toll, zum Kochen sind sie allerdings noch gut geeignet.

Tipp: Wenn Sie den Blütenansatz an nachreifenden Tomaten belassen, dann trocknen sie nicht so schnell aus, da er wie ein Flaschenverschluss wirkt.

Werden Zucchini und Tomaten regelmäßig abgeerntet, können Sie sich über weiteren Nachschub freuen. Im Idealfall bis Oktober.

Überschüsse an Tomaten können Sie einkochen oder gekocht einfrieren. Zucchini können geschnitten und roh in die Tiefkühltruhe. Praktisch alle Obstsorten können in der Kühltruhe für die spätere Verarbeitung gelagert werden.

Tipp: Tomaten mit eher dicker, stabiler Haut kann man in Scheiben geschnitten roh einfrieren. Einfach in eine Dose legen, Schichten mit Backpapier trennen und einzeln etwa als Pizzabelag, für Gratins und dergleichen verwenden.

Fallobst sollte insbesondere vom Rasen entfernt werden. Es kann dem Rasen durch Schimmel und Fäulnis schaden. Zudem lockt es Wespen an, was für viele Menschen unerfreulich ist. Igel allerdings würden sich über das Obst freuen. Ein paar schmackhafte Früchte abseits von Rasen und Sitzplatz zu deponieren, unterstützt die stachelige „Schneckenpolizei“, um gut und gekräftigt in den Winter zu kommen.

Was jetzt wichtig im Blumenbeet ist

Im September blühen, bei entsprechender Bepflanzung, noch jede Menge Sommer- und Herbstblüher. Einige kommen sogar erst später so richtig in Fahrt. Für Herbstastern und Herbstchrysanthemen etwa sind September und Oktober die Monate, in denen sie erste Blüten bilden. Bei der richtigen Auswahl blühen sie sogar bis November oder bis zu den ersten Frösten.

Samen im Garten an einem sonnigen Herbsttag sammeln © JimmyC, stock.adobe.com
Samen im Garten an einem sonnigen Herbsttag sammeln © JimmyC, stock.adobe.com

Ausputzen von Verblühtem fördert bei vielen Blühpflanzen die Bildung neuer Blüten. Zudem sind trockene September- und Oktobertage ideal, um Samen von Blühpflanzen zu sammeln. Sie sind kostenlos für die Neuanzucht im nächsten Jahr und besonders gut an die vorhandenen Verhältnisse gewöhnt.

Der Herbst ist ideal, um neue Pflanzen zu setzen. Für Sträucher, Rosen oder Stauden ist die Erde im zeitigen Herbst noch warm genug, um winterfest einzuwurzeln. Zumal Sie jetzt oft Schnäppchen im Gartencenter erhalten, weil das Pflanzensortiment dort jetzt aussortiert wird.

Der Herbst ist auch die Zeit, die Anlage des Gartens neu zu überdenken. Im Sommerblumenbeet hat Ihnen das eine oder andere nicht gefallen oder gefehlt? Der Herbstgarten könnte vielleicht mehr Pep haben? Dann können Sie bereits jetzt mit der Planung für nächstes Jahr beginnen. Notizen zum Status Quo sind hier sehr hilfreich.

Blumenbeet und Topfgarten: Es ist Blumenzwiebelzeit

Wer sich perfekt vorbereitet hat, hat Fotos vom Garten im Frühjahr, um ab September Lücken mit Zwiebelblühern aufzufüllen. Aber auch in bereits üppig blühenden Beeten sind ein paar weitere Zwiebeln von Frühlingsboten nie verkehrt. Die Auswahl ist jetzt groß und beginnt häufig bereits im Februar mit Schneeglöckchen und Winterlingen, gefolgt von Hyazinthen, Narzissen oder Tulpen und endet im Mai mit dem kugeligen Zierlauch.

Blumenzwiebeln, wie hier Tulpen und Narzissen, kommen ab September in die Erde © hcast, stock.adobe.com
Blumenzwiebeln, wie hier Tulpen und Narzissen, kommen ab September in die Erde © hcast, stock.adobe.com

Töpfe sind übrigens auch ideal für die Bepflanzung mit diesen Frühjahrsblühern. Maximale Blütenpower erzielen Sie hierin mit einer sogenannten Blumenzwiebel-Lasagne. Hierzu wird entweder nur eine Sorte in verschiedenen Lagen dicht an dicht gesetzt oder eben mehrere mit unterschiedlichen Blühzeiten. Für Fokuspunkte im Garten, den Eingangsbereich, die Terrasse oder auf dem Balkon ein üppiger Frühjahrs-Blumengruß. Diese Masse an Zwiebelblühern hält sich im Topf allerdings nicht lange und die Blühkraft lässt schnell nach. Daher macht es Sinn, die Blumenzwiebeln nach einer, maximal zwei Frühjahren ins Gartenbeet zu setzen. Dann mit den empfohlenen Abständen.

Blumenzwiebeln stecken: Als Faustregel gilt, dass Blumenzwiebeln immer doppelt, besser drei Mal so tief in die Erde kommen, wie sie groß sind.

Herbstlaub entfernen?

Buntes Herbstlaub an den Bäumen erfreut viele Gartenbesitzer, doch sobald es fällt, ist es Vielen ein Dorn im Auge. Vom Rasen sollten Sie Laub tatsächlich entfernen, denn, zusammen mit Nässe, können sich hierdurch Pilzkrankheiten entwickeln und den Rasen schädigen. Auf Beetflächen darf Herbstlaub gerne liegenbleiben. Denn es bildet eine schützende Mulchschicht, die auch so manches Getier zum Überwintern zu schätzen weiß. Hier wird es erst im zeitigen Frühjahr entfernt, um Frühjahrsblühern Licht zu verschaffen und Schnecken keine Verstecke zu bieten.

Herbstlaub kann traumhaft aussehen. Nicht überall im Garten ist es gern gesehen © Subbotina Anna, stock.adobe.com
Herbstlaub kann traumhaft aussehen. Nicht überall im Garten ist es gern gesehen © Subbotina Anna, stock.adobe.com

Auch auf befestigten Wegen sollten Sie Laub entfernen, denn in Verbindung mit Nässe kann so der Gang durch den Garten oder zum Hauseingang zur gefährlichen Rutschpartie werden.

Der Rasen im Herbst

September ist eine gute Zeit, um Rasen an kahlen Stellen nachzusäen. Hierzu wird der Rasen zunächst kurz gemäht, etwaiges Unkraut entfernt, der Boden mit einem Rechen oder Grubber gelockert und das Saatgut aufgebracht. Zum Schutz vor Vögeln, können Sie die Samen auch mit Erde mischen und ausbringen. Angießen und feucht halten ist dann wichtig.

Herbstdünger stärkt den Rasen vor dem Winter © ImagESine, stock.adobe.com
Herbstdünger stärkt den Rasen vor dem Winter © ImagESine, stock.adobe.com

Eine Herbstdüngung ist nach einem heißen Sommer ideal, um den Rasen vor dem Winter zu stärken. Herbstdünger sind kaliumbetont. Dieser Mineralstoff stärkt die Halme und macht das Grün widerstandsfähiger in der kalten Jahreszeit.

Gemäht werden kann bis zum ersten Frost. Da die Grünfläche bei einstelligen Temperaturen praktisch nicht mehr wächst, sind im Herbst nur noch wenige Mähtermine im Gartenkalender nötig.

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Den Garten im Herbst „winterfest“ machen?

Das Wetter ist im Herbst oft noch recht angenehm und der Garten lädt an sonnigen Tagen nochmals zum Genießen ein. Doch um einen herum hört man überall Laubbläser und -Sauger, die Nachbarin nebenan gibt ihrem Mann Anweisungen, wie er die Stauden und Sträucher zu schneiden hat. Schließlich werden nicht nur die Sitzpolster für ein paar Monate weggeräumt, es soll auch alles schön aufgeräumt aussehen. Macht das wirklich Sinn?

Wird im Herbst nicht alles zurückgeschnitten, kann der Garten auch im Winter gut aussehen © LianeM, stock.adobe.com
Wird im Herbst nicht alles zurückgeschnitten, kann der Garten auch im Winter gut aussehen © LianeM, stock.adobe.com

Immer mehr Gartenratgeber gehen dazu über, diese gärtnerische Aufräumaktion in das zeitige Frühjahr zu verschieben. Und das hat mehrere Gründe;

  • Vögel finden Sämereien in der kalten Jahreszeit an verbliebenen Pflanzen.
  • Zahlreiche Insekten finden Unterschlupf in hohlen Stängeln und unter verbliebenem Laub auf den Beeten.
  • Igel und Kröten beziehen gerne mit Reisig abgedeckte Laubhaufen als Winterquartier.
  • Verbliebene Blühpflanzen haben eine Chance sich durch Selbstaussaat zu vermehren. Selbst wenn Sie die Pflanzen dann im Frühjahr umsetzen müssten, heißt das: Sie erhalten kostenlose neue Pflanzen.
  • An frostigen Tagen sehen verbliebene, mit Raureif überzogene Stauden und Gräser einfach gut aus.

Es spricht vieles dafür, dass die Beete im Herbst möglichst nicht „winterfest“ gemacht werden. Allenfalls Einjähriges mit weichen Stängeln werden entfernt. Spätestens bei den ersten Frösten fallen sie in sich zusammen. Das sieht unschön aus und fördert Schimmelbildung.

Topfpflanzen überwintern

Der Herbst ist die Zeit des Einräumens frostempfindlicher Pflanzen. Hier gilt das Motto „so spät wie möglich rein, so früh wie möglich raus“.

Es ist wichtig, empfindliche Topfpflanzen richtig durch den Winter zu bringen © Tanja Esser, stock.adobe.com
Es ist wichtig, empfindliche Topfpflanzen richtig durch den Winter zu bringen © Tanja Esser, stock.adobe.com

Konkret heißt das für die beliebtesten Kübelpflanzen: Vor den ersten Frösten – auf Wetterbericht achten – werden

  • Diplandenia (bereits ab 8 Grad Nachttemperatur)
  • Bougainvillea
  • Papyrus
  • Schmucklilie
  • Rosen-Eibisch (nicht der winterharte Garteneibisch)
  • Engelstrompete

eingeräumt. Die Schmucklilie ist zwar nicht ganz so empfindlich und kann leichten Frost ab. Doch dieser kann auch schnell mal stärker ausfallen als der Wetterbericht angibt. Dann könnte es Schäden an der Pflanze geben.

Sind Temperaturen unter – 5 Grad Celsius angesagt, dann sollten Zitruspflanzen und nicht winterharte Feigen ins Winterlager.

Wird es noch kälter, dann sollte auch der Oleander, die Olive (wenn nicht daran gewöhnt und nicht eingepackt), Akube und Echter Lorbeer eingeräumt werden.

Mehr zum Überwintern kälteempfindlicher Pflanzen lesen Sie hier.

Fazit: Die Gartenpflege im Herbst kann durchaus anspruchsvoll sein. Insbesondere, wenn das Wetter ungemütlich wird. Doch mit der richtigen Vorbereitung legt man die Basis für eine vielleicht bessere, neue Gartensaison. Dennoch gilt: Den Garten an schönen Herbsttagen einfach mal genießen und nichts tun. Die schöne Gartensaison kann schnell vorbei sein.

Weitere Tipps zur Gartenpflege? Kompakt für die jeweilige Saison:

Ein Gewächshaus eignet sich unter bestimmten Bedingungen für die Überwinterung frostempfindlicher Pflanzen © sonne_fleckl, stock.adobe.com
Kälteempfindliche Pflanzen richtig überwintern

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