Vorbereitungsarbeiten für die Pflasterung

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Solide gebaute Tragschichten für lange Nutzungsdauer

Damit die Pflasterung in der Einfahrt lange hält, ist ein solider Unterbau nötig. Er bleibt auch bei Regen und Temperaturschwankungen stabil und sorgt, dafür, dass der Bodenbelag problemlos begangen und befahren werden kann. Dieser Unterbau wird in mehreren Schichten verlegt und schrittweise verfestigt. Im folgenden Beitrag erfahren Sie mehr darüber, worauf bei der Vorbereitung zum Pflastern zu achten ist.

Eine gepflasterte Einfahrt will gut vorbereitet sein © GM Photography, stock.adobe.com
Eine gepflasterte Einfahrt will gut vorbereitet sein © GM Photography, stock.adobe.com

Messen und Abstecken

Legen Sie zuerst den Verlauf Ihrer Einfahrt im Gelände fest und stecken Sie die Bereiche grob ab. Fertigen Sie danach eine Zeichnung an, in der Sie verschiedene Verlegemuster ausprobieren. Sobald Sie sich sicher sind, welche Steine und welches Muster Sie verwenden werden, berechnen Sie die optimale Wegbreite. Sie sollte so gestaltet sein, dass Sie möglichst keine Steine schneiden müssen oder das Muster gut mit halben Steinen realisieren können (halbe Steine werden oft industriell vorgefertigt angeboten).

Trasse für Pflasterung der Einfahrt abstecken © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Trasse für Pflasterung der Einfahrt abstecken © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Berücksichtigen Sie dazu auch die Fugenbreite und das Verlegen der Randsteine. Für jede Fuge planen Sie ca. 5 mm Breite ein. Manche Pflastersteine sind mit integrierten Abstandhaltern versehen, die eine gleichmäßige Verlegung erleichtern. Hier ergibt sich die Fugenbreite aus den Abmessungen dieser Abstandshalter.

Betonpflastersteine mit integriertem Abstandshalter
Betonpflastersteine mit integriertem Abstandshalter

Beziehen Sie in Ihre Planung das nötige Gefälle für den Belag auf Ihrer Einfahrt ein. Es sollte ca. 2% betragen und entweder in Richtung Dränage oder weg von Haus führen. Bestimmen Sie dazu den höchsten und niedrigsten Punkt und markieren Sie deren Verbindung mit einer Richtschnur. Da es während den weiteren Arbeiten zu einem Verschieben oder Senken der Schnurpflöcke kommen kann, überprüfen Sie deren Platzierung und Ausrichtung noch einmal genau, bevor Sie mit dem Verlegen der Pflastersteine beginnen.

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Müssen Sie den Untergrund auf Tragfähigkeit prüfen?

Sofern der Bereich Ihrer Einfahrt schon früher als Zuwegung benutzt wurde, ist davon auszugehen, dass der Boden tragfähig genug ist. Problematisch können Aufschüttungen oder sehr weiche und sandige Böden sein. Fragen Sie beim Bauamt nach, ob es diesbezüglich Vorbehalte geben könnte. Dort liegen für viele Bereiche der Gemeinden geologische Daten vor, die über den Untergrund Auskunft geben.

Bei bestimmten Böden könnte es nötig sein, eine besonders tiefe Gründung vorzunehmen. Das verteuert nicht nur die Kosten für den Aushub, sondern auch für das einzuschüttende Material. Trotzdem sollten Sie nicht darauf verzichten und auf solide Tragschichten Wert legen. Sie verlängern damit die Nutzungsdauer Ihrer Pflasterung und vermeiden teure Nachbesserungen.

Auskoffern – per Hand oder mit dem Bagger

Als Auskoffern wird das Abtragen der obersten Bodenschichten bezeichnet. Dabei wird so viel Erdreich abgetragen, bis man auf standfesten Boden kommt. Üblicherweise befindet sich diese Schicht in einer Tiefe von 30 bis 50 cm. Diese Vorarbeit lässt sich für kleinere Bereiche mit Spaten und Schaufel erledigen. Schneller geht es mit einem Bagger, wobei sich ein Minibagger gut für Grundstücke mit reduzierter Bewegungsfreiheit eignet. Die Arbeit mit einem Bagger hat außerdem den Vorteil, dass die zu gründende Fläche mit der Schaufel einfach zu glätten ist. Auch Bestandteile im Boden wie Wurzeln oder Steine sind bei dieser Methode kein Problem.

Per Hand oder direkt mit dem Minibagger auskoffern
Per Hand oder direkt mit dem Minibagger auskoffern

Den Aushub verwenden Sie für weitere Projekte in ihrer Grundstücksgestaltung oder lassen ihn wegfahren. Besteht die oberste Schicht aus Mutterboden, kann es sich lohnen, diesen zu retten und im Garten zu verteilen. Stechen Sie eine vorhandene Grasnarbe sauber ab und nutzen Sie die Platten, um an anderer Stelle schnell eine schöne Rasenfläche zu gestalten . Falls es in Ihrem Gelände dafür keinen Platz gibt, freut sich vielleicht ein Nachbar oder ein Freund über den eigenerzeugten Rollrasen.

Randsteine rechtzeitig setzen

Je nach Höhe der Randsteine setzen Sie diese vor oder nach dem Einbringen der ersten Schotterschicht ein. Diese Steine benötigen ein Streifenfundament aus Beton, damit sie später den Druck des Pflasters abfangen können. Dieses Fundament sollte auf jeden Fall frostfest ausgeführt sein. Sie werden auf das Betonbett gesetzt und erhalten von beiden Seiten eine schräge Stütze aus dem gleichen Material. Die weiteren Arbeiten erfolgen erst, wenn der Beton vollständig abgebunden hat.

Tipp: Falls Sie es eilig haben, verwenden Sie Schnellbeton für das Setzen der Randsteine. Dieses Material ist allerdings etwas teurer als normaler Beton.

So setzen Sie Randsteine richtig
So setzen Sie Randsteine richtig

Da die Randsteine später den Verlauf der Pflasterung einrahmen, müssen sie sehr sorgfältig gesetzt werden. Sie sollten schon das Gefälle zeigen, welches Sie für Ihre Einfahrt festgelegt haben. Rand- oder Kantensteine gibt es in zahlreichen Ausführungen und Materialien wie zum Beispiel Beton, Granit oder Kalkstein. Sie können mit Nut und Feder versehen sein, damit sie sich besser untereinander verbinden lassen und eine größere Stabilität erhalten. Üblicherweise haben sie eine Länge von 50 cm, eine Höhe von ca. 20 bis 25 cm und eine Stärke von 5 bis 10 cm. Optisch ansprechend sehen Modelle mit einer abgerundeten Oberkante und in einer zum Pflaster passenden Farbe und Struktur aus.

Randsteine beim Wegebau setzen © mhp, stock.adobe.com
Randsteine beim Wegebau setzen © mhp, stock.adobe.com

Randsteine, die etwas höher sind als die Pflasterung, dienen außerdem als Abgrenzung zu Rasenflächen oder Beeten. Sie verhindern, dass sich Gras oder andere Pflanzen unkontrolliert über der Einfahrt ausbreiten und bieten eine natürliche Barriere gegen das Ausschwemmen der Erde.

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Schotter einfüllen – Materialien, Korngrößen und Schichtdicke

Für die Gründung unter Ihrer Einfahrt verwenden Sie Schotter in einer nach oben kleiner werdenden Körnung. Empfohlen wird ein korngestuftes Gemisch der Körnung:

  • 0/32
  • 0/45 oder
  • 0/56 mm.

Die Schichtdicke des Schotterbetts richtet sich nach dem vorher erfolgten Aushub. Ziehen Sie von der Höhe des Aushubs die Schichtdicke des Splittbetts (ca. 5 cm) und die Höhe der Pflastersteine ab. Die Berechnung könnte wie folgt aussehen:

Aushub 50 cm – Splittbett 5 cm – Höhe Pflastersteine 8 cm = 37 cm

Füllen Sie den Schotter der untersten Tragschicht bei dieser Höhe in mindestens zwei Etappen ein und verfestigen Sie diese einzeln. Nach dem Berechnungsbeispiel wären das zwei Schichten mit je ca. 20 cm Dicke.

Geeignete Materialien:

  • Kalksteinschotter
  • Basaltschotter
  • Granitschotter
  • Recycling-Schotter

Tipp: Je nach lokalen Gesteinsvorkommen ist Naturstein- oder Recyclingschotter günstiger erhältlich. Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie Recyclingschotter vorziehen. Sie helfen damit, die Umwelt und natürliche Ressourcen zu entlasten.

Schotter, Bruchsteine – Baumaterial für den Wegebau © Gundolf Renze, stock.adobe.com
Schotter, Bruchsteine – Baumaterial für den Wegebau © Gundolf Renze, stock.adobe.com

Tragschichten verfestigen – wie und warum?

Die unteren Tragschichten werden vor dem Aufbringen des Splitts gründlich verfestigt. Dazu verwenden Sie eine Rüttelplatte, welche den Boden verdichtet. Achten Sie bei der Auswahl auf die Angaben zur Leistungsfähigkeit. So können Rüttelplatten mit einer Leistung von 30 kN und einem Gewicht von 200 kg den Boden bis zu einer Tiefe von 60 cm verdichten. Diese Profigeräte sind jedoch in der Anschaffung recht teuer und auch im Mietservice nicht immer günstig zu haben. Wenn Sie daher ein weniger leistungsstarkes Gerät nutzen, können Sie einfach mehrere Schichten für den Unterbau einfüllen und diese einzeln verfestigen. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn Sie mit einer kleiner werdenden Körnung arbeiten wollen und die Schichten sowieso einzeln verfüllen. Bei diesen Arbeiten achten Sie möglichst schon auf das Gefälle und richten die Oberflächen danach aus.

Aufbringen und Verdichten einer Schottertragschicht © fefufoto, stock.adobe.com
Aufbringen und Verdichten einer Schottertragschicht © fefufoto, stock.adobe.com

Tragen Sie bei der Nutzung der Rüttelplatte Arbeitsschutzkleidung. Dazu gehören feste Handschuhe, Arbeitsschutzstiefel, ein Schutz für die Augen und ein Gehörschutz. Die Geräte erzeugen sehr viel Lärm, der Ihr Gehör schädigen könnte. Mit den Stiefeln schützen Sie Ihre Füße, denn die Platten können bei ungünstiger Handhabung oder bei unvorhergesehenen Hindernissen am Boden für kurze Zeit unkontrollierbar werden, bevor der Notausschalter greift. Eine Schutzbrille bewahrt Ihre Augen vor umherfliegenden Steinchen oder Splittern, die sich beim Verfestigen lösen könnten.

Auch beim Arbeiten mit der Rüttelplatte ist die richtige Schutzkleidung wichtig
Auch beim Arbeiten mit der Rüttelplatte ist die richtige Schutzkleidung wichtig

Splitt und Sand als Verlegebett für die Plastersteine

Nach der unteren Tragschicht bringen Sie das Verlegebett für die Pflastersteine ein. Es besteht aus Splitt mit einer Korngröße von 4 bis 6 mm und kann mit Sand versetzt sein. Diese Schicht aus Splitt wird erst einmal nicht verfestigt. Sie muss im Gegenteil schön locker aufliegen, damit sie die Pflastersteine optimal aufnimmt und kleine Unebenheiten ausgleicht. Die Dicke dieser Schicht sollte ca. 5 cm betragen. Auch bei dieser Schicht ist die Neigung für das gewünschte Gefälle zu kontrollieren. Schauen Sie jetzt noch einmal nach, ob Ihre Richtschnur korrekt liegt und korrigieren Sie bei Bedarf ihre Ausrichtung. Harken Sie den Splitt schön glatt und achten Sie dabei auf eine gleichmäßige Verteilung.

Achtung: Nach dem Einbringen des Splitts darf diese Schicht auf keinen Fall betreten werden, auch nicht während der Pflasterarbeiten. Damit das klappt, werden die Pflastersteine „über Kopf“ verlegt. Das bedeutet, der Pflasterer beginnt auf einer Seite des Weges und steht dabei außerhalb der Schüttung. Mit jeder Reihe kann er weiter vorrücken und tritt dann Stück für Stück auf die bereits verlegten Steine.

Hilfen zum Setzen der Pflastersteine vorbereiten

Sobald der Untergrund komplett vorbereitet ist, können Sie alles für das eigentliche Pflastern zurechtlegen. Tragen Sie das Werkzeug und wichtige Arbeitsmittel zusammen. Stellen Sie die Paletten mit den Pflastersteinen so auf, dass Sie nicht in Versuchung geraten, über das Splittbett zu laufen, um Nachschub zu holen. Wenn Sie zum ersten Mal selbst pflastern, legen Sie eine Probereihe mit dem gewünschten Muster, ohne diese festzuklopfen. Geht Ihre Berechnung auf und passen die Steine wie geplant? Benötigen Sie öfter halbe Steine? Bereiten Sie eine Anzahl vor, die Sie schon vor Beginn der Pflasterung mit dem Steinschneider oder dem Steinknacker teilen. Legen Sie sich einen Knieschoner zurecht und dann kann es auch schon losgehen. Viel Erfolg mit Ihrem Projekt für eine schöne Einfahrt!

Beispiele für Formen von Verbundpflaster © UltimaSperanza, stock.adobe.com
Pflastersteine für die Einfahrt

Welche Steinsorten gibt es? Wer seine Einfahrt pflastern will, findet im Handel zahlreiche moderne und klassische Pflastersteinsorten, die sich für… weiterlesen

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