Entwässerungsrinne in der Einfahrt

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Was ist bei der Entwässerung in der Einfahrt zu beachten?

Eine gepflasterte oder anderweitig befestigte Einfahrt muss häufig entwässert werden, damit das anfallende Niederschlagswasser nicht das Haus, den Garten oder den Gehweg vor dem Grundstück flutet. Durch die geschlossenen Flächen läuft das Regenwasser anders ab als auf Rasen oder Kies. Es kann sich sammeln und unkontrolliert ablaufen. Mit einer Entwässerungsrinne lässt sich dies verhindern. Zusätzliche Maßnahmen wie versickerungsfähige Pflastersteine helfen außerdem dabei, die Abgabenlast für Niederschlagsgebühren zu senken.

Abfallende Einfahrt mit zusätzlicher Entwässerung im Pflaster © ThomBal, stock.adobe.com
Abfallende Einfahrt mit zusätzlicher Entwässerung im Pflaster © ThomBal, stock.adobe.com

Besteht eine Pflicht zur Entwässerung auf dem Grundstück?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Jede Gemeinde hat hierzu ihre eigene Satzung, in der die Größe der zulässigen Flächen mit Versiegelung und die dazu notwendigen Entwässerungsmaßnahmen aufgeführt sind. So werden in Hochwasserrisikogebieten, bei starken Hanglagen und bei bestimmten Arten von Untergründen Entwässerungsrinnen gefordert. Die Vorschriften dazu finden sich in den Unterlagen für die Bauwerke, welche dadurch betroffen sind.

Außerdem motivieren viele Gemeinden ihre Bürger mit gestaffelten Abgabesätzen für die Einleitung von Niederschlagswasser in den öffentlichen Kanal. Diese werden anhand der bedeckten Flächen und deren Charakter (versickerungsfähig oder nicht)berechnet. Wer Gebühren sparen will, kann die Pflasterung in seiner Einfahrt entweder wasserdurchlässig gestalten oder mit einer Entwässerungsrinne für einen kontrollierten Ablauf sorgen. Das Wasser wird dazu gesammelt, gefiltert und über Sickergruben oder Sickerschächte abgeleitet. Es kann auch in einem speziellen Regenwasserkanal aufgefangen und zentralen Sammelgruben zugeleitet werden.

Aufbau und Funktionsweise eines Sickerschachtes
Aufbau und Funktionsweise eines Sickerschachtes

Tipp: Erkundigen Sie sich beim Bauamt Ihrer Gemeinde, welche Vorschriften und Gebühren für die Entwässerung auf Ihrem Grundstück aktuell gelten, bevor Sie eine Entwässerungsrinne planen. So wissen Sie frühzeitig, wohin das Niederschlagswasser am besten abgeleitet werden sollte.

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Diese Flächen in der Einfahrt sollten entwässert werden

Kann das Niederschlagswasser ausreichend versickern, sind keine besonderen Maßnahmen nötig. Diese Szenarien verbessern Sie mit einer Entwässerungsrinne oder einer unterirdischen Dränage:

  • Hanglage des Grundstücks, bei dem das Niederschlagswasser nicht durch die Pflasterritzen oder durch die Sickersteine ablaufen kann.
  • Versiegelte Flächen mit Asphaltbedeckung oder Betonplatte.
  • Pflasterung mit Gründung in einem wasserundurchlässigen Mörtelbett, wie sie für hohe Belastungen üblich ist.
  • Bei ungünstigem Gefälle des Geländes, wenn das Niederschlagswasser bei Starkregen in Richtung Haus fließen würde.
Entwässerungsrinne an der Grenze zu einer abfallenden Fläche an der Einfahrt © Alexej Krawtschuk, stock.adobe.com
Entwässerungsrinne an der Grenze zu einer abfallenden Fläche an der Einfahrt © Alexej Krawtschuk, stock.adobe.com

Einfache Lösung mit Gefälle für kleine Bereiche

Ist der gepflasterte Bereich in Ihrer Einfahrt nur klein, kann das Niederschlagswasser durch ein zum Rasen oder zu versickerungsfreien Flächen hin verlaufendes Gefälle abgeleitet werden. Eine extra Entwässerungsrinne ist nur dann nötig, wenn die benachbarten Flächen das Wasser nicht schnell genug aufnehmen könnten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sonst die Erde auf den Beeten weggespült würde oder der Boden sehr lehmig ist. Es ist nicht zulässig, das Wasser einfach in ein benachbartes Grundstück abzuleiten, wenn dessen Eigentümer nicht zugestimmt hat.

Mit relativ geringem Aufwand lässt sich eine oberirdische Ablaufrinne gestalten, die wie eine kleine Mulde geformt ist und neben dem Weg oder quer zur Wegrichtung verläuft. Am tiefsten Punkt oder auch an Zwischenstellen bauen Sie einen Ablauf mit Gully-Rost ein, in den das Wasser aus der Rinne ablaufen kann. Darunter kann sich eine Sickergrube befinden oder das Wasser wird in den Kanal abgeleitet.

Tipp: Planen Sie den Ablauf des Oberflächenwassers schon beim Anlegen der Gründung für Ihre Einfahrt ein. Das Gefälle wird bereits beim Auskoffern und beim Ausfüllen und Verdichten der Tragschichten angelegt. Es sollte immer vom Gebäude weg und in Richtung Abwasserkanal oder öffentliche Straße führen.

Entwässerung über oberirdischen Kanal und Gully © joern_gebhardt, stock.adobe.com
Entwässerung über oberirdischen Kanal und Gully © joern_gebhardt, stock.adobe.com

Dränage und Entwässerungsrinnen für große Flächen nutzen

Auch wenn Ihre Pflasterung sickerfähig ist, kann es bei Starkregen oft nicht die ganze Wassermenge aufnehmen. Bei größeren Flächen sollten Sie daher eine oder mehrere Entwässerungsrinnen einplanen. Sie können gleich beim Verlegen des Pflasters integriert oder nachträglich eingebaut werden.

Im Handel sind praktische Bausätze mit Kanalelementen und Abdeckungen in verschiedenen Profilen und Abmessungen erhältlich. Die Unterteile bestehen zum Beispiel aus:

  • Polymerbeton
  • Kunststoff
  • Edelstahl oder verzinktem Stahl
  • Stahlbeton
  • Gusseisen

Für die Abdeckungen wird vorzugsweise Edelstahl mit Schlitzen oder Löchern verwendet, es kommen jedoch auch andere Materialien wie Gusseisen oder Aluminium zum Einsatz. Bei einigen Modellen sind Abdeckung und Unterteil fest miteinander verbunden, bei anderen lässt sich der Deckel abnehmen. Für die Reinigung der Entwässerungsrinne ist es praktisch, wenn Sie den Deckel abnehmen können, um Steine oder Laub zu entfernen und einen guten Durchfluss zu unterstützen.

Aufbau einer Entwässerungsrinne
Aufbau einer Entwässerungsrinne

Klassische Modelle mit einer Abdeckung aus Edelstahl sind bei Nässe oder bei überfrierendem Frost schlecht begehbar und bergen ein Risiko für das Ausrutschen. Schauen Sie sich beim Einkauf der Materialien daher nach Abdeckungen mit Anti-Rutsch-Strukturen um. Das können etwa fein geriffelte und erhabene Bereiche auf den Oberflächen sein, die wie ein Profil an Wanderschuhen wirken. Auch Abdeckungen aus Gusseisen oder aus Beton sind bei Nässe weniger rutschig, sehen dafür aber nicht ganz so elegant aus wie Edelstahl.

Entwässerungsrinne aus Beton, Vormontage der Unterteile im Sandbett © Aisyaqilumar, stock.adobe.com
Entwässerungsrinne aus Beton, Vormontage der Unterteile im Sandbett © Aisyaqilumar, stock.adobe.com

Einbau einer Entwässerungsrinne

Eine Entwässerungsrinne lässt sich dank moderner Baukastensysteme sehr leicht einbauen. Gehen Sie in folgenden Schritten vor:

  1. Schachten Sie zuerst einen Graben aus, dessen Boden ein leichtes Gefälle (2%) zum Kanal-Anschluss oder Anschluss für die Sickergrube aufweist. Dieser Graben wird ein Betonbett aufnehmen, in welchem die Entwässerungsrinne stabil zu liegen kommt.
  2. Im nächsten Schritt füllen Sie Magerbeton in den Graben ein und ziehen seine Oberfläche glatt. Dabei sollte der Abstand zur Oberkante der Pflasterung oder des Wegbelages genauso hoch sein wie die Entwässerungsrinne inklusive Deckel.
  3. Brechen Sie an der Stelle, an der der Kanal angeschlossen wird, eine Öffnung in das Unterteil. Meist sind dafür vorbereitete Stellen in regelmäßigen Abständen über das ganze Profil verteilt vorhanden.
  4. Montieren Sie den Stutzen für den Ablauf an dieser Öffnung.
  5. Legen Sie die Unterteile der Entwässerungsrinne in den Kanal und verbinden Sie die Teile miteinander. Kürzen Sie bei Bedarf die Stücke, damit Sie einen perfekten Abschluss erhalten.
  6. Verbinden Sie den Stutzen für den Ablauf mit dem Anschluss an das Kanalrohr.
  7. Bringen Sie die seitlichen Abschlüsse und den Deckel der Entwässerung an.
  8. Richten Sie alles noch einmal aus und achten Sie auf einen ebenen Abschluss mit der Oberfläche.
  9. Jetzt muss der Beton aushärten. In dieser Zeit darf die Rinne nicht betreten werden und es sollten auch keine Fahrzeuge über diesen Einfahrtsbereich bewegt werden.

Zum Schluss füllen Sie noch die Lücken zwischen Pflaster und Entwässerungsrinne mit Fugensand oder einer Fugenmasse aus. Falls die Entwässerungsrinne direkt im Pflaster verlegt wird, bringen Sie eine gerade Reihe Kantensteine daneben an. Das sieht einerseits optisch schöner aus und bietet andererseits eine bessere Stabilität im Gefüge.

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Regenwasser sammeln oder einfach ableiten?

Wenn Sie sich die Mühe machen, das Niederschlagswasser über eine Entwässerungsrinne aufzufangen, können Sie zu Beginn der Planung darüber nachdenken, was mit diesem Wasser geschehen soll. Üblich wären diese Lösungen:

  • Versickern auf dem Grundstück
  • Ableitung in den Regenwasserkanal
  • Ableitung in eine Sickergrube
  • Auffangen in einem Sammelbecken oder einer Zisterne
  • Speisen eines vorhandenen Bachs, Wasserlaufs oder Sees
Aufbau und Funktionsweise einer Zisterne
Aufbau und Funktionsweise einer Zisterne

Für das Auffangen des Regenwassers von Dachflächen für die Gartenbewässerung oder für die Nutzung als Grauwasser (Brauchwasser) können Sie einfach eine Tonne an die Regenrinne anschließen und aus dieser jederzeit Wasser entnehmen.

Beim Sammeln des Wassers von den Bodenflächen ist dies etwas aufwendiger. Sie benötigen ein unterirdisches Sammelbecken, dessen Oberkante maximal bis zur Höhe der Pflasterung reicht. Das einlaufende Wasser sollte gefiltert werden, um organische Bestandteile und Sand fernzuhalten und Fäulnisprozesse zu verhindern. Damit das kostbare Nass wieder an der Oberfläche zum Blumengießen oder für den Pool nutzbar wird, benötigen Sie eine Pumpe, die es an die gewünschten Stellen fördert.

Dieser Aufwand lohnt sich nur, wenn insgesamt nicht genug Brauchwasser zur Verfügung steht oder die gepflasterten Flächen sehr groß sind und entsprechend viel Wasser auffangen. Beim Anschluss an ein Hauswasserwerk für ein Objekt mit vielen Bewohnern kann es sich jedoch durchaus rentieren.

Zisterneneinbau neben einem Einfamilienhaus © Ilhan Balta, stock.adobe.com
Zisterneneinbau neben einem Einfamilienhaus © Ilhan Balta, stock.adobe.com

Niederschlagswasser aus der Einfahrt clever nutzen und aufbereiten

Haben Sie im Garten einen Naturteich angelegt oder benötigen Sie viel Gießwasser für Ihre Beete, dann sammeln Sie das gefilterte Wasser aus dem Entwässerungskanal in einer großen Zisterne oder leiten es direkt in ihren Teich. Bei diesen Lösungen benötigen Sie immer einen Überlaufschutz, der bei hohem Wasserstand dann doch den Kanal oder eine Sickergrube benutzt.

Filtersysteme gibt es fertig zu kaufen oder Sie bauen sich eine geeignete Vorrichtung selbst. Schauen Sie sich die Bestandteile aus Modellen für die Aquaristik ab oder verwenden Sie einfache Gitter mit feineren und gröberen Maschen. Das so gereinigte Wasser ist natürlich nicht zum Trinken geeignet. Doch zum Gießen Ihrer Pflanzen, als Spülwasser in der Toilette oder zum Reinigen von Gartengeräten taugt es auf alle Fälle und kann so Ihre Wasserrechnung entlasten. Die Lösung ist zum Beispiel in Kleingartenanlagen oder auf Grundstücken ohne Wasseranschluss praktikabel. Bei einer optimalen Nutzung aller Flächen wird so vielleicht das Bohren eines Brunnens überflüssig. Und ein Brunnenbau kostet immerhin mehrere tausend Euro.

Wer aufgefangenes Regenwasser als Trinkwasser nutzen will, benötigt hochwertige Wasserfilter, die kleinste Mikroben und Schwebeteilchen entfernen. Es gibt Outdoor-Wasserfilter, die aus Regen- oder Bachwasser reines Trinkwasser machen. Doch ist deren Anwendung oft aufwendig und die Kartuschen mit den Filterelementen sind verhältnismäßig teuer. Diese Systeme sind eher als Notlösungen anzusehen und können ihren Platz im Survival-Kit finden. In einer Wohngegend mit Trinkwasseranschluss kommen Sie günstiger, diesen zu nutzen.

Rasengittersteine für den Wegebau © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
Wasserdurchlässige Pflasterung der Einfahrt

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