Mit flüssiger Raufaser streichen

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Flüssige Raufaser für die Wand- und Deckengestaltung: Anleitung & Tipps

Sie wollen Ihre Wände mit Raufaser gestalten, aber Tapezieren ist Ihnen viel zu aufwendig und kompliziert? Dann könnte Flüssigraufaser die Lösung für Sie sein. Diese Strukturfarbe erfreut sich seit geraumer Weile großer Beliebtheit – immerhin scheint sie eine schnell zu verarbeitende Alternative zu klassischer Raufasertapete zu versprechen. Ob das wirklich so ist und wie man flüssige Raufaser am besten auf die Wand bringt, verrät der folgende Ratgeber.

Flüssige Raufaser ist eine Alternative zu klassischer Raufasertapete © TwilightArtPictures, stock.adobe.com
Flüssige Raufaser ist eine Alternative zu klassischer Raufasertapete © TwilightArtPictures, stock.adobe.com

Raufaser zum Aufrollen: Welche Vorteile hat die Strukturfarbe?

Wände und Decken richtig tapezieren fällt nicht jedem Hobbyhandwerker leicht. Auf der Suche nach einer guten Alternative zur Tapete stoßen viele von ihnen auf flüssige Raufaser. Die Dispersionsfarbe zeichnet sich dadurch aus, dass sie dank einer Körnung aus Holzfaserpartikeln mit einem Struktureffekt à la Raufaser aufwarten kann. Damit reiht sie sich in die Riege der Strukturfarben ein, welche beliebte Arten der Wandgestaltung, wie Putz oder Raufaser, imitieren. Und als solche bietet flüssige Raufaser viele Vorteile.

Vorteil 1: Flüssige Raufaser lässt sich einfach streichen

Flüssige Raufaser scheint ideal für alle, die den Look von Putz oder Tapete lieben, sich allerdings den damit verbundenen Arbeitsaufwand sparen möchten. Denn mit flüssiger Raufaser erledigen Sie Malern und Tapezieren in einem. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Flüssigraufaser streichen Sie genauso wie klassische Wandfarben. Deshalb wird sie auch als Raufaser zum Abrollen bezeichnet. Sofern Sie bei Ihren Malerarbeiten richtig vorgehen, kann die Strukturfarbe mit einer Raufasertapete locker mithalten und das Ergebnis auf ganzer Linie überzeugen.

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Vorteil 2: Mit flüssiger Raufaser kleine Schäden ausbessern

Flüssigraufaser eignet sich prima zum Ausbessern von kaputter Raufasertapete. Für solche Zwecke gibt es die Strukturfarbe in kleinen Gebinden oder Tuben. Und auch bei schwer zugänglichen Stellen, wie Ecken, Fensterlaibungen oder Schrägen, beweist die Flüssigraufaser ihre Stärke: Denn wo Sie beim Tapezieren alles mühevoll ausmessen und nach Maß zurechtschneiden müssen, können Sie die flüssige Raufaser einfach aufrollen.

Vorteil 3: Flüssige Raufaser hält auf vielen Untergründen

Was viele Handwerkerfreunde schätzen: Flüssigraufaser ist auf allen Untergründen anwendbar, die saugend und leicht rau sind. Dazu gehören Stein, Beton, Gipskarton und Putz genauso wie OSB- und Spanplatten oder Massivholz. Dadurch wird eine aufwändige Vorbereitung des Untergrunds wie bei vielen anderen Farben überflüssig.

Wichtig: Flüssigraufaser ist nicht dasselbe wie Flüssigtapete! Letztere ist ein Baumwollputz, der als Alternative zu mineralischen Putzen oder Tapeten verwendet werden kann. Mit einem Raufasereffekt kann er demnach nicht aufwarten. Dies sollten Sie bei Ihrem Einkauf im Baumarkt unbedingt berücksichtigen, damit nicht das falsche Produkt in Ihrem Warenkorb landet.

Um flüssige Raufaser zu streichen, braucht man das richtige Werkzeug © TwilightArtPictures, stock.adobe.com
Um flüssige Raufaser zu streichen, braucht man das richtige Werkzeug © TwilightArtPictures, stock.adobe.com

Vorteil 4: Flüssige Raufaser ermöglicht individuelle Farbgestaltung

Für gewöhnlich ist Flüssigraufaser in Weiß erhältlich. Möchten Sie Ihre Wände farbig gestalten, ist das überhaupt kein Problem: Entweder gönnen Sie Ihren Wänden einen zweiten Anstrich mit klassischer Dispersionsfarbe oder lassen sich im Baumarkt die Flüssigraufaser in Ihrem Wunschton anmischen. Hierfür wird zwar ein kleiner Aufpreis fällig, dafür können Sie sich jedoch sicher sein, dass Sie exakt den Farbton erhalten, der Ihnen vorschwebt.

Nachteil von flüssiger Raufaser

Neben den vielen Vorteilen hat die flüssige Raufaser allerdings auch einen Nachteil. So lässt sie sich nicht so einfach entfernen wie Tapete. Soll heißen: Möchten Sie zum Beispiel Ihre Wände neu verputzen oder tapezieren, können Sie die Flüssigraufaser nicht einfach abziehen, sondern müssen sie abfräsen, abschleifen oder gar abschlagen.

Auf einen Blick: Vorteile von Flüssigraufaser
  • schnell und einfach aufzutragen
  • genauso überzeugend wie klassische Wandfarbe
  • eignet sich zum Ausbessern beschädigter Raufasertapeten
  • Farben individuell anmischbar
  • vor allem an schwer zugänglichen Stellen praktisch
  • kaum bzw. kein Spezialwerkzeug nötig
  • für alle saugfähigen Untergründe geeignet

How to: Wände mit flüssiger Raufaser streichen

Raufaser ist der Klassiker unter den Tapetenarten – immerhin ist sie zeitlos, schlicht und passt hervorragend zu etlichen Einrichtungsstilen. Wer sich das Tapezieren sparen möchte, profitiert von flüssiger Raufaser. Sie ist eine prima Alternative für all diejenigen, denen das Tapezieren zu zeit- und arbeitsintensiv ist. Damit beim Malern alles klappt, bekommen Sie von uns eine kurze Anleitung zum Streichen mit Flüssigraufaser.

Vor dem Auftragen flüssiger Raufaser sollten alte Tapeten entfernt werden © TwilightArtPictures, stock.adobe.com
Vor dem Auftragen flüssiger Raufaser sollten alte Tapeten entfernt werden © TwilightArtPictures, stock.adobe.com

Sauber und glatt: Untergrund vorbereiten

Genauso wie klassische Wandfarbe verlangt die Flüssigraufaser nach einem sauberen, möglichst ebenmäßigen Untergrund. Bedeutet für Sie mitunter: Alte Tapeten entfernen, Bohrlöcher ausbessern und ggf. die Wände grundieren. Übrigens: Auf Latexfarbe und Vinyltapete hält Flüssigraufaser nicht. Sie müssen vor dem Anstrich mit flüssiger Raufaser entfernt werden.

Flüssige Raufaser auftragen: Zwei Techniken

Sind die Vorarbeiten erledigt, kann die flüssige Raufaser aufgetragen werden. Zwei Techniken stehen Ihnen hierfür zur Wahl: Streichen oder Aufsprühen. Welche die bessere ist, entscheiden Sie selbst. Wir verraten Ihnen, wie beide funktionieren. 

Methode Nr. 1: Flüssigraufaser streichen

Entscheiden Sie sich für die erste Methode, streichen Sie die Flüssigraufaser ganz klassisch mit der altbewährten Malerrolle. Vorzugsweise verwenden Sie hierfür eine Struktur- oder Fellrolle. Beide nehmen die Holzfaserpartikel gut auf, geben diese beim Auftragen jedoch ebenso gut an die Wand ab. Sollten sich die Körnung nicht gleichmäßig verteilen, müssen Sie ggf. einen zweiten Anstrich durchführen. Um dies zu vermeiden, hat es sich bewährt überkreuz, statt von oben nach unten, zu streichen.

Ein gleichmäßiges Ergebnis erzielt man mit Streichen und Aufsprühen der Flüssigraufaser © Thomas Hecker, stock.adobe.com
Ein gleichmäßiges Ergebnis erzielt man mit Streichen und Aufsprühen der Flüssigraufaser © Thomas Hecker, stock.adobe.com
Methode Nr.2: Flüssige Raufaser aufsprühen

Statt die Wände zu streichen, können Sie die flüssige Raufaser auch aufsprühen. Diese Methode ist effizienter, bedarf jedoch auch etwas an Know-how, Spezialwerkzeug und Vorbereitung. Denn Sie müssen nicht nur den Raum inkl. Mobiliar sorgfältig mit Folie abdecken, damit diese nicht ungewollt ebenfalls einen neuen Anstrich erhalten. Auch Sie selbst sollten beim Aufsprühen von Flüssigraufaser Schutzausrüstung tragen. Dazu gehören ein Ganzkörperanzug sowie Schutzbrille und Atemschutzmaske.

Außerdem brauchen Sie zum Wände besprühen ein Spezialgerät. Ein solches hat längst nicht jeder Hobbyhandwerker in seiner Werkstatt. Dennoch klarer Vorteil dieser Technik: Das Ergebnis ist meist wunderbar gleichmäßig und die Arbeit geht schneller von der Hand – vorausgesetzt, Sie wissen, wie es funktioniert.

Trocknen lassen und ausbessern

Haben Sie die Raufaser abgerollt bzw. aufgesprüht, müssen Sie die Farbe trocknen lassen. Wie lange Sie warten müssen, richtet sich nach der Trocknungszeit der Flüssigraufaser. Dabei halten Sie sich am besten an die Herstellerangaben. Danach können Sie noch etwas nachbessern und schon sind Sie mit Ihren Malerarbeiten auch schon fertig.

Übrigens: Vom Versuch, flüssige Raufaser selbst zu machen, sollten Sie lieber die Finger lassen! Auch wenn online etliche Anleitungen und Tipps für DIY-Flüssigraufaser kursieren, laut denen es angeblich superleicht ist, Dispersionsfarbe und Holzpartikel miteinander zu mischen – das Ergebnis weiß meist nicht zu überzeugen. Und das aus verschieden Gründen.

Der Klassiker: Die Holzfaserpartikel lösen sich in der Farbe auf und färben mitunter sogar ab. So endet der Versuch mit selbst gemachter Flüssigraufaser zu streichen meist in einem Desaster oder zumindest mit einem wenig zufriedenstellenden Ergebnis. Daher lautet unser Tipp: Kaufen Sie flüssige Raufaser in Topqualität, am besten beim Baumarkt oder Händler Ihres Vertrauens.  

Bei der Auswahl der passenden Tapetenart gilt es einiges zu beachten © Racle Fotodesign, stock.adobe.com
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