Putzarten für Innenwände im Überblick

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Übersicht zu den Putzarten für Decken und Wände in Innenräumen

Tapeten gehören zu den Klassikern der Wand- und Deckengestaltung. Bei Renovierungsarbeiten setzt sich aktuell jedoch vermehrt eine Alternative durch: Putz. Denn organische und mineralische Putzarten sind zur Gestaltung von Innenwänden und -decken beliebter denn je. Kein Wunder, schließlich bieten Lehmputz, Gipsputz oder Kalkputz etliche Vorteile, bei denen Raufaser und Co. einfach nicht mithalten können. Unser Ratgeber verrät Ihnen nachfolgend alles Wichtige rund um populäre Putzarten für Innenwände, damit Sie bei Ihrer nächsten Renovierung eine fundierte Entscheidung für oder gegen das Verputzen treffen können. Viele hilfreiche Tipps gibt es außerdem wie immer dazu.

Viele Putzarten werden bereits seit tausenden von Jahren als Baustoffe verwendet © lovelyday12, stock.adobe.com
Viele Putzarten werden bereits seit tausenden von Jahren als Baustoffe verwendet © lovelyday12, stock.adobe.com

Wände verputzen: Grundlagen und Basisinformationen

Das Verputzen von Wänden ist kein neumodischer Trend– schon unsere Vorfahren haben vor tausenden von Jahren Lehm und Co. verwendet, um damit Hauswände zu verputzen. Tatsächlich handelt es sich hierbei sogar um eine der ältesten Bautechniken überhaupt. In den letzten Jahrzehnten fristete der Putz jedoch eher ein Schattendasein. Er wurde (fast) ausschließlich in Form von Unterputz verwendet und hatte dann vor allem eine Aufgabe: den Untergrund glätten, damit anschließend Fliesen oder Tapeten darauf angebracht werden konnten.

Heute erleben einige Putzarten ein regelrechtes Revival. Denn sie werden längst nicht mehr nur als unsichtbarer Unterputz eingesetzt, sondern zunehmend häufiger auch als Oberputz – und zwar als für sich alleinstehende Deckschicht. Warum es sich lohnt, Wände und Decken im Innenbereich zu verputzen, anstatt sie zu tapezieren, verdeutlichen die folgenden Vorteile. Dabei kommt es natürlich darauf an, für welche Putzart Sie sich entscheiden:

  • attraktive Oberflächenstruktur
  • Regulierung der Raumfeuchte bzw. des Raumklimas
  • Brandschutz
  • Schallschutz
  • Wärmedämmung
  • hemmt Schimmel- und Algenbildung
  • filtert Schadstoffe aus der Raumluft

Wichtig: Bevor Ihre Wahl auf eine konkrete Putzart für die Innenwandgestaltung fällt, sollten Sie beachten, wie Sie Wände richtig verputzen. Das ist – je nachdem für welche Putzart Sie sich entscheiden – etwas schwieriger als das klassische Tapezieren. Doch auch hier können Sie, beispielsweise mit Rollputzen, für Abhilfe sorgen – diese werden nicht mit Kelle und Glättbrett aufgetragen, sondern können wie Wandfarbe mit einer entsprechenden Rolle angebracht werden.

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Die beliebtesten Putzarten für Innenwände: Gängige Putzarten im Überblick

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Putzarten, die sich fürs Verputzen von Innenwänden und -decken eignen. Die beliebtesten Varianten stellen wir Ihnen nachfolgend vor.

Gipsputz

Der Großteil aller Handwerker, die ihre Innenwände und -decken verputzen wollen, greift automatisch zu Gipsputz. Hierbei handelt es sich nämlich um eine besonders vielseitige, vorteilhafte und preiswerte Putzart. Gipsputz besteht aus mineralischen Inhaltsstoffen, genauer gesagt aus Gips und Sand sowie weiteren Zusatzstoffen. Normalerweise muss Gipsputz vor der Verarbeitung mit Wasser angerührt werden. Danach lässt er sich auf verschiedene Arten auftragen – je nachdem, ob Sie sich für einen Hand- oder einen Maschinenputz entscheiden.

Gipsputz ist besonders günstig und lässt sich leicht verarbeiten © Dangubic, stock.adobe.com
Gipsputz ist besonders günstig und lässt sich leicht verarbeiten © Dangubic, stock.adobe.com

Die Vorteile von Gipsputz im Überblick:

  • preiswert
  • leicht zu verarbeiten
  • diffusionsoffen (atmungsaktiv)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • wohngesund
  • individuell gestaltbar
  • schwer entflammbar

Das Charakteristische am Gipsputz ist seine Porenstruktur. Über diese kann der Putz einiges an Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben. Diese Putzart ist also atmungsaktiv und kann das Raumklima positiv beeinflussen. Darüber hinaus lässt sich Gipsputz (fast) überall in Innenräumen auftragen – selbst ein wenig Spritzwasser im Badezimmer macht ihm nicht viel aus. Ein weiterer Vorteil: Gipsputz gilt als schwer entflammbar und verbessert dadurch den Brandschutz in Ihrem Zuhause. Überdies lässt er sich mit verschiedenen Techniken auftragen und so strukturell aufpeppen. Gleiches gilt in puncto Farbgebung: Gipsputze lassen sich mit den passenden Farben für verputzte Wände farbig gestalten.

Lehmputz

Lehmputz ist seit einigen Jahren überaus gefragt, denn er gilt als besonders ökologischer Baustoff mit vielen Vorteilen. Für Lehmputz spricht außerdem, dass er bereits seit tausenden von Jahren zum Verputzen von Wänden eingesetzt wird – da hat sich einiges an Erfahrung im Umgang angesammelt. Trotzdem sollte die Handhabung von Lehmputz nicht unterschätzt werden. Im Vergleich zu anderen Putzarten erweist er sich in der Verarbeitung nämlich als deutlich anspruchsvoller.

Lehmputz gilt als besonders wohngesund und umweltfreundlich © lavizzara, stock.adobe.com
Lehmputz gilt als besonders wohngesund und umweltfreundlich © lavizzara, stock.adobe.com

Die Vorteile von Lehmputz im Überblick:

  • diffusionsoffen (atmungsaktiv)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • beeinflusst das Raumklima positiv
  • wärmedämmend
  • schwer entflammbar
  • schalldämmend
  • individuell gestaltbar
  • filtert Schadstoffe aus der Raumluft

Nicht nur die Tatsache, dass es sich um einen besonders ökologischen Baustoff handelt, bewegt immer mehr Menschen dazu, ihre Wände mit Lehmputz zu verputzen. Auch dass Lehmputz das Wohnklima nachhaltig positiv beeinflusst, eine angenehme Wärme spendet und dazu noch optisch ansprechend gestaltbar ist, spricht für diesen Baustoff. Allerdings fallen die etwas höheren Kosten ins Gewicht. Zudem ist Lehmputz auch im ausgehärteten Zustand deutlich weicher als andere Putzarten – wer Bilderrahmen und Co. an der Wand befestigen möchte, muss deshalb beim Einschlagen bzw. Eindrehen von Nägeln und Schrauben vorsichtig sein.

Tipp: Insbesondere beim Verputzen von Innenwänden mit Lehmputz kann vieles schiefgehen. Das richtige Mischverhältnis finden, die Vorbereitung des Untergrunds und die Einhaltung der Trocknungsempfehlung – all das kann ungeübte Heimwerker schnell überfordern. Schlimmstenfalls bilden sich schon nach kurzer Zeit unschöne Risse im Putz. Weil Lehmputz überdies nicht unbedingt günstig ist, kann es sich lohnen, lieber einen Profi ans Werk zu lassen, anstatt selbst Hand anzulegen. Mittlerweile gibt es zahlreiche spezielle Lehmbau-Firmen, die weiterhelfen können.

Kalkputz

Kalkputz ist als mineralische Putzart überaus beliebt – nicht zuletzt, weil sein alkalischer pH-Wert effektiv die Bildung von Schimmel und Algen verhindert. Dementsprechend wird er gern und häufig in Badezimmern und Küchen eingesetzt. Allerdings sollten hierbei besondere Voraussetzungen (wie zum Beispiel die Ausführung als Tadelakt) berücksichtigt werden. Grundsätzlich besteht Kalkputz aus gelöschtem Kalk und Sand, erweist sich als wohngesund und verbessert das Raumklima.

Die Vorteile von Kalkputz im Überblick:

  • diffusionsoffen (atmungsaktiv)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • wohngesund
  • beeinflusst das Raumklima positiv
  • hemmt Schimmel- und Algenwachstum
  • individuell gestaltbar

Kalkputz ist ebenfalls seit vielen Jahrhunderten als Baustoff bekannt, doch erst seit einiger Zeit klettert er vermehrt die Trendlisten empor. Das liegt nicht nur an seinen hervorragenden Eigenschaften, sondern auch am sinkenden Preis. Trotzdem sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch das Verputzen mit Kalkputz seine Tücken hat: So ist der stark alkalische Baustoff hautreizend – ohne entsprechende Schutzkleidung sollte man ihn deshalb nicht verwenden.

Beim Verputzen sollte man mitunter nicht auf Schutzkleidung verzichten © stokkete, stock.adobe.com
Beim Verputzen sollte man mitunter nicht auf Schutzkleidung verzichten © stokkete, stock.adobe.com

Dispersionsputz

Dispersionsputze werden auch als Kunstharzputze bezeichnet. Sie unterscheiden sich von mineralischen Putzarten, weil sie keine mineralischen Stoffe enthalten. Man spricht deshalb auch von organischen Putzarten. Kunstharzputze enthalten als Bindemittel Kunstharz – dadurch sind sie besonders robust und langlebig. Für Innenräume werden sie vorrangig als Dekorputze eingesetzt. Abgesehen davon, kommen sie vornehmlich im Außenbereich zum Einsatz.

Die Vorteile von Dispersionsputz im Überblick:

  • abriebfest
  • langlebig
  • haftet auf vielen Untergründen
  • elastisch (weniger Rissbildung)

Wer Dispersionsputz im Innenbereich verwenden möchte, sollte bedenken, dass Kunstharzputze nicht diffusionsoffen sind. Durch die fehlende Atmungsaktivität kann Feuchtigkeit aus der Luft nicht aufgenommen und später abgegeben werden – stattdessen setzt sich die Feuchtigkeit auf der Oberfläche ab. Das kann langfristig für Schimmelbildung sorgen.

Silikatputz

Normalerweise werden Putzarten klar in mineralische und organische Produkte geteilt. Silikatputz bildet eine Ausnahme, denn hier werden mineralische und organische Bindemittel clever miteinander kombiniert. Das Ergebnis ist ein moderner Putz, der sich größtenteils aus mineralischem Kaliwasserglas plus eine Prise Kunstharz zusammensetzt. Damit vereint Silikatputz viele Vorteile von mineralischen und organischen Putzharzen. Kein Wunder, dass diese Putzart immer beliebter wird.

Die Vorteile von Silikatputz im Überblick:

  • diffusionsoffen (atmungsaktiv)
  • feuchtigkeitsregulierend
  • widerstandsfähig
  • hemmt Schimmelbildung
  • verkieselt mit mineralischem Untergrund
  • individuell gestaltbar

Bei der Arbeit mit Silikatputzen sollte man auf passende Schutzkleidung achten, da der Baustoff stark alkalisch ist und zu Hautverletzungen führen kann. Sobald der Silikatputz trocken ist, besteht natürlich keine Gefahr mehr. Wichtig ist, dass Silikatputze ausschließlich auf mineralischen Untergründen wirklich gut haften. Hier verkieseln sie mit dem Untergrund. Das bedeutet, dass sie sich nicht wie eine Beschichtung darüberlegen, sondern vielmehr eins mit ihm werden. Das macht diese Putzart so überaus robust. Beim Kauf von Silikatputzen kann es sich lohnen, direkt auf eine gefärbte Putzvariante zu setzen – da spart man sich den zweiten Arbeitsschritt.

Viele Putzarten kann man auch besonders schnell mit der Maschine auftragen © Kadmy, stock.adobe.com
Viele Putzarten kann man auch besonders schnell mit der Maschine auftragen © Kadmy, stock.adobe.com

Weitere Putzarten in der Zusammenfassung

Beim Gang durch den Baumarkt fällt auf: Neben Gips-, Kalk- und Lehmputz gibt es noch viele weitere Putzarten. Nicht immer wird nach den Inhaltsstoffen unterschieden – teilweise erfolgt die Kategorisierung auch nach der Verarbeitungs- bzw. Auftragsmethode. So kann man unter anderem die folgenden Putzarten unterscheiden:

  • Strukturputz
  • Reibeputz
  • Rollputz
  • Fertigputz
  • Naturfaserputz
  • Baumwollputz
  • Streichputz
  • und viele weitere mehr

Einige dieser Putzarten sind vorrangig als Dekorputze gedacht. Sie werden zur strukturellen Gestaltung kleinerer Flächen verwendet, ihre bauphysikalischen Eigenschaften sind eher zu vernachlässigen. Bei diesen Putzarten ist auch die spätere Bearbeitung mit Farben eher zweitrangig, denn häufig sind bereits Farbpigmente eingearbeitet. Dadurch spart man sich zwar einen zeitintensiven Arbeitsschritt, allerdings gehen die Vorteile, die das Verputzen als Wandgestaltungsmethode eigentlich verspricht, bei derart reinen Dekorputzen gen Null.

Beim Anrühren von Wandputz sollte man genau nach Herstellerangabe vorgehen © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
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