Ökologische Wandfarbe – darauf sollten Sie achten
Nachhaltig wohnen wird zunehmend beliebter. Entsprechend liegen Lösungen und Ideen für ökologisches Heimwerkerprojekte immer stärker im Trend. Zu einem regelrechten Kassenschlager entwickeln sich gerade die sogenannten Naturfarben – sie kann man immer häufiger in Baumärkten, Fachgeschäften oder Online-Shops entdecken. Sie möchten wissen, was es mit dem Naturfarben-Trend auf sich hat? Der nachfolgende Ratgeber erklärt, welche ökologischen Wandfarben es gibt, wie es um die Vor- und Nachteile bestellt ist und was Sie beim Kauf von Naturfarben unbedingt beachten sollten.
Nachhaltig Renovieren: Naturfarben in Ökoqualität kaufen
Wer nachhaltig renovieren möchte, dürfte sich für ökologische Wandfarben interessieren. Schließlich sind alle, die einen umweltfreundlichen Anstrich für ihre Wände suchen, hiermit hervorragend beraten. Während herkömmliche Wandfarben oft bedenkliche Stoffe enthalten, die mitunter sogar gesundheitsschädliche Nebenwirkungen, wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Hautreizungen oder gar Allergien verursachen können, müssen Sie dies bei Naturfarben nicht befürchten. Denn ökologische Wandfarben sind schadstofffrei und bestehen ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen, die entweder mineralischen oder pflanzlichen Ursprungs sind. Chemische Lösungsmittel und Konservierungsstoffe sind hingegen strikt tabu und haben in Ökofarben rein gar nichts zu suchen.
In diese Riege der (malerischen) Ökowunder dürfen sich folgende Wandfarben einreihen:
- Lehmfarbe
- Silikatfarbe
- Kalkfarbe
- Kaseinfarbe
- Dispersionsfarbe auf Naturharzbasis
Tipp: Öko-Siegel für Naturfarben – sie sind das beste Zeichen, um ökologische Wandfarben zu erkennen. Das Paradebeispiel unter diesen Gütesiegeln ist der Blaue Engel, aber auch das EU-Ecolabel weist Naturfarben offiziell aus. Dank dieser Zertifikate können Sie sicher sein, dass die Naturfarben öko sind – und das von der Herstellung über die Anwendung bis zur Entsorgung.
Öko-Wandfarben: Diese schadstofffreien Naturfarben sind besonders beliebt
Ganz gleich, ob Lehm-, Kalk- oder Silikatfarbe – eines haben alle Ökofarben gemeinsam: Sie schonen die Umwelt und sind sehr wohngesund. Daneben können die einzelnen Ökofarben jeweils mit ganz eigenen Vorzügen in puncto Anwendung, Wohnklima und Verträglichkeit aufwarten.
Lehmfarbe: Ökologisches Wohlfühlflair genießen
Tonmehl, Pflanzenstärke, natürliche Zellulose und pflanzliches Eiweiß – so lautet der Mix, der hinter der populären Lehmfarbe steckt. Dieser macht sie nicht nur schadstofffrei, sondern auch noch atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Darüber hinaus kann Lehmfarbe Gerüche absorbieren, was sich wiederum positiv auf das Wohnklima auswirkt. Nimmt man all diese Vorteile zusammen, präsentiert sich Lehmfarbe als hervorragende Naturfarbe für alle Wohnräume. Wichtig zu wissen: Lehmfarbe ist nicht auf allen Untergründen anwendbar. Sie benötigt einen wasserdampfdurchlässigen Untergrund, wie Lehmputz – in puncto Flexibilität ist diese Wandfarbe also stark eingeschränkt.
Silikatfarbe: Hochwirksame Mineralfarbe für mehr Wohnkomfort
Mit Kaliwasserglas als Hauptinhaltsstoff reiht sich Silikatfarbe stolz in die Gruppe der Mineralfarben ein. Dabei präsentiert sie sich in vielerlei Hinsicht als beeindruckendes Powerpaket: Denn Silikatfarbe ist diffusionsoffen, wasserfest, langlebig und überaus stark gegen Schimmel. Sogar einer Algenbildung beugt sie effektiv vor. Daher ist Silikatfarbe für Feuchträume, wie das Badezimmer, bestens geeignet. Mehr noch: Sogar Außenwände können mit der ökologischen Mineralfarbe gestrichen werden.
Was es jedoch zu beachten gilt: Die Anwendung ist etwas aufwendig – wer zum Beispiel sein Badezimmer streichen und hierfür Silikatfarbe verwenden möchte, sollte dabei unbedingt passende Schutzkleidung tragen. Gegebenenfalls lohnt es sich in diesem Zusammenhang, lieber einen Profi zu beauftragen. Der weiß, wie man Wände und Decken richtig streichen und Silikatfarbe bestmöglich aufbringen kann.
Kalkfarbe: Wohlfühlambiente dank ökologischer Mineralfarbe
Ein hochwertiger Anstrich, durch den die Wand atmen kann – das gelingt Ihnen mit Kalkfarbe. Möglich macht dies der hohe pH-Wert des Sumpfkalks – er ist gewissermaßen die Geheimwaffe dieser ökologischen Mineralfarbe. Und sie kann noch mehr. Denn Kalkfarbe ist diffusionsoffen und beugt Schimmelbildung effektiv vor. Damit schafft sie beste Voraussetzung für ein behagliches Wohnflair. Dies tröstet sogar darüber hinweg, dass Kalkfarbe nicht immer ganz so abriebfest ist und die leichte Deckkraft mitunter mehrere Anstriche erforderlich macht.
Kaseinfarbe: Volle Power gegen Schimmel
Kaseinfarbe, vielen auch als Käseleim bekannt, glänzt als vielseitiges Kraftpaket. Denn diese Naturfarbe ist sowohl für alle Untergründe geeignet als auch diffusionsoffen, wasser- und wischfest. Schimmel hat bei dieser ökologischen Wandfarbe keine Chance. Wichtig für alle Tierfreunde: Sie besteht aus Kasein – einem Pulver, das aus Milcheiweiß gewonnen wird. Vegan ist diese Naturfarbe damit nicht.
Dispersionsfarbe auf Naturharzbasis: Der Klassiker umweltschonend aufgelegt
Eine Ökofarbe, die auf allen Untergründen aufgetragen werden kann – damit darf sich Dispersionsfarbe auf Naturharzbasis rühmen. Mehr noch: Bestehend aus Rizinus- oder Leinöl, pflanzlichen Ölen, Wasser und noch einigen anderen natürlichen Inhaltsstoffen ist diese ökologische Dispersionsfarbe wasch- und wischfest. Da überrascht es kaum, dass es sie inzwischen in vielen Farben zu kaufen gibt.
Vor- und Nachteile von Naturfarben: Darauf sollten Sie achten
Für Naturfreunde und alle, denen die Umwelt und die persönliche Wohngesundheit am Herzen liegen, überwiegen die Vorteile von Ökofarben ganz klar. Erfahrene Heimwerker wissen allerdings: Die Nachteile zeigen sich meist in der Anwendung. So sind Ökofarben oft nicht so streichfähig wie klassische Wandfarben. Daher lassen sie sich nicht so leicht auftragen. Auch die Deckkraft kann unterschiedlich stark ausfallen. Soll heißen: Je nach Produkt sind mitunter mehrere Anstriche erforderlich – ggf. müssen Sie sogar vorab die Wände grundieren, damit die Farbe gut haftet und mit gleichmäßiger Deckkraft punktet.
Manche Naturfarben können ihre Vorteile nur dann richtig entfalten, wenn die Untergründe die entsprechenden Voraussetzungen bieten. Bei mineralischen Farben, wie Kalk- oder Silikatfarben, funktioniert dies am besten auf mineralischen Untergründen, Lehmfarbe wünscht sich hingegen einen wasserdampfdurchlässigen Untergrund, vorzugsweise Lehmputz.
Zu guter Letzt wäre da noch der Kostenfaktor: Ökofarben sind teurer als normale Farben – zumindest noch. Es zeichnet sich jedoch allmählich ab, dass die Farben sich preislich angleichen bzw. auf ein ähnliches Level einpendeln. Gute Nachrichten also für all diejenigen, die eine ökologische Wandgestaltung mit Farbe realisieren möchten.
Tipp: Damit Sie garantiert eine gute Naturfarbe kaufen, sollten Sie stets die Inhaltsstoffe genau prüfen. Stolpern Sie dabei über Begriffe, wie (Bio-) Isothiazolinon oder Formaldehyd, müssen Ihre Alarmglocken läuten. Denn diese Konservierungsstoffe können toxisch bzw. gesundheitsschädlich sein und Haut und Schleimhäute stark reizen.
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