Wände und Decken richtig streichen

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Der große Ratgeber rund ums Streichen von Decken und Wänden

Nicht nur bei einem Umzug sollte man Decken und Wände des neuen Heims ordentlich streichen. Vielmehr lohnt es sich, regelmäßig alle paar Jahre eine Auffrischung der Wand und Deckenfarbe durchzuführen. Das ist zwar stets mit relativ viel Aufwand verbunden, steigert den Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden jedoch merklich. Und natürlich gibt es ein paar hilfreiche Tricks, mit denen man sich eine Menge Arbeit ersparen kann. Welche das sind und wie man Decken und Wände richtig streicht, verrät der große Ratgeber.

Wände zu streichen, verleiht Ihrem Zuhause eine ganz neue Atmosphäre © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Wände zu streichen, verleiht Ihrem Zuhause eine ganz neue Atmosphäre © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Viele gute Gründe: Warum lohnt es sich, Wände und Decken regelmäßig zu streichen?

Keine Frage: Wenn Sie ein neues Zuhause beziehen, stürzen Sie sich vermutlich hochmotiviert in die Renovierungsarbeiten. Decken und Wände frisch zu streichen, steht dabei meist ganz oben auf der To-do-Liste. Schließlich ist man keineswegs immer mit der Farbwahl der Vormieter bzw. Vorbesitzer einverstanden. Neben der Möglichkeit, die neuen vier Wände nach den eigenen Vorlieben farblich zu gestalten, gibt es aber noch mehr Gründe, die für ein Streich-Makeover sprechen.

So neigt alte Wandfarbe auf Dauer dazu, auszubleichen oder ihren farblichen Charakter anderweitig zu verändern. Bilder oder an der Wand montierte Möbelstücke lassen nach dem Abnehmen unschöne Ränder sichtbar werden. Ein hoher Nikotinkonsum führt zum hässlichen Vergilben von Wand- und Deckenfarbe. Ähnliches gilt, wenn Sie einen Kaminofen in Ihrem Zuhause nutzen: Beim Öffnen der Ofentür lässt sich ein Entweichen kleiner Aschemengen kaum verhindern – auch diese setzen sich mit der Zeit an Wänden und Decken fest.

Darüber hinaus können alte Farbanstriche mit der Zeit Gerüche annehmen – auch das kann die Wohnqualität auf Dauer beeinflussen. Schimmel auf den Wänden, sichtbare Verschmutzungen ebenso wie Kratzer und Beschädigungen der Farbschicht sind weitere Gründe dafür, Wände und Decken regelmäßig neu zu streichen.

Wichtig: Sollte es an Ihren Wänden oder Decken schimmeln, empfehlen wir Ihnen, die entsprechenden Stellen nicht einfach zu überstreichen. Der Schimmel sollte möglichst professionell entfernt werden, bevor eine neue Farbschicht wieder für besten Wohnkomfort sorgt. Gegebenenfalls müssen Sie hierfür sogar die alte Tapete entfernen oder neu verputzen. Gehen Sie der Ursache für das Schimmelproblem auf den Grund, damit dieses sich nicht unbemerkt ausweiten kann.

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Bevor es losgeht: Vorüberlegungen und Vorarbeiten fürs Streichen von Decken und Wänden

Auf die Pinsel, fertig, los – ganz so schnell sollten Sie beim richtigen Streichen von Decken und Wänden nicht vorgehen. Arbeiten Sie stattdessen strategisch und nach Plan. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie nichts Wichtiges vergessen, sparen viel Zeit und Nerven und verhindern typische Fehlerquellen.

Wand oder Decke streichen – was kommt zuerst?

Wenn Sie vorhaben, sowohl Wände als auch Decken zu streichen, empfiehlt es sich, stets von oben nach unten zu arbeiten. Selbst wenn Sie beim Streichen der Decke noch so vorsichtig sind, kann es passieren, dass sich Farbspritzer oder -tropfen im Zimmer verteilen – und dabei schlimmstenfalls die frisch gestrichenen Wände treffen. Deshalb sollten Decken stets zuerst gestrichen werden – erst danach kommt die frische Farbe an die Wand.

Sorgfältiges Abkleben spart beim Streichen viel Zeit und Arbeit © Philip, stock.adobe.com
Sorgfältiges Abkleben spart beim Streichen viel Zeit und Arbeit © Philip, stock.adobe.com

Alles muss raus – Möbel vor dem Streichen ausräumen oder abdecken

Unabhängig davon, ob Sie Wände und Decken oder nur eins von beidem streichen – damit Ihre Möbel und Einrichtungsgegenstände nicht versehentlich ebenfalls einen neuen Look bekommen, sollten Sie sie vor den Streicharbeiten aus dem Zimmer räumen. Funktioniert das nicht, empfiehlt es sich, alle Gegenstände in die Raummitte zu rücken und großzügig abzudecken. Vergessen Sie außerdem nicht, Fenster, Heizungen, Fußböden und Ähnliches vor Farbklecksen zu schützen. Am besten funktioniert das mit Malerkrepp sowie Malervlies (wiederverwendbar) und alten Zeitungen.

Tipp: Wenn Sie Ihre Decke richtig streichen wollen, sollten Sie vorab für die richtige Raumtemperatur sorgen. Warme Luft steigt nämlich nach oben – ist es im Zimmer zu warm, trocknet die frische Farbe an der Decke schneller und es wird schwierig, nass in nass zu streichen.

Tipps für Werkzeuge für den Decken- und Wandanstrich

Wenn Sie Wände und Decken richtig streichen möchten, sollten Sie die Deckenhöhe bei der Auswahl des passenden Werkzeugs für Malerarbeiten berücksichtigen. Bei einer durchschnittlichen Deckenhöhe von maximal 2,50 m kommen Sie mit einer dreistufigen Standardleiter oder einer Farbrolle mit Teleskopstange gut hin – in vielen Altbauten liegt die Deckenhöhe aber deutlich darüber. In diesem Fall kann es sich lohnen, ein Rollgerüst zu leihen oder eine stabile Konstruktion mit zwei standfesten Leitern und einer Bohle zu errichten.

Wichtig: Sicherheit hat immer oberste Priorität. Verzichten Sie beim Streichen Ihrer Decken und Wände auf selbstgebaute Steig-Konstruktionen, die schon vor dem Betreten wackelig sind. Investieren Sie lieber etwas Geld in den Kauf einer stabilen Leiter oder mieten Sie entsprechendes Arbeitsgerät in Baumarkt oder Fachhandel.

Weiterhin brauchen Sie zum Streichen von Decken und Wänden natürlich verschiedene Farbrollen und Pinsel. Vergessen Sie dabei nicht, darauf zu achten, dass die jeweiligen Werkzeuge auch für die ausgesuchte Farbe geeignet sind.

Beim Streichen der Decke arbeitet man vom Fenster ausgehend mit dem Lichteinfall © New Africa, stock.adobe.com
Beim Streichen der Decke arbeitet man vom Fenster ausgehend mit dem Lichteinfall © New Africa, stock.adobe.com

Decke richtig streichen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Tipps

Wenn Sie nur die Decke eines Raumes streichen möchten, kleben Sie am besten die Wand an der Deckenkante mit Malerkrepp ab. Dadurch verhindern Sie, überzumalen und sorgen für eine saubere Kante. Gehen Sie anschließend beim Deckenstreichen folgendermaßen vor:

  1. Streichen Sie zunächst die Kanten und Ecken der Decke. Hier genügt ein etwa zwanzig Zentimeter breiter Rand, den Sie am besten mit einem abgewinkelten Pinsel oder einer kleinen Farbrolle auftragen.
  2. Streichen Sie die Decke nun mit einer großen Farbrolle ausgehend von der Lichtquelle.
  3. Teilen Sie die Decke dafür gedanklich in mehrere gleich große Quadrate ein und streichen Sie hier zunächst in ineinander überlappenden Längsbahnen.
  4. Streichen Sie dasselbe Quadrat anschließend noch einmal mit diagonalen Streichbahnen.
  5. Arbeiten Sie sich so von Quadrat zu Quadrat durchs Zimmer und achten Sie darauf, stets nass-in-nass zu streichen.

Das Malerkrepp an der Wandkante sollten Sie nach dem Streichen umgehend abziehen. So entsteht eine klare, saubere Farbkante – ist die Farbe erst einmal getrocknet, kann sie durch das Abreißen des Malerkrepps bröckeln und unsauber werden. Wer später ohnehin noch die Wände streichen möchte, kann auf das Malerkrepp auch direkt verzichten. Verwenden Sie beim Streichen nicht zu viel Farbe, um zu vermeiden, dass diese von der Decke zu kleckern oder zu tropfen beginnt. Farbe mit dickerer, fester Konsistenz begeistert mit hoher Deckkraft und neigt weniger zur Tropfenbildung als dünnflüssige Farben. Sollten sich an der Decke bereits beim Streichen sichtbare Tropfen bilden, ist es ratsam, diese sofort zu entfernen. Denn trocknen diese fest, wirkt der Gesamteindruck später unsauber.

Extratipp: Das Streichen der Decke kann ganz schön auf Muskulatur und Arme gehen – teilen Sie sich diese Arbeit am besten, indem Sie die Decke zu zweit streichen. Das spart nicht nur viel Zeit, sondern erleichtert auch die Nass-in-Nass-Streichtechnik, die zu besonders sauberen Ergebnissen führt.

Wände richtig streichen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit vielen Tipps

Möchten Sie nur die Wände eines Raumes streichen, kleben Sie im Vorfeld am besten den Deckenrand großzügig mit Malerkrepp ab. Das beugt ungewolltem Überstreichen vor. Ist das erledigt, können Sie praktisch direkt beginnen:

  1. Starten Sie mit einem Eckenpinsel in der Zimmerecke, die dem Fenster am nächsten gelegen ist.
  2. Streichen Sie die Zimmerecke mit dem Pinsel großzügig, etwa zehn Zentimeter zu jeder Seite an. Achten Sie dabei darauf, nicht zu viel Farbe in die Eckenfuge zu drücken, da hierdurch der Gesamtlook unsauber und uneben wirken kann.
  3. Arbeiten Sie nun mit der großen Farbrolle vom Fenster ausgehend, mit dem Lichteinfall an der Wand: Setzen Sie die Farbrolle auf Schulterhöhe an die Wand und arbeiten Sie von hier ausgehend zuerst nach oben, dann nach unten.
  4. Streichen Sie etwa drei Längsbahnen mit überlappenden Rändern, bevor Sie noch einmal ohne Farbe diagonal über die gestrichene Fläche gehen (verschlichten).
  5. Streichen Sie die Wände zügig in der Nass-in-Nass-Technik.
Für einen streifenfreien Wandanstrich ist die Nass-in-Nass-Technik empfehlenswert © Superingo, stock.adobe.com
Für einen streifenfreien Wandanstrich ist die Nass-in-Nass-Technik empfehlenswert © Superingo, stock.adobe.com

TIPP

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Tipp 1: Wände gut durchtrocknen lassen

Wenn Sie mit dem Wandanstrich fertig sind, heißt es erst einmal: gut durchtrocknen lassen. Vermeiden Sie, jetzt noch einmal mit der Farbrolle über den Anstrich zu gehen, weil Sie stellenweise vielleicht Streifen oder Flecken sehen – dadurch wird das Ergebnis erst recht ungleichmäßig. Tatsächlich kann man erst, wenn die Farbe gut angetrocknet ist, wirklich sehen, wie sauber und ordentlich gestrichen wurde.

Tipp 2: Wände besser bei kühlen Temperaturen streichen

Damit die Farbe beim Wandanstrich schneller trocknet, drehen viele Hobbyhandwerker gern die Heizung auf. Tatsächlich ist dies aber erst nach dem Streichen der Wände empfehlenswert: Ist die Raumtemperatur schon während des Streichvorgangs hoch, trocknet die Farbe zu schnell und die Nass-in-Nass-Technik ist nicht mehr umsetzbar. Deshalb besser auf eine gleichmäßig kühle Temperatur achten und Fenster sowie Türen erst einmal geschlossen halten.

Tipp 3: Immer genug Farbe auftragen

Das beste Mittel gegen streifig gestrichene Wandfarbe ist die Nass-in-Nass-Technik. Damit diese sich umsetzen lässt, ist entscheidend, dass Sie mit der Farbrolle immer genügend Farbe aufnehmen und auf die Wand auftragen. Dünne Farbschichten trocknen nämlich deutlich schneller als dicke Schichten. Allzu viel Farbe sollte es aber auch nicht sein, denn das kann schnell zu Farbnasen, Tropfenbildung und Co. führen.

Vor einem zweiten Farbanstrich sollte die erste Farbschicht immer gut durchtrocknen © Felix Vogel, stock.adobe.com
Vor einem zweiten Farbanstrich sollte die erste Farbschicht immer gut durchtrocknen © Felix Vogel, stock.adobe.com

Tipp 5: Farbe an den Rändern immer verschlichten

Wer Wände richtig streichen will, geht oft mit einer kleinen Rolle oder einem Pinsel zunächst an den Rändern entlang. Zieht man später das Malerkrepp ab, sind die Ränder dann oft dunkler gefärbt als der Rest der Wand. Um das zu vermeiden, sollte die Farbe an den Rändern ordentlich verschlichtet werden: Hierfür die aufgetragene Farbe mit einer kleinen Rolle ohne Farbe gut verteilen. Das sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis – funktioniert auch in den Ecken.

Tipp 5: Farbkleckse sofort entfernen

Auch wenn man noch so sorgfältig abklebt – manchmal passiert es doch und schon ist etwas Farbe auf den Laminatboden oder das gute Parkett getropft. Keine Panik: Feuchte Wandfarbe lässt sich normalerweise schnell entfernen. Einfach mit einem Lappen aufnehmen und mit etwas lauwarmem Wasser nachwischen. Wenn die Farbe erst einmal getrocknet ist, muss sie dagegen abgeschabt werden, denn mit Wasser lässt sie sich nun nicht mehr gut lösen. Aber bitte vorsichtig, damit der Bodenbelag nicht zerkratzt.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit muss beim Streichen im Bad beachtet werden © Mediaparts, stock.adobe.com
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