Alte Tapeten richtig entfernen

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Wie reißt man Tapeten schnell und gründlich ab?

Sie möchten neu tapezieren – vor allem, weil die alte Tapete sich hier und da bereits von den Wänden löst? Dann sollten Sie diese im Zuge der Renovierungsarbeiten zunächst entfernen. Denn eine sich ablösende Tapete kann als Untergrund keinen verlässlichen Halt mehr für die neue Tapetenschicht garantieren. Haben Sie schon einmal alte Tapete entfernt? Diese Aufgabe gehört zu den Klassikern bei Renovierungsarbeiten und kann viel Zeit und Nerven kosten. Denn in den meisten Fällen lässt sich die Tapete nicht so leicht von der Wand abziehen, wie man es sich wünschen würde. Der nachfolgende Ratgeber verrät Ihnen deshalb, wie Sie beim Abreißen alter Tapeten am besten vorgehen. Zahlreiche Tipps und Tricks gibt es natürlich ebenfalls dazu.

Alte Tapeten zu entfernen, ist oft mühsam und zeitaufwendig © Stephanie Eichler, stock.adobe.com
Alte Tapeten zu entfernen, ist oft mühsam und zeitaufwendig © Stephanie Eichler, stock.adobe.com

Warum ist es so schwierig, alte Tapete zu entfernen?

Tapeten bestehen normalerweise aus mehreren Schichten: Einer Deckschicht – das ist die Schicht, die man später sieht – und eine Trägerschicht – das ist die Schicht, die an der Wand fixiert wird. Da die Tapete dauerhaft an der Wand halten soll, wird sie mit Kleister an ebendiese geklebt. Danach lässt sie sich nicht mehr ohne Weiteres entfernen. Ganz besonders knifflig wird es bei Tapeten, bei denen sich die einzelnen Tapetenschichten beim Abreißen voneinander lösen. So lässt sich zwar die oberste Deckschicht entfernen, die darunterliegende Trägerschicht bleibt hingegen haften.

Übrigens: Es gibt Tapetenarten, die deutlich leichter zu entfernen sind als andere. Dazu gehören beispielsweise Vliestapeten, dich sich trocken ganz einfach von der Wand abziehen lassen. Möglich machen dies zum einen die Materialien, aus denen eine Vliestapete besteht, zum anderen der verwendeten Kleister. Wer sich zukünftige Renovierungsarbeiten erleichtern möchte, kann entsprechend darüber nachdenken, beim Neutapezieren auf eine Vliestapete zu setzen.

Wenn mehrere Tapetenschichten übereinanderliegen, ist das Entfernen oft noch schwerer © Tom Bayer, stock.adobe.com
Wenn mehrere Tapetenschichten übereinanderliegen, ist das Entfernen oft noch schwerer © Tom Bayer, stock.adobe.com

Methoden zum Entfernen alter Tapete: Welche Technik funktioniert am besten?

Wasser, Spülmittel oder doch der teure Tapetenlöser aus dem Baumarkt? Nachfolgend stellen wir die verschiedenen Methoden, mit denen sich Tapeten entfernen lassen, einzeln vor. Ehe Sie sich jedoch für eine der Techniken entscheiden und direkt loslegen, sollten Sie das Zimmer, in dem die Tapete von der Wand soll, entsprechend vorbereiten:

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Methode 1: Tapete trocken mit einem Spachtel entfernen

Es ist wohl die einfachste Methode, um alte Tapeten zu entfernen, weshalb sie bis heute vielfach zur Anwendung kommt: Mit einem Spachtel wird die trockene Tapete von der Wand gekratzt. Hierfür löst man die Tapete an einer Ecke, schiebt den Spachtel darunter und versucht so, möglichst große Tapetenstücke von der Wand zu entfernen. Das Problem: In den meisten Fällen ist diese Vorgehensweise sehr mühsam und zeitintensiv. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass man die unter der Tapete liegende Wand mit dem Spachtel beschädigt. Dann werden gegebenenfalls vor dem Tapezieren zusätzliche Ausbesserungsarbeiten erforderlich.

Trockene Tapete mit dem Spachtel abzukratzen, dauert oft sehr lang © mitifoto, stock.adobe.com
Trockene Tapete mit dem Spachtel abzukratzen, dauert oft sehr lang © mitifoto, stock.adobe.com

Methode 2: Tapete mit Wasser entfernen

Das Problem beim Abreißen alter Tapeten ist für gewöhnlich der Kleister – dieser haftet derart fest, dass sich die trockene Tapete einfach nicht lösen lassen will. Die Lösung: Feuchten Sie die Tapete einfach mit Wasser an – dann wird der Kleister weich und die Tapete lässt sich deutlich schneller und leichter entfernen. Es gibt allerdings auch einen Haken: Die Einwirkzeit ist bei dieser Methode ziemlich lang. Darüber hinaus kann das Wasser (insbesondere bei sehr dicken oder lackierten Tapeten) nur schwer bis zum Kleister durchdringen.

Es lohnt sich daher, die Tapete vor dem Befeuchten zu perforieren. Als Hilfsmittel kann hierbei der sogenannte Tapetenigel oder eine Stachelwalze dienen. Dabei handelt es sich um ein kleines Werkzeug, das Sie für wenige Euros im Baumarkt kaufen können. Die Anwendung ist denkbar einfach: Ziehen Sie den Tapetenigel über die Tapete, sodass die kleinen Zähne des Tiers eine Perforation auf der Tapete hinterlassen. Dadurch kann das Wasser die Tapete durchdringen und den Kleister schneller aufweichen. Allerdings gilt: Für gewöhnlich müssen Sie die Tapete mehrfach wässern und selbst dann kann es immer Stellen geben, an denen das Wasser den Kleister nicht vollständig löst.

Es kann helfen, die Tapete vor dem Abreißen einzuweichen © TwilightArtPictures, stock.adobe.com
Es kann helfen, die Tapete vor dem Abreißen einzuweichen © TwilightArtPictures, stock.adobe.com

Methode 3: Tapete mit Tapetenablöser entfernen

Tapetenablöser gibt es in jedem Baumarkt für wenige Euros zu kaufen. Das Hilfsmittel verspricht eine schnelle und saubere Leistung: Einfach gemäß der Herstellerhinweise auf die Tapete auftragen, kurz einwirken lassen und danach die Tapete in einem Rutsch von der Wand entfernen. Was nach einer cleveren und preiswerten Methode klingt, funktioniert aber nicht immer so einwandfrei, wie man vielleicht glaubt.

Zum einen gibt es bestimmte Kleister, bei denen der Tapetenablöser nicht so gut wirkt, wie es eigentlich gedacht ist. Darüber hinaus enthält das Mittel starke Tenside, die gegebenenfalls gesundheitsschädlich sein können. Deshalb sollte man mit einem Tapetenablöser nur in gut belüfteten Räumen arbeiten und Hautkontakt vermeiden. Außerdem gilt: Das Geld für den chemischen Ablöser können Sie sich auch sparen – indem Sie einfach auf die vierte Methode ausweichen.

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Methode 4: Tapete mit Spülmittel und Wasser ablösen

Spülmittel hat wohl jeder in der Küche – doch die meisten wissen nicht, dass man damit hervorragend alte Tapete entfernen kann. Wie das funktioniert, ist schnell erklärt: Genauso wie der Tapetenablöser aus dem Baumarkt, enthält auch Spülmittel Tenside. Die helfen dabei, die Tapete von der Wand zu lösen. Im Spülmittel sind sie aber deutlich hautfreundlicher, umweltverträglicher und weniger aggressiv als im Tapetenablöser.

Einfach ein paar Spritzer Spülmittel in warmes Wasser geben, die Tapete wie bei allen anderen Methoden perforieren und anschließend mit einem Quast oder einem Schwamm gut befeuchten. Einige Zeit einwirken lassen und schon kann das Abreißen losgehen. Falls sich die Tapete nach dem ersten Einweichen noch nicht leicht ablösen lässt, einfach noch einmal durchfeuchten.

Zusatztipp: Neben chemischem Tapetenablöser können Sie im Baumarkt auch Geräte kaufen, welche die Tapete mithilfe von heißem Wasserdampf ablösen. Diese Methode gilt als relativ schnell und effektiv – allerdings will die zusätzliche Investition in den Dampftapetenablöser gut überlegt werden. Wer nicht regelmäßig renoviert, ist mit Spülmittel und Wasser oder einem Leihgerät meist besser beraten.

Eine Stachelwalze perforiert die Tapete vor dem Einweichen, damit die Lösung besser wirkt © M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com
Eine Stachelwalze perforiert die Tapete vor dem Einweichen, damit die Lösung besser wirkt © M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com

Tapeten möglichst schnell entfernen: 3 zusätzliche Tipps

Sie haben sich für eine der obigen Methoden entschieden und möchten nun endlich Ihre alte Tapete entfernen? Damit Ihnen die Arbeit möglichst schnell von der Hand geht, haben wir noch drei weitere Tipps für Sie zusammengestellt.

Tipp 1: Tapeten langsam und vorsichtig abreißen

Nasse Tapete reißt sehr viel schneller als trockene. Sollte die alte Tapete vor dem Abreißen stark durchgeweicht sein, empfiehlt es sich, beim Entfernen äußerst vorsichtig vorzugehen. Wer langsam arbeitet und die Tapete behutsam von der Wand zieht, kann meist deutlich größere Stücke auf einmal lösen.

Tipp 2: Tapete von unten nach oben abreißen

Sobald die Tapete gut durchgeweicht ist, beginnen Sie am besten am unteren Ende der Tapetenbahn mit dem Abreißen. Hierfür einfach die Tapete an der Unterkante lösen und langsam nach oben ziehen. Dabei weder zu stark an der Tapete ruckeln noch reißen, sondern gleichmäßig arbeiten, da sich so die größtmöglichen Stücke lösen.

Tipp 3: Besenstiel zur Hilfe nehmen

Mit einem Besenstiel Tapeten abreißen? Das kann hilfreich sein: Wenn die Tapete derart durchgeweicht ist, dass sie Ihnen selbst bei besonders vorsichtiger Arbeitsweise unter den Fingern zerreißt, wickeln Sie den unteren Teil der Tapetenbahn einfach um einen Besenstiel. So können Sie die Tapete quasi von der Wand abrollen.  

Bei der Auswahl der passenden Tapetenart gilt es einiges zu beachten © Racle Fotodesign, stock.adobe.com
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