Die 12 größten Einrichtungsfehler vermeiden

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Wer ein Zimmer, eine Wohnung oder gar ein ganzes Haus neu einrichtet, steht vor keiner leichten Aufgabe. Im Eifer des Gefechts entstehen dann schnell Fehler, die man hinterher bereut, die sich aber oft nicht mehr ohne viel Zeitaufwand oder Geld beheben lassen. Wir geben Tipps, worauf Sie beim Einrichten achten sollten.

terten Textilien, geflochtenen Leuchten und Wandbehängen in harmonischen Farbtönen erhalten Sie ein gemütliches Wohnzimmer © FollowTheFlow, stock.adobe.com
Mit Pflanzen, gemusterten Textilien, geflochtenen Leuchten und Wandbehängen in harmonischen Farbtönen erhalten Sie ein gemütliches Wohnzimmer © FollowTheFlow, stock.adobe.com

1. Das falsche Licht

Die Lichtplanung ist essenziell bei der Einrichtung. Sie kann zwar etwas Zeit und Geduld kosten – lohnt sich aber auf alle Fälle. Denn das richtige Licht entscheidet, ob man sich in einem Raum wohl oder unwohl fühlt. Das Motto „Eine Deckenleuchte – und fertig“ führt definitiv nicht zum Ziel. Wer einen gemütlichen Raum kreieren möchte, benötigt mehrere Lichtquellen, egal, wie groß das Zimmer ist. Die Faustregel lautet, mindestens drei Leuchten pro Raum: eine an der Decke, dazu eine Steh- und eine Tischleuchte. Kleine Lichtquellen, die indirektes oder gedämpftes Licht spenden, geben dem Raum außerdem Tiefe und helfen, ihn zu gliedern. Besonders praktisch sind übrigens dimmbare Varianten, die Sie je nach Anlass und Tageslicht mit nur einem Drücken auf den Schalter heller und dunkler stellen können.

Tipp: Sollten Sie noch in der Bau- oder Sanierungsphase sein, nehmen Sie sich viel Zeit für die Platzierung von Lichtschaltern und Steckdosen. Gehen Sie Ihre täglichen Laufrouten durch und machen Sie sich klar, von wo aus Sie gerne welche Leuchte ein- und ausschalten möchten. Bei den Steckdosen gilt die Devise: Besser eine zu viel, als eine zu wenig – auch, wenn es mittlerweile viele Akkuleuchten gibt.

Mehrere LED-Lampen im Wohnzimmer helfen beim Energiesparen und schenken ein gemütliches Ambiente © Tom Merton/KOTO, stock.adobe.com
Mehrere LED-Lampen im Wohnzimmer helfen beim Energiesparen und schenken ein gemütliches Ambiente © Tom Merton/KOTO, stock.adobe.com
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2. Einrichten wie aus dem Katalog

Für Gemütlichkeit in einem Raum sorgt allerdings nicht nur das richtige Licht, sondern auch die persönliche Note. Manche kaufen aus Angst etwas falsch zu machen, im Möbelhaus oder online nicht nur ein Möbelstück, sondern auch gleich das ganze „Drumherum“, sprich Textilien, Deko & Co. In diesem Fall passt zwar farblich alles bestens zusammen, der Raum wirkt aber steril und bietet wenig Wohlfühlatmosphäre.

Nehmen Sie sich stattdessen Zeit und richten Sie die Zimmer Stück für Stück ein. So kommen nach und nach mit Sicherheit einige Ihrer Lieblingsstücke, Fotos oder Souvenirs zum Vorschein, die Sie mit ganz persönlichen Erinnerungen verbinden und die dem Zimmer erst das gewisse Etwas geben – auch, wenn sie farblich vielleicht nicht ganz exakt passen.

Alte Möbel treffen auf neue, Bast, Rattan und persönliche Accessoires komplettieren den Look © brizmaker, stock.adobe.com
Alte Möbel treffen auf neue, Bast, Rattan und persönliche Accessoires komplettieren den Look © brizmaker, stock.adobe.com

Lassen Sie sich Zeit beim Einrichten und justieren Sie immer wieder nach!

3. Zu viel Materialmix

Es muss nicht alles hundertprozentig miteinander harmonieren, zu viel des Guten gibt es aber auch. Wer wahllos sämtliche Materialien und Wohnstile miteinander mixt, überlädt das Zimmer optisch. Setzen Sie auf einen bestimmten Stil (z. Bsp. skandi, mediterran oder klassisch) und greifen Sie zu den passenden Holzarten und Textilien. Mit der Deko können Sie gerne nach Lust und Laune spielen – wird es zu unharmonisch, ist diese schnell wieder weggeräumt.

Überlegen Sie sich vor dem Einrichten, welchen Stil und welche Wirkung Sie im jeweiligen Raum erzeugen möchten. Einfach „drauflos“ kaufen und einräumen führt schnell zum optischen Chaos.

4. Zu viele Farben

Was für die Materialien gilt, gilt auch für die Farben. Beschränken Sie sich auf ein, zwei Grundtöne, was die Wände, den Boden und die Möbel betrifft. Akzente setzen können Sie mit Teppichen, Kissen, Gardinen, Bildern und Deko-Objekten.

Farbliche Akzente setzen Sie am besten mit Deko oder Textilien.

5. Nichts als Weiß

Nicht zu viele Farben bedeutet jedoch keinesfalls, die ganze Wohnung in sterilem Weiß zu streichen. Schon einige andersfarbige Farbflächen oder Wände reichen aus, um Gemütlichkeit und Atmosphäre in die Wohnräume zu bringen. Eine tolle Alternative zu Weiß sind beispielsweise Beige- oder Grautöne. Sie passen zu jedem Zimmer, strahlen Ruhe aus, wirken wohnlich und harmonieren mit sämtlichen Böden und Möbeln.

Weiterer Pluspunkt: Auch in kleinen Zimmern wirken diese Farben nicht drückend. Wenn Sie zudem oben an der Decke einen ca. 10 cm hohen weißen Streifen lassen, wirkt der Raum höher und eleganter. Eine schöne Variante ist übrigens auch, das Zimmer – beispielsweise einen langen Flur – nur halbhoch zu streichen: unten die dunklere Farbe, oben die hellere, zum Beispiel Weiß. Dabei sollten Sie die Raumhöhe jedoch nicht exakt teilen – optisch ansprechender sind beispielsweise die Aufteilung in ein Drittel dunkle Farbe und zwei Drittel helle Farbe.

Eine beige Wand wirkt viel gemütlicher als eine weiße © artjafara, stock.adobe.com
Eine beige Wand wirkt viel gemütlicher als eine weiße © artjafara, stock.adobe.com

Einen besonders eleganten Effekt erzielt man, wenn man Wände nur halbhoch streicht oder oben an der Decke ca. 10 cm weiß lässt.

6. Zu viel Symmetrie

Eine Zauberformel in der Einrichtungs- und Dekobranche lautet: Verwenden Sie immer ungerade Stückzahlen und vermeiden Sie, wenn möglich, Symmetrien. Egal ob Sie Kerzen oder kleine Vasen auf dem Tisch dekorieren oder Objekte in ein Regal stellen: drei oder fünf Stück sehen immer besser aus als zwei oder vier. Nochmal lockerer wirken die Accessoires, wenn Sie diese nicht mittig platzieren. Das sieht nicht nur besser aus – Sie ersparen sich auch noch das Ausmessen und Hin- und Herrücken. Dieser Tipp klingt sehr banal – probieren Sie es aber trotzdem einfach mal aus. Sie werden vom Ergebnis überrascht sein!

Ungerade Stückzahlen wirken harmonischer!

7. Fehlende Gliederung

Große Räume sind einfacher einzurichten als kleine? Das stimmt nicht! Denn gerade der viele Platz kann dazu führen, dass ein Zimmer schnell ungemütlich wirkt. Stellen Sie keinesfalls einfach alle Möbel an die Wand, sondern gliedern Sie den Raum in verschiedene Zonen. Platzieren Sie den Tisch leicht schräg, verwenden Sie ein Regal als Raumtrenner oder rücken Sie das Sofa in die Mitte – und schon sieht das Ganze viel harmonischer aus. Neben der Optik gibt es auch ganz praktische Gründe für dieses Vorgehen: Falls Sie den großen Raum multifunktional, zum Beispiel als Wohn- und Esszimmer oder als Wohnzimmer und Homeoffice nutzen, gibt es durch die Stellung der Möbel eine klare Trennung zwischen den einzelnen Funktionsbereichen.

Mittig platzierte Möbel strukturieren einen Raum © Hugo, stock.adobe.com
Mittig platzierte Möbel strukturieren einen Raum © Hugo, stock.adobe.com

Platzieren Sie in großen Räumen nicht alle Möbel an der Wand. Das wirkt ungemütlich und unstrukturiert.

8. Falsche Proportionen

Sind die Möbel für einen Raum zu klein oder zu groß, wirkt das komplette Zimmer unstimmig. Eine kleine Couch im riesigen Loft-Wohnzimmer sieht verloren aus, während der große Esstisch in der kleinen Wohnküche viel zu viel Platz wegnimmt. Einfache Regel: große Zimmer vertragen große Möbel, kleine Räume sollten mit kompakten Varianten ausgestattet werden. Ausnahme: Soll das Möbelstück ein echter Blickfang sein, wirkt auch die große Variante im kleinen Zimmer schön. Dann sollten Sie jedoch mit allen anderen Möbeln und der Deko äußerst sparsam umgehen.

Messen Sie die Räume vor dem Möbelkauf akribisch aus und bedenken Sie auch Laufwege!

9. Räume vernachlässigen

Die Klassiker in vielen Haushalten: der Flur gleicht einer Rumpelkammer mit unterschiedlichen Möbeln, Ablageflächen und jeder Menge Jacken, Taschen und Schuhen. Und das Büro ist eine Mischung aus Gästezimmer, Bügelraum und Aufbewahrungsraum für alles, wofür gerade der Platz fehlt. Dabei ist gerade der Flur das Erste, was man beim Betreten der Wohnung sieht und auch im Büro sollte es zugunsten der Konzentration ordentlich sein.

Die Lösung? Helle Wandfarben, einheitliche Möbel und vor allem ein praktisches und auch hübsches Ordnungssystem! Je nach Platz bieten sich raumhohe Schränke, platzsparende Konsolentische mit Stauraummöglichkeit und schöne Körbe und Boxen an, die dem üblichen Krimskrams einen festen Platz geben. Ganz wichtig, vor allem bei kleinen Räumen: einheitliche Farben und Materialien!

Ordnung halten macht mit hübschen Accessoires und Möbeln gleich mehr Spaß. So fühlt man sich sogar im Bügelzimmer wohl!

Ein hübsch gestalteter Flur sorgt dafür, dass man sich schon beim Betreten der Wohnung wohlfühlt © New Africa, stock.adobe.com
Ein hübsch gestalteter Flur sorgt dafür, dass man sich schon beim Betreten der Wohnung wohlfühlt © New Africa, stock.adobe.com

TIPP

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10. Details ignorieren

Die Lampen sind montiert, die Möbel aufgebaut – fertig? Von wegen! Jetzt geht es an die Details, die aus einem Zimmer einen gemütlichen Wohn- oder Schlafraum machen. Das A und O sind Textilien. Von Gardinen über Teppiche bis zu Kissen und Plaids: Die Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Dabei sollten sie in Stil und Farbe in jedem Fall zum Rest des Raumes passen. Denn wer beispielsweise schwere Samtvorhänge zu hellen Möbeln im Skandi-Look kombiniert oder zarte Leinenvorhänge zu antiken Mahagoni-Möbeln, der macht einen stimmigen Gesamteindruck völlig zunichte. Sind Sie sich bei der Auswahl unsicher, nehmen Sie Stoffmuster mit nach Hause und halten Sie diese an Möbel und Wände. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass alle Komponenten im Raum auch wirklich zusammenpassen.

Für Spontanbesuch durchaus eine Option © TATTA, stock.adobe.com
Textilien verleihen Stil und Gemütlichkeit

Teppiche, Vorhänge, Decken und Kissen individuell auswählen Ob kuschelige Decken im Wohnzimmer, schöne Vorhänge im Esszimmer oder Teppiche im Schlafzimmer:… weiterlesen

Textilien jeder Art sorgen für Gemütlichkeit. Sie sollten aber auch zum Rest des Raumes passen und den jeweiligen Look unterstützen.

Gardinen und Kissen bringen Gemütlichkeit in den Raum © 290712, stock.adobe.com
Gardinen und Kissen bringen Gemütlichkeit in den Raum © 290712, stock.adobe.com

11. Nicht das große Ganze im Blick haben

Hier ein kleiner Beistelltisch, dort ein neues Bild und Deko ohne Ende. Oft passiert es im Laufe der Zeit, dass ein Zimmer immer vollgestellter wird und man überhaupt nicht mehr merkt, dass nichts mehr zusammenpasst. Betrachten Sie Ihre Wohnräume im Laufe der Zeit immer mal wieder mit einem möglichst neutralen Blick – und zwar vom Boden bis zur Decke. Passen die Möbel noch zum Boden und zur Wandfarbe? Quillt das Regal schon über vor Deko-Objekten, die Ihnen eigentlich gar nicht mehr gefallen? Und sind die Gardinen wirklich noch schön oder haben Sie die beste Zeit hinter sich? Oft lässt sich schon mit wenigen Handgriffen viel verändern. Neue Deko-Kissen, eine neue Farbe für die Wand oder eine neue Leuchte können Wunder wirken und dem Raum ein ganz neues Aussehen verleihen. Dabei empfiehlt sich im ersten Schritt immer, den Raum komplett auszuräumen und dann wirklich nur noch die Dinge einzuräumen und zu dekorieren, die wichtig sind und die man aktuell hübsch findet. Der Rest lagert prima in Kisten oder macht Bekannten eine Freude.

Blicken Sie von Zeit zu Zeit neutral in ihre Zimmer und sortieren Sie rigoros aus, was Ihnen nicht mehr gefällt. Von Staubfängern hat niemand was!

12. Immer nach dem neuesten Trend

Der schwarz-graue, kühle Beton-Loft-Style ist gerade „in“, Ihnen gefallen alte Möbel und warme Farben aber besser? Dann gehen Sie bitte keinesfalls nach dem Trend, sondern nach Ihrem Gefühl! Wer Möbel oder Deko kauft, nur weil sie gerade angesagt sind, wird sich damit nie richtig wohlfühlen können. Hinzu kommt, dass Sie dem Raum keinerlei persönliche Note geben können, da Ihre persönlichen Lieblingsstücke nicht zum Stil passen. Einrichten ist immer eine vollkommen subjektive Sache, die nur Sie und Ihre Mitbewohner etwas angeht. Nur so können Sie eine Atmosphäre kreieren, in der Sie sich jahrelang gut und richtig „zu Hause“ fühlen.

Lassen Sie sich nicht von Trends verunsichern! Nur Sie müssen sich in Ihrem Zuhause wohlfühlen!

Schön beleuchtetes Wohnzimmer mit LED-Deckenspots © Eduard Shelesnjak, stock.adobe.com
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