So schlafen Sie gut!
Sage und schreibe ungefähr ein Drittel unserer Lebenszeit verbringen wir im Schlafzimmer. Grund genug, um bei der Einrichtung und Gestaltung dieses Raums besonders durchdacht vorzugehen. Neben einem passenden Bett mit guter Matratze ist primär die Farbgestaltung wichtig. Hier kommen Tipps, welche Töne wie wirken und was Sie beachten sollten, um entspannt schlafen zu können.
Individuelles Ambiente
Farben sind grundsätzlich eine sehr subjektive Angelegenheit. Während die einen ausschließlich cleanes Weiß bevorzugen, kann es anderen nicht bunt genug sein. Selbstverständlich sollten Sie daher auch im Schlafzimmer Farben wählen, die Ihnen persönlich am besten gefallen. Schließlich trägt die Optik immer auch zum Wohlbefinden bei.
Dennoch gilt es im Schlafzimmer mehr als in allen anderen Räumen, sich über die Wirkung der Farben Gedanken zu machen. Bewiesenermaßen gibt es nämlich Töne, die sich positiv auf das Schlafverhalten und die Erholung während des Schlafens auswirken und Töne, die den Schlaf eher negativ beeinflussen.
Grundsätzlich gilt: Probieren Sie jede Farbe vorher an einer Wand aus und lassen Sie sie mindestens einen Tag und eine Nacht auf sich wirken. Nur dann können Sie die Farbe bei verschiedenem Tageslicht sehen – unter anderem auch, wie sie beim ersten Augenaufschlag am Morgen aussieht.
Die Klassiker: neutrale Töne
Mit einem Schlafzimmer in Weiß macht man grundsätzlich nichts falsch. Möbel und Wände wirken ruhig und frisch und nichts lenkt von einem erholsamen Schlaf ab. Allerdings ist Weiß auch ein kleines bisschen langweilig. Die Lösung? Sanfte Beige- oder Grautöne! Diese wirken ebenso clean und aufgeräumt wie Weiß, strahlen jedoch deutlich mehr Wärme aus. Cremefarbene Weiß- und Beigetöne gelten außerdem als beruhigend und eignen sich daher perfekt fürs Schlafzimmer. Oft reicht es auch schon, eine Wand zu streichen und den Rest weiß zu lassen, um den gewünschten wärmenden Effekt zu erzielen.
Besonders harmonisch wird es übrigens, wenn Sie auf ein Ton in Ton-Konzept setzen. Das bedeutet, dass Wände, Möbelstücke, Türen, Fensterrahmen und Accessoires aus einer Farbfamilie stammen, sich jedoch hinsichtlich ihrer Höhen und Tiefen unterscheiden. Also beispielsweise Hellbeige, Beige und Dunkelbeige in Kombination. Das erfordert zwar Disziplin bei der Gestaltung, die Wirkung zahlt sich aber definitiv aus!
Sanfte Beige- und Grautöne strahlen mehr Wärme aus als Weiß. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck clean.
Richtig kombiniert
Da die Farbgestaltung nicht bei Wänden und Möbel aufhört, sollten Sie auch immer die Textilien und Accessoires im Blick haben. Zu weißen und beigefarbenen Möbeln und Wänden passen hervorragend helle Leinenvorhänge, Teppiche aus Jute oder Sisal sowie Bettwäsche aus Leinen und Baumwolle in Weiß oder Creme. Bunt Gemustertes ist hier fehl am Platz.
Ein Hauch von Farbe: Pastelltöne
Wer nur etwas Farbe möchte, für den sind Pastelltöne ideal. Egal ob Hellgelb, Flieder, Rosa, Hellgrün oder Hellblau – die zarten Töne wirken immer frisch, lebendig und beruhigend.
Ein sanftes (!) Gelb verleiht dem Schlafzimmer im Handumdrehen eine entspannte und positive Atmosphäre. Weiterer Pluspunkt: Es lässt kleine Räume größer erscheinen.
Helles Blaugrau wirkt im Schlafzimmer natürlich und entspannend, aber auch kühl. Kombinieren Sie hierzu am besten Möbel in warmen, dunklen Brauntönen, um eine gute Balance zu schaffen.
Rosa hatte lange den Ruf einen „Prinzessinnenfarbe“ für Mädchen. Es kommt aber ganz auf die Kombination an. Mit weißen oder goldenen Details bleibt die Farbe sehr lieblich, im Zusammenspiel mit einem warmen Grau wirkt sie durchaus erwachsen. In jedem Fall verströmt Rosa jedoch eine angenehme Wärme und wirkt schlaffördernd. Gleiches gilt übrigens für Flieder und Altrosé.
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Richtig kombiniert
Achten Sie darauf, dass die Farbpalette des jeweiligen Pastelltons vielseitig ist und verwenden Sie verschiedene Nuancen der Farbe. Tagesdecke, Bettwäsche und ein Teppich in Dunkelgrau oder auch in Weiß sorgen beispielsweise für die nötige Spannung und heben sich schön von den Wänden in Pastellfarben ab.
Pastelltöne können je nach Kombination ganz unterschiedlich wirken.
Starke Töne: Grün, Blau und Violett
Zarte Farben sind nichts für Sie? Kein Problem, im Schlafzimmer dürfen auch dunkle Nuancen den Ton angeben. Egal ob Waldgrün, Meerblau oder Violett – eines haben diese Farben alle gemeinsam: Sie wirken gemütlich und beruhigend und sorgen für ein Gefühl der Geborgenheit im Schlafzimmer. Vor allem Grüntöne eignen sich hervorragend, da sie uns an die Natur erinnern und harmonisierend und ausgleichend wirken – in jeder Nuance.
Blautöne wirken vitalisierend und stresshemmend. Vor allem in der Pastell-Variante, aber auch in der dunklen, sollen sie zudem schlaffördernd und beruhigend sein.
Außergewöhnlich, aber ebenfalls passend für das Schlafzimmer ist Violett. Leichtes, pastelliges Lila ist frisch und ausgleichend. Ein dunkles Lila hingegen ist geheimnisvoll, entspannend und glamourös und somit ebenfalls perfekt geeignet für das Schlafzimmer.
Tipps für die Verwendung von sehr dunklen Farben:
- Streichen Sie nie das ganze Zimmer in dem dunklen Ton
- Am besten, Sie tauchen nur eine Wand oder auch eine Zimmerecke/Nische in die satte Farbe, sonst wird es optisch zu überladen oder zu aggressiv. Der Rest bleibt weiß oder beige.
- Ein weißer Streifen zwischen Zimmerdecke und Farbe von ca. 10 cm sorgt dafür, dass die dunkle Farbe nicht drückend wirkt
Richtig kombiniert
Zu dunklen Farben passen am besten Echtholzmöbel – je stärker die Farbe, desto heller sollten Sie sein. Auch Metall-Elemente in Schwarz, Silber, Gold oder Kupfer sehen hübsch dazu aus. Textilien wie Bettwäsche, Plaid, Kissen und Teppiche halten Sie am besten sehr neutral.
Extravaganz pur: Schwarz
Wer es ganz außergewöhnlich mag, entscheidet sich für eine schwarze Wand im Schlafzimmer. Die dunkle Farbe sorgt für eine Art „gemütliches Höhlengefühl“ und somit für Geborgenheit, gleichzeitig aber auch für Eleganz und Dramatik. Wie bei allen dunklen Tönen gilt auch hier: sparsam einsetzen!
Richtig kombiniert
Holz verleiht dem dunklen Farbton seine Natürlichkeit und Wärme und zaubert skandinavisches Flair in das Schlafzimmer. Accessoires in Silber, Kupfer, Messing oder Gold strahlen Wärme aus und reflektieren Licht – und sind so ideal, um auch Schwarz im Schlafzimmer richtig gut aussehen zu lassen.
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Lieber nicht: Gelb, Orange und Rot
Satte Gelb-, Orange- und Rottöne sehen zwar grundsätzlich schön aus, sollten im Schlafzimmer aber besser nicht verwendet werden. Alle drei wirken kreativitäts- und konzentrationsfördernd, appetitanregend, gesellig und vitalisierend und bewirken damit genau das Gegenteil von dem, was man im Schlafzimmer möchte: abschalten und zur Ruhe kommen. Verwenden Sie die warmen Töne lieber in den Wohnräumen, dort lassen sie sich gut kombinieren und sorgen für eine gemütliche Stimmung.
Kräftiges Gelb, Orange und Rot wirken vitalisierend und sollten deshalb im Schlafzimmer vermieden werden.
Alternativen zur klassischen Wandfarbe
Wer keine farbigen Wände mag, jedoch beim Einschlafen und Aufwachen trotzdem nicht nur auf eine weiße Wand blicken mag, für den gibt es zahlreiche Alternativen zum Streichen. So machen sich beispielsweise auch unverputzte Wände, gekalkter Backstein oder Holz mit Patina richtig gut. Besonders schön dazu sind Naturholzmöbel und rustikale Accessoires wie Bettwäsche aus Leinen, grob gewebte Decken und schwere Teppiche.
Und last, but not least gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit des Tapezierens, das in den letzten Jahren ein echtes Comeback erlebt. Zur Auswahl stehen unzählige Motive in allen erdenklichen Farben, sodass Sie ganz verschiedene Looks kreieren können. Dabei gilt – wie auch beim klassischen Streichen der Wände: Probieren Sie die Muster unbedingt vorher an der jeweiligen Wand aus und lassen Sie sie auf sich wirken.
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