Möglichkeiten zur Lagerung von Holzpellets

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Pelletheizungen sind in Deutschland beliebt. Über eine halbe Million Pelletöfen sind hierzulande in Betrieb. Damit auch Sie in den Genuss moderner Holzheiztechnik mit Pellets kommen können, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Holzpellets lagern und welche Anforderungen für das Pelletlager gelten.

Lagerung von Holzpellets in Beuteln © Antonio Gravante, stock.adobe.com
Lagerung von Holzpellets in Beuteln © Antonio Gravante, stock.adobe.com

Holzpellets als genormter und effizienter Brennstoff

Im Vergleich zu herkömmlichem Kaminholz haben Holzpellets den Vorteil, dass sie genormt sind und jedes Pellet eine ähnliche Wärmeleistung bietet. Somit kann Wärme aus der Verfeuerung von Holzpellets sehr granular gesteuert werden. Die einheitliche Größe hat den Vorteil, dass Pellets sehr kompakt aufbewahrt werden können.

Wichtige Voraussetzungen für die Pelletlagerung

Für die sichere Lagerung von Pellets muss Folgendes erfüllt werden:

  • Schutz vor Feuchtigkeit: Schon geringe Mengen Feuchtigkeit können dazu führen, dass Holzpellets durchweichen. Das beeinträchtigt die Verbrennung des Brennstoffs.
  • Belüftung: Werden Pellets ohne ausreichende Belüftung gelagert, droht Schimmelbefall.
  • Brandschutz: Holzpellets sind leicht entzündbar. Das gilt auch für den Pelletstaub, der beim Lagern anfällt. Aus diesem Grund muss der Lagerraum oder die entsprechende Lagerungslösung alle Anforderungen an den Brandschutz erfüllen, z. B. durch Brandschutztüren, feuerfeste Decken, Wände und Böden. Das Pelletlager muss zudem je nach Bundesland und Leistung der Pelletheizung einen bestimmten Mindestabstand zum Heizkessel aufweisen.
  • Einfacher Zugang: Pellets werden meist mit einem speziellen Transportfahrzeug geliefert. Die Holzpellets werden dann in das Pelletlager „eingeblasen“. Um lange Wege zu vermeiden, die mit Schläuchen überbrückt werden müssen, sollte das Pelletlager einfach und möglichst direkt erreicht werden können.

Im Vergleich zu einem einfachen Holzlager mit Holzscheiten im Freien ist die Lagerung von Holzpellets folglich mit einem höheren baulichen und materiellen Aufwand verbunden. Darüber hinaus müssen Hausbesitzer sicherstellen, dass ausreichend Platz für ein Pelletlager vorhanden ist.

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Wie lassen sich Holzpellets lagern?

Für die sichere und trockene Lagerung von Holzpellets gibt es verschiedene Optionen. Welche Variante Hausbesitzer wählen, hängt von den baulichen Gegebenheiten und dem vorhandenen Platz auf dem Grundstück ab.

  • Pelletlager im Keller: Pellets lassen sich in einem trockenen, über die Außenwand leicht zugänglichen Kellerraum lagern. Wichtig ist, dass Hausbesitzer im Vorfeld ermitteln, ob der Platz dafür ausreichend ist. Als Faustregel gilt: Heizleistung Pelletkessel x 0,5 = erforderliches Raumvolumen für das Pelletlager. Nutzen Sie z. B. einen Pelletkessel mit 20 kW Leistung, müsste das Pelletlager 10 Kubikmeter Pellets fassen können.

Das Pelletlager im Haus muss sauber sein. Das schließt z. B. unverputzte Kellerräume oder Räume mit rohem Boden aus. Von Vorteil sind geflieste Räume oder mit Betonfarbe gestrichene Wände. Empfehlenswert ist darüber hinaus eine spezielle Matte. Die sogenannte „Prallschutzmatte“ verhindert, dass Holzpellets beim Einfüllen über den Lieferanten zu Bruch gehen.

  • „Pelletbunker“: Eine Abwandlung des Pelletlagers im Keller ist der sogenannte „Pelletbunker“. Dabei handelt es sich um eine Holzkonstruktion in Siloform, die z. B. mit OSB-Platten realisiert werden kann. Alternativ dazu gibt es spezielle Metallsilos, die ebenfalls für den Pelletbunker genutzt werden können.
  • Pellettank: Während die Pellets in der erstgenannten Variante lose im Raum gelagert werden, gibt es die Möglichkeit, Holzpellets in einem speziellen Tank zu lagern. Pellettanks bestehen in der Regel aus Stahlblech und sind für Kellerräume oder das Aufstellen im Freien geeignet. Je nach Bedarf können mehrere Tanks zusammengeschlossen werden.

Ein Pellettank hat den Vorteil, dass die Holzpellets auch in feuchten Kellerräumen gelagert werden können. Im Vorfeld müssen Hausbesitzer jedoch darauf achten, ob Kellertüren oder -öffnungen groß genug sind, damit die Tanks durchpassen.

  • Sacksilo: Flexibler als der Pellettanks sind Sacksilos. Hierbei handelt es sich um Säcke aus Polyester, die mit Pellets gefüllt sind. Die Säcke werden an einem Gestell befestigt. Hier gibt es sogenannte „Wochenbehälter“. Sie enthalten den Brennstoff für eine Woche und können u. a. auch manuell mit in Säcken gelieferten Pellets befüllt werden.
  • Erdtank: Diese Tanks werden auf dem Grundstück im Erdboden installiert. Für die Konstruktion wird Stahlbeton verwendet, der mit Polyesterharz ausgegossen wird, um den notwendigen Feuchteschutz zu realisieren. Erdtanks sind die teuerste Variante für die Pelletlagerung. Denn sie müssen hohe Anforderungen an Dichtigkeit und Feuchtigkeitsschutz erfüllen. Darüber hinaus ist der Transport der Holzpellets vom Lager zum Kessel aufwändiger. Demgegenüber hat der Erdtank den Vorteil, dass die Pellets staubfrei außen gelagert werden. Auch hinsichtlich des Brandschutzes sind Erdtanks die beste Lösung.
Pelletsäcke lassen sich auch auf Außenflächen lagern © Stanislav, stock.adobe.com
Pelletsäcke lassen sich auch auf Außenflächen lagern © Stanislav, stock.adobe.com

Wie werden Pelletlager befüllt?

Pellets können je nach Abnahmemenge lose oder in Säcken geliefert werden. Bei der losen Lieferung werden die Pellets von einem Silofahrzeug über einen Schlauch in das Lager geblasen. Um hohen Abrieb an den Holzpellets und unnötige Staubentwicklung zu vermeiden, sollte der Weg vom Silowagen bis zum Lager so kurz wie möglich sein.

Wie kommen Holzpellets vom Lager zum Pelletkessel?

Wenn mit dem Pelletlager lediglich ein Pelletofen im Wohnzimmer beheizt wird, werden die Holzpellets mit einem Eimer, ähnlich wie Brennholz aus dem Keller geholt und in den Pelletofen gefüllt.

Wird jedoch ein Pelletkessel beschickt, kommen dafür verschiedene Systeme zum Einsatz. Sie ermöglichen ein hohes Maß an Automatisierung, sodass Hausbesitzer das Brennmaterial nicht manuell nachlegen müssen.

  • Das Pelletlager kann über eine sogenannte „Pelletschnecke“ an den Kessel angebunden werden. Wie mit einem Förderband werden bei Bedarf Holzpellets vom Lager zum Kessel transportiert.
  • Als Variante können auch Saugsonden eingesetzt werden. Die Pellets werden dann im Lager angesaugt und in den Brennraum befördert. Saugsonden werden häufig mit einem Schrägboden-Pelletbunker kombiniert, um das Pelletlager so effektiv wie möglich entleeren zu können.

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Wie lässt sich die Größe des Lagerraums berechnen?

Um die Größe des Pelletlagers zu berechnen, kann folgende Formel angewendet werden. Berücksichtigt wird dabei auch der Leerraum, der im Lager vorhanden sein muss, damit die Pellets ausreichend belüftet werden.

Heizlast in kW x 0,9 m3 = Volumen des Lagerraums in m3

Empfehlenswert ist es, das Pelletlager zu dimensionieren, dass der Pelletvorrat für ein Jahr Platz hat. Diese Tatsache wurde bei der obigen Formel berücksichtigt. Um daraus die Grundfläche für das Pelletlager abzuleiten, wird der Raumbedarf durch die Raumhöhe geteilt.

Etwa 1,5 m3 Pelletlager reichen für eine Tonne Holzpellets aus.

Beispielrechnung:

Sie wohnen in einem Einfamilienhaus mit einer Heizlast von 20 Kilowattstunden. 

  1. Erforderliches Raumvolumen: 20 kW x 0,9 m3 = 18 m3 Raumvolumen (inklusive Leerraum)
  2. effektives Lagervolumen: 18 m3 × 2/3 = 12 m3 effektives Lagervolumen
  3. Pelletmenge: 12 m3 Lagervolumen : 1,5 m3 = 8 Tonnen Holzpellets
  4. Erforderliche Grundfläche bei 2,5 Metern Deckenhöhe: 18 m3 : 2,5 m Raumhöhe = 7,2 m2 Grundfläche

Für ein Pelletlager Ihres Einfamilienhauses, das den Jahresvorrat an Holzpellets fasst, würden Sie einen Raum benötigen, der eine Grundfläche von mindestens 7,2 Quadratmeter bei einer Deckenhöhe von 2,5 Metern aufweist.

Wer mit Pellets heizt, braucht dafür einen Lagerraum © moritz, stock.adobe.com
Wer mit Pellets heizt, braucht dafür einen Lagerraum © moritz, stock.adobe.com
Eine Pelletheizung ist mehr als nur ein Heizkessel © Studio Harmony, stock.adobe.com
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