Kaminofen nachträglich einbauen – lohnt sich das?

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Viele Hausbesitzer haben den Wunsch nach einem gemütlichen Kaminfeuer. Zu diesem Zweck soll ein Kaminofen nachträglich eingebaut werden. Doch dafür müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Wir zeigen Ihnen, womit Sie rechnen sollten.

So stellen sich viele Hausbesitzer ihren neuen Kaminofen vor © 4th Life Photography, stock.adobe.com
So stellen sich viele Hausbesitzer ihren neuen Kaminofen vor © 4th Life Photography, stock.adobe.com

Keinen Schritt ohne vorherige Beratung gehen

Wenn es um den Einbau eines Kaminofens geht, denken viele Laien, sie müssten lediglich einen Ofen online kaufen, ein Loch in die Wand meißeln und den Ofen an den Schornstein anschließen. Doch tatsächlich gibt es einiges zu berücksichtigen, wenn man mit Holz heizen möchte und bis jetzt noch keine Holzfeuerungsanlage in Betrieb hat.

Wohnen Sie in einem Einfamilienhaus oder im Eigenheim im Doppelhaus, müssen Sie zumindest keinen Vermieter oder andere Eigentümer um Zustimmung bitten, wenn Sie einen Ofen anschließen wollen.

Dennoch sollten Sie sich im Vorfeld ausführlich zu Ihren Möglichkeiten beraten lassen. Zu diesem Zweck lohnt es sich, einen Beratungstermin mit dem zuständigen Schornsteinfeger zu vereinbaren. Denn er ist es auch, der Ihren Kaminofen später abnehmen muss.

Warum die Beratung wichtig ist:

  • In einer Vor-Ort-Begehung wird geprüft, ob ein Kaminofen überhaupt in Ihrem Wohnraum aufgestellt werden kann. Dabei wird z. B. auch die Statik berücksichtigt.
  • Sie wissen danach, ob Ihr Abgassystem für den Anschluss einer Holzfeuerung geeignet ist. Denn bei einem Kaminofen können die Abgase sehr heiß in den Schornstein strömen. Kunststoffschornsteine oder einfache Stahblechschornsteine, wie sie z. B. für Brennwertheizungen genutzt werden, halten diesen Temperaturen nicht stand.
  • Sie wissen danach, ob Sie einen zusätzlichen Schornstein benötigen.
  • Sie erfahren, welche Nennleistung Ihr Kaminofen haben sollte.
  • Ihnen werden noch weitere Alternativen zum Kaminofen aufgezeigt.

Alternativ zum Kaminkehrer können Sie sich auch von einem SHK-Fachbetrieb oder den Verbraucherzentralen zum Kaminkauf beraten lassen. Es gibt außerdem die Möglichkeit, eine Kaminofenberatung über einen zertifizierten Energieberater durchführen zu lassen.

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Die Wahl des Ofens

Sind die Bedingungen wie Ofenleistung, Aufstellort oder Schornsteinart geklärt, geht es um den Kauf des Kaminofens.

Mittlerweile werden Marken-Kaminöfen nicht nur in Baumärkten, sondern auch in Online-Shops angeboten. Das erleichtert den Preisvergleich ungemein. Allerdings sollten Sie beim Online-Kauf berücksichtigen, dass hier die Installation in der Regel nicht inbegriffen ist. Deshalb kann es empfehlenswert sein, sich lieber im Vorfeld bei einem Fachbetrieb aus der Region ein Komplettangebot für Ofen und Einbau einzuholen. Das gilt umso mehr, wenn noch Anpassungen am Schornstein notwendig sind.

Kaminofen selbst anschließen oder den Anschluss vom Profi erledigen lassen?

Handwerklich ist der Kaminanschluss in der Regel nicht besonders anspruchsvoll, sofern man handwerklich begabt ist und mit dem passenden Werkzeug umgehen kann. Berücksichtigen Sie beim nachträglichen Einbau eines Kaminofens, ob Sie selbst dazu in der Lage sind. Denn im schlimmsten Fall beschädigen Sie mehr als nötig. Das gilt für Böden ebenso wie für Wände.

Durch die Vorprüfung des Schornsteinfegers wird z. B. auch vermieden, dass das Loch für den Kaminofenanschluss in eine tragende Wand gebohrt wird.

Je näher der Kaminofen beim Schornstein steht und je kürzer das Rauchrohr, desto besser © Dariusz Jarzabek, stock.adobe.com
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Wird der Kaminofen nur gelegentlich oder häufiger genutzt?

Der nachträgliche Einbau eines Kaminofens ist immer mit etwas baulichem Aufwand verbunden. Wenn Sie ohnehin schon diesen Aufwand haben, sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihren Kaminofen wirklich nur für ein gemütliches Kaminfeuer nutzen wollen oder ob sich der Ofen in Ihr Heizsystem integrieren lässt. Dann wäre nämlich ein Ofen mit Wassertasche sinnvoller. Doch ein solches Projekt wäre dann wiederum mit höheren Investitionskosten verbunden. Allerdings können Sie bei einem wasserführenden Kaminofen Heizkosten sparen, da Feuerholz in der Regel günstiger ist als Gas oder Öl.

Hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit wäre der wasserführende Kaminofen natürlich die bessere Wahl. Denken Sie bereits über ein solches Modell nach, wäre ein weiterer Schritt, über die Anschaffung eines Pelletofens nachzudenken. Diese Öfen sind hinsichtlich Wirkungsgrade und Effizienz noch fortschrittlicher als moderne Kaminöfen.

Wollen Sie Gemütlichkeit ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit?

Wer lediglich einen Kaminofen ohne Wasserführung einbauen lässt, setzt auf eine sehr ursprüngliche Art der Wärmeerzeugung. Es wird ein Feststoff, in diesem Fall Holz, verbrannt. Durch die Verbrennung entsteht Wärme, die den Aufstellraum beheizt. Doch mit der Verbrennung von Holzscheiten entstehen auch CO₂, Ruß, Feinstaub und andere chemische Verbindungen, die über den Schornstein nach draußen geblasen werden. Gerade in dichter besiedelten Gebieten ist die Feinstaubbelastung ohnehin schon höher. Durch Ihren neuen Kaminofen würden Sie zu noch mehr Feinstaub beitragen.

Deshalb sollten Sie sich vor der Nachrüstung mit einem Kaminofen immer fragen, ob Sie bereit sind, die Feinstaubbelastung in Ihrer Umgebung zu erhöhen, nur um selbst ein gemütliches Kaminfeuer genießen zu können.

In diesem Fall wäre z. B. die Frage, ob ein Pelletofen mit Wasserführung nicht sinnvoller wäre. Denn diese Öfen stoßen deutlich weniger Feinstaub aus und nutzen den Brennstoff effizienter. Darüber hinaus kommen Sie in den Genuss eines höheren Nutzungskomforts.

Diese Kaminofenhersteller sorgen für gemütliche Wärme © Paipai, stock.adobe.com
Ein Pelletofen mit Wasserführung ist die nachhaltigere Variante © Paipai, stock.adobe.com

Fazit: Nachträglicher Kaminofeneinbau nur mit Wasserführung vertretbar

Wenn es sich nicht um eine Hütte in einer abgelegenen Region handelt, sondern um ein Wohnhaus in einem gewöhnlichen Wohngebiet, ist ein nur für die Holzverbrennung ausgelegter Kaminofen eher ungünstig. Denn ohne Wassertasche stößt das Heizgerät unnötig viel Feinstaub und andere Emissionen aus. Der Kaminofen wäre somit ineffizient und wenig nachhaltig.
Möchten Sie dennoch von einem Kaminfeuer profitieren, sollte das Modell am besten über ein Energieeffizienzlabel von A+ und eine Zertifizierung „Blauer Engel“ verfügen. Zusätzlich sollte der Kaminofen richtig dimensioniert werden und wasserführend ausgelegt sein.

Soll der Einbau der Holzfeuerung auch noch staatlich gefördert werden, müssen Sie sich für einen wasserführenden Pelletofen entscheiden, der mindestens 25 Prozent der Wärmeenergie in Ihrem Haus erzeugt. Das ist dann wiederum mit einer intensiveren Nutzung des Ofens verbunden.

Auch über eine ausgeklügelte Warmluftverteilung sollte im Vorfeld beim Kaminofenkauf nachgedacht werden © Mediaparts, stock.adobe.com
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