Kaminofen sicher anschließen

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Selbst machen oder beauftragen?

Der Kaminofen ist gekauft, der Schornstein für den Ofen geeignet. Jetzt fehlt nur noch der Kaminofenanschluss. Technisch und handwerklich gesehen ist es vergleichsweise einfach, einen Kaminofen an das Abgassystem anzuschließen. Dennoch gibt es einige Punkte zu beachten. Wir zeigen Ihnen, welche Schritte notwendig sind.

Je näher der Kaminofen beim Schornstein steht und je kürzer das Rauchrohr, desto besser © Dariusz Jarzabek, stock.adobe.com
Je näher der Kaminofen beim Schornstein steht und je kürzer das Rauchrohr, desto besser © Dariusz Jarzabek, stock.adobe.com

Wichtige Vorbemerkung

Beim Kaminanschluss sollte grundsätzlich sorgfältig gearbeitet werden. Denn die Rauchrohrverbindung zum Schornstein erfüllt gleich mehrere Zwecke:

  • Abgase aus dem Brennraum werden sicher in den Schornstein geleitet.
  • Das Kaminfeuer bekommt ausreichend „Zug“ durch den Schornstein und kann besser brennen.
  • Das Ofenrohr strahlt aufgrund der heißen Abgase ebenfalls Wärme ab und erhöht so die Raumtemperatur.

So gehen Sie am besten vor

1. Sprechen Sie sich vor dem Anschluss mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger ab.

Ihr Schornsteinfeger kann Ihnen bei der Wahl des Aufstellorts für den Ofen weiterhelfen. Er hat alle relevanten Vorschriften zu Brandschutz und Emissionen parat. Dadurch vermeiden Sie mögliche Komplikationen bei der Abnahme der Feuerstätte, die später ohnehin der Schornsteinfeger übernimmt.

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2. Wählen Sie den Standort des Kaminofens aus.

Der neue Kaminofen sollte möglichst in der Nähe des Schornsteins aufgestellt werden . Ansonsten müssten Sie das Rauchrohr über eine längere Strecke durch den Raum führen. Es gibt zwar keine Vorgaben zur Länge von Rauchrohren für den Kaminanschluss. Doch mit jedem zusätzlichen Zentimeter kühlen die Abgase aus dem Kaminofen ab, was einen geringeren Schornsteinzug verursachen kann. In der Folge kann das Kaminfeuer schlechter brennen und Abgase werden langsamer nach draußen geführt.

Vermeiden Sie außerdem viele Biegungen. Es gibt zwar Ofenrohrbögen. Doch zu viele Biegungen können sich ebenfalls negativ auf die Rauchgasführung auswirken.

Wichtig ist, dass der Schornstein selbst mindestens 15 × 15 Zentimeter miss und oberhalb des Kaminofens mindestens 4,50 nach oben führt. So soll sichergestellt werden, dass der Schornsteinzug die Abgase aus der Holzverbrennung sicher nach draußen führt. Wurde bereits ein Kaminofen an die Abgasanlage angeschlossen, muss der Schornsteinfeger vorher prüfen, ob eine Doppelbelegung möglich ist.

Ist die Nutzung des bisherigen Schornsteins nicht möglich, müssen Sie einen Schornstein nachrüsten. Das ist einerseits mit zusätzlichen Kosten verbunden, andererseits sind Sie dann freier im Aufstellort Ihres Kaminofens. Sprechen Sie auch hier Ihren Schornsteinfeger an. Er kann Ihnen bei der Wahl des richtigen Standorts weiterhelfen. Auch ein Heizungsfachbetrieb kann Sie kompetent zum Aufstellort des Kaminofens beraten.

3. Kaminbodenplatte auslegen

Wird der Kaminofen in Wohnräumen angeschlossen, müssen Sie im Vorfeld prüfen, ob Ihr Boden aus brennbarem Material besteht. Bei Laminat, Teppichboden, Parkett, Kork oder PVC ist dann eine feuerfeste Bodenplatte vorgeschrieben.

Sie kann aus Glas oder Metall, z. B. aus Stahl oder Edelstahl bestehen.

Die Bodenplatte muss vor dem Kaminofen mindestens 50 Zentimeter und seitlich mindestens 30 Zentimeter vorstehen.

Auch unabhängig von brennbaren oder nicht brennbaren Bodenbelägen ist eine Kaminbodenplatte empfehlenswert. Denn sie schützt Ihre Böden vor Schmutz, Kratzern oder Funkenflug, der zu Brandflecken führen kann.

Sollte eher vermieden werden: Eine Biegung im Rauchrohr beim Kaminanschluss © digitalstock, stock.adobe.com
Sollte eher vermieden werden: Eine Biegung im Rauchrohr beim Kaminanschluss © digitalstock, stock.adobe.com

4. Rauchrohr anschließen

Der Kaminanschluss erfolgt über ein Rauchrohr. Hier haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Abhängig vom Ofenmodell lassen sich die Rohre seitlich, oben oder hinten am Kaminofen anschließen.

Empfehlenswert ist es, auf eine waagerechte Rauchgasführung zu verzichten. Dabei besteht die Gefahr, dass Rauchgase nicht effektiv abgeführt werden und es schneller zur Verrußung der Rohre kommt.

Was Sie benötigen:

  • Bohrmaschine
  • Bleistift
  • Hammer
  • Meißel
  • feuerfester Mörtel

Das ist jetzt zu tun:

  • Stellen Sie den Kaminofen mit der Bodenplatte an die finale Position.
  • Messen Sie anschließend den Abstand vom Rauchrohranschluss bis zur Wand
  • Zeichnen Sie die Stelle an, an welcher das Rauchrohr in den Schornstein münden soll.
  • Verwenden Sie das Wandfutter, um einen Kreis an der Markierung zu zeichnen. Der Kreis entspricht dann dem Durchmesser des Rauchrohranschlusses.
  • Bohren Sie nun mit der Bohrmaschine auf der Kreislinie kleine Löcher in die Wand.
  • Stemmen Sie anschließend mit dem Meißel an den Bohrlöchern entlang ein Loch frei. Es sollte dem Innendurchmesser des Rauchrohrs entsprechen.
  • Schieben Sie nun das Wandfutter in die Öffnung und befestigen Sie es mit feuerfestem Mörtel. Wichtig ist, dass Wandfutter und Rauchrohr nicht in den Schornstein ragen.

Wichtig: Wird das Ofenrohr durch eine Wand mit brennbaren Bauteilen geführt, muss eventuell eine F90-Wanddurchführung montiert werden.

Tipp: Damit die Rauchgase keine Temperatur beim Abströmen in den Schornstein verlieren, können Sie ein doppelwandiges Rauchrohr verwenden. Ein solches Ofenrohr bietet sich immer dann an, wenn die Verbindung zum Schornstein länger wird und der Ofen nicht direkt an der Wand steht.

5. Kaminofen installieren

Nachdem die Öffnung für das Rauchrohr realisiert wurde, können Sie den Kaminofen an die finale Stelle schieben. Wichtig ist, dass der notwendige Sicherheitsabstand zu brennbaren Bauteilen eingehalten wird. Aber das haben Sie in der Regel bereits bei der Wahl des richtigen Standorts berücksichtigt.

Stecken Sie nun das Ofenrohr in den Anschluss am Kaminofen. Führen Sie es dann zum Schornsteinanschluss. Um die Dichtigkeit des Rauchrohrs zu erhöhen, können Sie den Kaminanschluss mit Glasfaserband bzw. Dichtband umwickeln.

Verfügt Ihr Kaminofen über einen Feinstaubfilter, können Sie diesen jetzt einsetzen.

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6. Abnahme durch den Schornsteinfeger

Auch wenn es verlockend sein mag, den Kaminofen sofort nach dem Anschließen anzufeuern, sollten Sie warten. Denn vor der ersten Inbetriebnahme muss die Feuerstätte vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden.

Vereinbaren Sie am besten schon beim Kaminkauf einen Termin für die Abnahme der Feuerstätte.

7. Das erste Anheizen

Ein neuer Kaminofen kann beim ersten Anheizen viel Rauch produzieren. Das ist dann kein Fehler beim Anfeuern, sondern es liegt am sogenannten „Einbrennlack“. Er härtet erst durch das Ofenfeuer vollständig aus.

Hier finden Sie Tipps, wie Sie Ihren Kaminofen anheizen.

Kaminanschluss selbst herstellen oder Fachbetrieb beauftragen?

Wie anfangs geschrieben, kann der Kaminanschluss in der Regel auch von handwerklich begabten Hobbyhandwerkern vorgenommen werden. Da es sich bei einem Kaminofen aber um ein Heizgerät handelt, das mit Feuer arbeitet und Rauch produziert, steht die Sicherheit an erster Stelle. Trauen Sie sich den sicheren Anschluss nicht zu, sollten Sie das einem Fachbetrieb überlassen. Fragen Sie am besten schon beim Kaminofenkauf nach, wie teuer ein Anschluss wäre. Oftmals geben Händler beim Kauf einen Nachlass auf den Kaminofenanschluss.

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