Kaminofen-Arten und ihre Funktionsweise

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Heizen mit Holz hat eine lange Tradition. Mit einem Kaminofen knüpfen Hausbesitzer daran an. Doch wie funktionieren Kaminöfen überhaupt und wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Kaminofen-Arten? Alle Antworten zum Thema haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Ein Klassiker, der Kaminofen mit Stahlverkleidung © Lilli, stock.adobe.com
Ein Klassiker, der Kaminofen mit Stahlverkleidung © Lilli, stock.adobe.com

Was ist ein Kaminofen?

Ein Kaminofen ist eine Feuerstätte, die über eine geschlossene Brennkammer verfügt. Dort werden Festbrennstoffe wie Holz oder Kohle verbrannt. Die dabei entstehende Wärmeenergie wird zu rund 60 Prozent über das Kaminofengehäuse als Strahlungswärme an den Aufstellraum abgegeben. Rund 40 Prozent der Wärme erhöhen als Konvektionswärme die Raumlufttemperatur.

Ist der Kaminofen mit einer sogenannten „Wassertasche“ oder mit einem Wärmetauscher ausgestattet, kann die bei der Verbrennung erzeugte Wärme auch für das Erwärmen von Heizungswasser genutzt werden.

Für den Betrieb eines Kaminofens ist ein Abgassystem erforderlich, das auch hohe Abgastemperaturen aushält, denn die Abgase aus der Brennkammer können mehrere hundert Grad heiß werden. Empfehlenswert sind Schornsteine aus Edelstahl oder Keramik. Die Nennwärmeleistung von Kaminöfen wird in Kilowatt angegeben.

Kaminöfen werden auch alternativ als Kamin, Holzofen oder Heizkamin bezeichnet.

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Gusseisen, Speckstein, Blech – aus diesen Materialien bestehen Kaminöfen

Die Brennkammer von Kaminöfen besteht aus Schamottesteinen oder keramischem Kunststoff. Dieses Material ist feuerfest und hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Zur Wärmespeicherung und für eine konstante Wärmeabgabe verfügt die Brennkammer je nach Ofenmodell über einen Mantel aus Speckstein, Stahl oder Gusseisen. Wird der Kamineinsatz mit Kacheln verkleidet, handelt es sich um einen typischen Kachelofen.

Jeder Kaminofen verfügt über eine Öffnung zur Brennkammer, über welche Sie Feuerholz nachlegen können. In der Regel verfügt die Kamintür über ein Fenster aus feuerfestem Glas. So haben Kaminofenbesitzer einen freien Blick auf die Glut oder die lodernden Holzscheite.

Tipp: Beheizen Sie Ihren Kaminofen am besten mit ausreichend trockenem Holz aus Ihrer Region. So stellen Sie sicher, dass der Betrieb Ihres Ofens energieeffizient und CO₂-schonend ist.

Wie erzeugt ein Kaminofen Wärme?

Ein Kaminofen funktioniert, wie jeder andere Kamin auch, mit Festbrennstoffen. Diese werden in einer Brennkammer verbrannt und setzen so Wärmeenergie frei. Die Wärme wird dann direkt über die Kaminverkleidung aus Gusseisen oder Speckstein an den Aufstellraum abgegeben. Verfügt der Kaminofen als wasserführender Kamin über eine Wassertasche, wird auch Heizungswasser erwärmt.

Durch die Verbrennung von Holz und anderen Festbrennstoffen erzeugt der Kaminofen Wärme
Durch die Verbrennung von Holz und anderen Festbrennstoffen erzeugt der Kaminofen Wärme © Marcel Paschertz, stock.adobe.com

Kaminofen-Arten im Überblick

Kaminöfen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen.

Heizkamin oder Holzofen

Der klassische Kaminofen wird auch Heizkamin oder Holzofen genannt. Er wird frei im Raum aufgestellt und besteht aus Gusseisen oder Stahlblech. Diese Kaminofen-Variante gibt vor allem Strahlungswärme an den Aufstellraum ab.

Warmluftkamin

Wird der Kaminofen als Warmluftkamin realisiert, verfügt das Heizgerät über ein Gebläse, das die Raumluft ansaugt. Danach wird die Luft um die Brennkammer geführt, erwärmt und an die Raumluft abgegeben. Warmluftkamine heizen zu fast gleichen Teilen mit Strahlungs- und Konvektionswärme. Über Luftkanäle können auch andere Räume mit Warmluft versorgt werden.

Speicherkamin

Ein Kaminofen wird zum Speicherkamin, wenn der Ofen über eine Verkleidung aus Speckstein, Naturstein oder Keramik verfügt. Diese Verkleidung kann Wärme sehr gut speichern und gibt diese auch dann noch ab, wenn das Ofenfeuer längst erloschen ist.

Wasserführender Kaminofen

Wasserführende Kaminöfen nutzen die erzeugte Wärmeenergie am effizientesten, denn sie beheizen nicht nur den Aufstellraum, sondern erwärmen auch Heizungswasser, das für andere Räume genutzt werden kann. Um Kaminöfen Wasser führend sinnvoll zu nutzen, wird eine höhere Nennwärmeleistung gewählt und der Ofen mit einem Pufferspeicher kombiniert. Dann kann die Wärme für die spätere Nutzung gespeichert und z. B. auch für das Erwärmen von Brauchwasser verwendet werden.

Moderner Wohnraum im Scandi-Stil mit klassischem Schwedenofen © Victor zastol'skiy, stock.adobe.com
Moderner Wohnraum im Scandi-Stil mit klassischem Schwedenofen © Victor zastol’skiy, stock.adobe.com

Schwedenofen oder Werkstattofen

Hierbei handelt es sich um die einfachste Variante des Kaminofens. Diese Öfen bestehen meist aus Stahlblech und sind für die schnelle Erwärmung von Werkstätten oder kleinen Räumen ausgelegt. In Bezug auf Energieeffizienz sind Werkstattöfen deutlich schlechter aufgestellt als Speicherkamine oder Heizkamine.

Kaminofen oder Pelletofen?

Wer vor der Wahl zwischen Kamin- oder Pelletofen steht, sollte sich folgende Fragen stellen:

  • Soll der Ofen auch automatisiert genutzt werden können? ⇒ Pelletofen
  • Soll mit dem Ofen nur ein Raum beheizt werden? ⇒ Pelletofen oder Kaminofen
  • Soll der Ofen mit erneuerbaren Energien kombiniert werden? ⇒ Pelletofen bzw. Pelletheizkessel
  • Schätze ich ein schönes Flammenbild und Strahlungswärme? ⇒ Kaminofen
  • Habe ich keinen trockenen Raum im Haus für die Brennstofflagerung? ⇒ Kaminofen

Checkliste: Darauf sollten Sie beim Kaminofenkauf achten

  1. Wofür möchten Sie den Kaminofen einsetzen? Soll der Ofen einen Raum oder mehrere Räume beheizen? Wird der Ofen nur gelegentlich oder häufig genutzt?
  2. Darf in Ihrem Haus eine Festbrennstoff-Feuerstätte genutzt werden?
  3. Gibt es in Ihrer Region/Ihrer Stadt ein Kaminofen-Verbot?
  4. Ist Ihr Schornstein für den Anschluss eines Kaminofens geeignet?
  5. Hat der Ofen eine Zertifizierung wie „Blauer Engel“ oder „DINplus“?
  6. Wie hoch ist Ihr Heizbedarf?
  7. Können Sie Brennstoff möglichst trocken lagern?
  8. Hat der Ofen ein CE-Zeichen?

Es ist immer empfehlenswert, sich beim Kaminofenkauf an einen Fachbetrieb zu wenden und nicht einfach im Baumarkt den erstbesten Kamin mitzunehmen. So können Sie sich nicht nur späteren Ärger ersparen, sondern Sie sorgen dafür, dass Ihr Kaminofen optimal an Ihre Anforderungen und Ihren Wärmebedarf angepasst ist.

Ein Kaminofen sollte überlegt gekauft werden © auremar, stock.adobe.com
Ein Kaminofen sollte überlegt gekauft werden © auremar, stock.adobe.com

Wichtige Fragen rund um Kaminöfen

  • Kaminofen nachrüsten oder austauschen?

Ist Ihr Kaminofen älter als 30 Jahre alt, muss er mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgetauscht oder mit einem Feinstaubfilter nachgerüstet werden. Ob sich ein Neukauf oder das Nachrüsten eher lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

So sollten Sie zunächst prüfen lassen, ob Ihr Kaminofen die vorgeschriebenen Grenzwerte einhält. Tut er das, ist ein Austausch nicht sofort erforderlich.

Ist ein Austausch notwendig, sollten Sie die Kosten für den Filtereinbau mit den Kosten für einen neuen Kaminofen vergleichen.

Häufig ist ein Nachrüsten teurer als die Anschaffung eines neuen Kaminofens. Mit einem neuen Modell stellen Sie außerdem gleich sicher, dass Ihr Ofen die nicht nur heute, sondern auch zukünftig geforderten Grenzwerte einhält.

  • Ist ein Kaminofen mit Solarthermie kombinierbar?

Grundsätzlich lässt sich eine Solarthermie-Anlage auch mit einem wasserführenden Kaminofen kombinieren. Als alleiniges Heizsystem ist diese Kombination jedoch ungeeignet, da der Kaminofen zu hohe Abgaswerte als alleiniges Heizsystem entwickeln würde. Um ausschließlich mit Holz und Solarthermie zu heizen, sollten Sie auf einen Pelletheizkessel oder eine Holzvergaserheizung umsteigen.

  • Gibt es staatliche Förderung beim Kauf eines Kaminofens?

Kaminöfen auch mit Wassertasche werden nicht mehr staatlich gefördert. Um eine staatliche Förderung über die BEG zu erhalten, müssen Sie sich für einen wasserführenden Pelletofen entscheiden.

TIPP

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  • Welcher Kaminofen-Hersteller ist der beste?

Es gibt viele deutsche, österreichische und italienische Hersteller sowie eine große Zahl an skandinavischen Anbietern, die sehr gute und hochwertige Kaminöfen bauen. Wenn Sie sich für ein Markenmodell entscheiden, können Sie in der Regel kaum etwas falsch machen. Wichtig ist vor allem, dass Ihr ausgewählter Kaminofen die Anforderungen der Bundesimmissionsschutzverordnung erfüllt.

  • Welche Leistung sollte mein Kaminofen haben?

Wenn Sie einen Kaminofen auswählen, sollten Sie dessen Leistung anhand des Heizbedarfs auswählen. Wählen Sie eine zu kleine Leistung, reicht der Ofen nicht aus, um Ihren Wohnraum zu erwärmen. Ist die Leistung des Kaminofens zu hoch, wird es schnell viel zu warm und Sie vergeuden unnötig viel Energie.

Als Faustregel gilt eine Leistung von 1 kW pro acht Quadratmeter Wohnfläche in Altbauten. In Neubauten reicht 1 kW Leistung für zehn Quadratmeter. Wohnen Sie in einem Effizienz- oder Passivhaus, ist eine Leistung von 1 kW für bis zu 20 Quadratmeter Wohnfläche ausreichend.

Sie sehen anhand dieser Faustregeln, dass Sie umso mehr Leistung benötigen, je älter und weniger isoliert Ihr Haus ist.

  • Kaminofen wasserführend oder ohne Wasserführung?

Um den Wirkungsgrad des Kaminofens zu erhöhen und die bei der Verbrennung erzeugte Wärmeenergie optimal zu nutzen, sollten Sie sich für einen wasserführenden Kaminofen entscheiden. Geht es lediglich um das gemütliche Beheizen eines einzelnen Raums, z. B. der Wohnstube oder dem Wohnzimmer, reicht ein einfacher Kaminofen in der Regel aus.

  • Was kostet ein Kaminofen?

Günstige Kaminöfen gibt es schon für 200 oder 300 Euro. Diese sogenannten „Schwedenöfen“ oder „Grundöfen“ bestehen dann meist aus einer Brennkammer aus Blech oder Gusseisen und haben keine weitere Verkleidung. Im Alltag werden diese Kaminöfen auch „Werkstattofen“ genannt, weil die schlichten aber effizienten Feuerstätten häufig in Werkstätten verwendet werden, wo nur sporadisch Heizwärme benötigt wird.

Kaminöfen im mittleren Preissegment kosten rund 400 bis 1.000 Euro. Premium-Modelle mit Wassertasche, einer hochwertigen Wärme speichernden Verkleidung können auch 2.000 Euro und mehr kosten.

Scheitholz, Holzbriketts, Pellets oder auch Kohlebriketts

Welcher Kaminofen soll es sein? © NATALLIA, stock.adobe.com
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