Wie unterscheiden sich Pelletofen und Pelletheizung?

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Im Alltag sprechen Hausbesitzer häufig von Pelletofen, wenn sie eigentlich eine Pelletheizung meinen. Manche erwähnen auch einen Pelletkessel. Doch worin bestehen eigentlich die Unterschiede und welches System ist für wen geeignet?

Äußerlich unterscheidet sich ein Pelletofen kaum von einem Kaminofen © coco, stock.adobe.com
Äußerlich unterscheidet sich ein Pelletofen kaum von einem Kaminofen © coco, stock.adobe.com

Pellettechnik in vielen Ausführungen

Pelletofen und Pelletkessel oder die Pelletheizung haben alle gemeinsam, dass sie durch die Verbrennung von Holzpellets Wärmeenergie erzeugen, die zum Heizen verwendet werden kann.

Holzpellets unterscheiden sich dabei von herkömmlichem Scheitholz dadurch, dass es sich um genormte Holzpresslinge handelt. Pellets werden aus Holzresten und Sägespänen unter hohem Druck und Wärme hergestellt. Sie haben den Vorteil, dass sie sich zum einen sehr gut in Säcken oder Silos lagern lassen. Außerdem ist mit Pellets eine automatische Beschickung von Heizkesseln möglich. Beim Verbrennen zeichnen sich Pellets durch eine sehr gleichmäßige und sehr fein steuerbare Wärmeabgabe aus.

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Der Pelletofen für gemütliche Strahlungswärme

In der einfachsten Ausführung wird Pellettechnik in Pelletöfen eingesetzt. Hierbei handelt es sich ähnlich wie Kaminöfen um Einzelraumfeuerstätten, die mit Holzpellets befeuert werden. Während beim Kaminofen regelmäßig Holzscheite nachgelegt werden müssen, werden beim Pelletofen Holzpellets in einen kleinen Tank nachgefüllt.

Pelletöfen gibt es in verschiedenen Varianten.

  • Einzelraumfeuerung: Ein solcher Pelletofen erwärmt über ein Gebläse und Lüftungsklappen den Aufstellraum mit Konvektionswärme und gibt über das erwärmte Gehäuse angenehme Strahlungswärme ab.
  • Pelletofen mit Luftsteuerung: Diese Pelletöfen liefern zusätzlich Wärme über ein Luftsystem. Es leitet warme Luft mithilfe von Gebläsen in andere Räume.
  • Pelletofen mit Wasserführung: Hier verfügt der Pelletofen zusätzlich über eine sogenannte Wassertasche. Sie enthält einen Wärmetauscher, wo die Ofenwärme ein Trägermedium erhitzt, das seine Wärme an das Heizungswasser abgeben kann oder das Brauchwasser erwärmt.

Unabhängig von der Ausführung des Pelletofens haben all diese Geräte gemeinsam, dass sie sich je nach Hersteller auch in ein Smart Home integrieren lassen. Denn viele Pelletöfen verfügen über ein WLAN-Modul, das die Steuerung per App ermöglicht. Damit unterscheiden sich Pelletöfen deutlich von Kaminöfen, die diese Technik nicht oder nur begrenzt nutzen können.

Eine Pelletheizung ist mehr als nur ein Heizkessel © Studio Harmony, stock.adobe.com
Eine Pelletheizung ist mehr als nur ein Heizkessel © Studio Harmony, stock.adobe.com

Die Pelletheizung

Die Pelletheizung unterscheidet sich vom Pelletofen dadurch, dass der Heizkessel nicht in einem Wohnraum installiert wird, sondern wie ein Öl- oder Gaskessel auch im Keller. Dort wird der Pelletkessel nahezu automatisiert mit Holzpellets aus dem Pelletlager beschickt. Manuelles Nachfüllen ist bei einer Pelletheizung in der Regel nicht üblich.

Vom herkömmlichen Pelletofen unterscheidet sich die Pelletheizung vor allem dadurch, dass die erzeugte Wärme nicht als Strahlungswärme abgegeben wird, sondern über einen Wärmetauscher in das Zentralheizungssystem und an einen Pufferspeicher abgegeben wird.

Eine Pelletheizung erfordert somit im Vergleich zum reinen Pelletofen deutlich mehr Regeltechnik und Zubehör.

Während die Leistung eines Pelletofens jedoch nur für einen Aufstellraum und einen oder zwei andere Räume ausreicht, können Sie mit einer Pelletheizung je nach Leistung ein Ein- oder sogar Mehrfamilienhaus mit Wärme versorgen.

Kombinationsmöglichkeiten mit erneuerbaren Energien

Wer seine Heizungsanlage modernisieren möchte, hat mit Pellettechnik viele Möglichkeiten dazu. So lassen sich z. B. Pelletkessel als Hybridheizung mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombinieren. Pelletheizungen eignen sich für die Kombination hervorragend, da diese Variante der Holzfeuerung in hohem Maße automatisierbar ist.

  • Solarthermie und Pelletheizung: Bei dieser Kombination wird das Haus vom Frühjahr bis zum Herbst überwiegend mit der Wärme aus den Solarkollektoren versorgt. In der Heizsaison unterstützt die Solaranlage die Pelletheizung und trägt zu einem niedrigeren Pelletverbrauch bei.
  • Pelletheizung und Wärmepumpe: Eine mit Pellets betriebene Heizungsanlage kann mit Wärmepumpen unterschiedlicher Art kombiniert werden, z. B. mit einer Luft-Wärmepumpe oder einer Erd-Wärmepumpe. Die Wärmepumpe kann dabei bivalent oder monovalent eingesetzt werden, d. h. gleichzeitig mit der Pelletheizung, unterstützend oder als alleiniger Wärmeerzeuger.

Möglich ist darüber hinaus die Kombination mehrerer alternativer Wärmeerzeuger mit Pellettechnik. Ebenso kann die Pelletheizung mit einer konventionellen Gas-Brennwertheizung als Hybridlösung funktionieren.

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Wie wird Pellettechnik staatlich gefördert?

Hinsichtlich der staatlichen Förderung unterscheiden sich Pelletöfen und Pelletheizung deutlich.

  • Pelletkessel: Als Biomasseheizung kann die Pelletheizung mit bis zu 50 Prozent über das Bafa im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude Einzelmaßnahmen (BEG EM) gefördert werden. Die Förderung erfolgt dann über einen Zuschuss zu den förderfähigen Kosten. Die Grundförderung beträgt 35 Prozent. Wird eine alte Ölheizung ersetzt, kommen 10 Prozent Förderbonus dazu. Erstellt ein zertifizierter Energieberater einen sogenannten „individuellen Sanierungsfahrplan“ (iSfP), sind zusätzlich 5 Prozent Förderung möglich.

Voraussetzung für die Förderung der Pelletheizung ist, dass sie eine Nennleistung von mindestens 5 Kilowatt bietet und der Pelletkessel auf der Liste der förderfähigen Anlagen des Bafa geführt wird. Denn auf dieser Liste stehen nur Pelletkessel, die auch die strengen Anforderungen an Emissionen und Wirkungsgrade erfüllen. Die dort aufgeführten Pelletanlagen werden außerdem automatisch beschickt.

Eine weitere Voraussetzung für die Förderung ist die Einrichtung eines Pufferspeichers. Dieser muss ebenfalls bestimmte Leistungsvoraussetzungen und Kapazitäten erfüllen.

Eine Förderung der Pelletheizung ist auch im Rahmen einer energetischen Sanierung möglich. Gefördert wird Anlage dabei nicht direkt, sondern indirekt über einen Kredit sowie einem Tilgungszuschuss der KfW, der im Rahmen der BEG vergeben wird. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt u. a. vom erreichen Effizienzhausstandard ab.

  • Pellet-Hybridheizung: Wird die Pelletheizung mit einem Gas-Brennwertkessel zu einer Hybridheizung kombiniert, können Hausbesitzer ebenfalls staatliche Förderung über die BEG erhalten. Der Förderzuschuss des Bafa kann bis zu 30 Prozent betragen.

Wird die Pelletheizung mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe kombiniert, steigt die Förderhöhe auf bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten.

  • Pelletofen: Für einen Pelletofen ohne Wasserführung gibt es keine staatliche Förderung.
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Kostenvergleich Pelletofen und Pelletheizung

Am deutlichsten wird der Unterschied zwischen Pelletofen und Pelletheizung bei den Kosten.

Wie es der Name bereits verrät, ist der Pelletofen lediglich ein Ofen, der mit Pellets betrieben wird.

Einfache Pelletöfen gibt es schon für weniger als 1.500 Euro. Wassergeführte Modelle kosten etwas mehr.

Wer eine komplette Pelletheizung kaufen möchte, muss hingegen mit Kosten ab 20.000 Euro rechnen. Denn bei einer Pelletheizung handelt es sich um ein Heizsystem. Es besteht aus vielen Komponenten sowie anspruchsvoller Regeltechnik. Neben dem Pelletkessel benötigen Hausbesitzer, ein Pelletlager, ein Fördersystem für die Pellets und einen Pufferspeicher.

Werden jedoch die Fördermöglichkeiten berücksichtigt, kann eine Pelletheizung sehr attraktiv werden. Das gilt sowohl für die Einzelinstallation als auch die Kombination mit alternativen Energieerzeugern wie Wärmepumpen oder Solarthermie.

Fazit: Pelletofen und Pelletheizung lassen sich nicht wirklich vergleichen

Wer lediglich einen Raum mit Pellets beheizen möchte, kann sich für einen Pelletofen entscheiden. Allerdings muss man dafür in Kauf nehmen, dass man die Wärmeenergie nicht wirklich effizient nutzt. So wäre zumindest ein wasserführendes Modell die sinnvollere Variante.

Die Entscheidung für eine Pelletheizung hingegen hängt von weiteren Faktoren ab. So müssen u. a. die baulichen Gegebenheiten ein Pelletlager und die Installation eines großen Pufferspeichers ermöglichen.

Wasserführende Pelletheizungen werden weiterhin staatlich gefördert © ZIHE, stock.adobe.com
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