Obstbäume im Garten

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Obstbäume im Garten können viele Funktionen erfüllen. Sie bereichern die Anlage mit einer üppigen Blütenpracht im Frühjahr, spenden Schatten und liefern süße Früchte. Dabei steht nicht immer nur der Ertrag im Mittelpunkt. Ein prächtiger Apfelbaum, eine Birne oder eine Zierkirsche können auch als Hausbaum dienen, der den zentralen Mittelpunkt im Garten bildet. Lesen Sie in diesem Beitrag, was Sie bei der Auswahl der Sorten, beim Standort und bei der Pflege beachten sollten.

Äpfel sind echte Vitaminbomben und sollten in keinem Obstgarten fehlen © Nitr, stock.adobe.com
Äpfel sind echte Vitaminbomben und sollten in keinem Obstgarten fehlen © Nitr, stock.adobe.com

Welche Obstbäume eignen sich am besten für unsere Breitengrade?

Natürlich sind klassische Obstbäume wie Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen und Quitten für den Anbau in Mitteleuropa ideal geeignet. Durch langjährige Züchtungsprozesse wurden hier Sorten kreiert, welche widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Außerdem punkten sie mit einem guten Ertrag und bieten eine große Vielfalt an Sorten. Doch können Sie es in vielen Regionen auch mit exotischen Exemplaren versuchen, welche Ihren Garten mit interessanten Blüten und interessanten Aromen bereichern:

  • Feigen
  • Kaki
  • Mispeln
  • Erdbeerbaum (nicht frostfest)
  • Felsenbirne
  • Indianerbanane
  • Jujube
  • Blaugurke

Besonders robust und auch hübsch anzusehen sind die zierlichen Bäume der Felsenbirne. Ihre kleinen Früchte sind sehr aromatisch und eignen sich ideal zum Naschen. Sie reifen auch bei etwas kühleren Klima gut. Die anderen Sorten bilden zwar Früchte aus, doch kann es bei ungünstiger Witterung sein, dass diese nur wenig Süße und Reife entwickeln. Sie eignen sich für Gegenden wie Weinbaulagen oder können in einer geschützten, sonnigen Ecke des Gartens oder in einem Kübel gedeihen.

Tipp: Erkundigen Sie sich am besten in einer Baumschule vor Ort, welche exotischen Obstbäume und in Ihrer Gegend gedeihen. Die Mitarbeiter hier können dies meist aus den eigenen Erfahrungen und aus den Berichten der Kunden gut beurteilen.

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Hochstamm, Säule oder Spalier?

Obstbäume lassen sich als Hochstamm, Säulenzüchtung oder als Spalierobst pflanzen. Ein Hochstamm eignet sich für einen Garten, in dem reichlich Platz ist. Damit Sie den Baum optimal pflegen und das Obst einfach ernten können, sollten Sie die Krone nicht zu weit nach oben wachsen lassen. Ideal wäre etwa eine Höhe von 4 m, die Sie mit Leiter und Obstpflücker gut erreichen.

Eine Säulenzüchtung eignet sich für kleine Gärten oder für eine Anlage, in der Sie möglichst viele verschiedene Sorten anbauen möchten. Bei diesen Obstbäumen wird die Krone sehr schmal gehalten und der Baum wächst relativ gerade in die Höhe. Sie müssen regelmäßig geschnitten und dabei der schmalen Silhouette geformt werden.

Spalierobst wird ebenfalls in eine künstlich bestimmte Form gebracht. Dazu wird dicht neben dem Baum ein Gestell mit horizontal verlaufenden Drähten oder Leisten installiert. Die Hauptäste des Obstbaums werden entlang dieses Gestell gebunden und alle seitlichen Triebe regelmäßig entfernt. Oft wird Spalierobst an einer Hauswand gezogen, um die windgeschützte Lage und die Reflexion der Wärme vom Haus zu nutzen. Diese Methode eignet sich auch, um den Platz auf einem kleinen Grundstück, neben der Garage oder dicht an einer Mauer optimal zu nutzen.

Beispiel für eine gelungene Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern auf einem kleinen Grundstück © Joanne Dale, stock.adobe.com
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Tipp: Mit Spalierobst können Sie eintönige Wände oder einen Zaun verdecken. So erhalten Sie eine schöne blühende und fruchtende Fläche, die Ihren Garten in eine grüne Oase verwandelt.

Sorgfältig gezogenes Spalierobst vor einer schönen Backsteinmauer © bringolo, stock.adobe.com
Sorgfältig gezogenes Spalierobst vor einer schönen Backsteinmauer © bringolo, stock.adobe.com

Selbst veredeln und alte Sorten erhalten

Gelegentlich wachsen aus den Früchten Ihrer Obstbäume an den verschiedensten Stellen Wildlinge empor. Normalerweise werden Sie diese ungeplant gedeihenden kleinen Bäumchen schnellstmöglich wieder entfernen. Doch können Sie die Wildlinge auch verwenden, um auf diese Unterlage eine Veredelung anzubringen. Damit lassen sich zum Beispiel alte Sorten weiter kultivieren. Vielen Gartenliebhabern macht es außerdem Freude, mit dem Veredeln von Obst zu experimentieren. Eine gängige Methode dafür ist die Okulation. Sie wird durchgeführt, nachdem die Bäume oder Obststräucher getragen haben. Das ist meist die Zeit Ende Juli bis August.

Als Unterlage benötigen Sie einen Sämling, der ca. zwei Jahre alt ist. Für die Veredlung selbst brauchen Sie eine Knospe von der gewünschten Baumsorte, die von Rinde umgeben ist. Diese Knospe wird auch Edelauge genannt. Am besten besorgen Sie sich mehrere Edelreiser der gewünschten Sorte, an denen sich Knospen befinden. Beim Veredeln gehen Sie wie folgt vor:

  • entfernen Sie alle Blätter am Edelreis
  • entnehmen Sie eine Knospe von diesem Reis, indem sie diese mit einem scharfen Messer flach abschneiden, dass mindestens 2 cm Rinde mit der Knospe verbunden bleiben
  • entfernen Sie an der Unterlage alle Äste bis zu einer Höhe von 20 cm
  • schneiden Sie die Rinde der Unterlage in einer Höhe von 10 cm über dem Boden T-förmig ein
  • dabei sollte der senkrechte Schnitt ca. 4 cm und der waagerechte Schnitt ca. 2 cm lang sein
  • schieben Sie das Edelauge in diesen Schnitt, wobei der hohe abgeschnittene Blattstiel nach oben zeigen sollte
  • umwickeln Sie die Stelle mit Bast und lassen Sie dabei das Edelauge unbedeckt

Dieses Verfahren erfordert sehr viel Präzision und Sauberkeit. Geben Sie daher nicht zu schnell auf, wenn Ihnen die Veredlung nicht sofort gelingt. Übrigens können Sie erst im darauffolgenden Jahr sehen, ob sich aus dem Edelauge ein neuer Trieb entwickelt.

Tipp: Edelreiser können Sie sich von anderen Gartenfreunden besorgen oder im Fachhandel kaufen. Diese Methode ist eine gute Alternative zum Kauf von fertig vorgezogenen Obstbäumen, benötigt jedoch etwas mehr Geduld und Aufwand.

Hochwertige Edelreiser können Sie im Fachhandel oder von einer Baumschule beziehen © REMINDFILMS, stock.adobe.com
Hochwertige Edelreiser können Sie im Fachhandel oder von einer Baumschule beziehen © REMINDFILMS, stock.adobe.com

Raritäten und exotische Obstbäume

Wenn Sie Gartenjournale durchblättern oder im Internet nach den Angeboten der Baumschulen schauen, finden Sie immer wieder zahlreiche Raritäten und exotische Obstbäume. Die Bilder und Beschreibungen sind sehr verführerisch und wer möchte nicht im eigenen Garten Feigen, Kaki oder Kiwis ernten? Bevor Sie sich für solch eine Sorte entscheiden, schauen Sie sich genau an, welche Wachstumsbedingungen in Ihrer Region herrschen. Dazu gehören folgende Fakten:

  • Sonnenstunden im Jahr
  • maximale Temperaturen im Sommer
  • niedrigste Temperaturen im Winter und die durchschnittliche Dauer der Frost-Zeiten
  • Häufigkeit und Menge von Niederschlägen
  • vorherrschende Windverhältnisse
  • Bodenbeschaffenheit (pH-Wert, schwerer oder leichter Boden, Nährstoffe)

Einige der exotischen Gewächse sind sehr frostempfindlich. Auch wenn, wie beispielsweise bei Bergfeigen oft angegeben, Frost bis zu -8 °C ausgehalten wird, kann bereits ein einmaliges Unterschreiten dieser Temperatur die Pflanze eingehen lassen. Erhalten die exotischen Obstbäume zu wenig Sonne, bilden sich zwar Früchte, doch werden diese nicht wirklich reif. Das ist kein Problem, wenn Sie sich vorrangig einen bunten Garten mit vielen verschiedenen Sorten wünschen und der Ertrag nicht so wichtig ist.

Falls Sie über die Möglichkeit verfügen, die Pflanzen in ein geschütztes Winterquartier zu stellen, bietet sich die Haltung in einem großen Kübel an. Alternativ können Sie ein mobiles Gewächshaus oder Wärmezelt über den Bäumchen aufstellen, solange diese noch nicht zu groß sind. Eines der imposantesten Beispiele dafür ist die berühmte Kamelie im Schlossgarten von Pillnitz. Aus einem ursprünglich kleinen Pflänzchen ist im Laufe der Jahrhunderte ein großer Baum geworden. Jedes Jahr vor dem Winterbeginn wird die Kamelie mit einem fahrbaren Gewächshaus vor der Witterung geschützt.

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Pflegeleichte Zierobst-Bäume

Neben Obstbäumen, deren Früchte sich zum Verzehr eignen, gibt es auch verschiedene Bäumchen mit Zierobst. Sie blühen im Frühling in herrlicher Pracht und zeigen bunte Früchte wie leuchtend gelbe Quittungen oder dunkelrote winzige Äpfelchen. Bei diesen Sorten ist es nicht so kritisch, ob das den Rückschnitt immer korrekt ausführen. Auch sonst sind sie meist recht robust und pflegeleicht. Eine kleine Auswahl an Zierobst wäre:

  • Zieräpfel
  • Zierquitte
  • Mispel
  • Kornelkirsche
  • Sanddorn
  • Erdbeerbaum

Sehr beliebt sind auch Mini-Sorten, die als Säulenbäumchen oder Zwergobst gezogen sind. Da sie keinen nennenswerten Ertrag liefern, sondern sich eher für einen Naschgarten eignen, werden sie oft zum Zierobst gezählt.

Tipp: Die Früchte der meisten Zierobst-Sorten sind essbar. Häufig sind sie sogar ausgesprochen aromatisch und lassen sich gut zu Saft oder Marmelade verarbeiten.

Die leuchtend roten Blüten der japanischen Zierquitte sind im Frühling ein echter Hingucker © Ina, stock.adobe.com
Die leuchtend roten Blüten der japanischen Zierquitte sind im Frühling ein echter Hingucker © Ina, stock.adobe.com

Vorteile und Nachteile von Obstbäumen im Garten

Wenn Sie überlegen, welche Vor- und Nachteile Obstbäume im Garten haben könnten, wird Ihnen die folgende Tabelle bei der Entscheidung helfen.

Vorteile

  • Blütenpracht im Frühling, schön anzusehen und gut für die Bienen
  • Willkommener Ertrag an Früchten, Bio Obst, es kann Geld für Lebensmittel gespart werden
  • Schattenspender im Sommer
  • Niedrige Wuchshöhen im Vergleich zu Waldbäumen
  • Natürlicher Sichtschutz in der Vegetationsphase

Nachteile

  • Herabfallende Blütenblätter müssen entsorgt werden
  • Die Früchte müssen auch verarbeitet bzw. gegessen werden, das kann schwierig sein, wenn es zu viel wird
  • Die reifenden Früchte können Insekten wie Wespen anlocken
  • Regelmäßige Pflege und Rückschnitt nötig
  • Im Winter sehen die Bäume kahl aus

Möglicherweise fallen Ihnen noch weitere individuelle Eigenschaften ein, die Obstbäume im Garten zu einer willkommenen Bepflanzung machen. Da Obstbäume in den meisten Gemeinden nicht von der Baumschutzsatzung betroffen sind, können Sie die Anpflanzung auch einfach für ein paar Jahre ausprobieren. Wenn Ihnen Pflege, Ernte und Verarbeitung der Früchte zu viel werden, ist es relativ einfach, diese Bäume wieder zu entfernen.

Mengen und Erntezeitpunkt über das ganze Jahr planen

Um nicht innerhalb von wenigen Wochen mit einer Früchteschwemme kämpfen zu müssen, wäre es klug, die Reifezeiten Ihrer Obstbäume über das ganze Jahr hinweg zu planen. Das geht gut, wenn Sie eine Neupflanzung oder Ergänzung Ihres Bestandes vorhaben. Für viele Sorten gibt es zeitig tragende und später tragende Varianten. So lässt sich etwa die Ernte von Kirschen über mehrere Wochen verteilen. Bei Äpfeln reifen die frühesten Sorten bereits im Juli. Späte Sorten bzw. Lageräpfel lassen sich bis in den späten Herbst hinein ernten. Die entsprechenden Daten finden Sie in den Beschreibungen der jeweiligen Sorten oder erfragen diese bei der Baumschule Ihres Vertrauens.

Kirschen gedeihen am besten, wenn der Obstbaumschnitt für diese Sorten direkt nach der Ernte im Sommer durchgeführt wird © Swetlana Wall, stock.adobe.com
Kirschen gedeihen am besten, wenn der Obstbaumschnitt für diese Sorten direkt nach der Ernte im Sommer durchgeführt wird © Swetlana Wall, stock.adobe.com
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