Bäume im Garten – Was tun bei Schädlingsbefall und Krankheiten?

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Die Bäume in Ihrem Garten sind verschiedensten Umwelteinflüssen durch das Wetter und durch Luftverschmutzungen sowie mechanischen Belastungen ausgesetzt. Blattfraß durch Insekten oder Spechthöhlen können einem gesunden Baum wenig anhaben, doch deuten manche dieser Symptome auf Krankheiten im Holz hin. Lesen Sie im folgenden Beitrag, welche Anzeichen es für die verschiedenen Baumkrankheiten gibt und wie Sie diese am besten behandeln können.

Spechtlöcher können auf morsche Stellen im Baum oder auf einen verstärkten Insektenbefall deuten © KlausG, stock.adobe.com
Spechtlöcher können auf morsche Stellen im Baum oder auf einen verstärkten Insektenbefall deuten © KlausG, stock.adobe.com

Welche Anzeichen deuten auf welche Krankheiten hin?

Um die Gesundheit eines Baums einzuschätzen, eignet sich am besten eine gründliche Besichtigung. Diese führen Sie mindestens einmal im Jahr durch. Fallen Ihnen zwischendurch Besonderheiten auf, können Sie diese weiter beobachten und dabei kontrollieren, ob sich die Anzeichen weiter ausbreiten oder verstärken. Zu den wichtigsten Anzeichen für Baumkrankheiten gehören:

  • Schäden durch Windbruch, Hagel, Frost oder Trockenheit zeigen sich in gerissener Rinde, abgebrochenen Ästen oder vertrockneten Blättern. An diesen Stellen ist der natürliche Eigenschutz des Baums geschwächt und Parasiten haben es leichter, hier einzudringen.
  • Ameisennester am Stamm und herausgetragenes Holzmehl können darauf hindeuten, dass dieser Baum im Inneren morsch wird und seine Standsicherheit gefährdet sein könnte.
  • Fremdbewuchs durch wilden Wein, Efeu oder Mistel – hier sollte bei einem intensiven Bewuchs eingeschritten werden.
  • Frostrisse und auch Sonnenrisse entstehen bei hohen Temperaturschwankungen und verlaufen fast senkrecht am Stamm. Normalerweise verheilen sie problemlos, können jedoch Eintrittsstellen für Krankheitserreger sein oder die Stabilität des Baums schwächen.
  • Holzfraß durch Insekten stört einerseits den Nährstofftransport im Baum und bietet durch die entstandenen Hohlräume Pilzen Möglichkeiten zur Ansiedlung.
  • Milben können Blätter und Knospen befallen und saugen dort den Pflanzensaft heraus. Bei einem starken Befall vertrocknen die Blätter und Knospen und der Baum kann dadurch geschwächt werden.
  • Risse, aus denen Flüssigkeiten austreten, können auf eine Fäulnis im Inneren des Stamms hindeuten. Lassen Sie bei diesen Symptomen den Baum von einer fachkundigen Person begutachten.
  • Ist der Baum von Pilzen befallen, sollte er regelmäßig kontrolliert werden, ob die Stabilität noch gewährleistet ist.
  • Rotpusteln treten an Wunden des Baums auf und können das Verwelken von Blättern und Trieben verursachen.
  • Schildläuse können die Rinde des Baums befallen und ihn schwächen.
  • Spechtlöcher deuten auf morsche Stellen im Baum hin. Kontrollieren Sie den Baum auf weitere Anzeichen wie Insektenfraß oder Pilze.
  • Wie verbrannt aussehende Stellen an Obstbäumen können auf den gefährlichen FeuerbrandErreger hindeuten.

Tipp: Wenn Sie sich bei bestimmten Anzeichen nicht sicher sind, ob der Baum eine Behandlung benötigt, ziehen Sie am besten eine fachkundige Person hinzu, die sich mit Pflanzenkrankheiten auskennt.

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Symptome, welche eher ungefährlich für den Baum sind

Nicht alle äußeren Anzeichen, die von der normalen Form des Baums abweichen, deuten auf eine Gefährdung oder Krankheit hin. Viele Kleinlebewesen und Pflanzengemeinschaften können Bäume besiedeln, ohne ihnen zu schaden. Dabei entstehen zum Teil sogar gegenseitige Effekte, die für die Bäume vorteilhaft sind. Zu diesen unbedenklichen Anzeichen gehören beispielsweise:

  • Flechten, die eine Symbiose von Algen und Pilzen darstellen, sind für den Baum ungefährlich
  • Gallen können sowohl auf den Blättern als auch auf Ästen, Jungtrieben, Blüten und Knospen des Baums auftreten. Sie werden durch Gallmilben oder Gallwespen verursacht und sind für den Baum ungefährlich.
  • Gelegentlich können die Stämme der Bäume einen braunen bis orangeroten Belag zeigen, der häufig auf Obstbäumen zu finden ist. Dieser Belag stammt von Grünalgen und ist ungefährlich für den Baum.
  • Als Hexenbesen werden Wucherungen von Ästen bezeichnet, bei denen sich dichte Bündel bilden. Sie entstehen durch bestimmte Viren oder Pilze. Normalerweise ist diese Erscheinung für den Baum nicht gefährlich. Bei einem starken Auftreten kann jedoch das Gleichgewicht gestört werden, wodurch die betreffenden Äste eher zu Windbruch oder Schneebruch neigen.
  • Knollen und Wucherungen am Holz entstehen durch den Einfluss von Insekten, Pilzen oder Umwelteinflüssen. Sie bilden normalerweise keine Beeinträchtigung für den Baum, sollten jedoch bei größerer Ausbreitung kontrolliert werden.
  • Blattfraß durch Insekten wie Maikäfer oder durch Raupen von Schmetterlingen und anderen Fluginsekten, ist nur problematisch, wenn sämtliche Blätter über mehrere Jahre komplett abgefressen werden.
  • Befall mit Blattläusen, ist normalerweise für den Baum ungefährlich, kann jedoch bereits geschwächte Exemplare weiter beeinträchtigen
Galläpfel, wie die hier gezeigten Eichengalläpfel, sind für die Bäume normalerweise ungefährlich © Oksana, stock.adobe.com
Galläpfel, wie die hier gezeigten Eichengalläpfel, sind für die Bäume normalerweise ungefährlich © Oksana, stock.adobe.com

Insekten und deren Larven

Insekten und deren Larven können als Holzschädlinge großen Schaden anrichten. Sie fressen Gänge durch die Rinde und das Holz. Bei einem starken Befall stört das die Stabilität des Baums. Außerdem wird der Nährstofftransport unterbrochen. Die entstandenen Gänge haben in der Regel eine Öffnung auf der Außenseite des Baums. Durch diese Öffnung können Pilze und Bakterien sehr leicht eindringen und die Zerstörung im Holz fortsetzen. Außerdem sind die im Holz lebenden Larven eine beliebte Nahrung für Spechte, welche den Stamm aufhacken und so für weitere Öffnungen sorgen. Um einzuschätzen, ob diese Insekten oder Larven für den gesamten Bestand gefährlich werden könnten, ziehen Sie am besten eine fachkundige Begutachtung hinzu.

Andere Insekten oder Raupen fallen durch einen intensiven Blattfraß auf. Dabei schadet es dem Baum nicht, wenn ein Teil der Blätter abgefressen wird. Führt der Befall jedoch zu einem Kahlfraß und wiederholt sich das mehrere Jahre, kann der Baum dadurch geschwächt werden und im schlechtesten Fall sogar eingehen. Da aber zum Beispiel Maikäfer nur alle vier Jahre schlüpfen und diese Fraßschäden verursachen, reguliert sich die Natur in den meisten Fällen gut selbst. Im Sinne einer möglichst großen Artenvielfalt und einem aktiven Naturschutz können Sie viele der kleinen Raupen gerne am Leben lassen und sich bald über wundervolle Schmetterlinge oder Nachtfalter freuen.

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Pilze, die dem Baum schaden

Ein gesunder Baum wird nur selten von Pilzen befallen. Jedoch können diese durch Verletzungen an der Rinde oder bei geschwächten Exemplaren in das Holz eindringen und dort einen Zersetzungsprozess fördern. Dieser Prozess kann sich über mehrere Jahre hinziehen. Die Fruchtkörper der Pilze zeigen sich auch nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit. Leider hilft es dem befallenen Baum nicht, diese Fruchtkörper zu entfernen. Jedoch können Sie damit eine weitere Ausbreitung der betreffenden Pilze einschränken.

Baumpilze spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle für das Zersetzen von Holz. Zeigen sich diese Pilze an Ihren Bäumen, sollten Sie deren Stabilität prüfen © Shony, stock.adobe.com
Baumpilze spielen im Ökosystem eine wichtige Rolle für das Zersetzen von Holz. Zeigen sich diese Pilze an Ihren Bäumen, sollten Sie deren Stabilität prüfen © Shony, stock.adobe.com

Zu den holzzerstörenden Baumpilzen gehören unter anderem folgende Arten:

  • Zunderschwamm, Zinnoberschwamm, rotrandiger Baumschwamm
  • Porlinge wie der Riesenporling, der Schwefelporling, der Schuppige Porling oder der Wulstige Lackporling
  • Hallimasch
  • Ochsenzunge
  • Austernseitling
  • Sparriger Schüppling

Diese Pilze verursachen verschiedene Zersetzungsprozesse, die zu typischen Erscheinungsbildern führen. Bei der Weißfäule wird das Lignin im Holz zersetzt, welches für die Stabilität der Bäume verantwortlich ist. Die Braunfäule zerstört die Zellulose. Dabei wird das Holz braun und bricht in würfelförmige Stücke und wird später zu Staub. Ähnlich sieht die Moderfäule aus, welche jedoch auch sehr nasses Holz betreffen kann.

Hinweis: Von holzzersetzenden Pilzen befallene Bäume können instabil sein, obwohl sie äußerlich intakt scheinen. Sofern Sie Pilze an Ihren Bäumen im Garten bemerken, sollten Sie sich fachkundigen Rat holen, ob diese eine Gefährdung darstellen und gefällt werden müssen.

Pflanzliche Parasiten wie Efeu und Mistel

Efeu, wilder Wein und zahlreiche andere Pflanzen schaden den damit bewachsenen Bäumen normalerweise nicht. Breiten sie sich jedoch zu sehr aus und behindern sie damit die natürliche Assimilation, wird das Wachstum dieser Bäume behindert. Auch das pure Gewicht der Ranken kann zum Abbrechen von Ästen oder zum Umstürzen des Baums führen. Daher sollten diese Pflanzen bei zu starkem Bewuchs zurückgeschnitten werden.

Die Mistel wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze und Zutat für mystische Zaubertränke geschätzt. In Obstplantagen oder auf Streuobstwiesen kann sie jedoch großen Schaden anrichten © Bruno Mader, stock.adobe.com
Die Mistel wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze und Zutat für mystische Zaubertränke geschätzt. In Obstplantagen oder auf Streuobstwiesen kann sie jedoch großen Schaden anrichten © Bruno Mader, stock.adobe.com

Sind Ihre Bäume jedoch von Misteln befallen, sollten Sie diese möglichst entfernen. Die Mistel kann insbesondere Streuobstwiesen stark gefährden, da hier eine Verbreitung durch den dichten Bestand und die hier zahlreich vertretenen Vögel gefördert wird. Die Mistel ist bekannt dafür, dass sie das Holz durchdringt und dem Baum wichtige Nährstoffe entzieht. Dieser Prozess kann mehrere Jahre dauern. Wurden die Bäume jedoch bereits durch Wassermangel und andere Umwelteinflüsse geschwächt, kann ein Befall mit Misteln schnell zu einem echten Problem werden.

Tipp: Nach der Empfehlung des NABU schneiden Sie die Misteln auf Ihren Obstbäumen alle 2–3 Jahre gründlich ab. Entfernen Sie nach Möglichkeit auch das befallene Holz. An einer grünen Färbung ist gut zu erkennen, wie weit ihr Wurzelgeflecht reicht.

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