Bäume fällen – Was ist dabei alles zu beachten?

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Hin und wieder kommt es vor, dass Sie in Ihrem Garten einen oder mehrere Bäume fällen müssen. Die Gründe dafür können vielfältig sein:

  • Befall mit Schädlingen oder Pilzen
  • Fäulnis
  • Windschaden (Bruch)
  • Beeinträchtigung von Bauwerken
  • Zu dichte Pflanzung
  • Speziell bei Obstbäumen: nachlassender Ertrag oder der Wunsch nach einer anderen Sorte

Bei kleineren und jungen Exemplaren dürfte dies recht leicht zu realisieren sein. Ältere Bäume genießen unter Umständen einen Bestandsschutz und dürfen nur nach einer Genehmigung durch das zuständige Gartenbauamt gefällt werden. Lesen Sie in diesem Beitrag, was beim Fällen von Bäumen im Garten alles zu beachten ist.

genmächtig fällen! Prüfen Sie stets die Rechtslage Ihrer Gemeinde bevor Sie einen Baum fällen © EKH-Pictures, stock.adobe.com
Nicht eigenmächtig fällen! Prüfen Sie stets die Rechtslage Ihrer Gemeinde bevor Sie einen Baum fällen © EKH-Pictures, stock.adobe.com

Baumschutzverordnung – vor Beginn der Arbeiten informieren

Die Baumschutzverordnungen der Länder und Gemeinden regeln, wann und wo welche Bäume ohne Genehmigung gefällt werden dürfen. Üblich ist es zum Beispiel, dass Bäume bis zu einem bestimmten Stammdurchmesser genehmigungsfrei gefällt werden dürfen. Auch einzelne Arten können von der Genehmigungspflicht ausgeschlossen sein. Überschreitet der Baum, den Sie fällen möchten, diese Maße oder handelt es sich um eine geschützte Art, müssen Sie vor dem Fällen eine Anfrage an das zuständige Amt stellen. In vielen Fällen ist das unkompliziert mit einem formlosen Antrag möglich.

Baumfällungen benötigen oft eine Genehmigung
Baumfällungen benötigen oft eine Genehmigung

Auf Ihren Antrag sollten Sie innerhalb kurzer Frist eine Antwort erhalten. Einige Ämter sparen sich den Schriftverkehr und erteilen automatisch eine Erlaubnis, wenn kein abschlägiger Bescheid erfolgt. Welche Vorgehensweise konkret für Sie zutrifft, können Sie in der Baumschutzverordnung Ihrer Gemeinde nachlesen. Bei Unklarheiten ist ein kurzer Anruf beim zuständigen Sachbearbeiter eine gute Lösung, um sich konkret zu den aktuellen Vorschriften zu informieren.

Neben der Fällgenehmigung an sich sind auch die Zeitfenster zu beachten, in denen Bäume gefällt werden dürfen. Diese reichen in der Regel von Ende Oktober bis Ende Februar. Außerhalb dieser Zeit sind Baumfällungen nur erlaubt, wenn Gefahr im Verzug ist (der Baum droht umzustürzen oder Ähnliches). Der Grund dafür ist der Artenschutz für Insekten, Vögel und andere Tiere. Darüber hinaus sind die Bäume vor dem Fällen auf eventuell vorhandene und bewohnte Nisthöhlen und Unterschlupf zu untersuchen. Wenn geschützte Arten wie Fledermäuse dort ihren Winterschlaf halten, darf der Baum nicht gefällt werden.

Vorgehensweise für Baumfällungen
Vorgehensweise für Baumfällungen

Tipp: Wenn Sie sich über die richtige Vorgehensweise zur Genehmigung Ihres Baumfällvorhabens unsicher sind, ist es immer besser, den direkten Kontakt zum zuständigen Amt aufzunehmen. Wird eine ungenehmigte Fällung angezeigt, kann das zu empfindlichen Geldstrafen führen.

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Selbst fällen oder Fachfirma beauftragen?

Im Fachhandel kann sich jeder ambitionierte Heimwerker problemlos eine Kettensäge und weiteres Werkzeug zum Baumfällen kaufen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Bedienung dieser Geräte ungefährlich oder einfach ist. Bevor Sie mit einer Kettensäge ans Werk gehen, sollten Sie eine entsprechende Einweisung oder einen Lehrgang besuchen. Dabei lernen Sie unter anderem, wie Sie einen Baum korrekt fällen und wie die Schnitte dafür zu setzen sind.

Wenn Sie selbst keine Erfahrungen mit dem Baumfällen haben, sollten Sie größere Exemplare auf keinen Fall in Eigenregie fällen. Es bestehen dabei zahlreiche Gefahren, wie zum Beispiel:

  • Der Baum kann in die falsche Richtung fallen und dabei Schaden anrichten.
  • Splitternde Äste oder ein zurückschnellender Stamm stellen eine große Unfallgefahr dar.
  • Das Werkzeug wird eingeklemmt und Sie können den Schnitt nicht beenden.
  • Unentdeckte, in das Holz eingewachsene Gegenstände können die Säge blockieren und sie zurückspringen lassen.
  • Beim Fall werden andere Bäume unkontrolliert mitgerissen.
Für das Fällen von großen Bäumen kann es sicherer sein, eine Fachfirma zu beauftragen © Anja Götz, stock.adobe.com
Für das Fällen von großen Bäumen kann es sicherer sein, eine Fachfirma zu beauftragen © Anja Götz, stock.adobe.com

Beauftragen Sie daher für größere Exemplare oder für Bäume, die dicht an Bauwerken stehen, am besten eine Fachfirma wie einen Forstbetrieb oder einen Holzverarbeitungsprofi, die Ihnen die betreffenden Bäume sicher und professionell fällt. Lassen Sie sich vorher Preisangebote machen und vergleichen Sie mehrere Anbieter. Fragen Sie in dem Zusammenhang nach, ob Äste und Laub gleich mit entsorgt oder geschreddert werden können, wenn Sie diese Arbeiten nicht selbst erledigen möchten.

Tipp: Bei einigen Bäumen kann das Holz recht wertvoll sein. Fragen Sie daher bei den Anbietern nach, ob sie Interesse an dem Holz haben und welchen Preis Sie dafür erhalten würden.

Vorbereitungsarbeiten und Sicherung

Sofern Sie den Baum selbst fällen, sind einige Vorbereitungen sinnvoll. Schätzen oder messen Sie zuerst die Höhe des Baums und die Breite der Krone ab. Gibt es eine Lücke im Garten, die groß genug ist, damit der Baum dorthin fallen kann, ohne etwas zu beschädigen? Sperren Sie vor Beginn der Fällarbeiten das Gelände großzügig ab und organisieren Sie sich am besten Helfer, welche die Einhaltung der Absperrung kontrollieren. Tragen Sie, insbesondere beim Umgang mit einer Kettensäge, angemessene Schutzkleidung, wie:

  • Schnittschutzhose und Schnittschutzjacke
  • Schutzhandschuhe
  • Schnittschutzstiefel
  • Helm mit Visier
  • Gehörschutz

Verabreden Sie mit Ihren Helfern Zeichen und Kommandos, welche einfach und klar verständlich sind. Üblich ist zum Beispiel der Ruf „Baum fällt!“, wenn der Stamm sich zu neigen beginnt.

Tipp: Wenn es keine Schneise gibt, in die der gesamte Baum fallen kann, ist ein stückweises Abtragen möglich. Profibetriebe verwenden dazu einen Steiger oder klettern am Baum hoch. Auch wenn das etwas mehr kostet als eine normale Fällung, können damit Schäden am Haus oder an anderen Bäumen vermieden werden.

Tragen Sie beim Umgang mit einer Kettensäge immer eine solide Schutzausrüstung, die Sie vor Verletzungen bewahrt © AK-DigiArt, stock.adobe.com
Tragen Sie beim Umgang mit einer Kettensäge immer eine solide Schutzausrüstung, die Sie vor Verletzungen bewahrt © AK-DigiArt, stock.adobe.com

Wie wird ein Baum gefällt?

Nach dem Erledigen der Vorarbeiten und dem Sichern des Geländes kann es an das eigentliche Fällen gehen. Setzen Sie dafür zuerst einen kleinen keilförmigen Schnitt auf der Seite des Stammes, in welche Richtung der Baum später fallen soll. Danach wird von der Gegenseite gesägt, bis der Stamm durchtrennt ist und der Baum umfällt. Achten Sie dabei immer auf Ihre Sicherheit und auf die Sicherheit Ihrer Helfer.

Liegt der Baum am Boden, werden zuerst die Äste der Krone entfernt und das Holz wird in die gewünschten Längen geschnitten. Danach kann der Stamm zerteilt werden. Falls Sie das Holz verkaufen möchten, sollten diese Abschnitte nicht zu kurz gewählt werden (mindestens einen Meter lang). Für einen Transport eignen sich jedoch kürzere Abschnitte besser, besonders wenn der Stamm sehr dick ist und das Holz später als Kaminholz verwendet werden soll. Sie sind dann leichter, lassen sich einfacher bewegen und bei einer Länge von ca. 30 cm gut stapeln.

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Wohin mit dem Holz?

Wie das Holz der gefällten Bäume verwendet wird, hängt von seiner Qualität und von Ihren Möglichkeiten ab. Wollen Sie später Gegenstände daraus fertigen, sollte das Holz schonend über eine längere Zeit getrocknet werden. Das geht im ganzen Stamm oder Sie schneiden gleich nach dem Fällen Bretter zu, welche dann weniger Zeit zum Trocknen benötigen. Für Kaminholz oder für Lagerfeuer eignen sich relativ grobe Scheite, für die Sie erst die Stämme auf Länge schneiden und sie im Anschluss spalten. Stapeln Sie das Holz nicht zu dicht, damit es gut belüftet wird und gleichmäßig trocknen kann. Es sollte außerdem keinen direkten Kontakt mit dem Boden haben und von oben vor Niederschlägen geschützt sein.

Falls Sie das Holz später als Kaminholz verwenden möchten, ist eine gut belüftete Lagerung mit Regenschutz sinnvoll © Petair, stock.adobe.com
Falls Sie das Holz später als Kaminholz verwenden möchten, ist eine gut belüftete Lagerung mit Regenschutz sinnvoll © Petair, stock.adobe.com

Holz, welches von Schädlingen befallen ist, sollte verbrannt oder gesondert entsorgt werden, damit sich diese Schädlinge nicht weiter ausbreiten können. Ist es nur faulig oder von Pilzen befallen, die nicht auf gesunden Bäumen wachsen, können Sie dieses Holz auch kompostieren. Das geht umso schneller, je kleiner die Abschnitte sind. Mit einem kraftvollen Schredder lassen sich Äste bis zu einem Durchmesser von sieben Zentimetern zerkleinern. Dieser Mulch eignet sich nicht nur zum Kompostieren, sondern kann auch als Belag für Wege oder als Unkrautsperre dienen.

Laub und dünnere Äste sinnvoll verwerten

Laub und dünnere Äste lassen sich auf verschiedenste Weise sinnvoll verwerten. Sie können diese Teile nach dem Fällen kompostieren, um wertvollen Humus für Ihren Garten zu gewinnen. Das muss nicht unbedingt in einem Komposthaufen erfolgen. Sie können die kleingeschnittenen Teile auch als Mulch unter Sträuchern oder anderen Bäumen ausbringen.

Weitere kreative Verwendungsmöglichkeiten wären:

  • Bau von Insektenhotels oder Unterschlupfmöglichkeiten für kleine Wildtiere und Vögel
  • Verwertung als Futter für Nagetiere oder Nutztiere (natürlich nur bei ungiftigen Pflanzen)
  • Bau einer Benjeshecke oder eines geflochtenen Zauns
  • kleine Äste eignen sich ideal zum Anfeuern im Kamin, am Lagerfeuer oder für den Grill
  • Bastelarbeiten aus Holz

Speziell das noch nicht zu harte Holz von den Ästen gefährdeter Obstbäume eignet sich ideal als Knabbersticks, die Sie Ihren Meerschweinchen, Hasen oder Nutrias ins Gehege geben können. Wer Kinder hat, kann mit dem leicht zu bearbeitenden Holz der dünneren Äste schöne Projekte realisieren. Vielleicht benötigen die Tiere von der Playmobil-Farm noch einen Zaun oder die Puppen warten schon lange auf eine urige Schaukel. Auch technische Spielereien wie Wasserräder oder Windmühlen lassen sich mit dem Holz dieser Äste, etwas Geduld und handwerklichem Geschick anfertigen.

Tipp: Eine Benjeshecke lohnt sich vor allem dann, wenn in Ihrem Garten regelmäßig Verschnitt von Bäumen und Hecken anfällt. Diese Konstruktion benötigt immer wieder Nachschub, da das eingebrachte Holz mit der Zeit verrottet und nach unten rutscht. Die Hecke erfüllt dabei mehrere Aufgaben: Sie dient als Grenzmarkierung, für die Verwertung von Holzresten und bietet Kleinlebewesen Schutz.

Dünnere Äste, die beim Bäume fällen übrig wären, eignen sich ideal für den Bau von geflochtenen Zäunen oder für das Anlegen einer Benjeshecke © Christine Kuchem, stock.adobe.com
Dünnere Äste, die beim Bäume fällen übrig wären, eignen sich ideal für den Bau von geflochtenen Zäunen oder für das Anlegen einer Benjeshecke © Christine Kuchem, stock.adobe.com

Neue Anpflanzungen als Ersatz planen und durchführen

Auch wenn es in Ihrer Gemeinde nicht zwingend vorgeschrieben ist, eine Ersatzpflanzung für gefällte Bäume vorzunehmen, sollten Sie trotzdem darüber nachdenken. Dabei muss der neue Baum nicht unbedingt an der gleichen Stelle wachsen wie das vorher gefällte Exemplar. Vielleicht findet sich ein besserer Platz, der etwas weiter vom Haus oder von anderen baulichen Anlagen entfernt ist. Auch bei der Sorte können Sie sich für eine Art entscheiden, die besser zu den klimatischen Bedingungen Ihrer Region passt oder mehr Ertrag an Früchten verspricht.

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