Baumpflege: Gehölzschnitt und Obstbaumschnitt

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Bäume im Garten benötigen eine regelmäßige Pflege. Dabei kann ein Rückschnitt Funktionen wie das Formen einer Krone, das Entfernen abgestorbene Äste oder die Steigerung des Ertrags bei Obstbäumen haben. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, was Sie mit einem Gehölzschnitt erreichen können sowie wann und wie Sie diesen am besten durchführen.

Für einen Rückschnitt an alten Bäumen in großer Höhe können Sie eine Fachfirma beauftragen, die dieser Aufgabe mit entsprechender Ausrüstung schnell und sicher erledigt © Tricky Shark, stock.adobe.com
Für einen Rückschnitt an alten Bäumen in großer Höhe können Sie eine Fachfirma beauftragen, die dieser Aufgabe mit entsprechender Ausrüstung schnell und sicher erledigt © Tricky Shark, stock.adobe.com

Warum ist ein Gehölzschnitt bei Bäumen sinnvoll?

Normalerweise benötigen Bäume im Garten nur gelegentlich einen Rückschnitt, wenn es sich nicht um Obstbäume handelt. Arten wie Esche, Buche, Tanne, Eiche oder Linde bilden von ganz allein eine schön geformte Krone, bei der sich die Äste gleichmäßig entwickeln. Diese Entwicklung kann jedoch durch verschiedenste Einflüsse gestört werden. Dazu zählen beispielsweise:

  • zu dichte Bepflanzung
  • in der Nähe stehende Bauwerke wie Gebäude oder Mauern
  • abbrechende Äste durch Schneelast oder Sturm
  • absterbendes Holz (verursacht durch Schädlinge, Pilze oder zu große Trockenheit)

Darüber hinaus wünschen sich viele Gartenbesitzer eine bestimmte Form und Größe für die angepflanzten Bäume. Mit einem Gehölzschnitt lassen sich beispielsweise hübsche Kugelformen oder Kegel erzielen. Auch die Höhe und das Breitenwachstum lassen sich damit begrenzen.

Tipp: Falls Sie absterbendes Holz entfernen müssen oder falls größere Äste bei einem Unwetter abgebrochen sind, kontrollieren Sie die Symmetrie des betreffenden Baums. Ein starkes Ungleichgewicht kann mit der Zeit dazu führen, dass sich der Baum nach einer Seite neigt und dadurch anfälliger für weitere Sturmschäden wird. Mit einem ausgewogenen Rückschnitt stellen Sie wieder eine gleichmäßige Krone her.

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Wann sollten Bäume verschnitten werden?

Die beste Zeit für das Verschneiden Ihrer Bäume ist der Winter in den Monaten von November bis Februar. In dieser Zeit ruhen die Stoffwechselprozesse und Laubbäume haben ihre Blätter abgeworfen – das hilft Ihnen dabei, die Wuchsform besser zu beurteilen. Außerdem müssen Sie nicht befürchten, Vögel beim Nisten zu stören. Wählen Sie einen nicht zu kühlen Tag, da zu starker Frost die frischen Schnittflächen schädigen könnte. Optimal sind Temperaturen, die nicht unter -5 °C liegen. Für das Verschneiden von Obstbäumen gelten je nach Sorte andere Zeiten, die Sie in diesem Beitrag etwas weiter unten nachlesen können.

Tipp: Vermeiden Sie es, im Frühjahr größere Äste abzuschneiden. In dieser Zeit schießt der Saft im Baum am stärksten und frische Wunden am Holz schließen sich nur langsam. Das steigert die Gefahr für das Eindringen von Pilzen und Schädlingen.

Wie gehen Sie beim Gehölzschnitt vor?

Beginnen Sie mit einer sorgfältigen Analyse der Baumform. Betrachten Sie die Krone aus etwas Abstand und stellen Sie fest, welche Äste die Hauptlinien bilden und ob es ein Ungleichgewicht in der Form gibt. Die Hauptäste sollten auf jeden Fall stehen bleiben. Sie können eventuell eingekürzt werden, wobei jedoch immer noch einige Nebenäste erhalten bleiben sollten. Markieren Sie abgestorbene oder vertrocknete Äste, die Sie später entfernen möchten.

Gehen Sie danach in folgenden Schritten vor:

  1. Entfernen Sie beschädigte und abgestorbene Äste zuerst.
  2. Kontrollieren Sie danach noch einmal die Form des Baums.
  3. Falls Sie Hauptäste kürzen möchten, ist dieser Schritt jetzt an der Reihe.
  4. Lichten Sie nun die Nebenäste aus und entfernen Sie dünne Schosser.
  5. Entfernen Sie Zweige, die nach innen wachsen und lichten Sie Stellen, an welchen sich viele Zweige bündeln, aus.
  6. Kürzen Sie störende Äste, welche in den Weg hängen oder zu dicht an Bauwerke sowie technische Anlagen reichen.
  7. Betrachten Sie zwischendurch immer wieder den Baum aus etwas Abstand, um die Form zu kontrollieren.
  8. Versorgen Sie die Schnittwunden und glätten Sie deren Ränder. Ein Wundverschlussmittel ist normalerweise nicht nötig, da sich der Baum an diesen Stellen selbst heilen kann, wenn sauber gearbeitet wurde.

Hinweis: Mit einem Wundverschlussmittel können Sie dem Baum mehr schaden als Ihnen lieb ist. Wenn es das Holz luftdicht abdeckt, verhindert dies den natürlichen Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen. Unter dem Verschlussmittel können sich Feuchtigkeit und Bakterien ansammeln. Pilze erhalten so eine ideale Grundlage, um das Holz zu befallen.

Gehen Sie beim Gehölzschnitt systematisch vor und achten Sie darauf, glatte Schnittflächen zu erzielen © Cherries, stock.adobe.com
Gehen Sie beim Gehölzschnitt systematisch vor und achten Sie darauf, glatte Schnittflächen zu erzielen © Cherries, stock.adobe.com

Tipps für den Obstbaumschnitt

Der Obstbaumschnitt ist ein spezielles Thema, dem sich Gartenbesitzer intensiv widmen können. Hierbei gibt es je nach Sorte zahlreiche Bedingungen zu beachten, um das Wachstum der Bäume ideal zu fördern, sie gesund zu erhalten und die Erträge zu steigern. Schneiden Sie deshalb nicht einfach wild drauflos, sondern informieren Sie sich sorgfältig, welche Behandlung Ihre Obstbäume benötigen. Wichtig sind beispielsweise der richtige Zeitpunkt für den Schnitt sowie die Abstände zwischen diesen Maßnahmen. Außerdem wird zwischen dem Schnitt beim Einpflanzen, dem Fruchtholzschnitt und dem Verjüngungsschnitt unterschieden.

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Wann sollten Sie den Obstbaumschnitt durchführen?

Für die meisten Obstbäume ist die Ruhezeit im Winter am besten geeignet, um sie zu beschneiden. Diese Zeit beginnt im Herbst, wenn das Laub komplett abgefallen ist und endet im Frühling, bevor die Bäume wieder austreiben. Das sind in der Regel die Monate Januar bis März.

Kirschbäume sollten im Sommer, direkt nach der Ernte beschnitten werden. Für Pfirsiche ist die Zeit im April oder Mai am besten geeignet, um einen Rückschnitt durchzuführen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen groben Überblick für den idealen Zeitpunkt des Obstbauschnitts.

AnliegenZeitpunkt
Ertragsschnitt für Kirschennach der Ernte
Ertragsschritt für PfirsichbäumeApril oder Mai
Rückschnitt für Steinobst wie Pflaumen oder AprikosenSommer, nach der Ernte
Rückschnitt für Kernobst wie Äpfel und BirnenJanuar bis März
Allgemein für einen reicheren FruchtansatzWinter
VerjüngungsschnittWinter
Beruhigung des Baums, wenn dieser zu stark austreibtSommer, nach der Ernte
Kirschen gedeihen am besten, wenn der Obstbaumschnitt für diese Sorten direkt nach der Ernte im Sommer durchgeführt wird © Swetlana Wall, stock.adobe.com
Kirschen gedeihen am besten, wenn der Obstbaumschnitt für diese Sorten direkt nach der Ernte im Sommer durchgeführt wird © Swetlana Wall, stock.adobe.com

Kronen formen und Ertrag steigern

Beim Obstbaumschnitt achten Sie darauf, eine gleichmäßige Krone zu formen und dabei ideale Bedingungen für das Reifen der Früchte zu schaffen. Entfernen Sie Wassertriebe (das sind dünne, lange Äste, die gerade nach oben wachsen) sowie alle nach innen wachsenden Zweige. Kürzen Sie bei Bedarf die Hauptäste ein, wobei diese nicht zu dicht am Stamm abgeschnitten werden sollten. Als Faustregel gilt: Der Baum sollte zu zwei Dritteln der Höhe aus Ästen und zu einem Drittel aus Stamm bestehen. Wenn Sie alle Äste bis auf den Stamm zurückschneiden, könnte das zum Absterben des Baums führen. Lassen Sie an jedem Ast immer mehrere Knospen stehen. Dabei sollte die letzte Knospe nach außen zeigen, damit sich die neuen Zweige automatisch in diese Richtung entwickeln.

Schnitt beim Einpflanzen: Wenn Sie den Baum im Winter (zwischen November und März) einpflanzen, können Sie die Äste relativ stark zurückschneiden. In der Regel werden sie um ca. zwei Drittel ihrer Länge gekürzt. Auch die Wurzeln können Sie bei dieser Gelegenheit etwas einkürzen, um ein intensives Wachstum anzuregen.

TIPP

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Fruchtholzschnitt: Der Fruchtholzschnitt wird jedes Jahr durchgeführt. Dabei formen Sie die Krone des Obstbaums und legen fest, welche Zweige sich zu den Hauptästen entwickeln sollen. Beim Schneiden wird zwischen Fruchttrieben und Holztrieben unterschieden. Die Holztriebe, welche keine Blüten ansetzen, werden großzügig entfernt. Die Fruchttriebe werden eingekürzt, um den Ertrag zu steigern.

Verjüngungsschnitt: Einen Verjüngungsschnitt führen Sie im Abstand von mehreren Jahren durch. Dabei werden Anfang November die Leitäste um ca. die Hälfte zurückgeschnitten. Außerdem entfernen Sie bei dieser Gelegenheit weitere Zweige, die ungünstig platziert oder abgestorben sind. Es ist wichtig, dabei die grundsätzliche Form des Baums zu erhalten. Im darauffolgenden Herbst schneiden Sie die neu gewachsenen Äste etwas nach, um die Form noch einmal zu korrigieren. Für diese Maßnahme kann es sich lohnen, einen Gartenbaubetrieb zu beauftragen. Erfahrene Fachleute bringen Ihren Obstbaum innerhalb kürzester Zeit in Form und korrigieren kleinere Fehler, welche Sie eventuell vorher beim Fruchtholzschnitt gemacht haben.

Das richtige Werkzeug für Ihren Gehölzschnitt

Mit hochwertigem und gut gepflegtem Werkzeug gelingt Ihnen der Gehölzschnitt am besten. Zudem ist es wichtig, die Schneidflächen dieser Werkzeuge immer sauber zu halten und diese gelegentlich zu desinfizieren. So vermeiden Sie es, Krankheiten und Pilze von einem Baum auf den anderen zu übertragen.

Mit einer Hippe lassen sich dünnere Zweige sauber abschneiden und Wundränder an den stärkeren Ästen glätten © Piotr, stock.adobe.com
Mit einer Hippe lassen sich dünnere Zweige sauber abschneiden und Wundränder an den stärkeren Ästen glätten © Piotr, stock.adobe.com

Diese Werkzeuge eignen sich ideal für den Gehölzschnitt:

  • Bypass-Gartenschere für dünnere Zweige
  • Amboss-Gartenschere oder Astschere für etwas dickere Äste (Modelle mit einem starken Hebel bewältigen dabei Äste bis zu einem Durchmesser von 4 cm)
  • Astsäge oder Baumsäge
  • Hippe (ein sehr scharfes Messer mit gebogener Klinge)
  • Teleskop-Gartenschere oder Teleskop-Säge für das Entfernen weiter oben liegender Äste
  • standsichere Leiter

Statten Sie sich außerdem mit Arbeitsschutzkleidung aus, um Verletzungen zu vermeiden. Tragen Sie einen Kopfschutz (am besten Helm mit Visier), Schnittschutzhandschuhe und einen Schutz für Ihre Augen. Falls Sie mit einer Kettensäge oder mit einer elektrischen Stichsäge arbeiten wollen, benötigen Sie außerdem Schnittschutzkleidung wie Schnittschutzhosen, Schnittschutzjacke und Schnittschutzschuhe.

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