Kellerbau mit Überschwemmungsschutz

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Es ist kein angenehmes Gefühl, wenn man in den Keller kommt und man schon auf der Treppe erkennt, dass allerlei Dinge im Hochwasser treiben. Das kommt häufiger vor als früher: Rückstauwasser in der Kanalisation oder Überflutungen durch Bäche gibt es schon lange. Aber die unvorhersehbaren Starkregenfälle haben zugenommen, und sie könne sich überall ereignen. Deshalb muss sich jeder um das Thema Überschwemmungsschutz kümmern, der ein Haus mit Keller baut. Hier kommt ein Überblick, was man tun kann.

Wasser im Keller – ein Albtraum wird wahr © Robert Kneschke, stock.adobe.com
Wasser im Keller – ein Albtraum wird wahr © Robert Kneschke, stock.adobe.com

Eine der klassischen Ursachen des überschwemmten Kellers ist, dass die überforderte Kanalisation Wasser in den Keller drückt, oder dass die Rohre verstopft sind und das Wasser nicht abfließt. Die Verstopfungen sind beim Neubau eigentlich kein Thema – es kommt natürlich darauf an, die Abwasserleitungen ausreichend und vorschriftsmäßig zu dimensionieren. Später ist es wichtig, dass nichts in die Toiletten geworfen wird, was die Rohre verstopfen kann.

Rückstausicherungen sind zwingend

Gegen eine überforderte Kanalisation aber kann man sich sehr wohl absichern, durch ein sogenanntes Rückstauventil oder eine Rückstauklappe. Sie werden möglichst so eingebaut, dass sie unterhalb des Niveaus des Kellerbodens liegen. Sie lassen das Wasser aus dem Haus ungehindert in die Kanalisation abfließen, sperren das Rohr aber ab, wenn das Wasser aus der Gegenrichtung kommt. Das passiert automatisch.

Technisch gesehen kann man ein Rückstauventil oder eine Rückstauklappe jederzeit einbauen, also auch noch nachträglich, und in jeden Altbau. Aber das kann mit erheblichen Kosten verbunden sein. Im Neubau muss man für ein Rückstauventil mit Kosten von 1500 Euro rechnen – ein vertretbarer Betrag, wenn man bedenkt, welche Schäden Hochwasser im Keller anrichten kann. Die eine Versicherung übrigens nur bezahlt, wenn man eine entsprechende Vereinbarung hat. Die ihrerseits wiederum längerfristig teurer ist als das Rückstauventil.

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Einfache Rückstauklappen sind auch günstiger. Sie gibt es auch in speziellen Ausführungen für Toiletten, Duschen und anderes, sodass jedes Element einzeln gesichert werden kann. Das ist aber nur sinnvoll, wenn trotzdem alle Elemente gesichert werden. Wenn sich im Kellergeschoss eine Toilette befindet, ist ein Rückstauventil übrigens gesetzlich vorgeschrieben.

Premium-Lösung Hebeanlage

Der beste Schutz vor Rückstauwasser in Kellerräumen ist eine sogenannte Hebeanlage. Sie befördert sämtliches im Keller anfallende Wasser auf eine Höhe über der Rückstauebene, das ist gewöhnlich das Geländeniveau. Erst von dort läuft es in die Kanalisation. Klar, dass sich in der Kanalisation stauendes Wasser dadurch nicht durch die Leitungen in den Keller gelangen kann. Ein Vorteil dieser Lösung ist auch, dass alle Anlagen im Keller mit Wasseraustritt in jeder Situation genutzt werden können.

Für welche Art der Rückstausicherung man sich auch immer entscheidet – wichtig ist, dass alle Abwasserleitungen aus den Obergeschossen nicht durch diese Sicherungen entwässern. Sonst kann im ganzen Haus im Falle überschwemmter Kanäle kein Wasseranschluss mehr genutzt werden.

Überschwemmungen im Keller können erhebliche Schäden an der Bausubstanz anrichten © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
Überschwemmungen im Keller können erhebliche Schäden an der Bausubstanz anrichten © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com

Extra-Info: In den meisten Fällen bringt es nichts, sich bei der Stadt oder der Gemeinde über vermeintlich zu dünne Kanalrohre zu beschweren. Die Kanalisation kann nämlich nicht so gebaut werden, dass sie mit jedem noch so heftigen Starkregen fertig werden. Ist nämlich der Durchmesser der Rohre zu groß, dann ist die Rinne an der Sohle zu breit, es gibt nicht genügend Strömung, und die Fäkalien und andere Dinge bleiben liegen. Dann kommen die Ratten – und die will man in der Kanalisation auch nicht haben.

Schutz vor Starkregen

Etwas ganz anderes als das Wasser aus der Kanalisation sind Überschwemmungen von Bächen und Flüssen oder durch Starkregen-Ereignisse. Wo Bäche und Flüsse fließen, das erkennt man, aber zu Starkregen kann es überall kommen. Da kann jeder Türspalt und jedes nicht wirklich dichte Kellerfenster zur Katastrophe führen.

Tatsächlich werden wasserdichte Fenster und Türen angeboten. Sie verfügen über verstärktes Glas, wasserdichte Blendrahmen und zusätzliche Verriegelungspunkte. Denn nicht nur bestehende Öffnungen können ein Problem sein, durch die was Wasser eindringen kann. In bestimmten Situationen wird der Wasserdruck auch so groß, dass ein nicht ausreichend stabiles Fenster einfach nach innen gedrückt wird.

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So etwas lässt sich nicht zu 100 Prozent ausschließen. Aber ein Fenster hält länger dicht, wenn es so eingebaut wird, dass man es nach außen öffnet und nicht nach innen. Dann drückt das Wasser den Fensterflügel nicht etwa auf, sondern im Gegenteil noch fester in den Fensterrahmen. Gegen Undichtigkeiten zwischen Rahmen und Laibung hilft dies natürlich nicht – an dieser Stelle ist der fachgerechte Einbau der Fenster oberstes Gebot.

Bauliche Maßnahmen zur Vorbeugung

Viel besser ist es natürlich, wenn das Wasser gar nicht bis zum Fenster gelangt. Dies kann durch eine Mauer um die Lichtschächte verhindert werden. Natürlich sollte diese nicht so hoch sein, dass kein Licht mehr in den Kellerraum gelangt. Aber je nach konkreter Situation kann schon ein 20 Zentimeter hohes Mäuerchen viele Hochwassergefahren entschärfen, ohne dass der Raum übermäßig verdunkelt wird.

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Mit einer erhöhten Umrandung können auch Kellerabgänge gegen herablaufendes Oberflächenwasser gesichert werden, zusätzlich helfen kann auch eine Überdachung des Bereichs. Bei Abfahrten zu im Keller angelegten Garagen sollte es an der oberen Kante zumindest eine Schwelle geben, unten vor der Garagentür aber auf jeden Fall eine Ablaufrinne; entweder mit Versickerung oder einem gegen Rückstau gesicherten Ablauf.

Daneben gibt es auch noch eine Reihe von Möglichkeiten, Fenster und Türen akut im Hochwasserfall zu sichern. Die Palette reicht von den herkömmlichen Sandsäcken über verschiedene Damm- und Schlauchkonstruktionen bis hin zu Schotts, deren Einsatz durch Schienen an den Fenster- und Türlaibungen vorbereitet wird.

Sandsäcke sind zumeist eher eine Notlösung, wenn die Katastrophe sich schon anbahnt © TIMDAVIDCOLLECTION, stock.adobe.com
Sandsäcke sind zumeist eher eine Notlösung, wenn die Katastrophe sich schon anbahnt © TIMDAVIDCOLLECTION, stock.adobe.com

An Schadensbegrenzung denken

Vor allem in Gebieten, die besonders durch Hochwasser bedroht sind, empfiehlt es sich, auch darauf zu achten, dass im Falle des Falles die Schäden minimiert werden. Dazu gehört, auf eine Ölheizung zu verzichten, denn auslaufendes und durch Hochwasser verteiltes Öl aus den Tanks richtet erhebliche Schäden an. Zweitens empfiehlt es sich, die Haustechnik zu sichern; den Hausanschluss für die Stromversorgung zum Beispiel kann man auch im Erdgeschoss unterbringen.

Drittens achtet man bei der Dämmung von Außenwänden darauf, Dämmstoff zu verwenden, der Feuchtigkeit verträgt. Es ist möglich, eine zweischalige Kellerwand mit dem Dämmstoff dazwischen zu bauen, sodass diese definitiv nicht feucht werden kann. Es gibt auch Mauersteine, deren Hohlräume mit Perliten gefüllt sind, die ebenfalls dämmen. Freilich sind dies vergleichsweise teure Lösungen.

Und es gibt noch einen Hinweis zur Einrichtung. Vor allem, wenn die Hochwassergefahr recht groß oder die Schutzmaßnahmen unvollständig sind, sollte man darauf verzichten, besonders empfindliche Dinge nicht auf dem Fußboden zu lagern, sondern erhöht auf einem Regal. Ein Fahrrad hält es aus, 20 Zentimeter tief im Wasser zu stehen. Eine Kiste mit Büchern ist dann nur noch Altpapier.

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