Radon – ein Thema beim Kellerbau

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Immer wieder werden Menschen von Meldungen über eine unsichtbare Gefahr aus dem Untergrund aufgeschreckt. Radon nämlich kann sich im Haus sammeln und die Gesundheit der Bewohner gefährden. Was es damit auf sich hat und wie man vorbeugen kann – das steht aller hier.

Radon ist beim Bauen in vielen Gegenden Deutschlands ein Thema © artyway, stock.adobe.com
Radon ist beim Bauen in vielen Gegenden Deutschlands ein Thema © artyway, stock.adobe.com

Radon ist ein gasförmig auftretendes und radioaktives, chemisches Element. Es entsteht im Boden beim Zerfall von Uran und Radium und gelangt dann an die Luft. Radon ist weder zu sehen noch zu riechen noch zu schmecken. Wegen seiner Radioaktivität ist es nicht gesund, sondern nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs. Für fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs wird es verantwortlich gemacht.

Die Strahlenschutzkommission des Bundesumweltministeriums hat berichtet, dass eine Erhöhung der Lungenkrebsrate festzustellen ist bei Belastungen zwischen 100 und 200 Becquerel pro Kubikmeter. Die Weltgesundheitsorganisation sieht 100 Becquerel pro Kubikmeter als kritischen Wert. Sogenannte Radon-Vorsorgegebiete werden offiziell aber nur festgelegt, wenn in Gebäuden 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft überschritten werden.

Wo ist Radon ein Problem?

Die Belastung in Deutschland ist unterschiedlich. Generell kann man sagen, dass die Belastung in verschiedenen Mittelgebirgen am größten ist; zu nennen sind Erzgebirge, Thüringer Wald, Bayerischer Wald, Eifel, Schwarzwald, Fichtelgebirge, Harz und Teile des Alpenvorlandes. Nördlich einer Linie Trier – Kassel – Magdeburg – Cottbus ist die Belastung geringer. Wer baut und kein Risiko eingehen will, sollte sich genauer über die Belastung in der eigenen Region informieren.

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Gelegentlich wird der Rat gegeben, unabhängig vom Wohnort Messungen in den Kellerräumen durchführen zu lassen. Dagegen ist nichts zu sagen. Allerdings: Für Vorsorgemaßnahmen, die man beim Bau des Kellers treffen kann, ist es dann zu spät. Am einfachsten ist es, diese Maßnahmen unabhängig vom Ort der Baustelle zu treffen. Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen passiert das ohnehin.

Ganz dicht: Schwarze und weiße Wanne

Radondicht nämlich sind alle Keller, die als weiße oder schwarze Wanne gebaut werden, und das ist im Neubau eigentlich immer der Fall. Entweder bekommt man Bodenplatte und Kellerwände aus wasserundurchlässigem Beton, das ist die weiße Wanne. Oder es gibt eine Abdichtung mit Bitumen, das ist die schwarze Wanne.

Eine Bodenplatte aus wasserdichtem Beton lässt kein Radon durch © dragoncello, stock.adobe.com
Eine Bodenplatte aus wasserdichtem Beton lässt kein Radon durch © dragoncello, stock.adobe.com

Die Schwachstellen liegen auf der Hand – das sind die Fugen und die Durchführungen für Leitungen für Gas, Wasser, Abwasser, Glasfaser, Strom und anderes mehr. Gewährleisten kann man dies durch Verwendung eines Rohrdurchführungssystems wie Ringraumdichtungen oder Futterrohren.

In Gebieten mit einer höheren Radonbelastung kann auch die Verlegung zusätzlicher Abdichtungsbahnen auf der Bodenplatte sinnvoll sein. Vor allem Bahnen mit Bitumen eignen sich; am besten schaut man sich die technischen Hinweise zu den Bahnen genau an. Auch hier ist aber bei den Rohrdurchführungen größte Sorgfalt angebracht.

Drainage oder Lüftung

Wenn eine ausreichend dichte Ausführung der erdberührenden Bauteile nicht gesichert werden kann, empfiehlt sich der Einbau einer Radondrainage. Es handelt sich um perforierte Rohre, die unter der Bodenplatte im Schotter verlegt werden. Der Aufwand ist vertretbar, er bewegt sich im niedrigen vierstelligen Bereich. Eine andere Lösung sind ausreichend dimensionierte Lüftungsanlagen, die verhindern, dass sich das Radon in der Raumluft anreichert.

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Empfohlen werden gelegentlich Abdichtungsmaßnahmen zwischen Keller und Erdgeschoss. Bei dieser Lösung ist aber zu bedenken, dass eine Umnutzung von Kellerräumen für Aufenthaltszwecke damit ausgeschlossen wird. Mag man beim Hausbau an eine solche Nutzung im Keller nicht denken, so kann sich dies später ändern. Von einer Abdichtung zwischen Keller und Erdgeschoss ist also abzuraten.

Mit einer Lüftungsanlage im Keller kann man die Radonbelastung deutlich verringern © tl6781, stock.adobe.com
Mit einer Lüftungsanlage im Keller kann man die Radonbelastung deutlich verringern © tl6781, stock.adobe.com

Fertigkeller sind ebenfalls dicht

Eine Komplettlösung kann übrigens auch ein Fertigkeller sein. Der erste radondichte Fertigteilkeller wurde bereits 1993 im Erzgebirge gebaut – inzwischen ist das der Stand der Technik. Wichtig ist, dass man einen Keller mit dem RAL-Gütezeichen „Fertigkeller“ bestellt. Der ist dann auch gegen Feuchtigkeit und Nässe gut abgedichtet.

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