Alternativen zum Keller

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Ob man einen Keller bauen soll oder nicht – die Abwägung fällt aus vielen guten Gründen sehr häufig zugunsten des Kellers aus. Aber manchmal geht es nicht. Entweder weil das Geld dafür beim besten Willen nicht da ist, oder weil irgendwelche Wasserprobleme nicht lösbar sind. Es kann auch noch andere, individuelle Gründe geben. Was kann man tun, welche Alternativen gibt es? Hier kommt ein Überblick.

Es gibt auch alternative Optionen zum Keller © schulzfoto, stock.adobe.com
Es gibt auch alternative Optionen zum Keller © schulzfoto, stock.adobe.com

Teilunterkellerung statt Vollkeller

Natürlich ist auch eine Teilunterkellerung ein Keller, aber diese Lösung sollte schon erwähnt werden. Womöglich kann dies in Hanglagen oder bei felsigen Untergründen eine Lösung sein. Aber Achtung, die Einsparmöglichkeiten sind begrenzt. Reduziert man die Vollunterkellerung auf die Hälfte, spart man keineswegs die Hälfte der Investition. Allein schon, weil man eine Treppe auf jeden Fall bezahlen muss. Merke: Jeder kleiner der Keller, umso höher ist der Quadratmeterpreis.

Preiswerter als ein Komplettkeller ist eine Teilunterkellerung schon. Sparen kann man auf jeden Fall durch eine vorgefertigte Version aus Fertigteilen. Es gibt auch recht kleine Varianten einer Teilunterkellerung, etwa eine Technikbox, auch Modul-, Mini- oder Effektivkeller genannt. Dort ist dann nur Platz für die Haustechnik, die man im Erdgeschoss ja nicht haben möchte.

Baurecht muss geprüft werden

Bebauungspläne könne Vorschriften über Anbauten, Gartenhäuser und Garagen enthalten © Andreas Gruhl, stock.adobe.com
Bebauungspläne könne Vorschriften über Anbauten, Gartenhäuser und Garagen enthalten © Andreas Gruhl, stock.adobe.com

Ersetzen kann man einen Keller auch durch einen Anbau. Der sollte an einer wenig attraktiven Stelle liegen, damit er durch den Verzicht auf große Fenster nicht negativ auffällt. Zu den Vorteilen gehört, dass man über zusätzliche oberirdische Wohnfläche verfügt. Ob man gegenüber dem Keller etwas sparen kann, hängt von der Größe ab. Bedenken muss man, das sich durch einen Anbau die freie Grundstücksfläche verringert.

Bevor man sich mit den Möglichkeiten eines Anbaus befasst, sollte man unbedingt die baurechtlichen Vorgaben prüfen.

Oft sind in Bebauungsplänen Baufenster vorgegeben, die man nicht überschreiten darf, oder es gibt eine Vorschrift, welcher Grundstücksanteil überhaupt bebaut werden kann. Wenn es eng wird, kann man bei der Kommune aber auch nach der Möglichkeit fragen, dass eine Ausnahme genehmigt wird. Dann kommt es eventuell auf eine geschickte Begründung an – das Kostenargument zum Beispiel zählt nicht.

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Schuppen oder Gartenhäuschen

All diese baurechtlichen Fragen sind auch bei anderen Möglichkeiten zu klären, zusätzlichen Stauraum zu schaffen, etwa beim Gartenhäuschen oder Schuppen. Auch die sind nicht beliebig erlaubt. Ein Gartenhaus ist sicher gut geeignet für Fahrräder, Gartengeräte, Werkzeuge und ähnliche Dinge. Alles, was man dort unterbringt, muss die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen aushalten. Nicht geeignet sind Gartenhäuschen für die Waschmaschinen und die Haustechnik.

Ein Gartenhaus bietet nicht nur Lagermöglichkeiten, sondern kann auch ein Blickfang sein © oceane2508, stock.adobe.com
Ein Gartenhaus bietet nicht nur Lagermöglichkeiten, sondern kann auch ein Blickfang sein © oceane2508, stock.adobe.com

Für einen Schuppen im Garten kann der Preis sprechen. Fertige Modelle bekommt man für weniger als 2000 Euro. Zumeist werden sie als Bausätze geliefert, man kann sie sich aber auch aufbauen lassen. Und wer sich gerne als Heimwerker betätigt, der kann sich auch zutrauen, eine solche Hütte selbst zu bauen. Das ermöglicht es, den Schuppen genau auf den individuellen Bedarf und die örtlichen Verhältnisse abzustimmen. Schuppen und Gartenhäuschen kann man auch freier auf dem Grundstück platzieren als einen Anbau.

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Große Garage – oder zwei davon

Je nach notwendigem Platz kann es auch eine Lösung sein, die Garage zu vergrößern oder eine zweite Garage zu bauen. Fertiggaragen werden ab etwa 4000 Euro angeboten und haben den Vorteil, dass der Bau kein großer Aufwand ist. Freilich müssen auch dabei die baurechtlichen Vorschriften beachtet werden.

Extra-Hinweis: Auf vielen Grundstücken sieht man, dass Garagen komplett als Lagerfläche verwendet werden. Dabei werden in vielen Kommunen Stellplätze für Autos auf dem Grundstück verlangt, und das schließt ein, dass eine Garage auch frei und nutzbar ist. Ohne den sogenannten Stellplatznachweis gibt es oft gar keine Baugenehmigung. Zumeist prüft die Bauaufsicht solche Dinge nicht nach – aber ob man sich darauf verlassen sollte, hängt davon ab, wie risikofreudig man ist.

Sicher eine skurrile Idee ist es, einen Überseecontainer als Lagerraum auf das Grundstück zu stellen. Teuer ist das nicht, ein solcher Container ist schon für 1000 Euro zu haben. In der ungedämmten Variante löst er aber das Problem der Temperaturschwankungen nicht. Dafür ist er einbruchsicher und unzerstörbar. Die Aufstellung dürfte allerdings in vielen Fällen daran scheitern, dass es für das Aufstellen des Containers keine Genehmigung gibt. Und, ehrlich gesagt: Wenn sich der Hauseigentümer keine Mühe gibt, das Teil optisch zu verstecken, dann ist das aus städtebaulichen Gründen auch gut so.

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Alles unters Dach?

Nachdenken kann man bei der Planung des Hauses, ob der Dachboden einen ausreichenden Ersatz für den Keller bieten kann. Womöglich kann es sogar sinnvoll sein, ein Satteldach statt des ursprünglich geplanten Flachdaches einzuplanen. Wobei klar ist, dass dies die Kostenersparnis durch den Verzicht auf einen Keller auch wieder deutlich verringern kann.

Auf dem Dachboden ist meistens richtig viel Platz © PhotographyByMK, stock.adobe.com
Auf dem Dachboden ist meistens richtig viel Platz © PhotographyByMK, stock.adobe.com

Klar ist, dass ein Dachboden zumeist sehr viel Platz bietet. Mit Regalen kann man die Aufbewahrung dort gut und sicher organisieren. Andererseits ist es gelegentlich mühsam, den Dachboden für eine Kleinigkeit zu erklimmen, und für Fahrräder oder den Gartengrill ist das natürlich auch keine Lösung. Unterbringen kann man dort nur, was hohe Temperaturschwankungen verträgt – andernfalls muss das Dachgeschoss gedämmt werden.

Und dann gibt es schließlich noch die Möglichkeit, alles in der Wohnung zu verteilen, was sonst im Keller untergebracht wird. Hohe Wandschränke helfen dabei, die man am besten schon einplant, wenn der Grundriss festgelegt wird. Hilfreich ist auch, wenn es auf jeder Etage einen Abstellraum gibt. Auf jeden Fall sollte man sonst ungenutzte Ecken und Winkel berücksichtigen, etwa den Platz unter der Treppe. Auch für Waschmaschinen und die Haustechnik gibt es durchaus Lösungen.

Kein Patentrezept

Zusammenfassend muss gesagt werden, dass es keine Patentlösungen gibt. Für die einen führt am Keller kein Weg vorbei, weil sie Hobbys haben, die Platz benötigen. Andere haben so viele Gartenmöbel und Fahrräder, dass ein Schuppen dafür die richtige Lösung ist. Mit bedenken sollte man immer die Idee, verschiedene Varianten zu kombinieren – zum Beispiel die Technikbox für die Heizung und die Dachbodenregale für die vielen Kleinigkeiten im Haushalt. Sinnvoll ist es, zu Beginn der Planungen genau zu analysieren, welcher Platz eigentlich gebraucht wird. Aber dies ohne zu vergessen, dass sich dies in der Zukunft auch ändern kann.

Die Einzelteile des Fertigkellers werden in der Fabrik produziert und auf der Baustelle zusammengebaut © E. Adler, stock.adobe.com
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