Einen Keller im Eigenheim planen

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Die Planung eines Kellers ist, soweit es um die technischen Dinge geht, eine Sache für die Profis. Welches Fundament gebraucht wird, ob und wie der Keller gedämmt werden soll, wie die Abdichtung gegen eindringende Feuchtigkeit erreicht wird, all das weiß der Architekt. Wenn es Entscheidungsspielräume gibt, wird ein guter Architekt den Bauherren einbeziehen.

Aber es gibt noch einen zweiten Aspekt, und das ist die Anordnung der Räume. Über diese macht sich der Bauherr als der künftige Nutzer des Hauses schon gerne einmal seine Gedanken. Denn nur er selbst kennt die speziellen Anforderungen, die die konkreten Nutzer später an den Keller haben. Das weiß kein Architekt.

Planung ist wichtig – auch beim Keller © Gina Sanders, stock.adobe.com
Planung ist wichtig – auch beim Keller © Gina Sanders, stock.adobe.com

Über diese Anforderungen sollte sich der Bauherr übrigens ganz zu Anfang der Planung ganz genau klar werden. Baut er für seine Familie, ist die ganze Familie auch einzubeziehen. Sonst ist die Enttäuschung groß, wenn irgendeine Erwartung, die sich in die Vorfreude mischte, enttäuscht wird. Hier kommen einige Hinweise auf Themen, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten.

Tragende Wände kennen

Zunächst einmal muss man wissen, dass es tragende Wände gibt und nicht tragende Wände. Auf den tragenden Wänden ruht die Decke und auf dieser wiederum weitere Wände. Im ersten Schritt sollte man daher die Raumaufteilung für das Erdgeschoss und die Obergeschosse entwickeln, sodass man weiß, wo im Keller tragende Wände gebraucht werden. Weil dabei statische Überlegungen eine Rolle spielen, wird wiederum der Architekt gebraucht. Hat man den Grundriss mit den tragenden Wänden gezeichnet, kann man relativ frei weitere Zwischenwände einplanen.

Eine Rolle spielt auch die Frage, ob ein Fertigkeller gebaut wird oder ein auf der Baustelle gemauerter oder mit Beton gegossener Keller. Bei einem Fertigkeller muss man sich vor der Planung informieren, welche Module es gibt. Wer sehr flexibel planen will, entscheidet sich daher gegen den Fertigkeller. Allerdings ist das zumeist die teurere Lösung.

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Zufahrten bedenken

In einem weiteren Schritt zeichnet man im Plan die Räume ein, deren Platzierung durch die örtlichen Verhältnisse bestimmt wird. Da ist zum Beispiel die Garage, die gelegentlich in den Keller integriert wird, zum Beispiel wenn es sich um ein Grundstück in Hanglage handelt. Dann empfiehlt es sich, dass vom Garagentor bis zur Grundstücksausfahrt die Entfernung möglichst kurz ist, um nicht viel Freifläche für eine Zufahrt verbrauchen zu müssen.

So groß ist ein privater Fahrradkeller meistens nicht. Aber die Platzierung muss auch im Einfamilienhaus gut bedacht sein © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com
So groß ist ein privater Fahrradkeller meistens nicht. Aber die Platzierung muss auch im Einfamilienhaus gut bedacht sein © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com

Oft werden auch Fahrräder im Keller untergebracht. Dieser Raum sollte unbedingt einen eigenen Ausgang nach außen bekommen, damit die Fahrräder nicht um viele Ecken durch das Haus transportiert werden müssen. Bei einem Hanggrundstück sollte dieser Ausgang auf Geländeniveau liegen, damit spart man sich eine Außentreppe. Und generell sollte jeder Weg, den Fahrräder im Haus zurücklegen, nicht zu eng sein.

Andere Fixpunkte sind die Versorgungsleitungen und die Kanalrohre. Vor allem mit dem Abwasser ist man nicht unbegrenzt flexibel. Der Hausanschluss sollte möglichst nahe an der Straße liegen – jeder Leitungsmeter kostet Geld.

Im Keller empfiehlt es sich, einen Waschmaschinenraum oder die Waschküche möglichst nahe am Hausanschluss zu platzieren. Dann werden nämlich Rohre vermieden, die den Keller mit geringem Gefälle queren.

Am besten ist es natürlich, wenn in den Wohngeschossen genau darüber Küchen, Badezimmer und Toiletten liegen. Auch dies verringert die Querrohre mit geringem Gefälle. Allerdings spielen in den Obergeschossen auch andere Aspekte für die Platzierung dieser Räume eine Rolle; zum Beispiel soll wohl nicht das Badezimmer das Zimmer mit der besten Aussicht sein. Oft gilt es, bei diesen Themen die richtigen Kompromisse zu finden.

Alle anderen Leitungen – Gas, Wasser, elektrischer Strom, Glasfaser für das Internet – kann man, rein technisch gesehen, leichter auch quer durch das Haus führen. Trotzdem empfiehlt es sich darauf zu achten, dass dies nicht übertrieben wird. Denn eine aufgeräumte Optik entsteht durch diese Leitungen nicht, und jeder Meter zusätzliche Leitung kostet zusätzlich Geld.

Sollte es im Keller eine Toilette oder gar eine Dusche geben, wäre diese ebenfalls in der Nähe der Anschlüsse unterzubringen. Das gilt auch für alle anderen Räume, die einen Wasseranschluss und einen Kanalabfluss benötigen.

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Wohin mit der Heizung

Zur Haustechnik gehört fast immer auch eine Heizungsanlage – von Fernwärme einmal abgesehen, und dann gibt es immer noch eine Übergabestation. Wo die Heizung platziert wird, hängt auch von technischen Gesichtspunkten ab. Über Ölheizungen braucht man nicht mehr zu sprechen, die dürfen demnächst nicht mehr gebaut werden. Gasheizungen baut man gerne in der Nähe des Gasanschlusses, um nicht übermäßig lange Leitungen im Haus verlegen zu müssen. Bedacht werden muss aber auch, die die Steigleitungen mit dem warmen Heizungswasser nicht zu lang sein sollen.

So hat jede Heizungstechnik ihre speziellen Anforderungen. Über die Einzelheiten muss mit dem Architekten gesprochen werden, gerne auch mit dem Heizungsbauer, der diese Anlage plant. Eine Holzpelletheizung beispielsweise kommt ohne ein recht großes Brennstofflager nicht aus. Dieses muss natürlich zwingend in unmittelbarer Nachbarschaft des Brenners sein.

Wer mit Pellets heizt, braucht dafür einen Lagerraum © moritz, stock.adobe.com
Wer mit Pellets heizt, braucht dafür einen Lagerraum © moritz, stock.adobe.com

Fenstern und Türen

Gut überlegt sein will auch die Platzierung von Außentüren sowie Fenstern und Lichtschächten. Bei Hanglage empfiehlt sich die Außentür dort, wo die Höhendifferenz zum Geländeniveau gering ist – andererseits soll diese Tür natürlich nicht so prominent an der Schokoladenseite des Hauses liegen. Bei den Fenstern gilt vor allem, die Notwendigkeit abzuwägen, denn Fenster sind Kostenfaktoren. Ein Hobbyraum, in dem man sich auch aufhalten möchte, braucht jedenfalls eher ein Fenster als ein reiner Lagerraum.

Kompromisse eingehen muss man womöglich auch bei der Platzierung der Innentreppe ins Erdgeschoss. Auf diese zu verzichten, wenn es einen äußeren Kellereingang gibt, ist keine gute Idee – wer läuft schon gerne bei Kälte und Regen mit Hausschuhen durch den Garten, um eine Kleinigkeit aus dem Keller zu holen. Am wenigsten Platz verbraucht die Treppe im Erdgeschoss, wenn sie direkt unter der Treppe ins erste Obergeschoss liegt. Es kann aber viele Gründe geben, dies im Einzelfall auch anders zu machen.

Auf jeden Fall sollte die Kellertreppe nicht unterdimensioniert oder durch übermäßig hohe Gelände zu sehr eingeengt werden. Denn der Keller ist auch ein Lagerraum, und dort müssen gelegentlich auch sperrige Dinge untergebracht werden.

Alle Flächen, die nicht für Räume verplant wurden, die einen bestimmten Platz benötigen, können nun frei angeordnet werden. Sind Räume für bestimmte Hobbys vorgesehen oder für eine spezielle berufliche Nutzung, trennt man diese am besten ab von reinen Lagerräumen. Bei den Lagerräumen sollte man nicht zu kleinteilig planen – Zwischenwände und Türen kosten Platz und Geld.

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Andererseits lagert man bestimmte Sachen ungern im gleichen Raum. Hantiert man als Heimwerker viel mit Farben oder Chemikalien, gehören diese nicht in den gleichen Raum wie die Lebensmittel. Wer sich gar nicht entscheiden kann, der lässt nicht-tragende Zwischenwände ganz oder teilweise weg und zieht sie später in Trockenbauweise ohne übermäßig großen Aufwand ein.

Ein eigener Kellerraum nur für Lebensmittelvorräte muss nicht sein, ist aber nützlich © MarieJearson, stock.adobe.com
Ein eigener Kellerraum nur für Lebensmittelvorräte muss nicht sein, ist aber nützlich © MarieJearson, stock.adobe.com

Alles über die Planung für Wohnräume oder gar eine Einliegerwohnung erfährt man hier (Wohnräume) und hier (Einliegerwohnung).

Wo die Haustechnik unterkommen soll, das muss bei der Planung unbedingt geklärt werden © BERLINSTOCK, stock.adobe.com
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