Der Kellerbau: Hinweise zur Ausführung

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Erst die Bodenplatte, dann die Wände, schließlich die Decke darauf – so könnte man einen Keller bauen. Natürlich ist es in Wahrheit etwas komplizierter, und allerlei Dinge sind zu beachten. Was hier folgt, ist keine komplette Bauanleitung für einen Keller. Dafür ist das Projekt einfach zu komplex. Es geht um einen Überblick über den Bauablauf und einige Hinweise zur Ausführung im Detail. Damit der Bauherr mit einer gewissen Mindestkompetenz verfolgen kann, was die beauftragten Firmen treiben – oder dass er ein Gefühl dafür bekommt, was er selbst in Angriff nehmen könnte.

Ein Keller braucht eine Baugrube – hier gut durch eine Plane vor Erosion geschützt © Hermann, stock.adobe.com
Ein Keller braucht eine Baugrube – hier gut durch eine Plane vor Erosion geschützt © Hermann, stock.adobe.com

Weil der Keller definitionsgemäß unter dem Geländeniveau liegt, wird eine Baugrube gebraucht. Wer das selbst erledigen will, sollte folgendes bedenken: Gebraucht werden Bagger und Lastwagen zum Abtransport des Materials. Kann man einen großen Bagger selbst bedienen? Und es geht nicht einfach ein rechteckiges Loch zu buddeln. Im ersten Schritt muss der Mutterboden abgetragen und seitlich gelagert werden, damit er später wieder verwendet werden kann. Später ist ein genaues Arbeiten erforderlich, denn der Boden unter der Bodenplatte darf nicht gelockert werden.

Zuerst mal wird gemessen

Bevor es überhaupt losgehen kann, muss der Bauplatz eingemessen werden. In Lage und Höhe darf das Gebäude nicht von den Plänen abweichen, denn die Pläne sind die Grundlage der Baugenehmigung. Vor dem Ausheben der Grube muss das Gebäude grob abgesteckt werden, und dann noch einmal zentimetergenau, wenn die Grube fertig ist. Dabei wird dann auch sichergestellt, dass die Bodenplatte auf der richtigen Höhe gegossen wird. Diese Aufgabe wird von einem Vermessungsbüro übernommen.

Die Arbeiten an der Bodenplatte beginnen mit einer sogenannten Sauberkeitsschicht, die flächendeckend aus Kies oder Schotter besteht und die mit der Rüttelplatte verdichtet wird. Alternativ kann auch eine Schotterschicht mit einer Magerbetonschicht kombiniert werden. Auf dieser Sauberkeitsschicht jedenfalls werden dann geeignete Dämmplatten verlegt. Im Interesse einer langfristigen Energieeinsparung sollte man auf diesen Arbeitsgang nicht verzichten. Sollen im Keller Wohnräume ausgebaut werden, ist Dämmung gesetzlich vorgeschrieben – und sinnvoll sowieso. Befolgt man die einschlägigen Einbauhinweise genau, ist dies auch ein Bauabschnitt für Selbermacher. Auf die Dämmplatten wird noch eine Folie gelegt.

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Wohin mit den Kanälen?

Bevor es mit der Bodenplatte losgehen kann, müssen eventuell Kanalrohre verlegt werden. Dies hängt davon ab, ob sie womöglich durch die Bodenplatte geführt oder sogar unter ihr hindurch. Beides sollte man vermeiden; es kann aber sein, dass die örtlichen Verhältnisse es nicht anders zulassen. Zum Anschluss der Entwässerung an die Kanalisation in der Straße gibt es Vorgaben der jeweiligen Kommune, man sollte daher rechtzeitig Kontakt mit dem Rathaus aufgenommen haben. Eingehalten werden müssen vor allem die Festlegungen über ein Mindestgefälle der Rohre.

Beim Bau eines Kellers unter einem Einfamilienhaus entfallen in der Regel weitere Fundamente – die Bodenplatte ist geeignet, die Last komplett in den Boden abzutragen. Allerdings muss die Bodenplatte mindestens 60 Zentimeter unter Geländeniveau liegen – in Hanglagen kann es sein, dass dies in Teilbereichen anders ist. Dann muss unter diese Teile der Platte ein Streifenfundament, damit Frost unter der Platte nicht zu Rissen führt.

Bewehrung muss sein

Gehen wir der Einfachheit halber einmal davon aus, dass eine Bodenplatte ohne weitere Fundamente ausreicht. Diese in eine Verschalung gegossen, nachdem nacheinander Sauberkeitsschicht, Dämmung und Folie eingebaut wurden. Bevor der Beton kommt, werden Baustahlmatten als Bewehrung eingelegt. Damit sie nicht auf dem Boden liegen, werden sie auf Steinen als Abstandhalter platziert. Die Bodenplatte kann bis zu 40 Zentimeter stark sein. Das hängt von den Anforderungen ab; die notwendige Stärke muss man vom Statiker berechnen lassen. An den Bewehrungsmatten wird noch ein Fundamenterder angeschlossen, der unter anderem Blitzströme ableitet und den störungsfreien Betrieb von Elektrogeräten sichert.

Die Bodenplatte besteht aus Beton und Bewehrungsmatten © Touch1976, stock.adobe.com
Die Bodenplatte besteht aus Beton und Bewehrungsmatten © Touch1976, stock.adobe.com

Das Gießen des Betons ist anspruchsvoller, als er aussieht. Natürlich mischt man den Beton nicht von Hand, sondern lässt ihn mit dem Spezialfahrzeug anliefern und in die Baustelle pumpen. Ganz wichtig ist, dass der Beton nach dem Gießen verdichtet wird. So werden Lufteinschlüsse und Blasen beseitigt, die die Stabilität beeinträchtigen würden. Anschließend trocknet der Beton aus, dann entfernt man die Schalung.

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Wände: Mauerwerk oder Beton

Es folgt die Herstellung der Wände, dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Traditionell werden die Kellerwände gemauert, dies verlangt anschließend noch eine besondere Abdichtung, damit keine Feuchtigkeit in den Keller gelangt. Man spricht in diesem Fall von einer schwarzen Wanne. Alternativ kann man die Kellerwände auch aus Beton bauen – wobei die gleichen Arbeitsschritte wie bei der Bodenplatte vorgenommen werden müssen. Man baut eine Seite der Verschalung, bringt die Bewehrung ein, verschalt die zweite Seite, gießt alles mit Beton aus und verdichtet diesen. Eine Alternative dazu ist es, den Keller aus Fertigteilen zusammenzubauen.

Die Einzelteile des Fertigkellers werden in der Fabrik produziert und auf der Baustelle zusammengebaut © E. Adler, stock.adobe.com
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Es entsteht dabei eine sogenannte weiße Wanne, die bei Verwendung des richtigen Betons gleich richtig dicht ist. Es liegt aber auf der Hand, dass der Bau der Verschalungen keine ganz einfache Aufgabe ist, vor allem wenn Kellerfenster und eine Außentür vorgesehen sind. Auf die gleiche Weise entsteht in der Regel auch die Kellertreppe. Tragende Innenwände kann man ebenfalls mauern oder gießen – nicht tragende Zwischenwände auch später noch in Trockenbauweise herstellen.

Hier sind die Innenwände traditionell massiv gemauert © Gina Sanders, stock.adobe.com
Hier sind die Innenwände traditionell massiv gemauert © Gina Sanders, stock.adobe.com

Die Decke – wieder viel Beton

Im nächsten Schritt wird die Decke hergestellt. Wenn nicht einfach Fertigteile auf die tragenden Wände gelegt werden, wird wieder verschalt, bewehrt und gegossen. Wieder kommen erhebliche Mengen von Beton zum Einsatz. Die Stärke und Bauart dieser Decke wird vom Statiker festgelegt.

Gleichzeitig kann die Isolierung der Außenwände durch eine Bitumendickbeschichtung vorgenommen werden. Im Falle einer weißen Wanne sollte dies eigentlich überflüssig sein, aber der Aufwand ist begrenzt, sodass man auf Nummer sicher gehen und auch einen Betonkeller zusätzlich abdichten kann. Dann werden die Außenwände gedämmt, zumeist mit als Perimeterdämmung geeigneten Hartschaumplatten. Diese werden wiederum durch eine Noppenfolie geschützt. Schließlich werden, sofern vorgesehen, Kellertüren und Fenster eingebaut.

Die Dämmung von Kellern ist heute Standard © Gina Sanders, stock.adobe.com
Die Dämmung von Kellern ist heute Standard © Gina Sanders, stock.adobe.com

Drainage – nicht immer notwendig

Gelegentlich vergessen, aber weithin empfohlen wird der Einbau einer Drainage vor der Außenwand. Das kann man selbst machen, sollte aber nicht unterschätzt werden. Nur eine fachgerechte Drainage schützt, und sie muss mit Spül-, Sammel- und Kontrollschächten ausgestattet werden. Ob es sinnvoll ist und wie es im Detail geht, bespricht man mit einem Fachmann. Eine Drainage ist keineswegs immer notwendig.

Ob Drainage oder nicht, am Ende wird außen der Zwischenraum zwischen Kellerwänden und Baugrubenrand wieder verfüllt. Die nächsten Arbeiten im Innern, das ist die Verlegung von Estrich und das Verputzen der Wände, unterscheiden sich von den gleichen Arbeiten in den Wohngeschossen nicht.

Dämmung der Kellerwände – heute im Neubau weithin Standard © Kara, stock.adobe.com
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