Die Außentreppe zum Keller

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Nicht zwingend, aber empfehlenswert

Ein Stiefkind bei der Planung von Einfamilienhäusern ist gelegentlich die Außentreppe zum Keller. Braucht man die wirklich? Rechtfertigt der Nutzen die zusätzlichen Kosten? Worauf muss man bei der Planung überhaupt achten? Antworten auf diese und viele andere wichtigen Fragen gibt es hier.

Die Planungsphase ist der Zeitpunkt, an dem über eine Außentreppe zum Keller entschieden werden muss © Eisenhans, stock.adobe.com
Die Planungsphase ist der Zeitpunkt, an dem über eine Außentreppe zum Keller entschieden werden muss © Eisenhans, stock.adobe.com

Lassen wir mal bei der Diskussion über das Für und Wider einer Kelleraußentreppe unberücksichtigt, dass ein spezieller Zugang zum Keller sowohl Hochwasser als auch Einbrecher leichter ins Haus lassen kann. Diese Probleme kann man hinreichend gut lösen – wenn man dabei nicht zu sparsam ist. Und damit ist der entscheidende Punkt schon angesprochen – die Kosten. Wer vor der Frage steht, ob der Keller einen Außenzugang bekommt, der wägt meistens ab, inwieweit er bereit ist, die Kosten zu tragen. Denn dass ein solcher Zugang praktische Vorteile hat, das kann man kaum bestreiten.

Was kostet die Außentreppe zum Keller?

Pauschale Aussagen zu den zusätzlichen Kosten für die Außentreppe kann man kaum machen. Klar ist, dass man immer die Tür mit einrechnen muss, denn ohne sie macht eine Außentreppe keinen Sinn. Als absolute Untergrenze für eine Außentreppe zum Keller kann man 5000 Euro ansehen.

Es gibt aber viele Gründe, warum die Treppe auch erheblich teurer ausfallen kann. Das beginnt mit schwierigen Bodenverhältnissen und zusätzlichen Fundamenten. Die Treppe muss entwässert werden, was den Aufwand erheblich in die Höhe treiben kann. Die Frage ist auch, wie das angrenzende Erdreich abgestützt werden kann. Auch Spezialitäten bei der Beleuchtung oder der Bedachung dieser Treppe können teuer sein. Alles in allem: Vor einer Entscheidung muss ein verbindlicher Kostenvoranschlag her.

Verzicht auf Außentreppe will gut bedacht sein

Viele Bauherren müssen bei der Planung auf jeden Euro schauen – was gelegentlich dazu verleitet, voreilig auf die Außentreppe zu verzichten. Dabei sollte man sich schon genau vor Augen führen, welche Vorteile eine solche Außentreppe zum Keller bietet. Vor allem kann man über diese Treppe Dinge in den Keller bringen, die man nicht durch die Wohnung tragen möchte. Fahrräder und Autoreifen sind die populärsten Beispiele.

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Das ist allerdings eine Frage der individuellen Situation: in manchen Häusern ist es problemlos möglich, ein Fahrrad durch das Treppenhaus in den Keller zu tragen, in anderen geht das gar nicht. Solche Dinge muss jeder Hausbauer genau abwägen. Es kann auch ein Weg sein, auf die Außentreppe zu verzichten und dafür die Kellertreppe im Haus großzügiger zu planen. Wieder andere planen ein Gartenhaus oder eine große Garage, um sperrige Dinge unterzubringen. Es kommt also auf ein stimmiges Gesamtkonzept an, in dem die Außentreppe zum Keller eine Komponente sein kann. Und nicht vergessen sollte man, dass sich die Lebensumstände oder persönliche Vorlieben auch ändern können.

Beton ist zumeist das richtige Material

Woraus besteht nun eigentlich die Außentreppe? Zuallererst zu nennen sind dabei natürlich die eigentlichen Treppenstufen. Bei Außentreppen zu Kellern bestehen diese gewöhnlich aus Beton, da dieses Material vor allem die im Boden vorhandene Feuchtigkeit am besten verträgt. Wer selbst bauen möchte, sollte sich über die geltenden Vorschriften zur Breite und Höhe der Stufen informieren – werden die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten, kann es Probleme mit der Versicherung geben, wenn es zu einem Unfall kommt.

Möglich sind auch edlere Materialien wie Marmor. Schon aus finanziellen Gründen ist das für die meisten Bauherren keine Option © Fotoschlick, stock.adobe.com
Möglich sind auch edlere Materialien wie Marmor. Schon aus finanziellen Gründen ist das für die meisten Bauherren keine Option © Fotoschlick, stock.adobe.com

Natürlich ist die herkömmliche Betontreppe nicht die einzige Möglichkeit. Man kann sie auch mit allerlei hochwertigeren steinernen Materialien verkleiden, von Granit bis Marmor. Gerade für Selberbauer ist auch eine Konstruktion aus Holz denkbar. Diese muss aber mit Balkenschuhen oder ähnlichen Metallteilen im Boden verankert werden. Wichtig wäre, dass die Holzteile dadurch nicht den Boden berühren, die ganze Konstruktion aber trotzdem durch einen entsprechenden Anstrich gut vor Feuchtigkeit geschützt wird.

Theoretisch kann man sogar den Platz vor der Kellertüre ähnlich wie eine Terrasse mit Holzdielen bauen, wieder kommt es aber darauf an, eine brauchbare Isolierung zum Erdboden hinzubekommen. Bei einer Holztreppe kann man auch eher als bei einer Betontreppe auf ein Fundament verzichten, weil man eher in Kauf nehmen kann, dass sie sich bei Bodenfrost etwas hebt. Das gilt auch für eine Treppe, die vollständig aus Metall besteht.

Bei einer Betontreppe kommt man an einem vollwertigen Fundament nicht vorbei. Dieses muss 80 Zentimeter tief in den Boden reichen und möglichst einige Zentimeter breiter sein als die eigentliche Treppe. Wichtig ist, dass Treppe und Fundament nicht direkt an die Hausmauern stoßen, sondern durch eine Perimeterdämmung voneinander getrennt werden. Andernfalls wird aus der Treppe eine Wärmebrücke, die den Verbrauch an Heizenergie erhöht.

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Entwässerung und Bedachung

Mit den eigentlichen Treppenstufen ist es aber nicht getan. In den meisten Fällen besteht die Gefahr, dass Regenwasser in den Treppenabgang läuft, sich vor der Türe staut und dort ins Haus eindringt. Zwingend erforderlich ist daher ein Wasserablauf an der tiefsten Stelle, der an den Kanal angeschlossen wird, in den auch die Dachrinnen das Wasser ableiten. Am einfachsten ist es, daran gleich bei der Planung des Hauses zu denken – nachträglich kann ein solches Rohr recht teuer werden.

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Verzichten kann man auf diesen Ablauf nur, wenn durch eine Überdachung der gesamten Treppe zuverlässig sichergestellt werden kann, dass kein Regenwasser auf die Treppe gerät. Auf jeden Fall muss dann auch Oberflächenwasser aus dem angrenzenden Gelände abgeleitet werden. Möglich ist dies zum Beispiel mit einer niedrigen, nur 10 Zentimeter hohen Mauer um das gesamte Treppenloch.

Das Thema Überdachung ist damit auch schon angesprochen. Bei Schnee und Regen ist es ausgesprochen nützlich, auch vor der Kellertüre vor Niederschlag geschützt zu sein. Man kann eine Überdachung an der Hauswand befestigen, dann sollte dies bereits bei der Herstellung der Außendämmung des Hauses bedacht und vorgesehen werden. Alternativ kann man eine Einhausung auch auf die Ränder der Treppe stellen, was aber einen erheblich größeren Aufwand bedeutet.

Ein möglichst guter Schutz der Kellertreppe vor Witterungseinflüssen hat aber mehrere weitere Vorteile. Auf der Treppe gefrierende Feuchtigkeit zum Beispiel kann folgenreiche Glatteis-Unfälle nach sich ziehen. Eine Überdachung hält auch Laub fern, das zusätzliche Feuchtigkeit und Rutschgefahr bringt. Feuchtigkeit tut auch den im Bereich einer Außentreppe frei liegenden Außenwänden des Kellers nicht gut.

Nicht an der Sicherheit sparen

Schon wegen des Mooses ist diese Treppe nicht sicher. Aber es gibt ein Geländer und einen Handlauf © LioTou, stock.adobe.com
Schon wegen des Mooses ist diese Treppe nicht sicher. Aber es gibt ein Geländer und einen Handlauf © LioTou, stock.adobe.com

Ob überdacht oder nicht, einige Sicherheitsvorkehrungen sollten an der äußeren Kellertreppe noch getroffen werden. Erstens wäre dann ein rutschfester Belag der Stufen zu nennen, am einfachsten ist ein rutschfester Abstrich. Zweitens sollte auf einen Handlauf nicht verzichtet werden, ebenso auf ein Geländer am Rande des Treppenloches – in die Tiefe sollte man nur über die Treppe, nicht aber im freien Fall gelangen. Und drittens sollte die Außentreppe ausreichend beleuchtet werden – an dieser Stelle kann die Steuerung über einen Bewegungsmelder sinnvoll sein.

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