Raumluft mit technischen Geräten regulieren

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In der neuen Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt der Gesetzgeber für Wohnräume einen Mindestluftwechsel vor. Grund für die Regelungen sind immer dichtere Gebäude. Mit einer dichten Gebäudehülle, wenn also die Fassade gut gedämmt und Isolierverglasung eingebaut sind, kommt es kaum noch zur sogenannten Fugenlüftung. Fugenlüftung ist der natürliche Luftaustausch, der an undichten Fenstern, Türen, Spalten und Fugen entsteht. Da es dennoch eine Möglichkeit braucht, die verbrauchte, feuchte Raumluft gegen frische Luft auszutauschen, sind andere Maßnahmen notwendig, um dies zu gewährleisten.

Bei der dezentralen Wohnraumlüftung hat jeder Raum oder Wohnbereich ein Gerät an der Außenwand, das gezielt und direkt den Luftaustausch vornimmt © Mitch Shark, stock.adobe.com
Bei der dezentralen Wohnraumlüftung hat jeder Raum oder Wohnbereich ein Gerät an der Außenwand, das gezielt und direkt den Luftaustausch vornimmt © Mitch Shark, stock.adobe.com

Die klassische Fensterlüftung reicht hier nicht mehr aus. Alle zwei bis drei Stunden stoßzulüften, auch nachts und während der Arbeitszeit, ist für die Bewohner nicht zumutbar. Um den geforderten Luftwechsel dennoch einzuhalten, helfen verschiedene Lüftungssysteme. Dabei gibt es mechanische Lüftungssysteme mit Ventilatorunterstützung und freie Lüftung, für die kein Ventilator notwendig ist.

Mechanische Zu- und Abluftsysteme gibt es als zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen:

  • Zentrale Lüftungsanlagen sind zentral gesteuert und ermöglichen über ein einzelnes Großgerät und ein Luftkanalsystem eine kontrollierte Wohnraumlüftung.
  • Dezentrale Lüftungsanlagen sind individuell regelbare Lüftungseinheiten für die individuelle Lüftung einzelner Räume oder Wohnbereiche. Sie sind gezielt in den Außenwänden angeordnet.

Dabei wird die warme Raumluft abgeführt und zeitgleich frische Luft von draußen zugeführt. Durch Wärmerückgewinnungssysteme geht dabei nur ein sehr geringer Anteil der Wärme verloren.

Systeme zur freien Lüftung sind beispielsweise Fensterfalzlüftung, die aus einfachen Lüftungsschlitzen im Fensterrahmen bestehen.

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Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedene Lüftungssysteme?

Die Fensterfalzlüftung ist eine kostengünstige Lösung, die sich leicht montieren und einfach reinigen lässt. Sie brauchen weder eine Stromzuleitung noch ein spezielles Filtersystem. Lüftungsschlitze im Fensterrahmen versorgen die Wohnräume mit frischer Luft und lassen die Feuchtigkeit nach draußen. Das beugt auch Schimmel vor. Bei der Montage ersetzen Sie einfach einen Teil der Fensterdichtung durch die Belüftungsspalten direkt im Fensterrahmen. Damit machen Sie eigentlich dichte Fenster mit Absicht undicht.

Für eine funktionierende Fensterfalzlüftung ist ein kontinuierlicher Luftstrom zwischen den parallelen Fronten des Gebäudes notwendig. Das ist in der Praxis allerdings selten gegeben. Mit diesem Prinzip ist keine Wärmerückgewinnung möglich. Die Räume kühlen kontinuierlich aus. Es findet ein grundlegender Luftaustausch statt, dennoch kann es zu Schimmelwachstum kommen.

Bei einer zentralen Lüftungsanlage leitet ein Luftkanalsystem zentral frische Luft in die Wohnräume und saugt gleichzeitig Abluft aus Küche und Bad. Im Wärmeübertrager gibt die Abluft ihre Wärme an die kühlere Zuluft zurück. Im Rohrnetz befinden sich Luftschalldämpfer, die die Geräusche der Lüftermotoren und die Schallübertragung zwischen den Räumen unterdrücken. Partikelfilter sorgen dafür, dass die Luft frei von Pollen, Ruß und Staub ist.

So sieht eine zentrale Wohnraumlüftung im Haustechnikraum aus © schulzfoto, stock.adobe.com
So sieht eine zentrale Wohnraumlüftung im Haustechnikraum aus © schulzfoto, stock.adobe.com

Ein zentrales Lüftungssystem ist teuer in der Anschaffung und lohnt sich meist nur in einem Neubau. Der bauliche und finanzielle Aufwand für eine Nachrüstung im Altbau ist enorm hoch. Zudem entstehen Kosten durch die regelmäßig notwendige Reinigung, die eine Fachfirma durchführen sollte. Die Reinigung ist aus hygienischen Gründen notwendig.

Dezentrale Lüftungsanlagen laufen sehr energieeffizient. Im Inneren der Geräte befindet sich ein Keramikwärmespeicher, der die Wärme aus der verbrauchten Raumluft aufnimmt. Anschließend gibt er sie an die frische Luft zurück. Die Geräte sind günstig in der Anschaffung und zeichnen sich durch einen geringen Stromverbrauch aus. Sie eignen sich für die Installation in Neu- und Altbauten. Die Installation geht schnell und Wartungs- sowie Reinigungsarbeiten können die Nutzer selbst durchführen.

Der Nachteil von dezentralen Lüftungsanlagen ist die Geräuschentwicklung. Außen- und Eigenschall lassen sich allerdings mit immer besseren Lösungen zur Schalldämmung auffangen.

Fazit

Im Vergleich Fensterfalzlüftung, zentrale und dezentrale Raumlüftung hat die dezentrale Wohnraumlüftung größere Verteile. Allerdings gibt es hier keine pauschale Antwort, was richtig oder falsch ist. Es kommt immer auch auf das Bauvorhaben und die individuellen Bedürfnisse an.

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