Wärmedämmung an den Fenstern: Darauf kommt es an

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Seit das Gebäudeenergiegesetz (GEG) für Haus- und Wohnungseigentümer relevant geworden ist, spielt das Thema Wärmedämmung bei der Auswahl der richtigen Fenster eine entscheidende Rolle. Wichtig zu wissen ist: Die Auswahl der richtigen Fenster in Bezug auf die optimale Wärmedämmung und das beste Raumklima hängt sehr von den örtlichen Gegebenheiten ab. Das heißt: Der forsche Satz „Viel hilft viel“ stimmt in Bezug auf die Wärmedämmung nur bedingt. Denn je nachdem, ob es sich um ein altes oder neues Gebäude handelt, wie dick die Mauern sind und wie es um Dach und Außenwände steht, können die Empfehlungen sehr unterschiedlich sein in Bezug auf das optimale Rahmenmaterial, die beste Verglasung und das ideale Maßnahmenpaket zur Wärmeisolierung.

Bei neuen Fenstern sind in Bezug auf die isolierenden Eigenschaften stets die Gesamtheit der Konstruktion und die vorhandene Bausubstanz mitentscheidend © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Bei neuen Fenstern sind in Bezug auf die isolierenden Eigenschaften stets die Gesamtheit der Konstruktion und die vorhandene Bausubstanz mitentscheidend © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Wichtig ist zunächst einmal, einige Fachbegriffe zu kennen, welche die Eigenschaften von Glas und Rahmenkonstruktion in Bezug auf die Wärmedurchlässigkeit beschreiben und die Faktoren, die überdies für die Wärmedämmung im Bereich der Fenster entscheidend sind.

Kältebrücke/Wärmebrücke

Eine Kältebrücke ist der umgangssprachliche Ausdruck für Wärmebrücke. Beides meint dasselbe, nämlich einen Bereich am Gebäude, der schlechter isoliert ist als der Rest. Der physikalisch korrekte Begriff ist aber Wärmebrücke – denn Wärme ist Energie, die geleitet werden kann. Kälte ist dagegen ein Mangel an Wärme. Allerdings hat der Begriff „Kältebrücke“ sich inzwischen vielerorts durchgesetzt – es ist also nicht grundlegend falsch, diesen Begriff in Bezug auf die Wärmedämmung eines Gebäudes zu verwenden.

Die gesamte Fensterkonstruktion darf keine Wärmebrücke aufweisen
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Ziel der Wärmedämmung in Bezug auf die Fenster ist stets das Vermeiden solcher Wärmebrücken. Denn neben dem Verlust von Wärme aus dem Wohnraum begünstigt eine solche Wärmebrücke mittelfristig die Bildung von Schimmel im Wohnraum sowie Schäden an der Bausubstanz. Durch die kühlen Oberflächen an der Innenseite einer Wärmebrücke sammelt sich Feuchtigkeit. Diese führt auf Dauer zu den genannten Schäden, deren Beseitigung für den Eigentümer teuer werden kann. Speziell Fensterkonstruktionen sind potenzielle Wärmebrücken. Weil an dieser Stelle unterschiedliche Materialien aufeinandertreffen, ist eine gute Dämmung von Fensterkonstruktionen deshalb sehr wichtig und verdient in jedem Fall besondere Aufmerksamkeit.

Feuchtigkeit bildet sich an Wärmebrücken. Das ist ein Alarmsignal. Um Schäden am Gebäude zu vermeiden, sollten Sie jetzt handeln © Nataliia, stock.adobe.com
Feuchtigkeit bildet sich an Wärmebrücken. Das ist ein Alarmsignal. Um Schäden am Gebäude zu vermeiden, sollten Sie jetzt handeln © Nataliia, stock.adobe.com

Der U-Wert

Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Er gibt Auskunft darüber, wie gut oder schlecht ein Fenster isoliert beziehungsweise: Wie viel Wärme geht durch das Fenster nach draußen verloren oder wird umgekehrt durch das Fenster in den Innenraum geleitet. Das bedeutet: Je niedriger der U-Wert, desto weniger Wärme leitet das Fenster, also desto besser isoliert es.

Wichtig beim U-Wert eines Fensters ist für Sie als Bauherr: Es geht hier im Speziellen um den Uw-Wert. „w“ steht für „window“ (englisch für „Fenster“) und berücksichtigt die gesamte Fensterkonstruktion, also das Zusammenspiel von Glas, Rahmen und Dichtungen. Einzelne U-Werte von Scheiben (Ug-Wert) oder Rahmen (Uf-Wert) haben nicht die Aussagekraft, welche es für eine sinnvolle Planung neuer Fenster für ein Gebäude benötigt. Denn auch, wenn eine Scheibe hervorragend isoliert, kann eine Kältebrücke durch einen schlecht isolierenden Fensterrahmen entstehen.

Der Wärmeschutz von Glas, Rahmen und Wänden muss zueinander passen
Der Wärmeschutz von Glas, Rahmen und Wänden muss zueinander passen

Die besten Ug-Werte bezüglich der Scheiben erreichen Dreifachverglasungen. Sie isolieren beinahe doppelt so gut wie Zweifachverglasungen. Allerdings relativiert sich dieser Unterschied, wenn Sie den eigentlich relevanten Uw-Wert für die gesamte Fensterkonstruktion unter Einbeziehung des Uf-Wertes betrachten. Dann nämlich schmilzt die Differenz spürbar und liegt nur noch bei etwas unter einem Drittel.

Entscheidend für die Wahl des richtigen U-Wertes ist auch die Lage des Fensters am Gebäude, seine Größe und Funktion. Je nachdem, ob das Fenster auf der Nord- oder Südseite liegt, ob es sehr klein oder sehr groß ist und in welchem Raum des Hauses es sich befindet, kann der Fachmann gute Empfehlungen geben, um die optimalen Werte für Ihr individuelles Vorhaben zu bestimmen.

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Der Wärmedurchgangskoeffizient sagt Ihnen, wie isolierend ein Fenster tatsächlich ist © thingamajiggs, stock.adobe.com
Der Wärmedurchgangskoeffizient sagt Ihnen, wie isolierend ein Fenster tatsächlich ist © thingamajiggs, stock.adobe.com

Fensterdichtungen

Bei Fenstern gibt es zwei Dichtungssysteme: die Anschlagdichtung und die Mitteldichtung. Die Anschlagsdichtung sind die beiden sichtbaren Dichtung an Fensterrahmen und Fensterflügel. Die Mitteldichtung ist eine einzelne zusätzliche Dichtung in der Mitte des Rahmens. Sie ist nicht zwingend notwendig und auch nicht bei jedem Fenster vorhanden. Allerdings bringt sie eine deutliche Verbesserung der isolierenden Eigenschaften einer Fensterkonstruktion. Denn eine Anschlagsdichtung tut zwar ihren Dienst, eine Mitteldichtung verstärkt diesen wichtigen Effekt aber spürbar.

Sofern Sie neue Fenster planen, lohnt sich der relativ gesehen geringe Aufpreis für eine Mitteldichtung in jedem Fall.

Die Mitteldichtung hält kalte Luft auf Distanz
Die Mitteldichtung hält kalte Luft auf Distanz

Rollladenkasten

Moderne Rollladenkonstruktionen sind in der Regel bereits auf Wärmedämmung ausgelegt. In älteren Gebäuden sind Rollladenkästen oft Wärmebrücken, welche sie gezielt eliminieren sollten. Es gibt spezielle Styrodurplatten oder auch biegsame Dämmelemente, welche versierte Heimwerker leicht selbst anbringen können. Wer sich das nicht zutraut, kann die Rollladenkästen natürlich auch vom Fachmann isolieren lassen. Diese Investition rechnet sich auf Dauer in jedem Fall. Für die Abdichtung der Gurtschlitze braucht es anderes Dämmmaterial – dort eignen sich Bürstendichtungen.

Was bringt Isolierfolie?

Speziell in alten Gebäuden und bei einfach verglasten Fenstern setzen manche Bewohner gerne auf die Schnelle und kostengünstige Lösung: Isolierfolie. Isolierfolie soll den Wärmeverlust durch die Scheibe reduzieren und so Heizkosten sparen. Theoretisch stimmt das. In der Praxis ist allerdings in der Regel nicht die Scheibe allein das Problem. Denn auch, wenn sich die Wärmedurchlässigkeit der Verglasung verringert, bleibt die Wärmebrücke an einer alten Fensterkonstruktion weiter bestehen. Folglich reduziert sich zwar der Wärmeverlust direkt durch die Scheibe, entlang des Rahmens wird bei einem alten Fenster dennoch eine kalte Oberfläche Feuchtigkeit anziehen und für Wärmeverlust sorgen. Speziell, wenn Sie in Miete wohnen, sollten Sie zunächst den Vermieter bezüglich einer besseren Isolierung der Fenster ansprechen, bevor Sie in Eigenregie eine Folie auf die Scheiben anbringen.

Isolierfolie an einer Scheibe anzubringen, erfordert viel Sorgfalt © New Africa, stock.adobe.com
Isolierfolie an einer Scheibe anzubringen, erfordert viel Sorgfalt © New Africa, stock.adobe.com

Das Angebot an Isolierfolien für Fensterscheiben ist in den letzten Jahren gewachsen. Es gibt inzwischen auch sehr hochwertige Thermofolien, die gezielt die Wärme reflektieren und zurück ins Zimmer werfen. Wenn Sie mit einer hochwertigen Isolierfolie ein altes einfach verglastes Fenster oder ein älteres zweifach verglastes Fenster aufrüsten wollen, sollten Sie also unbedingt auch die gesamte Konstruktion im Blick behalten, den Rahmen auf Verformungen und die Dichtungen auf Beschädigungen hin überprüfen. Um eine solche Folie fachgerecht anzubringen, braucht es etwas Geschick und viel Sorgfalt. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, lohnt es sich, sehr genau zu arbeiten und im Zweifel einen Fachmann hinzuzuziehen.

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