Trockenes Raumklima und die möglichen Folgen

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Einfluss trockener Raumluft auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Möbel, Elektrogeräte etc.

Ein trockenes Raumklima ist oft die versteckte Ursache, wenn sich Menschen unwohl fühlen oder häufig krank werden. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit kann die Schleimhäute reizen, juckende Haut und Kopfschmerzen verursachen. Das ist mittlerweile nicht mehr nur im Winter bei trockener Heizungsluft ein großes Problem. Wie groß, erahnen die meisten erst, wenn sie schon massiv unter Folgen leiden. Dabei ist es nicht nur der Mensch, der unter trockener Raumluft leidet. Auch Haustiere, Zimmerpflanzen, die Bausubstanz, Holzmöbel und elektronische Geräte sind davon beeinträchtigt.

Trockene Heizungsluft kann Probleme verursachen © weixx, stock.adobe.com
Trockene Heizungsluft kann Probleme verursachen © weixx, stock.adobe.com

Trockene Heizungsluft macht infektanfällig

In warmer Luft ist die relative Luftfeuchtigkeit meist gering. Die trockene Luft macht insbesondere während der Wintermonate, wenn überall die Heizungen laufen, sehr infektanfällig. Die hohen Temperaturen sind sehr angenehm, belasten jedoch die Schleimhäute und beeinträchtigen die Funktion der oberen Atemwege, also von Nase, Rachen und Bronchien. Sie trocknen aus. Die dort befindlichen Flimmerhärchen, die normalerweise dafür zuständig sind, die Atemluft zu reinigen, erfüllen ihre Funktion nicht mehr richtig. Viren, Bakterien und auch Parasiten in der Atemluft können viel einfacher in den Organismus eindringen und sich dort vermehren. Oft kommen noch hartnäckige Kopfschmerzen als Symptome dazu.

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Die Haut trocknet aus

Nicht nur die Schleimhäute werden trocken, auch das flächenmäßig größte Organ des Menschen – die Haut – trocknet aus. Sie wird spröde, rötet sich, schuppt sich und juckt. Zudem beschleunigt die zu trockene Luft den Alterungsprozess der Haut. Cremes können kurzfristig Abhilfe schaffen. Eine nachhaltige Besserung ist jedoch erst möglich, wenn die Ursache, also die zu trockene Luft, beseitigt ist.

Bei zu trockener Luft verschrumpelt die Haut wie ein Apfel. Bei optimaler Luftfeuchtigkeit sieht die Haut länger jung aus © Valentina R., stock.adobe.com
Bei zu trockener Luft verschrumpelt die Haut wie ein Apfel. Bei optimaler Luftfeuchtigkeit sieht die Haut länger jung aus © Valentina R., stock.adobe.com

Trockene Luft hilft Schimmelpilze zu vermeiden

Einerseits hilft die trockene Luft, die Bildung von Schimmelpilz zu vermeiden. Allerdings schadet sie der menschlichen Gesundheit. Sie trocknet die Schleimhäute aus, führt zu Schleimhautreizungen und Erkrankungen der Atemwege. Dauerschnupfen im Winter ist oft auf eine zu trockene Raumluft zurückzuführen.

Das Problem tritt verstärkt in der kalten Jahreszeit auf. Denn wenn sich die Raumluft erwärmt und der Feuchtegehalt dabei konstant bleibt, verringert sich die relative Luftfeuchtigkeit und die Luft wird zu trocken. Es ist wichtig, diesem Effekt entgegenzuwirken, beispielsweise mit Wasserschalen auf den Heizkörpern. Lüften hingegen hilft im Winter nur wenig, weil die kalte Luft draußen ebenfalls sehr trocken ist.

Wie wirkt sich zu trockene Luft auf Haustiere aus?

Bei Haus- und Kleintieren kann es aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit zu Bindehautentzündungen kommen. Auch Atembeschwerden, die sich zu einer Luftröhrenentzündung entwickeln können, sind möglich. Viele Haustiere zeigen bei zu trockener Raumluft ähnliche Symptome wie der Mensch. Allerdings treten sie viel schneller ein. Das hängt damit zusammen, dass vor allem Kleinsäuger, wie Meerschweinchen oder Kaninchen weniger anpassungsfähig an klimatische Veränderungen sind. Wenn sich ihr Lebensraum plötzlich stark verändert, leiden sie sehr. Wenn die Tiere normalerweise immer draußen sind, kann es bei sehr kaltem Wetter sinnvoll sein, sie in die Wohnung zu holen. Auch bei Hunden machen sich große Feuchtigkeitsunterschiede bemerkbar. Warme trockene Luft drinnen und kalte feuchte Luft draußen kann ihnen sehr zu schaffen machen.

Haustiere leiden ebenfalls unter zu trockener Luft und können beispielsweise eine Bindehautentzündung bekommen © Todorean Gabriel, stock.adobe.com
Haustiere leiden ebenfalls unter zu trockener Luft und können beispielsweise eine Bindehautentzündung bekommen © Todorean Gabriel, stock.adobe.com

Für Ziervögel kann die zu geringe Luftfeuchtigkeit sogar fatale Folgen haben. Trockene Schleimhäute, gereizte Lunge und Atemwege schwächen das Immunsystem. Das kann eine Erkältung oder sogar eine Lungenentzündung zur Folge haben. Augenreizungen können Infektionskrankheiten begünstigen. Vögel können bei zu trockener Luft schnell an Aspergillose leiden, einer Pilzerkrankung, die die Atemwege befällt. Wird die Krankheit nicht behandelt, sterben die Vögel. Menschen können ebenfalls Aspergillose bekommen.

Pflanzen leiden ebenfalls unter zu trockener Luft

Pflanzen speichern in ihren Blättern viel Wasser. Auf der Blattunterseite befinden sich kleine Poren, die sich während der Photosynthese öffnen. Die Pflanzen geben dabei Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Das Wasser verdunstet und verbessert das Raumklima für andere Bewohner.

Ist die Luft allerdings sehr trocken, verlieren die Pflanzen sehr viel Feuchtigkeit über ihre Blätter. Insbesondere die trockene Heizungsluft im Winter macht vielen Zimmerpflanzen sehr zu schaffen. Sie können das Problem allerdings nicht dadurch lösen, dass Sie die Pflanzen einfach mehr gießen. Denn das Wasser kommt primär den Wurzeln zugute. Gießen Sie zu viel, kommt es zu Staunässe und die Wurzeln können anfangen zu faulen.

Bogenhanf ist eine der Pflanzen, denen eine zu geringe Luftfeuchtigkeit langfristig nichts anhaben kann © Pixel-Shot, stock.adobe.com
Bogenhanf ist eine der Pflanzen, denen eine zu geringe Luftfeuchtigkeit langfristig nichts anhaben kann © Pixel-Shot, stock.adobe.com

Es gibt einige sehr robuste Pflanzen, denen zu trockene Raumluft nichts ausmacht. Dazu gehören Bogenhanf, Elefantenohr sowie Kakteen und Sukkulenten.

Möbel leiden ebenfalls unter zu trockener Raumluft

Speziell bei Holzmöbeln, aber auch bei Musikinstrumenten aus Holz, sind die Folgen von zu trockener Luft teilweise gravierend. Holz ist ein hygroskopisches – wasserbindendes – Material, das wie die menschliche Haut spröde und rissig wird. Möbeloberflächen werden stumpf. Bei Holzinstrumenten ist es ständig notwendig, sie neu zu stimmen.

Das hängt damit zusammen, dass Holz sich seiner Umgebung anpasst und ganz nach Bedarf Wasser an die Luft abgibt oder es daraus aufnimmt. Ist die Luft zu trocken, gibt das Holz Feuchtigkeit ab. Es entstehen kleine Risse und Fugen. Steigt die Luftfeuchtigkeit anschließend wieder, quillt das Holz auf und die kleinen Risse und Fugen schließen sich wieder. Ist allerdings die Luftfeuchtigkeit ständig zu gering, kann das Holz dauerhaften Schaden nehmen. Die Risse gehen dann nicht mehr weg.

Bei zu trockener Raumluft können in Holzmöbeln sogar Risse entstehen © New Africa, stock.adobe.com
Bei zu trockener Raumluft können in Holzmöbeln sogar Risse entstehen © New Africa, stock.adobe.com

Auswirkungen von zu trockener Luft auf die Bausubstanz

Die trockene Luft wirkt sich nicht nur auf die Bewohner eines Hauses und auf Holzteile aus. Auch die Wände können Schaden nehmen. Trocknen die Wände zu sehr aus, kommt es zu Rissen im Gips, dem Anstrich oder den Tapeten. Auch Fenster- und Türrahmen aus Holz können sich bei zu trockener Luft verziehen.

Zu trockene Luft – Gefahr für Elektronik

Zu viel Staub im Computer kann zu Überhitzung führen und das Gerät vollständig lahmlegen © markd800, stock.adobe.com
Zu viel Staub im Computer kann zu Überhitzung führen und das Gerät vollständig lahmlegen © markd800, stock.adobe.com

An elektrischen Geräten und auch elektronischen Bauteilen kann es bei einem zu trockenen Raumklima zu elektrostatischen Entladungen kommen. Das Phänomen heißt kurz ESD und kann zu Spannungsdurchschlägen führen. Das bedeutet, es kommt kurzfristig zu einem sehr starken Stromfluss innerhalb des Gerätes. Dadurch kann ein gravierender Schaden entstehen. Zudem führt die trockene Luft zu einer statischen Anziehung. Staub sammelt sich vermehrt in den elektronischen und Elektrogeräten.

Für den Hausgebrauch ist die Messgenauigkeit eines einfachen, analogen Hygrometers absolut ausreichend © Damian, stock.adobe.com
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