Luftfeuchtigkeit in Räumen messen – diese Verfahren sind möglich

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Wenn die Luft zuhause oder am Arbeitsplatz nicht die richtige Luftfeuchtigkeit hat, kann das früher oder später zu Problemen führen. Durch feuchte Luft entstehen die idealen Bedingungen für Schimmel, während zu trockene Luft gesundheitliche Probleme verursachen kann. Für ein gesundes Raumklima ist es daher wichtig, die Luftfeuchtigkeit stets zu kontrollieren. Dafür sind heute keine komplizierten Berechnungen mehr notwendig, denn es gibt gut funktionierende und erschwingliche Messgeräte. 

Hygrometer sind in fast allen Wetterstationen eingebaut, zusammen mit Thermometer und einem Messgerät für den Luftdruck © VRD, stock.adobe.com
Hygrometer sind in fast allen Wetterstationen eingebaut, zusammen mit Thermometer und einem Messgerät für den Luftdruck © VRD, stock.adobe.com

Das Leben findet immer mehr in geschlossenen Räumen statt. Deshalb sind die idealen Werte für das Raumklima sehr häufig Diskussionsstoff. Um das Raumklima genau einstellen zu können, sind genaue Messungen notwendig. Das subjektive Empfinden der Einzelnen ist dabei viel zu ungenau. Denn häufig reagieren Menschen erst, wenn die Messwerte schon längst nicht mehr im optimalen Bereich sind. Doch wie lässt sich die Luftfeuchtigkeit messen? Was ist dabei zu beachten?

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Die Luftfeuchtigkeit richtig messen – wie geht das?

Bei der idealen Luftfeuchtigkeit geht es um relative Messwerte, also Messwerte im Verhältnis zu einer weiteren Größe, und zwar der Raumtemperatur. Zum einen ist der Wert der maximal möglichen Wasserdampfmenge in der Raumluft erforderlich und zum anderen der Wert, der angibt, wie viel Prozent der Raumluft mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Der maximal mögliche Wasserdampfgehalt hängt von der Raumtemperatur ab. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Deshalb ist hier die Rede von relativer Luftfeuchtigkeit oder relative humidity, kurz rH.

Dafür stehen verschiedene Messmethoden zur Verfügung:

  • Taupunktmethode
    Das Messverfahren per Taupunktmethode ist sehr aufwendig. Der Taupunkt ist ein Temperaturwert, an dem die Luft nicht mehr Feuchtigkeit aufnehmen oder halten kann. An Stellen mit einer niedrigeren Temperatur als der Taupunkt bildet sich Kondenswasser. Die Menge, die kondensiert, ist genau die Menge, die die Luft nicht mehr aufnehmen kann.

    Im Alltag ist das immer wieder zu beobachten, beispielsweise wenn Sie im Sommer eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank nehmen, kondensiert an der Außenseite der Flasche sofort die Luftfeuchtigkeit. Auch an Wärmebrücken, wenn die Wand kälter ist als die Raumluft, kommt es zu Kondenswasserbildung.

    Bei dieser Methode ist es notwendig, verschiedene Messwerte zueinander in Beziehung zu setzen und daraus eine Dampfsättigungskurve zu erstellen. Da dies recht kompliziert ist, können Laien es nur schwer durchführen. Das Verfahren ist nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
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Das Hygrometer sollte nicht zwischen den Zimmerpflanzen stehen. Dort kann er nicht richtig die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit erfassen © Firn, stock.adobe.com
  • Hygrometer
    Die Messung der Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer ist einfach und unkompliziert. Sie stellen das Messgerät einfach auf oder hängen es an die Wand und die Luftfeuchtigkeit lässt sich von einer Skala oder einem Display ablesen. Für den Hausgebrauch reicht die Skala von 0 Prozent bis 90 Prozent.

    Bei der Wahl des passenden Ortes für das Hygrometer ist es wichtig, dass an der Stelle eine konstante Messung der Luftfeuchtigkeit möglich ist. An einem zentralen Platz im Raum kann das Gerät die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit für den gesamten Raum erfassen. Er sollte nicht in unmittelbarer Nähe der Heizung hängen, denn warme Luft hat einen anderen Feuchtigkeitsgehalt als kalte. Das Hygrometer sollte nicht direkt an einer Außenwand hängen, denn auch zu kalte Luft hat tendenziell einen anderen Feuchtigkeitsgehalt als warme Luft. Auch im Durchzug sollten Sie nicht messen. Durch die Luftbewegung ist es nicht möglich, einen kontinuierlichen Messwert zu erhalten.

    Bei den Hygrometern lassen sich zwei Arten unterscheiden, die unterschiedlich funktionieren: das analoge und das elektronische Hygrometer. Digitale Messungen sind genauer, jedoch sind die Geräte in der Anschaffung etwas teurer. Im Haushalt ist die Messgenauigkeit der anlogen Geräte absolut ausreichend. Sie haben den Vorteil, dass sie weniger störungsanfällig sind.
Für den Hausgebrauch ist die Messgenauigkeit eines einfachen, analogen Hygrometers absolut ausreichend © Damian, stock.adobe.com
Für den Hausgebrauch ist die Messgenauigkeit eines einfachen, analogen Hygrometers absolut ausreichend © Damian, stock.adobe.com
  • Absorptionshygrometer
    Absorptionshygrometer sind mit speziellen wasseranziehenden, auch hygroskopisch genannt, Materialien ausgestattet. Sie dehnen sich aus, wenn sie mit Feuchtigkeit in Berührung kommen.

    Bei den analogen Absorptionshygrometern sind Haarhygrometer weitverbreitet. In ihrem Inneren befindet sich ein Bündel Haare. Wenn die Haare Wasser aufnehmen, dehnen sie sich aus und werden länger. Das Gerät misst den Längenunterschied und rechnet ihn in einen Messwert um. Auf der Skala können Sie dann die Luftfeuchtigkeit ablesen.

    In einem elektronischen Absorptionshygrometer sind Sensoren eingebaut. Sie sind, je nach Feuchtigkeitsgehalt der Umgebungsluft, unterschiedlich leitfähig. Dabei gibt es zwei Arten von Sensoren: Impedanzsensoren und kapazitive Sensoren. Bei den Impedanzsensoren verändert sich der Ohmsche Widerstand, bei den kapazitiven Sensoren ändert sich die elektrische Kapazität. Die Unterschiede rechnet das Gerät in einen Messwert um und zeigt diesen auf dem Display.

Das Messergebnis richtig interpretieren

In verschiedenen Wohn- und Arbeitsbereichen ist es sinnvoll, die Raumluftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Damit lässt sich frühzeitig erkennen, wenn es problematisch wird. Mit den entsprechenden Maßnahmen können Sie Abhilfe schaffen, bevor ein Schaden entsteht.

Wenn der Messwert unter 40 Prozent liegt

Ist der Messwert sehr niedrig, bedeutet dies, dass die Raumluft zu trocken ist. Wenn Sie sich zu lange in Räumen mit zu trockener Luft aufhalten, kann die Schleimhautreizungen, trockene Augen und trockene Haut zur Folge haben.

Was schafft Abhilfe, wenn die Luft zu trocken ist?

Oft ist es bei zu trockener Luft ausreichend, eine Schale mit Wasser aufzustellen oder ein nasses Handtuch auf die Heizung zu legen. Das Wasser verdunstet und befeuchtet die Luft. Ein Luftbefeuchter kann ebenfalls hilfreich sein. Er lässt Wasser automatisch verdunsten.

Ein elektrischer Luftbefeuchter kümmert sich vollautomatisch um die richtige Luftfeuchtigkeit © Sebastian, stock.adobe.com
Ein elektrischer Luftbefeuchter kümmert sich vollautomatisch um die richtige Luftfeuchtigkeit © Sebastian, stock.adobe.com

Wenn der Messwert über 60 Prozent liegt

Ist der Messwert zu hoch, heißt das, dass die Luftfeuchte zu hoch. Das kann Schimmelpilze begünstigen. Aber auch empfindliche Musikinstrumente oder Bücher leiden unter zu hoher Luftfeuchtigkeit. Werkzeug kann davon Flugrost bekommen.

Was schafft Abhilfe, wenn die Luft zu feucht ist?

Einfaches Lüften reicht meistens schon aus, um die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu reduzieren. Meistens ist die Außenluft kühler und trockener und die feuchte Luft von drinnen strömt nach draußen. Ist die Luftfeuchtigkeit stark erhöht, können spezielle Luftentfeuchter hilfreich sein. Sie binden einen Teil der Luftfeuchtigkeit.

Ein elektrischer Luftbefeuchter kümmert sich vollautomatisch um die richtige Luftfeuchtigkeit © Sebastian, stock.adobe.com
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