Das transparente Terrassendach – aus Glas oder Kunststoff?

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Mit einem Dach aus Glas oder einem transparenten Kunststoff bleibt Ihre Terrasse lichtdurchflutet. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile, über die wir Sie in diesem Ratgeber informieren möchten. Bei einer Eindeckung aus Kunststoff haben Sie außerdem die Wahl zwischen verschiedenen Kunststoffarten und Verarbeitungen.

Ein Glasdach gewährt Ihnen einen freien Blick in den Himmel © Magdalena Fischer, stock.adobe.com
Ein Glasdach gewährt Ihnen einen freien Blick in den Himmel © Magdalena Fischer, stock.adobe.com

Glas

Möchten Sie Ihr Terrassendach mit Glas eindecken, sollten Sie ausschließlich Sicherheitsglas verwenden. Es besteht aus zwei Scheiben, zwischen denen sich eine transparente Folie befindet und wird deshalb auch als Verbundsicherheitsglas (VSG) bezeichnet. An der Folie bleiben bei einem Bruch der Scheibe die meisten Scherben haften. Sie verhindert daher schwere Verletzungen durch herumfliegende Glassplitter.

Hinweis: Noch sicherer als VSG ist Verbundsicherheitsglas aus teilvorgespanntem Glas (TVG). Es kommt vor allem an öffentlich genutzten Gebäuden zum Einsatz und ist dort oft sogar vorgeschrieben.

Den gleichen Zweck wie eine Folie erfüllt eine Drahtnetzeinlage. Durch sie entsteht das Drahtglas, das für Terrassenüberdachungen aber kaum genutzt wird, weil es den meisten Menschen nicht gefällt. Werfen Sie aber trotzdem ruhig einen Blick darauf. Möchten Sie zu große Hitze auf der Terrasse verhindern, sollten Sie sich außerdem das Sonnenschutzglas ansehen.

Beim Drahtglas sorgt eine Drahtnetzeinlage für Sicherheit © Montri Thipsorn, stock.adobe.com
Beim Drahtglas sorgt eine Drahtnetzeinlage für Sicherheit © Montri Thipsorn, stock.adobe.com

Ein Glasdach ist sehr tragfähig und eignet sich deshalb auch für schneereiche Regionen. Es ist weitestgehend hagelsicher und leidet auch nicht unter anderen Witterungseinflüssen. Glas hat außerdem den Vorteil, dass es sich leicht sauber halten lässt. Dies gilt im Besonderen für Scheiben, deren Oberflächen veredelt wurden. Durch den sogenannten Lotus-Effekt perlt Wasser ab und nimmt den Staub gleich mit. Glas hat darüber hinaus eine lange Lebensdauer, sofern es nicht bei einem Sturm oder durch andere äußere Einwirkungen bricht.

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Im Vergleich mit Kunststoff ist es allerdings sehr schwer. Ein Glasdach benötigt deshalb eine sehr viel stabilere Unterkonstruktion als eine Kunststoff-Eindeckung. Auch der Zuschnitt vor Ort ist schwierig bis unmöglich. Eine Glaseindeckung müssen Sie daher in der Regel auf Maß anfertigen lassen. Ein weiterer Nachteil ist der im Vergleich mit Kunststoffeindeckungen hohe Preis.

Kunststoff

Leicht zu montieren: Wellplatten aus Kunststoff © Nicolette Wollentin, stock.adobe.com
Leicht zu montieren: Wellplatten aus Kunststoff © Nicolette Wollentin, stock.adobe.com

Bei den Eindeckungen aus Kunststoff haben Sie die Wahl zwischen Acryl und Polycarbonat. Beide Materialien bekommen Sie in zahlreichen Varianten von einfachen Well- oder Lichtplatten bis hin zu den Steg- oder Hohlkammerplatten, die sich nochmals in die Doppel-, Dreifach- und Fünffachstegplatten unterteilen lassen. Letztere sind so konstruiert, dass Luftkammern entstehen. Sie erhöhen die Steifigkeit und damit die Stabilität und sorgen gleichzeitig für eine gute Wärmedämmung. Wellplatten bestehen dagegen aus durchgängigen Kunststoffplatten, die – wie der Name schon sagt – meist gewellt sind, aber auch eine andere Form haben können.

Unter einem milchigen Dach – aus Glas oder Kunststoff – werden Sie weniger geblendet © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Unter einem milchigen Dach – aus Glas oder Kunststoff – werden Sie weniger geblendet © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Eine weitere gängige Lösung ist die Trapezform. Zusätzlich können Wellplatten eine Struktur, wie zum Beispiel eine Wabenstruktur bekommen. Die Struktur bricht das Licht, sodass Sie bei Sonnenschein weniger geblendet werden. Beide Kunststoffarten können Sie außerdem in glasklaren, milchigen und farbig getönten, aber dennoch transparenten Ausführungen kaufen.

Tipp: Eine strukturierte Wellplatte sollte auf der Oberseite glatt sein, damit Schmutz und Wasser nicht auf der Eindeckung haften bleiben.

Mit einer getönten Eindeckung setzen Sie einen schönen Akzent © chibelek, stock.adobe.com
Mit einer getönten Eindeckung setzen Sie einen schönen Akzent © chibelek, stock.adobe.com

Acryl

Acrylglas ist vielen Menschen unter dem Markennamen Plexiglas bekannt. Es hat große Ähnlichkeit mit Echtglas, denn es ist fast ebenso transparent und lichtecht. Acryl verfügt außerdem über eine hohe UV-Beständigkeit und neigt dadurch nur wenig zum Vergilben. Auch die Witterungsbeständigkeit ist sehr gut. Dadurch ist Acrylglas eine gute Alternative zu einer Glaseindeckung. Es ist günstiger und hat in einer guten Qualität eine ebenso lange Lebensdauer. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Sie Acrylglasplatten mit geeignetem Werkzeug vor Ort zuschneiden können.

Fast so klar wie Glas: Acryl- oder Plexiglas © Fraanic, stock.adobe.com
Fast so klar wie Glas: Acryl- oder Plexiglas © Fraanic, stock.adobe.com

Nachteilig ist beim Acrylglas vor allem, dass es schneller als Glas und Polycarbonat verkratzt. In der Nähe von Bäumen, deren Zweige bei Wind auf das Dach schlagen könnten, ist Acrylglas deshalb nicht zu empfehlen und auch bei der Reinigung der Überdachung sollten Sie ein wenig vorsichtig sein. Wenn Sie sich diese Arbeit erleichtern möchten, verwenden Sie am besten Acrylglasplatten mit einer veredelten Oberfläche. Sie lassen wie die Glasscheiben mit Lotus-Effekt Regenwasser schneller abfließen. Diese Veredelung, die Wasserflecken vorbeugt, kann nur auf der Außenseite oder auf beiden Seiten der Platten erfolgen. Ein weiterer Nachteil von Acrylglasplatten ist die höhere Bruchempfindlichkeit.

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Polycarbonat

Polycarbonat ist noch leichter als Acrylglas. Dennoch ist es weniger bruchempfindlich und selbst Hagel macht solch einer Eindeckung kaum etwas aus. Ebenso unempfindlich ist dieser Kunststoff gegenüber sehr hohen und sehr niedrigen Temperaturen. Eine Eindeckung aus Polycarbonat ist daher nahezu unverwüstlich und auch für Terrassen in Gegenden mit extremen Wetterbedingungen bestens geeignet. Die Lichtdurchlässigkeit ist allerdings nicht so hoch wie bei Glas oder Acryl. Eine Eindeckung aus Polycarbonat streut das Licht, was an sehr sonnigen Tagen jedoch von Vorteil sein kann.

Polycarbonat lässt sich auch sehr gut biegen © argot, stock.adobe.com
Polycarbonat lässt sich auch sehr gut biegen © argot, stock.adobe.com

Tipp: Für Regionen, in denen es häufig zu Gewittern und Hagelschauern kommt, gibt es besonders hagelsichere Platten aus Polycarbonat.

Platten aus Polycarbonat können Sie ebenfalls vor Ort passend zuschneiden. Sie sind aufgrund ihres geringen Gewichts noch leichter zu handhaben als Plexiglasplatten. Wie alle anderen Eindeckungen sind auch sie mittlerweile mit veredelten Oberflächen erhältlich.

Hier zusammengefasst in einer Tabelle noch einmal die Vor- und Nachteile der drei möglichen Eindeckungen:

MaterialVorteileNachteile
Verbundsicherheitsglassehr lichtdurchlässig witterungsbeständig weitestgehend hagelsicher langlebig kratzfest belastbar pflegeleichtteuer schwer nicht vor Ort zuschneidbar
Acrylsehr transparent UV- und witterungsbeständig günstiger als Glas langlebig vor Ort zuschneidbarkratzempfindlich bruchempfindlich
Polycarbonatsehr leicht hagelsicher sehr witterungsbeständig wenig bruchempfindlich kratzfester als Acryl vor Ort zuschneidbarweniger lichtdurchlässig
Für den Zuschnitt von Polycarbonatplatten reicht eine Stich- oder Kreissäge © Luidmila Spot, stock.adobe.com
Für den Zuschnitt von Polycarbonatplatten reicht eine Stich- oder Kreissäge © Luidmila Spot, stock.adobe.com
Ein Sonnensegel lässt sich auch unter einem Dach spannen © Norman, stock.adobe.com
Sonnensegel und Markisen: Sonnenschutz für Terrassendächer

Durch eine transparente Eindeckung aus Glas, Acryl oder Polycarbonat bleibt Ihre Terrasse lichtdurchflutet. An sonnigen Tagen mit hohen Außentemperaturen wird… weiterlesen

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