Holzdecken streichen und lasieren

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Wie streicht man Holzdecken richtig und was ist beim Lasieren zu beachten?

Holzdecken bieten in Wohnräumen viele Vorteile: Sie tragen zu einem verbesserten Raumklima bei, verfügen über wärmespeichernde Eigenschaften und sehen zudem noch ansprechend aus. Zumindest, wenn sie regelmäßig neu gestrichen oder lasiert werden. An Holzdecken sammelt sich nämlich allerhand Schmutz: Nikotin, Staub oder auch Ruß – all das setzt sich mit der Zeit auf der Holzdecke ab und sorgt dafür, dass die natürliche Deckenverkleidung zunehmend unansehnlicher wird. Deshalb wird es irgendwann Zeit, die Holzdecke zu streichen. Wie Sie dabei am besten vorgehen, worauf Sie achten sollten und wann es sich lohnt, statt zu streichen lieber zu lasieren, verrät der folgende Ratgeber.

Holzdecken bekommen mit Lacken und Lasuren eine neue Optik © Diana Rui, stock.adobe.com
Holzdecken bekommen mit Lacken und Lasuren eine neue Optik © Diana Rui, stock.adobe.com

Holzdecke streichen oder lasieren – wo liegt der Unterschied?

Wenn die alte Holzdecke optisch nicht mehr allzu viel hermacht, kann man sie entweder herunterreißen oder aufhübschen. Letzteres ist die meist deutlich schnellere und komfortablere Variante. Dabei stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Sie können die Holzdecke streichen oder lasieren.

Beim Streichen einer Holzdecke verwenden Sie für gewöhnlich Lacke, die sich wie eine Versiegelung über das Holz legen. Dabei stehen diverse Varianten bereit – von Acryllack auf Wasserbasis bis hin zu Naturfarben auf Öl- oder Wachsbasis. Der Effekt beim Streichen von Holzvertäfelungen ist meist derselbe: Die natürliche Holzoptik wird übermalt und gerät in den Hintergrund. Am Ende ist die Holzdecke gleichmäßig gestrichen.

Tipp: Holzdecken können mit der Zeit nachdunkeln und lassen dadurch den Raum kleiner bzw. die Decken niedriger wirken. Durch den Einsatz von weißer Farbe können Sie eine freundlichere und offenere Raumwirkung erzielen. Ohnehin bestimmt die Farbauswahl auch bei der Deckengestaltung maßgeblich, wie der fertig gestrichene Raum später wirkt.

Auch für eine Lasur steht Ihnen eine große Auswahl an Farben zur Verfügung © Caroll, stock.adobe.com
Auch für eine Lasur steht Ihnen eine große Auswahl an Farben zur Verfügung © Caroll, stock.adobe.com

Beim Lasieren einer Holzdecke geht es dagegen darum, die natürliche Struktur und Optik des Naturmaterials zu erhalten. Wenn Sie eine Holzdecke lasieren, ist die Maserung hinterher noch deutlich sichtbar. Der farbverändernde Effekt ist gering, denn Lasuren sind eher transparent. Eine Lasur gleicht daher mehr einer Auffrischungskur, verhilft der Holzdecke jedoch weniger zu einem kompletten Makeover. In puncto Arbeitsaufwand sind beide Methoden annähernd gleich.

Tipp: Bei Lasuren kann man zwischen Dünn- und Dickschichtlasuren wählen. Dickschichtlasuren ähneln Lacken, da sie durch ihre dickere, deckende Konsistenz geeignet sind, um auch farbliche Veränderungen an der Holzdecke hervorzurufen.

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Holzdecke streichen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Streichen einer Holzdecke

Eine Holzdecke zu streichen, ist recht zeitintensiv und bedarf einiger Vorbereitungen. Wichtig ist, dass Sie alle benötigten Materialien und das richtige Werkzeug für Malerarbeiten zur Hand haben – so können Sie sich die arbeitsintensive und körperlich anstrengende Arbeit deutlich erleichtern. Auf der Einkaufs- bzw. Besorgungsliste sollten folgende Dinge stehen:

  • Leiter
  • Lack und Grundierung
  • Lackpinsel
  • Lackierrolle
  • Malerkrepp
  • Material zum Abkleben und Abdecken
  • Anlauger für die Reinigung
  • Schleifvlies und Schwingschleifer
  • Schutzkleidung inklusive Schutzbrille
Mit dem falschen Werkzeug lässt sich eine Holzdecke kaum gleichmäßig streichen © SusaZoom, stock.adobe.com
Mit dem falschen Werkzeug lässt sich eine Holzdecke kaum gleichmäßig streichen © SusaZoom, stock.adobe.com

Schritt 1: Raum vorbereiten und Einrichtung schützen

Bevor Sie damit beginnen, Ihre Holzdecke zu streichen, gilt es, den Raum gründlich vorzubereiten. Gerade beim Streichen einer Decke können Farben und Lacke leicht tropfen – deshalb sollten Fußboden, nicht entfernbare Möbelstücke und Wände gleichermaßen geschützt werden. Hierfür können Sie Zeitungspapier, Abdeckfolie oder Malervlies verwenden. Kleben Sie außerdem die Wände an den Rändern der Holzvertäfelung sauber ab. Das mag zunächst mühsam und aufwendig erscheinen, spart am Ende aber viel Zeit, weil Sie Ausbesserungsarbeiten auf ein Minimum reduzieren.

Schritt 2: Holzdecke reinigen und anschleifen

Lacke haften grundsätzlich am besten auf Holz, das sauber und fettfrei ist. Entsprechend sollte die Holzdecke vor dem Streichen gründlich gereinigt werden. Das gelingt mit einem sogenannten Anlauger: Einfach mit Wasser anmischen und die Holzdecke damit abreiben – ein Schwamm oder eine Bürste sind dafür die perfekten Helferlein. Danach unbedingt sofort mit klarem Wasser nachwischen, damit keine Rückstände auf dem Holz haften bleiben. Spülmittel oder Haushaltsreiniger eignen sich nicht so gut für die Reinigung einer Holzdecke – sie können Rückstände hinterlassen, die später den Anstrich beeinträchtigen.

Alte Lackschichten, die nicht mehr haften, müssen ordentlich abgeschliffen werden © giovannibosche, stock.adobe.com
Alte Lackschichten, die nicht mehr haften, müssen ordentlich abgeschliffen werden © giovannibosche, stock.adobe.com

Sobald die Holzvertäfelung sauber ist, geht es ans großzügige Anschleifen. Hierfür können Sie einen Schwingschleifer verwenden – dieser erleichtert Ihnen die Arbeit. Wir empfehlen ein kleines, handliches Gerät, da das Handling schwerer Maschinen beim Schleifen über Kopf ziemlich anstrengend sein kann. Wer keinen Schwingschleifer besitzt, kann auch per Hand schleifen – dafür nutzt man einfach ein Schleifvlies. Ein solches wird ohnehin benötigt, um die Holzoberfläche in den Fugen anzuschleifen. Nach dem Anschleifen ordentlich entstauben – das funktioniert am besten mit einem Besen.

Tipp: Alte Lackschichten müssen Sie nicht zwangsläufig komplett abschleifen. Sie dienen hervorragend als Untergrund für die neue Farbe. Nur wenn der alte Lack abblättert, sollte er großzügig entfernt werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die neue Farbschicht nicht haftet oder das Ergebnis unsauber wird.

Schritt 3: Holzdecke grundieren

Wenn Sie ein besonders gleichmäßiges Streichergebnis erzielen möchten, empfehlen wir Ihnen nach dem Anschleifen eine Vorbehandlung mit Grundierung. Hierfür gibt es speziellen Malervorlack, der einfach mit Pinsel bzw. Lackierrolle aufgetragen wird. Lassen Sie den Vorlack anschließend gemäß Herstelleranweisung trocknen – das kann bis zu 12 Stunden dauern.

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Schritt 4: Holzdecke streichen

Sobald die Grundierung getrocknet ist, geht es an den Farbauftrag. Hierfür empfiehlt sich die folgende Vorgehensweise:

  • Fugen mit dem Pinsel lackieren
  • Paneele mit der Lackierrolle streichen
  • Paneele für Paneele der Länge nach streichen

Viele Hobby-Handwerker versuchen meist, zwei oder drei Holzpaneele gleichzeitig zu streichen, um sich das ständige Auf- und Absteigen von der Leiter zu ersparen. Diese Variante ist jedoch nicht ratsam – die besten Lackierergebnisse erzielt man nämlich, wenn man nass in nass streicht. Deshalb streichen Profis jedes Paneel einzeln. Zusatztipp: Immer mit der Maserung streichen. Insbesondere bei farbigen Anstrichen kann es erforderlich sein, ein zweites Mal zu lackieren. In diesem Fall lohnt es sich, zwischen dem Vor- und dem Endanstrich erneut zu schleifen. So wird das Ergebnis besonders gleichmäßig.

Info: Da das Streichen einer Holzdecke ganz schön auf den Rücken gehen kann und zudem reichlich Arbeit verursacht, kann es hilfreich sein, diese Aufgabe dem Profi zu überlassen. Der streicht die Holzdecke nicht nur im Nu, sondern kann auch hinsichtlich der Lack- und Lasurauswahl beraten.

Beim Streichen der Holzdecke braucht man Pinsel und Lackierrolle © StockphotoVideo, stock.adobe.com
Beim Streichen der Holzdecke braucht man Pinsel und Lackierrolle © StockphotoVideo, stock.adobe.com

Holzdecke lasieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Lasieren einer Holzdecke

Sie möchten Ihre Holzdecke lasieren, damit diese atmungsaktiv bleibt und Sie sich weiterhin am natürlichen Look des Baumaterials erfreuen können? Die Vorgehensweise beim Lasieren sieht im Grunde genauso aus wie beim Lackieren:

  • Holzdecke reinigen und anschleifen
  • Holzdecke mit dem Pinsel lasieren
  • überschüssige Lasur mit einem Lappen abwischen

Ein paar Unterschiede zum Lackieren gibt es beim Lasieren einer Holzdecke aber schon: So sollten Sie die Lasur grundsätzlich mit einem Pinsel auftragen – speziell in den Fugen ist das entscheidend. Das vorherige Abschleifen ist auch bei unbehandeltem Holz erforderlich, damit die Lasur schneller einziehen kann. Lackiertes Holz kann ebenfalls lasiert werden, jedoch muss hierfür der komplette alte Lack entfernt bzw. abgeschliffen werden.

Tipp: Bei Holzarten, die viel Harz bilden, ist der Einsatz einer Grundierung ratsam. Normalerweise muss man Holzdecken, die lasiert werden sollen, nicht grundieren. Die zusätzliche Schicht sorgt jedoch dafür, dass das Harz nicht so einfach aus dem Holz austreten kann.

Wände zu streichen, verleiht Ihrem Zuhause eine ganz neue Atmosphäre © Robert Kneschke, stock.adobe.com
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